Champagner zum Jahresstart für den Profi-Onkel

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Wenigstens startete dieses erneut fürchterlich zu werden beginnende Jahr 2021 mit Champagner! 🥂🍾 Obwohl ich ja keinen Alk mehr vertrage (meine Leber ist inzwischen vollkommen im Arsch), machte ich für zwei Gläser „Deutz“-Champagner aus einer Flasche, die sich noch im Keller von Philomenas Mutter fand, gerne eine der wirklich seltenen Ausnahmen von der Regel meiner strikten Alkoholabstinenz… 😉

Über Weihnachten hatten wir einen Aufenthalt bei Philomenas Mutter (wo auch Philomenas schwer erkrankte Schwester Berenike schon monatelang seit dem Beginn der Corona-Pandemie lebt – seit etlichen Wochen sind auch wieder Mann und Kind von Berenike dort gestrandet, weil sich ihre Wahlheimat im COVID19-Katastrophenzustand befindet) kurzfristig abgesagt, weil im dortigen Haushalt Erkältungssymptome aufgetaucht waren.

Nachdem es zum Glück eine Corona-Entwarnung gab, wollten wir dann aber auch am 26. Dezember nicht mehr nachträglich dorthin reisen, weil Berenikes Mann für sich und das Kind (das am meisten von einer nachgeholten Weihnachtsbescherung profitiert hätte) bereits Flüge zurück in die Heimat gebucht hatte. Diese waren zwar kurz vor Weihnachten gecancelt worden, sollten nun aber überraschend doch wieder stattfinden, so dass wir die beiden allenfalls noch einen knappen Tag lang dort gesehen hätten. Das wollten wir dann dem fünfjährigen Kind nicht zumuten, weil es sich bestimmt unheimlich über uns und die nachträglichen Weihnachtsgeschenke gefreut hätte, dann aber vermutlich todtraurig darüber geworden wäre, am nächsten Tag bereits am frühesten Morgen wieder zurück in die Heimat fliegen und die neuen Playmobilsachen deswegen bei der Oma zurücklassen zu müssen (die passen nicht in den Koffer), ohne damit richtig gespielt zu haben…

Aber auch dieser Plan wurde abermals umgeworfen, weil dann kurz vor Abflug bekannt gegeben wurde, dass in der Wahlheimat des Kindes alle Schulen noch bis Ende Februar geschlossen blieben (die Kinder müssen dort bereits ab vier Jahren verpflichtend zur Schule). Berenikes Mann hatte verständlicherweise keine Lust, wochenlang tagein tagaus mit dem Kind in einer kleinen Stadtwohnung in der dortigen Ausgangssperre festzusitzen – eigentlich hatte er bereits darauf spekuliert, wenn das Kind ganztags in der Schule wäre, wieder für seinen Beruf trainieren zu können (er ist so etwas Ähnliches wie ein Profisportler). Deshalb wurde der Flug nun doch noch spontan gecancelt, so dass wir mit unseren Weihnachtsgeschenken schlussendlich doch noch über den Jahreswechsel anrücken konnten. 🎄🎁🎁🎁🎅 Vom 30. Dezember bis zum 5. Januar waren Philomena und ich dann dort in Süddeutschland.

Ich war wieder ganztags als professioneller Onkel im Einsatz. Zu dem Kind habe ich inzwischen einen erheblich engeren und ausgeprägteren Bezug, als zu meinen eigenen Nichten und Neffen, die ich seit einem Jahr nicht mehr gesehen habe (als „systemrelevante“ Ärztekinder sind sie momentan in der Notbetreuung – insgesamt ist das Infektionsrisiko bei der Familie meines Bruders zu hoch – nicht abzusehen, wenn ich von dort Coronaviren zu meinen von mir versorgten Eltern einschleppen würde, mein Vater würde in seinem Alter und Gesundheitszustand schon eine normale Grippe nicht mehr überleben).

0358 Punk-OnkelBerenikes Kind sagt morgens nach dem Aufwachen als erstes „hypermental“ und abends beim Einschlafen als letztes Wort ebenfalls. Ich bin der absolute Superheld für den Kleinen! Mein jüngster Neffe (gerade drei geworden, zuletzt sah ich ihn an seinem zweiten Geburtstag) weiß hingegen am Telefon gar nicht mehr, wer ich bin… Schade. Aber es macht Spaß mit dem Kind von Berenike seine Uncle-Skills auszuleben – so viel unmittelbar positives Feedback wie in den paar Tagen dort, bekam ich das ganze letzte Jahr über nicht… 😉

Leider geht es allen anderen dort eher ziemlich beschissen – Berenike wird wohl dauerhaft krank, invalide und vermutlich auch berufsunfähig bleiben (zumindest in ihrem alten Beruf – den sie aber aufgrund weltweiter Reisebeschränkungen und Corona-Lockdowns momentan eh nicht ausüben könnte; sie ist eine international tätige Persönlichkeit im künstlerisch-kulturellen Bereich). Bei ihr und auch ihrem Mann liegen die Nerven ziemlich blank. Dem Kind geht’s entsprechend auch nicht gut, weil es die Sorgen/Streitigkeiten/Verzweiflung seiner Eltern mit seinen fünf Jahren bereits ziemlich gut mitbekommt. Es ist eh ein ziemlich schlaues Kerlchen – aber leider auch ein recht sensibles… Erinnert mich an mich früher. Vielleicht kann ich deshalb auch so gut mit ihm.

Ein anderer Grund dürfte sein, dass ich mir meine kindliche Phantasie bewahrt habe. Ich kann mit dem Knaben ganz anders spielen, als etwa der eigene Vater es könnte. Berenikes Mann ist diesbezüglich leider sehr spröde und behandelt Kinder immer nur wie kleine Ausgaben von Erwachsenen. „Spielen“ liegt ihm leider gar nicht. Dafür drillt er das Kind ziemlich beim Home-Schooling. Der Fünfjährige muss teils sechs oder mehr Stunden am Tag ran und ist deshalb oftmals so gefrustet, dass er um sich schlägt. Dass Berenikes Mann so streng als Hauslehrer agiert, liegt wohl an dessen eigenem „Schul-Trauma“. Ihm flog in seiner Schulzeit von alleine überhaupt nichts zu, er musste ziemlich büffeln/ackern/pauken, um damals seinen Abschluss zu schaffen. Deshalb hat er wohl eine ausgeprägte Angst davor, dass sein Kind nicht gut genug in der Schule sein könnte. Als Kind hat er selber übrigens auch kaum „gespielt“ – ich glaube er ist ein kleines bisschen autistisch veranlagt…

Berenike selbst könnte zwar erheblich besser und v.a. kreativer und phantasievoller mit dem Kleinen spielen – kann dieses aber durch ihre mit Unbeweglichkeit und extrem erhöhter Verletzungsgefahr einhergehenden gesundheitlichen Einschränkungen leider nicht mehr. Außerdem ist sie mit etlichen Rechtsstreitigkeiten arbeitstechnisch über den Tag ausgelastet, bei der es um Urheberrechtliches geht. Probleme, die aus ihrer aktuellen Arbeitsunfähigkeit herrühren… 😔

Mit manchen Leuten möchte man echt nicht tauschen – wenn man das so alles aus nächster Nähe mitbekommt, dann relativieren sich die eigenen Sorgen und Nöte sehr deutlich.

Apropos „Sorgen und Nöte“: Rudi habe ich wohl tatsächlich so nachhaltig verprellt, dass er sich bisher nicht noch mal gemeldet hat. Auch nicht auf meine Mail hin zurückgeschrieben. Entweder ist er tödlich beleidigt, oder er hält mich jetzt auch für einen Echsenmenschen, oder Jünger der Dunkelkräfte… Mir soll’s recht sein. Seitdem ich sein rechtsesoterisch-verschwörungstheoretisches Gefasel nicht mehr am Telefon anhören muss, geht’s mir tatsächlich im Alltag signifikant besser – der düstere Muff hat sich irgendwie verzogen… 😁

0549 follower 100Abschließend möchte ich noch meine neueste Abonnentin grüßen, die Nummer 100! Seit heute habe ich doch wirklich 100 Follower! 95 WordPress-Abonnenten und 5 Email-Follower…

Hypermentale Grüße auch an die übrigen Leser! [sollte/muss man 2021 übrigens Leser*Innen schreiben – oder gilt das nicht für weiße alte Männer?]

19 Gedanken zu “Champagner zum Jahresstart für den Profi-Onkel

  1. Drill-Eltern mag ich gar nicht.
    Für einen Fünfjährigen ist es einfach schon sehr schlimm, wenn sich seine Welt so signifikant ändert *seufz*
    Trotz Autismusspektrum und Wissendurst habe ich als Kind auch immer viel und gerne gespielt. Halt am Liebsten alleine.

    Gut so – diese düsteren Mief-Mächte braucht wirklich keiner.

    Ich habe mich bei meiner Mutter noch nicht mal für mein Geburtstagsgeschenk vom September bedankt, da ich weder Lust auf ein Telefonat und schon gar nicht auf ein Treffen habe.

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  2. PUNK ist ja witzig, gutes Konzept 😁👍 wenn man nur temporär im Einsatz ist, lassen sie sich, zusätzlich zur eigenen PersönlichkeitsStruktur, sicher viel entspannter bespielen.
    Besteht der Nickname deiner Abonnentin zufällig aus Vorname und zwei Ziffern? Da hab ich nämlich grade eine Anfrage, die ich nicht zuordnen kann.

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  3. Teilzeit-Bespaßungs-Onkel – was gibt es Besseres? Wenn’s nervig wird, kann man sich wieder eine Weile absetzen 😉. Rudi verdaut noch und wartet, bis sich wieder genug Liebe in dir angesammelt hat 😉

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  4. Hihi – weißer alter Mann! 😉 Guuut! 🙂
    Eierlikööör -lecker! Komm nicht dazu, hab ihn seit dem Spätsommer, ein sehr exklusiver mit echter Bourbonvanille, hab erst anderthalb TL davon geschlürft … 😋
    🥂 Zum Jahreswechsel hab ich wieder Geldermann-Champagnersekt angestoßen, selbst in den Neunzigern aus Breisach mitgenommen. Früher nannte er sich Geldermann & Deutz, gibt es dann also Deutz getrennt von Geldermann? 🍾
    An sich ist dieser Sekt sehr bekömmlich, ich hätte es aber bei einer Flöte statt zwei belassen sollen, denn je älter, desto mehr Histamin.

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    • Seit 1838 war das zunächst eine Firma mit einem Sitz in Frankreich und einem in Deutschland. 1995 spaltet sich Deutz & Geldermann in die Kellereien Deutz in Aÿ Champagner- (Champagne Deutz) und einen Sekt-Hersteller (Badische Geldermann Privat-Sektkellerei) in Breisach auf. Das Champagnerhaus Deutz wurde von Louis Roederer übernommen. Deutz-Champagner ist also heute eine rein französische Marke und Geldermann ein deutscher Hersteller, der zudem seit 2003 zum Premiumsegment der Rotkäppchen-Gruppe gehört.

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  5. Glückwunsch zunächst mal zum 100. Follower, den hatte ich vor kurzem auch! 🥂

    Alles Gute für’s neue Jahr und vielleicht bringt es 2021, dass du deine Nichten und Neffen mal wieder siehst. Mir geht es ähnlich (mit nur einer Nichte) – mehr als Videos und Fotos sehe ich von ihr nicht. Zu groß das Risiko für mich.

    Im Übrigen fühle ich mich vom Begriff „Leser“ mit eingeschlossen, so wie ich früher auch kein Problem damit hatte, zu den Studenten zu gehören. Oder zu den Lehrern oder heute zu den Rentnern. Das generische Maskulinum ist in meinen Augen eine grammatikalische Angelegenheit und keine Diskriminierung.

    Liebe Grüße
    die Hoffende

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    • Viele Grüße zurück! Ich glaube, dass wir leider noch bis zum Sommer 2022 geduldig sein müssen – vorher wird es noch zu wenige Geimpfte geben. Außerdem werden neue Virusmutationen die Impfstoffhersteller noch ganz schön auf Trab halten, weil sie die Impfstoffe aufwendig anpassen müssen (ich meine jetzt nicht die In England grassierend Variante – da wirken die vorhanden Impfstoffe – sondern noch kommende, die teils auch schon nachgewiesen wurden und gerade durch die medizinische Fachliteratur geistern, die WHO tagt gerade zu diesem Thema).

      Gefällt 1 Person

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