2020 – Glas, Asche, Kleister

#0407[1317]

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Sieben, sechs, fünf, vier… nee, doch nicht! Mit diesem fünften Dezember-Blogeintrag durchbreche ich den Trend der Serie, seit September jeden Monat stets einen Eintrag weniger geschrieben zu haben, als im Vormonat. Also doch noch was Gebloggtes in diesem schrecklichen Jahr

…zu dem ich übrigens fast alles korrekt vorhergesagt hatte, was dann coronamäßig auch so eintraf (oft allerdings nicht bereits im Frühjahr, als ich darüber etliche Einträge schrieb, sondern nun im Winter). Was hattet Ihr mich teilweise beschimpft, für meine Covid19-Prognosen im Frühjahr! Mir wurde „Panikmache“ unterstellt und mangelnde medizinische Kenntnisse – so mancher Kommentar war fast schon ein kleiner Shitstorm! Aber egal ob es um drohende „Triage“ ging, um die Mutationsfähigkeit des Virus, um Lockdowns oder Ausgangssperren, oder auch nur lediglich darum, ob es überhaupt jemals eine gesetzlich vorgegebene „Maskenpflicht“ beim Einkaufen geben würde – ich hatte im Nachhinein natürlich immer Recht! Hört demnächst besser einfach auf den klügsten und gebildetsten Menschen, den Ihr kennt: Auf mich! 😜

Aber ich habe inzwischen dazu gelernt und werde Euch mit meinen Erkenntnissen verschonen – viele sind halt noch nicht so weit, damit umgehen zu können. Deshalb verzichte ich hier nun auf Vorhersagen für 2021 (2022, ff.) – es würde einfach viel zu düster werden! Und ich als rufende Cassandra wieder nur gegrillt…

◾Ansonsten könnte ich einfach den Titel meines Beitrages „2019 war scheiße / 2020 wird scheiße“ vom 15.12.2019 einfach auf 2020 und 2021 anpassen. Das 2020 aber nun – coronabedingt – dermaßen scheiße wird, konnte ich mir 2019 dann doch beim besten Willen nicht vorstellen – mit dem pessimistischen Titel bezog ich mich vor gut einem Jahr eher auf den abermals und verstärkt drohenden Eichenprozessionsspinnerbefall, etc..

2020: Jahr ohne Shopping, Essengehen und Sozialkontakte. Außer Mitch im Januar habe ich nun ein Jahr lang keine Freunde gesehen. War fast ein Jahr nicht mehr beim Friseur (Philomena nennt meine aktuelle Haarreif-Frisur spöttisch „Matilda“) und seit ebenfalls einem Jahr nicht mehr in irgendeinem Modegeschäft… Wieso auch? 2020 wird rückblickend als das Jahr in meine Biografie eingehen, in dem ich kaum mal etwas anderes als Jogginghosen trug… Die totale äußerliche Verwahrlosung…

…hatte aber auch ihre guten Seiten: Dadurch, dass ich kaum noch irgendwelche Klamotten, etc. kaufte, bemerkte ich die Armut im Alltag kaum. Trotz finanzieller Talfahrt werde ich es wohl schaffen, zum Jahreswechsel ziemlich genau das Gleiche auf den Konten zu haben (bzw. unter null im Dispo), wie genau vor einem Jahr zum letzten Jahreswechsel. Mit meinem „normalen“ langjährig-durchschnittlichem Konsumverhalten wäre mir dieses „Kunststück“ sicher nicht geglückt. Aber ohne Restaurantbesuche, Friseurgänge, Urlaubsreisen, Lustkäufe und Kulturleben spart es sich dann doch recht gut – ansonsten wäre ich in diesem Jahr vermutlich endgültig pleitegegangen. 🤔

◾An Weihnachten sind wir übrigens doch nicht zu Philomenas Mutter und der dort samt Familie weilenden Berenike gefahren. Im Prinzip fiel Weihnachten bei uns somit komplett aus, da wir Daheimgebliebenen weder etwas explizit Weihnachtliches aßen, noch irgendeinen anderen Weihnachts-Zinnober veranstalteten (ich schaute nur am 24. kurz bei meinen Eltern vorbei und war hinterher mit dabei, als Philomena kurz mit ihrer Schwester Berenike skypte, und am 26. telefonierte ich mit der Familie meines Bruders).

Wir verzichteten auf die Fahrt nach Süddeutschland auch deshalb, weil Berenikes Lebensgefährte und Kind Erkältungssymptome hatten. Aber zum Glück war es dann (da nur Schnupfen) vermutlich doch kein Corona! Eigentlich wollten wir dann deshalb gestern oder heute doch noch hinfahren, aber auch dieser Plan wurde gekippt. Der eigentlich gecancelte Heimflug (in eines der weltweiten Corona-Hotspotgebiet überhaupt) für den Lebensgefährten und das Kind findet nämlich nun kurzfristig doch noch statt, so dass es für das kleine Kind zu traurig wäre, wenn wir dann so knapp dort eintrudelten, dass es uns lediglich ein paar Stunden lang sieht und nicht mehrere Tage. Das Kind hatte sich leider bereits unheimlich auf uns (und unsere Weihnachtsgeschenke?) gefreut – schade… 😟

Eventuell werden wir aber demnächst mal zu Philomenas Mutter reisen, wenn Berenike dann alleine dort ist. Sie ist immer noch dermaßen krank und invalide, dass sie nicht wieder zurück in ihre Wahlheimat fliegen kann. Vermutlich wird sie nicht mehr in ihren alten Beruf zurückkehren können und chronisch krank bleiben. Man hofft natürlich dennoch auf ein besseres Schicksal. Wäre ich religiös, würde ich für Berenike beten…

Sonst gibt’s nix Neues. Passiert ja auch nix mehr. Stillstand, trübe Soße. 2020 als Kunstwerk würde ich aus zerstoßenem schwarzen Glas, Asche und zähem Kleister fertigen.

19 Gedanken zu “2020 – Glas, Asche, Kleister

  1. Du liebe Güte, du alter Klugscheisser *frechlache*
    Ich habe dann schon kapiert, dass es dieses Mal ärger ist als sonst so mit den Seuchen. Trotzdem hat sich für mich persönlich so gut wie nichts geändert. Man machts halt und bislang wohl nicht allzu falsch. Ich bin jedenfalls noch davon gekommen. Bin vor allem gespannt wies weiter geht und wie lange wir noch Maskenpflicht etc. haben werden.

    Jetzt zier dich doch nicht so – erzähl schon was du weisst *schubs*

    Ich weiss, es ist schwer für euch anderen, ich mag das, sehr, dass man nichts kann und darf – ihr könnt so mal sehe wie es für uns immer ist. Wir möchten auch, können es uns aber energiemässig nicht leisten 😀

    Dass ihr nicht in den Süden gefahren seid, war sicher sinnvoll. Ach das Kind wirds gut überleben. Vielleicht ists im nächsten Jahr wieder besser. Berenike wird sich damit abfinden oder sich einen Strick nehmen müssen. Was anderes sieht das Schicksal wohl vorerst nicht für sie vor. Man soll jedoch die Hoffnung nie aufgeben.
    Wir haben auch wie immer nicht gefeiert und einfach die Ruhe genossen.

    Am Meisten freut mich, dass du noch mal was geschrieben hast.

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  2. Es reicht ja leider schon, sich die Kurve der Infektionszahlen weltweit anzusehen, um zu erkennen, dass der Seuchenmist noch lange nicht vorbei ist. Die steigt ja immer noch relativ sacht an…

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  3. Für mich war 2020 eines der intensivsten Jahre meines Lebens. Im positiven wie im negativen Sinne und ganz unabhängig von Corona. Die Entwicklung der Pandemie kam für mich nicht überraschend. Und es war von vornherein klar, dass wir länger damit zu kämpfen haben werden.

    Gefällt 2 Personen

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