Seit über 40 Jahren trage ich immer das Modell „Zürich“…

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Schuhe fallen ja oft überraschend unterschiedlich groß aus – es lässt sich oft ohne Anprobe gar nicht so genau sagen, welche Größe man konkret braucht. So habe ich eigentlich Schuhgröße 44 (9½), benötige bei meinen üblichen Gartenschuhen aber Größe 46 und bei meinen Adidas-Laufschuhen sogar 46⅔ – bei meinen Birkenstock-Hausschuhen hingegen lediglich Größe 43.

Womit wir allmählich zum heutigen Thema kommen… Wie langjährige Leser bereits wissen, war mein Leben bis vor wenigen Jahren durch ständigen Wandel geprägt, ich studierte verschiedene Fächer, zog häufig um und arbeitete in diversen Branchen. Ich verbrachte in meinem Leben zusammengerechnet etwa ein halbes Jahr in London und rund drei Jahre in Berlin (knapp zwei Jahre davon lebte ich dort auch mit offiziellem Wohnsitz, der Rest waren Besuche). Ich reiste in meinen Zwanzigern und Dreißigern sehr viel auf dem Erdball herum, besaß drei Jahre lang eine eigene Kunstgalerie, war vorrübergehend Aufsichtsrastmitglied eines internationalen Buchverlages und für ein halbes Jahr lang sogar verbeamtet… Mal war mein Wohnzimmer eher so etwas wie eine gut besuchte Bar, mal ließ ich monatelang niemanden in meine Hütte. Finanziell, gesellschaftlich, partnerschaftlich, gesundheitlich und stimmungsmäßig gab’s mal ganz Oben und auch mal ganz Unten

…aber dennoch zogen sich mindestens zwei Konstanten über Jahrzehnte hinweg mit einer felsenfesten Kontinuität durch mein Leben: Die erste Konstante ist die Treue zu meinem Friseursalon in „Graustadt“ (auch wenn ich aktuell seit fast elf Monaten nicht mehr dort war und nun abwechselnd auch schon mal Männer-Dutt oder Haarreifen trage). Seit etwa 38 oder 39 Jahren bin ich dort bereits Kunde und habe mir jedes Mal vom gleichen Friseurmeister die Haare schneiden lassen – nicht ein einziges Mal bin ich diesem Herrn in fast vier Jahrzehnten „fremdgegangen“; auch nicht, als ich eigentlich in Berlin lebte – da legte ich meine Frisörbesuche stets in meine Graustadt-Aufenthalte. Diese Konstante kennt Ihr bereits, weil ich 2018 schon mal einen Eintrag darüber schrieb (hier klicken, wenn Ihr’s abermals lesen wollt)

…kommen wir deshalb zur anderen Euch noch unbekannten Konstante, die sich sogar noch länger völlig unverändert durch mein Leben zieht, als der Gang zum exakt selben Haareschneider: Seit inzwischen deutlich über 40 Jahren trage ich stets die gleiche Sorte Hausschuhe – Birkenstock, Modell „Zürich“. Müssen in all den Jahrzehnten etwa 10 bis 15 Paar Schuhe gewesen sein (Anfangs bei den Kindergrößen erfolgte der Wechsel schneller, weil die Füße noch wuchsen – in den letzten Jahren hielten die Latschen oftmals an die vier oder fünf Jahre, bis sie zu bröseln begannen). Alle Birkenstöcke „Zürich“ wiesen auch annähernd eine ähnliche Farbe auf – immer im Farbbereich braun-beige-grau. Mindestens die letzten vier von mir verschlissenen Hausschuhpaare hatten die Farbe „Taupe“ (beigegrau)…

…seit gestern ist das anders – zwar wieder Birkenstock, Modell „Zürich“ – aber diesmal in „Camouflage“:

0543 Birkenstock

Flecktarn-Treter, Jungle-Jesussandalen, Camo-Clogs… Zwar kein Abbruch der birkenverstockt-züricher Hippielatschen-Hausschuh-Tradition, aber nach über 40 Jahren plötzlich eine ironische Note? Midlifecrisis, oder beginnende Style-Demenz? Was meint Ihr, werte Leser? Top, oder Flop? Hui oder Pfui? 😁

24 Gedanken zu “Seit über 40 Jahren trage ich immer das Modell „Zürich“…

  1. Birkenstock in Tarnfarben ist schon was was sich für mich nicht sofort erschließt 🙂 aber warum nicht, Tarnfarben mag ich allerdings generell nicht. Viel interessanter finde ich, dass Du überhaupt Hausschuhe trägst. Ich glaube ich habe das zu DDR-Zeiten bei meinen Eltern getan. Jetzt haben wir Fußbodenheizung aber auch in allen anderen Wohnungen davor bin ich maximal in dicken Noppensocken herumgelaufen. Würde mich mal interessieren wie da so der Durchschnitt „läuft“, vielleicht berichten weitere Deiner Leser auch über ihre Gewohnheiten diesbezüglich.

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  2. An meine Füße kommt auch Birkenstock, die Modelle wechseln und die Muster auch. Mut zur Hässlichkeit… weil ich meist Auslaufmodelle kaufe. Die sind billiger als die Aktuellen und privat laufe ich gerne etwas ungewöhnlich herum. Tarnfarbe geht immer, im Augenblick sogar mit weißen Tennissocken von Lidl. *Schäm*.

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  3. Tarnfarben passt zu Dir, bist ja auch mehr ein Rebellischer.
    Meine Hausschlappen sind seit ein paar Jahren von Rieker, früher, in der Jugend, hatte ich immer so Billigschlappen, sie müssen halt nur eine gewisse Form haben, dann passt das schon. Hausschuhe selber trage ich schon immer, kenn das gar nicht anders. Mama hat früher immer geschimpft: „Nicht in Socken hier rumlaufen!“ und seitdem bin ich das gewöhnt.

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    • Ich glaube auch, dass man es selber dann so beibehält, wenn man in einem Hausschuh-Haushalt aufgewachsen ist (mein Vater trug auch bis vor wenigen Wochen fast 50 Jahre lang das Birkenstock-Modell „Zürich“ – da er inzwischen oft seine Latschen verliert ohne es zu merken und dabei sturzgefährdet ist, habe ich ihm vor kurzem ein hinten geschlossenes Birkenstock-Modell besorgt, dass er dank eines Klettverschlusses dennoch leicht anziehen kann)…

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  4. Ich erinnere mich an das Vorgängermodell 😉. Und du dich wahrscheinlich an meine Reaktion 😄. Inzwischen trage ich im Sommer auch ein Birkenstockmodell, aber nicht als Hausschuhe. Sowas habe ich nur in jungen Jahren gehabt. Ich laufe generell in Socken, habe da extra dicke Exemplare, die als Hausschuhersatz dienen.

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  5. Wenn man sich erstmal an ein bestimmtes Modell gewöhnt hat – und es auch gut passt – dann mag man nicht mehr gerne wechseln, das kann ich gut verstehen. Bisher wusste ich nur nicht, dass es auch Birkenstock-Hausschuhlatschen in Tarnoptik gibt. Bestimmt ergänzen die aber dein Äußeres als zurückgezogener Eremit ganz gut. 😉

    Ich selbst trage gerade warme Hüttenschuhe mit dicker Sohle gegen die Kälte. Dann habe ich noch ein Paar rosa Badelatschen, die, mit denen ich von der Leiter abgerutscht bin. Die habe ich vor ungefähr 13 Jahren bei einem Besuch in einem großen Spaß- und Wellnessbad gekauft, weil ich vergessen hatte, welche mitzubringen. Ich weiß schon gar nicht mehr, was für Hausschuhe ich vorher hatte. Die rosa Dinger will ich aber demnächst gegen neue austauschen.

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  6. Ich habe daheim nie Finken getragen – seit ich alleine wohne schon.
    Auch seit vielen Jahren Birkenstock – Florida, Arizona und auch noch andere – in allen bunten Farben. Im Büro habe ich pink-metallic, daheim aktuell hellblaue 8-bit-Blumen. Ich kaufe die auch immer im Ausverkauf oder beim Outlet-Versand. Als ich noch in der Stadt arbeitete, habe ich immer mal ein heruntergeschriebenes Paar ergattert, da 36 eine Randgrösse ist.

    Tarnmuster ist auch nicht so meins, doch das ist nun wirklich wurst.

    Beim Coiffeur bin ich nicht sonderlich wählerisch, gehe jetzt aber auch schon seit längerem am gleichen Ort, aber nicht immer zur gleichen Person. Aktuell bin ich grad etwas genervt, weil ich vorhin alles 5 Minuten von daheim weg hatte, das ist jetzt nicht mehr so. Ich werde mich dran gewöhnen.

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  7. Zu den Schuhgrössen wollte ich noch anmerken, dass die Birkenstock ziemlich genau der korrekten Grösse entsprechen, Adidas ist eine Nummer kleiner angeschrieben – ist halt wie bei den Klamotten – es gäbe einen Standard, es hält sich nur keiner dran.

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      • Natürlich stimmt das *kluggucke – kicher*

        Ich habe eine 36 (UK 3 resp. US 6). Bei Birkenstock also 36 und bei vielem anderem auch. Bei Sandalen eine 35 und bei Adidas & Reebok eine 3.5. Bei New Balance eine US 6.5. Bei Nike wiederum trage ich eine 37.5, da dort auch die US-Nummern so blöd springen wie oben bereits erklärt und es keine offizielle 37 gibt. Eine Nummer kleiner hat mir direkt die Zehen eingerollt. Die 37.5 ist jedoch eher zu gross. Also habe ich halt noch ne Sohle rein gemacht. Bei Turnschuhen meist kein Problem, da die hinten an der Ferse hoch genug sind, dass man nicht rausschlappt, weil man nachher höher im Schuh steht. Grundsätzlich muss ein Schuh aber passen und auf solche Sperenzchen stehe ich gar nicht. Doch ich wollte unbedingt einen Nike Air, wenn wir in den Ferien viel rumlaufen. Wir sind ja, wenn wir dann mal unterwegs sind, Städtewanderer 🙂

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  8. Ich werde das nie verstehen – weder bei Schuhen noch bei Kleidern.
    Das ist so nervig und ärgerlich – vor allem seit man alles in aller Welt online besorgen kann.

    Falls es dich weiter interessiert, einfach mal googlen.
    In der Lehre lernte ich den englischen und den französischen Stich (wenn ich mich recht erinnere heisst das Mass so) kennen und die beiden sind dann noch nicht mal das gleiche Mass, darum ist es zB so, dass es die Grösse 40 (7), die Grösse 41 (7,5), die Grösse 42 (8) und dann die 42.5 (8.5) das gibts auch vorher so 35 ist die 2 und 36 die 3 – da wird quasi ein Schaltjahr eingebaut, dass die Masse nicht allzu weit auseinander driften. Das alles weiss ich aber auch nur, weil ich es gelernt habe.

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  9. Da ich ja älter als Du bin, deutlich sogar, maße ich mir an, daß Birkenstock damals für mich gegründet wurde. Doch nun im Ernst: Anderes Schuhwerk kommt für mich selten infrage, egal welche Farbe, Form freilich ist nicht egal – klar brauche ich die breitere.
    Leider, leider, jetzt mit den Einlagen, die nix nützen, mußte ich notgedrungen ausweichen.
    Kürzlich erst hab ich hier wieder über genau dieses Thema gebloggt.
    In meiner Kindheit wuchsen Eisblumen an den Wänden unserer Neubauwohnung … Und ich wollte bei meinen Kindern auch nix riskieren, hab sie ergo ebenfalls mit häuslichem Schuhwerk großgezogen. Wenn sie Freunde besuchten, fungierten deren Strümpfe dort offensichtlich als Bodenwischer. Da sie dunkle Strümpfe trugen, machte sich das hinter als schwarzer Schmand im Waschmaschinenbullauge bemerkbar. :opps: Seit Jahren ist das vorbei … 🙂
    Die zuverlässige Passform der Birkenstocks ermöglicht es der begeisterten Kundschaft übrigens, sich ihre angestammte Sandalette quasi blind vertrauend nachhause bestellen zu können.

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