Andere müssen 10 Stunden am Tag Maske tragen

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🎁 Schon wieder Nikolaustag [zumindest als ich vor vier Stunden diesen Eintrag zu schreiben begonnen hatte – ich wurde dabei mehrfach unterbrochen, jetzt ist es schon zwei Uhr nachts am Folgetag…]. Traditionell bekommen die Kinder meines Bruders zum Nikolaus ein Lebkuchenhaus geschenkt, das meine Mutter immer selber bäckt und bastelt – so auch in diesem Jahr:

0540 Pfefferkuchenhäuschen

Wenn Ihr mehr über die Familientradition unserer „Pfefferkuchenhäuschen“ erfahren wollt, verweise ich auf einen Blogeintrag vom letzten Jahr zu diesem Thema mit etlichen Fotos, den Ihr unter diesem Link findet: Hier klicken.

🎁 Trotz Corona sollten die lieben Kleinen auch heute pünktlich zum Nikolaus ihr alljährliches Knusperhäuschen erhalten – deshalb fuhr ich gestern am späten Abend (als die Kinder schliefen) gemeinsam zu Auslieferungszwecken mit Philomena nach „Shangri-La“, wo mein Bruder mit seiner Familie lebt. In jener Großstadt wohnte ich von 1993 bis 2008 und ein weiteres Mal von 2009 bis 2012 ebenfalls – wenn ich mich irgendwo jemals richtig heimisch fühlte, dann dort.

0541 PfefferkuchenhäuschenZuvor war ich bei meinen Eltern in „Graustadt“, wo wir die Bescherung abholten (Foto nebenstehend). Außer dem Pfefferkuchenhäuschen transportierten wir gleich auch noch eine Tasche voller Adventsüberraschungen, einen Umzugskarton voller Weihnachtsgeschenke (von meinen Eltern und mir) und einen Karton mit Geburtstagsgeschenken für meinen jüngsten Neffen, der im Januar 3 wird – zu all jenen Familienfesten werden wir uns aus Sicherheitsgründen leider nicht sehen können. Die Gefahr, dass meine sehr alten und gesundheitlich bereits angeschlagenen Eltern ansonsten womöglich Covid-19 bekämen und das dann nicht überleben könnten, ist einfach zu groß! Gerade, weil die Enkelkinder maskenlos in diverse Schulen und Kitagruppen gehen und mein Bruder und meine Schwägerin als Mediziner überdurchschnittlich oft mit Coronakranken zu tun haben…

🎁 Als wir am Samstagabend mit dem Wagen durch jene in meinem Blog als „Shangri-La“ bezeichnete Metropole rollten, die unter normalen Umständen über ein reges Nachtleben verfügt – waren die dortigen Straßen wie ausgestorben. So leergefegt, wie ansonsten allenfalls wochentags um 4 Uhr morgens. Unheimlich. Grade Samstagnacht brodelt dort eigentlich zu jeder Jahreszeit das bunte Leben…

Mein Bruder lebt dort in einem innerstädtischen Altbau-Szeneviertel, dass ein bisschen an eine Mischung aus Berlin-Kreuzberg und Berlin-Prenzlauer Berg erinnert (die Gentrifizierung ist gerade im vollen Gang), zur Wohnung im Erdgeschoss gehört auch ein winziger Garten – schön für die Kinder, die dort im Sommer draußen spielen können. Dort trafen wir uns im Freien auf der Terrasse zur Geschenkeübergabe. Hinter dem Wohnzimmerfenster standen bereits brav aufgereiht die Nikolausstiefelchen der Kinderschar… Eine knappe Dreiviertelstunde hielten wir es mit zweieinhalb Metern Sicherheitsabstand in der Kälte aus, bevor wir wieder abrauschten. Es tat gut mal wieder jemanden von der Familie zu sehen (zuletzt hatte ich meinen Bruder im Mai auf eben jener Holzterrasse gesehen, als wir die Geburtstagsgeschenke für ein anderes Kind dort hin transportierten und ebenfalls abends dort ablieferten – meine Schwägerin hatte ich sogar seit Januar nicht mehr gesehen).

🎁 Ich habe einmal mehr erfahren, wie privilegiert meine eigenen berufliche und Lebenssituation eigentlich vergleichsweise ist, weil ich im Alltag kaum durch die Corona-Maßnahmen eingeschränkt werde, denn meine Schwägerin berichte davon, wie sie im Krankenhaus tagtäglich neun bis zehn Stunden ununterbrochen eine FFP2-Maske tragen muss, stets frisch aus der sterilen Verpackung entnommen und je nach Produktionscharge entsprechend übel nach Kunststoff stinkend… Ich trage nur alle drei oder vier Tage für maximal eine halbe Stunde am Stück eine Maske und kann diese vor dem Tragen hinreichend auslüften lassen, bevor ich sie dann anziehe. Um das Infektionsrisiko zu senken herrscht in der dortigen Ärzteschaft ein „Kittelverbot“ (damit sich keine Viren im Stoff der Ärmel verfangen), alle paar Minuten wird durchgelüftet – mein Schwägerin muss also bei oft nur um die 15 Grad Zimmertemperatur kurzärmelig arbeiten… Hut ab, wer unter solchen Bedingungen arbeiten muss! Ich habe monatlich zwar monatlich nur ein Fünftel von dem zur Verfügung, was sie als Oberärztin verdient – aber mit ihr tauschen wollen würde ich momentan wirklich nicht…

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0542 Spahn till Dawn

7 Gedanken zu “Andere müssen 10 Stunden am Tag Maske tragen

  1. Ich stimme dir zu – da verdiene ich doch lieber nur mein ordentliches Trinkgeld und muss dafür nur selten die Maske tragen (wenn ich reingehe bis ich alle begrüsst habe und sitze und wenn ich vom Arbeitsplatz wieder aufstehe und wohin gehe und sonst nur zum Einkaufen, das dauert auch meistens nicht viel länger als 30 Minuten).

    Nikolaus habe ich mal wieder voll verpasst.

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