STERNENKREUZER PIRMASENS – Kapitel XXVIII

#0395[1305]

0005 Logo Pirmasens

Mittlerweile ist es auch schon wieder fast ein Vierteljahr lang her, dass ich Euch mit einer neuen Folge „Sternenkreuzer Pirmasens“ beglückt habe, werte Leser. Aber mir ist seit geraumer Weile einfach immer weniger nach Schreiben zumute. Sowohl tagesaktuelle Blogeinträge, als auch das Weiterführen meiner Fortsetzungsgeschichte bereiten mir Schwierigkeiten. 2020 war bisher ein absolutes Scheißjahr für mich – geprägt von Existenzängsten und einer gesundheitlichen Abwärtsspirale. Frei von Erfolgserlebnissen jeglicher Art und dafür angefüllt mit Sorgen und Stillstand. Düsternis.

Oft habe ich an einem Tag vor etwas für Euch zu verfassen und kann mich dann nicht sofort dazu aufraffen – teils weil irgendwas „Wichtigeres“ anliegt. Wenn ich das dann erledigt habe, bin ich hinterher fast immer viel zu platt, um mich noch aufs Verfassen elaborierter Einträge zu fokussieren. Gerade, wenn ich länger meine FFP3-Maske getragen habe, bin ich danach nicht mehr uneingeschränkt konzentrationsfähig. Außerdem kann ich in diesem irrsinnigen Jahr nur schlecht schlafen – liege lange wach und schlafe daher zu kurz. Meistens nur drei bis fünf Stunden pro Nacht. Danach kriege ich dann nur noch die notwendigen Pflichterledigungen hin – für die Kür fehlt mir die Kraft.

Damit Ihr nun nicht ewig – zumindest nicht noch erheblich länger, als bis jetzt eh schon – ohne eine neue Sternenkreuzer-Episode ausharren müsst, habe ich mich heute dazu entschlossen, schnell noch eine Dreiviertelseite an das dranzuhängen, was vom neusten Kapitel schon seit etwa sieben bis acht Wochen unvollendet auf meiner Festplatte schlummerte. Eigentlich sollten es noch zwei oder drei A4-Seiten mehr werden… Aber ich denke ein mittellanges „Zwischenkapitel“ ist besser, als weiteres Darben, nicht?

🚀 Deshalb geht’s nun los mit den weiteren unweihnachtlichen Ereignissen des ersten Weihnachtsfeiertages im Jahre 2121 – viel Vergnügen beim Lesen!

0002 Strich

Kapitel XXVIII – Transformation

◾Die Zeit des Predigens war vorbei – jetzt mussten Taten folgen! Cody O’Brallaghan hatte den harten Kern seiner Mitverschwörer um sich versammelt, darunter waren sogar zwei Militärs, die von der aktuellen Situation auf der „U.E.S.S. Pirmasens“ die Schnauze gestrichen voll hatten. Zu zehnt standen sie nun innerhalb einer Notfall-Evakuierungsschleuse, deren Schott sich auch ohne funktionsfähige Bordelektronik auf rein mechanische Art und Weise öffnen ließ. Brugo Ovott, der kleine Außerirdische, dessen pelzige Gesichtszüge leicht rattenhaft wirkten, lachte hämisch, als er die schwere Rundschottluke entriegelte und nach außen aufstieß. Sofort wehte ein leichter Lufthauch hinein, der nach altem Heizungskeller roch. Der Weg aus dem Sternenkreuzer hinunter in die „Leviathan“, das zwölf Kilometer große Alien-Raumschiff stand offen. Cody hakte eine Metallleiter am unteren Rand der Schottöffnung ein und verließ als erstes das irdische Schiff. Zu seinen Gefährten rief er kämpferisch: „Die Zeit in unserem Gefängnis ist vorbei – auf in die Freiheit! Nichts wie raus aus der verfluchten Pirmasens!“

◾„Wir müssen so schnell es geht zurück auf die Pirmasens – los, Abmarsch!“, befahl Colonel Deverell Cusmano seinen Leuten, die er mühevoll wieder um sich versammelt hatte, nachdem sie zuvor kopflos in die unterschiedlichsten Richtungen geflohen waren, als einer der beiden Gor’Sostorot ihren Kameraden Franjo Sirić vor ihren Augen wie einen Knallbonbon in der Luft zerrissen hatte. Blutbesudelt und schreckensbleich folgten ihm die verbliebenen Expeditionsteammitglieder. Professor Anders Lundquist, der angesichts der grauenhaften Bluttat einen kurzen Ohnmachtsanfall erlitten hatte, musste von zwei Soldaten gestützt werden, als sie sich auf den Rückweg zum Sternenkreuzer machten. Ihre Erkundungsmission war in einem furchtbaren Debakel gescheitert! Sie waren jetzt nur noch zu neunt…

0148 Expeditions-Team 4

„Auf dem Hinweg haben wir insgesamt fünf Übernachtungen eingelegt und rund 28 Kilometer Strecke bewältigt“, merkte die Ingenieurin Sytte Vimpi an, „wie lange werden wir nun für den Rückweg brauchen?“

„Wenn wir uns beeilen, brauchen wir nur eine Übernachtung – oder wir marschieren gleich durch!“, antwortete der Colonel.

Heiko Holthusen stöhnte bei diesen Aussichten auf. Der korpulente Physiker war schon jetzt am Ende seiner Kräfte angelangt, ihm war immer noch speiübel. Nur das ausgeschüttete Adrenalin hielt ihn noch auf den Beinen… Wie sollte er in dieser Verfassung einen Gewaltmarsch von fast 30 Kilometern bewältigen? „Ich brauche definitiv bald eine längere Erholungspause“, murrte er.

„In der unmittelbaren Nähe dieser beiden Monstren, die gerade Franjo zerfetzt haben?“, warf Sergeant Wakayoshi Tomokazu empört ein.

„Nein, keine Rast!“, ordnete Cusmano an, „hier sind wir nicht sicher! Wir müssen schleunigst zurück auf unser Schiff. Auch, um dort umfangreich Bericht zu erstatten. Unsere Kommunikationsinstrumente sind nach wie vor außer Funktion. Der Hinweg hat nur deshalb so lange gedauert, weil wir äußerst vorsichtig vorgerückt sind und unterwegs alles umständlich kartiert haben – der Rückweg ist lediglich ein simpler Tagesmarsch! Stellt Euch nicht so an!“

Heiko Holthusen stöhnte, als er sich in Bewegung setzte. Nach ein paar hundert Metern schnaufte er wie eine alte Dampflok. Schmerzhaftes Seitenstechen quälte ihn und sein Puls stieg auf 160 Schläge pro Minute!

Pavlína Dvořáková stellte erschrocken fest, dass sie sich plötzlich entgegen ihres Willens in Bewegung setzte. Schlurfend schob sie auf dem dunklen, kalten Boden einen nackten Fuß vor den anderen und bewegte sich dadurch auf einen der bizarr-biomorph geformten Apparate zu, von denen es etliche in jener Halle gab, in der sie sich zusammen mit dem finsteren Außerirdischen befand. Die Konstruktion erinnerte sie leicht an einen industriellen Fertigungsroboter und ragte vor ihr fast vier Meter hoch auf. In ihrem Rücken erhob der Gor’Sostorot seine dröhnende Bassstimme: „Ich werde dir heute eine besondere Ehre zuteilwerden lassen, Menschenfrau! Aber zunächst interessiert mich deine Art zu denken. Unsere Sonde hat uns bereits euer gesamtes Menschheitswissen zu Füßen gelegt – aber der Wirtsorganismus ist bei der Übernahme ein wenig beschädigt worden und verfügte darüber hinaus unerfreulicher Weise über kein besonders leistungsstarkes Gehirn. Ich möchte mir für unsere Wissenschaft nun ein Bild davon machen, was ein elitäres Menschenhirn für Leistungen zu erbringen vermag! Deshalb warst du auch unsere erste Wahl, Menschenfrau!“

0147 le Gerät

Das Kompliment zündete bei Pavlína nicht – zumal sie blitzschnell begriff, dass jene kranartige Roboterapparatur vor ihr, von der ein nach schmerzhafter Methodik aussehender Appendix herunterbaumelte, bei der Gewinnung eines solchen Bildes behilflich sein dürfte. Meter für Meter trugen sie ihre Füße voran, bis sie direkt unter dem bedrohlichen Damoklesschwert stand. Allerlei Sensorik, dünne Schläuche, pinzetten- und kanülenartige Anhängsel hingen am „Haken“ jenes „Kranes“, der sich nun surrend ihrem Kopf entgegensenkte. Die splitternackte Wissenschaftlerin versuchte ihren Kopf einzuziehen und sich wegzuducken, aber nun hatte der Außerirdische außer ihren Füßen und Beinen auch noch den Rest ihres Körpers unter Kontrolle gebracht! Als sie sich wie ferngesteuert kerzengerade streckte und den Kopf in eine Position brachte, die ihr von ihrem Augenoptiker bekannt war, kam ihr das wie schwarze Magie vor. Ein Bann! Ein Fluch

Während sie spürte, wie die Untersuchungsinstrumente erst ihr Haar und dann ihre Kopfhaut berührten, breitete sich sofort eine Gänsehaut auf ihrem gesamten Körper aus! „Bitte lass es nicht allzu schmerzhaft sein“, dachte sie flehentlich, als über ihrem Schädel ein hochfrequentes Sirren einsetzte.

Doch der Schmerz blieb aus. Stattdessen empfand sie plötzlich sogar so etwas wie einen wohlig-warmen Wonneschauer, der sie durchlief und die Gänsehaut wieder glättete. Ein sanftes grünliches Leuchten umhüllte sie und ließ ihre Umgebung zunehmend verschwimmen. Statt ins Äußere zu blicken, fühlte sie nach innen und versank in einem regelrecht meditativen Zustand. Glücksgefühle durchfluteten sie – Pavlína überlegte noch kurz, ob ihr irgendein rauschauslösendes Mittel injiziert worden sein könnte, als sie auch schon völlig ins Nirwana wegdriftete. Lediglich ein verwaschenes „Es ist sehr erhebend, deinem Hirn beim Denken zuzusehen“ drang noch zu ihr durch, dann erfüllte sie tiefe Schwärze.

◾Die ersten drei Kilometer hatten sie in Rekordzeit zurückgelegt, in einer knappen halben Stunde. Mit dem schweren Marschgepäck und der verwinkelten Wegführung war das eine stolze Leistung. Ab und an hatten sie sorgenvoll zurückgeschaut, aber die beiden bestialischen Leviathan-Bewohner waren ihnen nicht gefolgt. Nachdem sie eine spiralförmige Rampe hinaufmarschiert waren, verließen Heiko Holthusen seine letzten Kräfte; der massige Physik-Doktor kippte vornüber und blieb mit dem Gesicht nach unten liegen.

„Schnell, er hyperventiliert!“, rief Private Warona Maikutlo, die neben dem Gestrauchelten in die Hocke gegangen war. Der Colonel und Wakayoshi Tomokazu, drehten den schweren Leib herum und brachten ihn in eine sitzende Position, der asiatische Sergeant hielt Holthusen einen leergegessenen Nudelsuppenbeutel als improvisierte Hyperventilationsmaske vor Mund und Nase. Durch das mehrmalige Ein- und Ausatmen der eigenen kohlenstoffdioxidhaltigen Atemluft stieg nun die CO-Konzentration in Holthusens Blut wieder an und die zuvor konstringierten Hirngefäße weiteten sich wieder. Nach einigen Minuten Rast ging es ihm deutlich besser – allerdings weigerte er sich jetzt, sich wieder auf den Weg zu machen.

„Sind denn wenigstens die anderen noch halbwegs fit?“, fragte der militärische Expeditionsleiter Cusmano in die Runde. Alle, selbst der ebenfalls angeschlagene Professor Lundquist, bejahten diese Frage.

„Lasst mich einfach hier zurück“, schlug Holthusen am Boden zerstört vor, „ich verrecke dann halt hier an Ort und Stelle. Ich kann heute keinen Meter mehr gehen!“

„Hier wird niemand zurückgelassen!“, widersprach Colonel Cusmano energisch und ordnete den Bau einer Transportvorrichtung für Dr. Holthusen an. Zur Ausrüstung des Expeditionsteams gehörten ein paar stabile ausziehbare Teleskopstangen, die nun geschwind zu einem dreieckigen Rahmen verbunden und mit den Eckpunkten auf den Körpern von Sytte Vimpis drei kleinen Crab-Bots befestigten wurden. Innerhalb dieses Gestänges wurde nun Holthusens Schlafsack aufgespannt, der wie alle „Security Sleeping Bags“ ein paar praktische Außenschlaufen besaß. Mit dieser Konstruktion im Schlepptau kamen sie zwar deutlich langsamer voran, weil die mechanischen Beinchen der Crab-Bots unter der Dreieinhalb-Zentner-Zusatzlast fast kapitulierten, aber der entkräftete Physiker war auf diese Weise wenigstens weiterhin mit dabei.

◾Als Pavlína wieder zu sich kam, war ihr augenblicklich bewusst, dass sie über eine enorme Zusatzbildung verfügte. Ein wahnsinniges Gefühl von „Wissen“ durchflutete die erstaunte Gelehrte. Ihr war beispielsweise schlagartig bewusst, auf welche Weise es die Gor’Sostorot fertig brachten, menschliche Körper und technische Geräte zu blockieren, bzw. diese ihrem Willen zu unterwerfen. Sie konnten Personen sogar gegen deren Willen in der Luft schweben lassen! Zu solchen Zwecken konnten sie mittels winziger Tech-Implantate die Raumzeitkrümmung gezielt lokal manipulieren! Ihre hässlichen Leiber verfügten über etliche künstlich hinzugefügte Organe und Mikromaschinerien, die so komplex-kompliziert waren, dass das neue Wissen darüber fast Pavlínas gesunden Menschenverstand sprengte!

Offenbar hatte der Außerirdische ihr mittels der Apparatur, die über ihrem Kopf wieder surrend in ihre Ausgangsposition zurücklehrte, nicht nur passiv „beim Denken zugesehen“, sondern ihr auch aktiv ein erstaunliches Zusatzwissen eingeflößt! Als sie in Gedanken gerade ein „wie auch immer“ hinzufügen wollte, musste sie lauthals auflachen, als sie merkte, dass sie es bereits wusste! Ein unkontrolliertes Kichern schüttelte die stellvertretende Wissenschaftsoffizierin der Pirmasens, als ihr mehr und mehr bewusst wurde, wie unbegreiflich weit sich ihr Wissen soeben vergrößert haben musste… „Ah-haha, ich bin die Allwissendste unter den Menschen!“, stieß sie glucksend hervor und drehte sich mit ausgestreckten Armen im Kreis, „aber warum?“

Weil wir es so wollen, Menschenfrau“, antwortete das dunkle, alte Wesen neben ihr enigmatisch. Sanft bremste es ihre Drehung und zwang sie wieder unter seinen Bann. Mechanisch ließ der Gor’Sostorot sie nun zur nächsten frei im Raum stehenden Großapparatur hinübergehen, die noch bizarrer aussah, als die erste – sie erinnerte die Wissenschaftlerin, die sich allmählich über nichts mehr wunderte, an eine Mischung aus Jukebox, Schüttgutverladeanlage und Dampframme, von Luigi Colani und HR Giger gemeinsam im LSD-Rausch entworfen…

„Die Gor’Sostorot-Technologie ist der menschlichen um Lichtjahre voraus“, murmelte sie und stellte fest, dass sie sich erheblich furchtloser unter diese Maschine begab, als unter die erste. Fast schon freiwillig. „Pavlína, watt haste dir verändert…“ belächelte sie sich selbst und harrte bereitwillig der Dinge, die nun kommen würden.

◾Cody O’Brallaghan hatte seine kleine Truppe von Meuterern außerhalb des Sternenkreuzers um sich versammelt. Hinter ihnen erstreckte die Pirmasens sich wie eine Bergflanke. In der diesig-schlechten Umgebungsluft verschwammen Heck und Bug im Halbdunkeln. Vor ihnen eröffnete sich grünlich schimmernd eine unbekannte Welt. Eine Welt die sie für glückverheißender hielten, als den Verbleib in einem stählernen Gefängnis.

Da immer noch fast alle relevanten Funktionen des Sternenkreuzers elektronisch gestört waren, brauchten sie sich nun keine Gedanken darüber zu machen, dass die Offiziellen ihren Ausbruch mittels einer Außenkamera rasch entdecken und umgehend vereiteln könnten. O’Brallaghan wandte sich höhnisch grinsend ein letztes Mal in Richtung Pirmasens um und zeigte ihr den Mittelfinger: „Fickt euch, ihr Systemschweine! Wir lassen uns nun von niemandem mehr herumkommandieren!“, skandierte er lauthals und fuhr dann zu seinen Mitverschwörern gewandt etwas leiser fort: „Freunde, vor uns liegt unsere Zukunft und die Freiheit! Ich bin mir sicher, dass uns demnächst noch viele Mitstreiter nachfolgen werden…“

◾Heiko Holthusens Zustand hatte sich nach zwei Stunden in seiner improvisierten Sänfte wieder erheblich verschlechtert. Acht Kilometer hatte das Expeditionsteam ohne größere Pausen oder Zwischenfälle geschafft, vor ihnen lagen nun noch weitere neunzehn bis zum Sternenkreuzer. „Hoffentlich reichen die Akkus der Crab-Bots noch so lange“, murmelte Sytte Vimpi leicht verunsichert, nachdem sie den Ladezustand der drei kleinen Roboter auf ihrem Tablet aufgerufen hatte.

„Das ist aktuell unser kleineres Problem“, warf nun Master-Sergeant Maro Milo ein. Der Horko hielt ein militärmedizinisches Universaldiagnostik-Gerät auf die Brust des Physikers. „Unser fußlahme Doktor hier hat nämlich mit 99,7 prozentiger Sicherheit vor kurzer Zeit einen Herzinfarkt erlitten! Schnell, ich brauche einen Thrombolyse-Infusionsbeutel aus unserer Expeditionsapotheke!“

Warona Maikutlo fingerte rasch ein entsprechendes Päckchen aus der mit einem roten Kreuz gekennzeichneten Styroporkiste. Jetzt musste es schnell gehen. „Ich habe hier auch Heparin und Nitrospray gefunden!“ Zum Glück verfügten alle militärischen Expeditionsmitglieder über eine erweiterte Erste-Hilfe-Ausbildung. Eigentlich hätte bei einem medizinischen Notfall während der Erkundungsmission jetzt die studierte Biologin Pavlína Dvořáková die Erstversorgung übernehmen sollen – aber diese war dem Team leider abhandengekommen. Hoffentlich würden sie es nun schaffen, den Zustand des Patienten für einen Weitertransport zu stabilisieren. Umfangreichere Behandlungsmöglichkeiten gab es erst wieder an Bord der „U.E.S.S. Pirmasens“.

◾Als Pavlína unterhalb der nächsten Maschinerie angelangt war, ließ sie der dämonische Bann des Außerirdischen – nein, dachte sie, vielmehr dessen außergewöhnliche Fähigkeit, die Raumzeit auf der Mikroebene gezielt zu manipulieren und damit fast alle nur erdenklichen Ereignisse auslösen und steuern zu können – dort abermals zur reglosen Statue erstarren. Dieses Mal fürchtete sich die Wissenschaftlerin allerdings kaum noch vor dem Unbekannten, denn sie ahnte, dass das nun Kommende für sie wahrscheinlich ebenso positiv sein dürfte, wie ihre immense Wissensvervielfachung unter der letzten Apparatur. „Na, denn mal los!“, animierte sie den an der Bedienkonsole der bizarren Maschine stehenden Gor’Sostorot.

„Habe ein bisschen mehr Respekt, Menschenfrau! Denn das was dir nun wiederfahren wird, wird dich vollends weit über alle Grenzen und Beschränkungen deiner kläglichen Art erheben! Danach wirst du die Höchste unter allen Individuen dieser hoffnungslos primitiven Spezies sein!“

Mit einer Wischbewegung auf einem Display startete der Uralte das für Pavlína vorgesehene Programm. Wie eine durchsichtige Vase umgab sie nun ein leuchtender Plasma-Kokon in den sich von oben in einer spiralförmigen Choreographie zahlreiche Schläuche mit Sprühdüsen herabsenkten. „Werde ich jetzt etwa lackiert?“, überlegte sie noch kurz mit leichtem Amüsement, als sich auch schon die ersten Wolken eines silbrig schimmernden Sprühnebels auf ihre nackte Haut senkten. Auch unter dieser Maschine verließ Pavlína Dvořáková jetzt das aktive Bewusstsein, so dass sie den nun beginnenden Transformationsprozess nicht mehr im Wachzustand miterleben würde. Vielleicht auch ganz gut so, denn der „Nürnberger Trichter“, die massive Wissensvervielfachung, die sie unter der ersten Apparatur erfahren hatte, war ein Klacks gegen das, was sich nun bei ihr alles verändern würde!

„Du wirst bald nicht nur die Höchste deiner Spezies sein, sondern auch unser bestes Werkzeug…“ raunte der düstere Alte, als er sah, wie sich der durchscheinende Kokon zunächst mit einem undurchdringlichen Silbernebel füllte und darauf hin zu pulsieren begann. Grelle Blitze durchzuckten die wie ein Tornado rotierenden Glitzerwolken. Etliche rötliche Funken spritzen sogar weit aus der rhythmisch pulsenden Plasma Hülle heraus und brannten hässlich gezackte Schmauchspuren in den Obsidianboden des Maschinensaals, der während Pavlínas Umwandlung von einem infernalischen Rauschen und Dröhnen erfüllt war.

0002 Strich

Das wäre es fürs Erste. Hoffentlich kann ich mich diesmal eher zum Weiterschreiben aufraffen, als erst wieder in etwa drei Monaten… Über Feedback und Kommentare würde ich mich natürlich wieder freuen. Hypermentale Grüße!

(eine Episodenliste mit Links zu allen bisher auf meinem Blog veröffentlichten „Sternenkreuzer Pirmasens“-Kapiteln sowie ein illustriertes Glossar zur Erklärung von Fachbegriffen und als Personen-Übersicht findet Ihr unter diesem Link)

9 Gedanken zu “STERNENKREUZER PIRMASENS – Kapitel XXVIII

  1. Die Transformation von Pavlina hat ein bisschen was von einem Tentakel-Hentai für Kopfgesteuerte. 😀 Aber ich mag sowas ja.

    Wenn du Schreibmotivation und einen täglichen Tritt in den Allerwertesten brauchst, wäre vielleicht der NaNoWriMo (National Novel Writing Month) was für dich. Der startet jetzt am 01.11. wieder. Ziel: 50.000 Worte in einem Monat. So sind 2016 die ersten 270 Seiten meiner Zartherben Liebe entstanden. Ich glaub, ich werde mich dieses Jahr tatsächlich nochmal anmelden. Biete mich auch gerne als Schreibbuddy an. Zeit und Nerven hab ich gerade auch überhaupt keine, aber sonst wäre es ja auch keine echte Herausforderung.

    Gefällt 1 Person

    • Ja, Pavlina bedient ein paar pawlowsche Schalterchen im Unterbewusstsein… 😉
      Dein Support ist super lieb gemeint, aber ich habe momentan andere Baustellen als das Schreiben hier… Mich dranzukriegen bleibt leider schwierig. Aber ich hoffe selber auf andere Zeiten im nächsten oder übernächsten Jahr. Danke & schönen Gruß! 🙂

      Gefällt 1 Person

      • Ich denke, dass meine Baustellen derzeit deinen durchaus das Wasser reichen können. 😉 Neben Trauer, haushochem Bürokratiekram, Beerdigung, Hausauflösung 200km entfernt, Insomnia (- ich hab letzte Nacht genau 30min geschlafen -), und riesen Wasserschaden mit Schimmel in Decken und Wändem, habe ich hier auch noch zwei Kinder, die gerade ihren Opa verloren haben und nächste Woche komplett daheim sind und ansonsten auch nur in KiGa-Notbetreuung bzw. alle 2 Tage in die Schule gehen. Willst du für mich ein paar Runden Homeschooling übernehmen? 😉

        Ich werde den NaNo wohl auch nicht packen, aber versuchen kann ich es ja mal.

        Schönen Gruß zurück!

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.