Kurzes Lebenszeichen – dies & das

#0374[1284]

0002 Logo

◾Seit Anfang der Woche ist Philomena wieder hier – sie wollte nicht noch zwei weitere Wochen lang in der süddeutschen Stresshölle blieben, wo nach fast 5 Monaten Corona-Zwangsvergesellschaftung unter einem Dach inzwischen gewisse Grabenbrüche durch ihre dortige Familie laufen. Obwohl sie sich das aktuell noch nicht trauen, werden Berenike (Philomenas Schwester) und ihre Familie aber vermutlich wenigstens einmal noch in ihre Covid19-verseuchte Wahlheimat zurückkehren müssen, um die dortige Wohnung aufzulösen. Diese kostet – da in einer der zehn teuersten Metropolen der Welt gelegen – jeden Monat eine vierstellige Mietsumme und sowohl Berenike, als auch ihr Mann haben momentan überhaupt kein Einkommen mehr – nach über einem Jahr zahlen bei Berenike nun auch Unfall- und Krankenversicherung kein Tagesgeld mehr. Es wird also schwierig.

Philomena hat dort wertvolle Dienste bei der Kinderbespaßung geleistet, die auch nötig waren – stellt Euch mal vor, wie es einem im Alter von 5 Jahren ergeht, wenn man völlig ohne Kontakte zu anderen Kindern lebt, der Kontakt zu den Spiel- und Schulkameraden (das Kind wurde mit 4 eingeschult – dort üblich) seit fast einem halben Jahr abgerissen ist und die Erwachsenen keine Zeit für dich haben (Berenike ist nach wie vor gesundheitlich schwer angeschlagen und sitzt dennoch täglich zehn Stunden recherchierend und videokonferierend am Rechner, weil sie einen komplizierten internationalen Rechtsstreit führt, bei dem es um ihren Job, um die Unfallfolgen und auch um Urheberrechte, die sie an diversen Shows besitzt, bei denen sie nun nicht mehr Regie führen kann, geht – Berenikes Mann besitzt leider überhaupt keinerlei Talent dafür, mit Kindern altersgerecht zu spielen und ist darüber hinaus endgefrustet im Hause seiner ihm gegenüber antipathischen Schwiegermutter gefangen zu sein – Philomenas Mutter ist generell mit den Nerven am Ende und zieht sich zunehmend von allen und allem zurück). Das arme Kind! ☹️

Jedenfalls ist Philomena nun erstmal wieder hier und muss in ein paar Wochen wieder hin, wenn sie dort endlich ihren verlängerten Ausweis auf dem Amt abholen „darf“ – ist das nicht eine absolute Bananenrepublik, wo man solche Sachen nicht online regeln, oder sich Dokumente durch einen behördlichen Botendienst zuschicken lassen kann? Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert. Da Philomena beim nächsten Mal erneut zwecks Kinderbespaßung ein paar Tage lang tantend dort bleiben wird, bedeutet das für mich dann insgesamt acht Einzelfahrten, vier hin und vier rück – das wird dann fast ein „Viertausendkilometer-Personalausweis“…

Ansonsten habe ich hier länger nicht mehr geschrieben, weil ich medikamentennebenwirkungsbedingt zu müde dazu bin. Ich hatte den Fehler begangen, zwischen zwei Gartenarbeitstagen meine Arbeitshose nicht mit zehn bis zwölf Kannen kochendem Wasser zu übergießen und anschließend zu waschen – deshalb habe ich nun wieder zwanzig neue Raupendermatitis-Pusteln – pro Kniekehle! Insgesamt sind es etwa siebzig bis achtzig neue Nesselhaarverbrennungs-Giftgeschwüre, die mich deshalb aktuell für etwa zwei Wochen plagen werden… Die nur nanometergroßen Brennhaarfragmente reichern sich bei der Gartenarbeit (nahezu alle Oberflächen sind durch den EPS-Befall bis zu sieben Jahre lang weiterhin verseucht, auch nachdem wir für 1898,65 € die 41 Raupennester bei uns und beim Nachbarn aus den Bäumen entfernen gelassen hatten) auf der Kleidung an und wandern mit der Zeit auch durch die Stoffe hindurch, wenn man die Gift-Eiweißmoleküle zwischendurch nicht mit kochendem Wasser zerstört. Da meine Arbeitshosen in den Kniekehlen besonders eng an der Haut anliegen, war es da am schlimmsten: Beide Kniekehlen wären ohne die Einnahme von Antihistaminika eine einzige feuerrot geschwollene Fläche – ich könnte meine Knie nicht mehr beugen. Mit dem Antiallergikum geht’s einigermaßen – aber ich werde von dem Zeug noch träger und müder, als ich eh schon bin. Hinzu kommt noch die Hitze – schließlich kann ich mich nicht 24 Stunden täglich in einem der beiden klimatisierten Zimmer aufhalten.

Die Hitzewelle ist inzwischen auch in unseren nördlichen Gefilden angekommen…

Dort, in den klimatisierbaren Zimmern, ist es dann aber sehr angenehm: Wenn ich abends schlafen gehen will, lasse ich vorher in meinem Schlafzimmer einfach die Klimaanlage für zehn bis fünfzehn Minuten laufen und anschließend ist die Luft dort statt fast 30 nur noch 20 Grad Celsius warm. 🙂 Deshalb schlafe ich dort unter der Dachschräge inzwischen recht gut und werde erst am frühen Vormittag durch die neuerliche Hitze wach. Falls es hier noch heißer wird, lasse ich die Klimaanlage nachts im Automatikmodus eingeschaltet – dann kühlt sie entsprechend immer wieder für ein paar Minuten lang nach, um die vorgewählte Raumtemperatur zu halten.

Da im Garten nur noch die Oberflächen verseucht sind und von oben nichts nachkommt, wandele ich dort seit einigen Wochen auch wieder mit meiner Gute-Nacht-Zigarre unter den Eichen herum. Momentan sehe ich immer Mond, Mars, Jupiter und Saturn zugleich am Südhorizont – einfach nur schön. Demnächst werde ich bei der aktuell guten Sicht wieder Meteore gucken gehen – die „Laurentiustränen“ sind wieder im Anmarsch. Vor zwei Jahren konnte ich in nur einer Nacht 65 Stück beobachten und schrieb auch hier auf meinem Blog darüber. Letztes Jahr fiel die Beobachtung aus – ob aufgrund der Eichenprozessionsspinner (2019 zog der Nachbar nicht mit und ließ seine Nester nicht entfernen), oder aufgrund schlechter Sichtverhältnisse, weiß ich nicht mehr.

18 Gedanken zu “Kurzes Lebenszeichen – dies & das

  1. Wie schön – Philomena ist temporär zurück.
    Ich kann das echt verstehen, dass man sich irgendwann auf die Nerven geht, obwohl man sich sonst gut versteht, wenn man so zusammen gepfercht ist.
    Auch das mit der Wohnung, das sollte man schon persönlich in Angriff nehmen. Ich würde das Kind dazu bei der Oma lassen. Schade, dass der Mann mit dem Kind nicht kann. Kann das nicht ein paar Wochen mit zu euch hoch? Das wäre doch mal ein Abenteuer.

    Bei uns muss man aufs Passamt für den Pass (wer hätte das gedacht). Ich lasse dann auch immer gleich die Identitätskarte machen (kostet zusammen weniger und hat dadurch eh das gleiche Ablaufdatum). Das wird einem dann zugeschickt, man muss also nur einmal hier. Bei mir ist das auch nur knapp 30 Minuten entfernt in der Kantonshauptstadt. Egal, wo mein Heimatort ist, den Ausweis muss ich im Wohnkanton machen.

    So leid es mir tut, dass du so leidest – aus Schaden wird man klug? Hätte mir aber auch passieren können. Man wird nachlässig oder denkt: Ach, das genügt schon so und schon hat man den Salat.

    In der Wohnung letztes Jahr in Italien hatten wir auch eine Klima-Anlage im Schlafzimmer, die wir nachts immer auf Intervall haben laufen lassen – das war supertoll zum Schlafen.

    Viel Spass beim nächtlichen Lustwandeln und rauchen.

    Gefällt 1 Person

  2. Wir sind im 21. Jahrhundert, richtig, aber eben in DEUTSCHLAND. Vielleicht schaffen wir es irgendwann, wenigstens zu den Schwellenländern aufzuschließen … Das mit der Hitze und den Raupen, ja, da kann man sich eigentlich nur noch schlafen legen :-/

    Gefällt 1 Person

  3. Ist es eine private (deutsche) Unfallversicherung? Dann könnte sie nach jetzt einem Jahr einen Invaliditätsanspruch anleiern. Wenn ein solcher dem Grunde nach vom Arzt bestätigt wird, könnte sie zumindest schon mal einen Vorschuss auf eine spätere Leistung verlangen.

    Gefällt 1 Person

    • Soweit ich weiß eine gesetzliche. Ich bin mir aber nicht sicher. Im Prinzip ist das Dilemma dahinter auch noch größer: Um im angestrebten Rechtsstreit Erfolg zu haben, will Berenike so gesund wie irgend möglich wirken (lädt deshalb etwa FB-Videos hoch, in denen sie umherläuft – auch wenn das eigentlich kaum, oder nur für ein paar Meter geht). Mit einem Invaliditätsstatus ist sie leichter aus genossenschaftlich organisierten Strukturen zu feuern und verliert dann auch eher Gewinnbeteiligungen aus gemeinsamen Urheberrechten… Ist also recht kompliziert. 😔

      Gefällt 1 Person

      • Ich habe nicht mehr auf dem Schirm, ob es sich um einen Arbeitsunfall handelte. Dann ist die gesetzliche UV natürlich sowieso involviert. Die machen das ganz ähnlich mit den Inva-Prüfungen. Da ist es natürlich kontraproduktiv, wenn sie möglichst wenig eingeschränkt wirken muss/möchte. Wobei ein Gutachter das tatsächliche Ausmaß trotzdem realistisch bewerten wird. Normalerweise ist es ja umgekehrt – die Leute mimen den sterbenden Schwan und sind tatsächlich viel besser dran. Aber es gibt auch viele, die ihre Beschwerden bagatellisieren, das erkennt der Gutachter aber ebenso gut. Ein Dilemma ist es tatsächlich. Da kann man nur alles Gute und viel Kraft wünschen.

        Gefällt 1 Person

        • Dankeschön. Selbst der Aspekt „Arbeitsunfall“ ist nicht eindeutig (mit/ohne Vorschädigung – wieviel geht auf den Unfall zurück/wieviel auf komplexe Zusatz- bzw. Folgeerkrankungen bzw. sogar genetische Prädisposition, es gibt da außer Unfallfolgen haufenweise allergische und Autoimmunreaktionen, Knochendichteabbau, usw. etc. – war das „Arbeit“, arbeitsbezogene oder private „Fortbildung“, rein privat?). Interessanterweise scheint der arbeitsrechtliche Anteil auch gar nicht so interessant/relevant zu sein, weil eh das Wohnland gewechselt wird. Wichtiger sind die Einkünfte aus den Urheberrechten, das Behalten von Namensrechten, usw… Jedenfalls ist es übel, wenn man durch ein ungeklärtes Konglomerat schwerer Erkrankungen (durch den Unfall verstärkt, evtl. lediglich mitausgelöst, beschleunigt) nur noch knapp über 40 kg wiegt, chronisch schwere Schmerzen hat und dennoch zig Stunden pro Woche quasi „arbeiten“ muss (Recherche, Rechtsanwälte, Kontaktpflege, Bewerbungen, Organisatorisches, an etlichen Projekten weiterhin virtuell teilnehmen, Interviews, Videokonferenzen, usw.). So viel Arbeitsstress wäre schon zu viel für mich, wenn ich kerngesund wäre. 🙇🏼‍♂️

          Gefällt 1 Person

        • Die ist unglaublich zäh. Sie hatte sich ja diesen Lebensstil selber ausgesucht und war vor der Erkrankung eine sehr unrastige Person, immer weltweit unterwegs und nie zehn Minuten Ruhe. Ich glaube, als dann noch on top das Kind dazu kam, wurde diese Belastung vollends ungesund und führte dann schließlich zur heutigen Situation.

          Gefällt 1 Person

    • Danke. Das Getier müsste dann im nächsten Frühjahr zuschlagen, solange die frischgeschlüpften Raupen noch keine Brennhaare haben… Aber ich fürchte, sooo viele Vögel wie notwendig, gibt’s hier gar nicht. LG!

      Liken

      • Gibts nicht irgendwas, womit man die von vornherein vergrämen kann? Was die so gar nicht mögen? Ach, was frage ich. Wenn dem so wäre, hättest du das schon längst in die Bäume verteilt… Leute stellen immer so doofe Fragen…

        Gefällt 1 Person

        • Es gäbe da ein paar Mittel, aber die meisten würden der Schildkröte schaden und außerdem müssten die Mittel mehrmals pro Saison von Baumkletterern in den riesigen Baumkronen verteilt werden, was jeweils zwischen 500 und 1000 Euro kostet. Absammeln für einmalig 500 bis 1000 Euro pro Jahr ist noch am billigsten. Allerdings kann man dann 2 Monate lang nur mit Schutzkleidung raus und das Grundstück wird schleichend immer weiter verseucht. Philomena überlegte schon, ob sie hier wieder ausziehen sollte…
          (Es gibt keine doofen Fragen, nur faule Beantworter) 😉

          Liken

        • Was ich normalerweise niemals sagen oder denken würde, aber gerade plötzlich schon: Baum fällen, andere Bäume pflanzen? o.O Ist wahrscheinlich verrückt. Ich weiß. Und kostet auch ein Vermögen. Und die armen Bäume… liest sich so, als wären das einige Bäume, nicht nur einer. ach, es ist doch alles scheiße.

          Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.