Anal-Anekdötchen aus dem Gaybüsch

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(oben seht Ihr unseren Garten – auf das „Gaybüsch“ komme ich in der zweiten Hälfte des heutigen Blogeintrags zu sprechen) 

Momentan stehe ich um 8 Uhr auf – eine vollkommen ungewöhnliche Zeit für mich – aber „watt mutt, datt mutt“… Schließlich ist die Schildkröte um diese Zeit bereits wach und muss versorgt werden. Entschädigt für die unchristliche Aufstehzeit wird man aber durch die morgendliche (Licht- aber auch allgemeine) Stimmung im Garten – der sieht zu dieser frühen Stunde etwas anders aus, als ich ihn in der Regel sonst zu sehen bekomme:

0493 Garten am Morgen

„Warum so früh, Hyper?“ Nun, Philomena weilt (da sie dort ihren vor Monaten abgelaufenen Ausweis verlängern lassen muss) momentan wieder in Süddeutschland – ich habe sie am Sonntag mit dem Auto hingebracht. Mit dem Zug zu fahren ist uns in diesen Zeiten zu riskant. Im Hause von Philomenas Mutter logieren nach wie vor Philomenas Schwester und deren Familie. In ihre Wahlheimat trauen sie sich noch nicht zurück, weil dort unverändert in ganz anderen Größenordnungen als hierzulande an Covid19 erkrankt und auch krepiert wird. Berenike war in ihrem ehemaligen Elternhaus bereits deutlich auf dem Weg der Besserung (raus aus dem Rollstuhl und nach einigen Wochen bereits wieder zu kurzen Waldspaziergängen fähig), hat aktuell aber leider wieder einen schweren Rückfall – sie geht nur mühsam und unter Schmerzen kleine Strecken im Haus, kann ihre linke Hand seit kurzem nicht mehr gebrauchen und ist nach wie vor stark untergewichtig… ☹️

Völlig geplättet hat mich dort im Süden aber nicht nur der Zustand von Philomenas Schwester, sondern vor allem das lokale Sommerwetter: Was für eine ungewohnte Hitze! Schwül, drückend, heiß. Hier im Norden ist es rund zehn Grad kühler und in den letzten Nächten gingen die Temperaturen (es ist Hochsommer, Freunde!) teils bis ins Einstellige runter. Wenn ich deutlich nach Mitternacht noch raus gehe, brauche ich eine dicke Jacke. Auf dem Balkon des Hauses von Philomenas Mutter konnten wir hingegen noch spätabends gemütlich draußen sitzen – eine laue Sommernacht (wie wir sie hier im Sommer letzten Jahres auch oft hatten – aber kaum dass wir uns eine Klimaanlage einbauen gelassen haben, fällt hier bei uns der Sommer bisher nahezu aus). Angeblich wird es die nächsten Tage aber auch hier etwas wärmer…

Es rappelt im Gehölz…

Apropos „warm“: Auf der Rückreise am nächsten Tag hielt ich seit längerem wieder auf einem bestimmten Autobahnparkplatz. Die belebten Rasthöfe lasse ich momentan nämlich aus Sicherheitsgründen aus – zu viel möglicherweise infektiöses Volk dort.

Da ich vor der Abfahrt noch Kaffee getrunken hatte, brauchte ich unterwegs eine „Pinkelpause“ und hielt deshalb dort an, um mich in die Büsche zu schlagen. Ich betrat einen Pfad, der durch eine Lücke im Zaun in ein Wäldchen führte. Dort blieb ich beim pinkeln allerdings nicht lange ungestört. Zunächst schlich ein linkisches Bürschchen mir aufs Gemächt schielend an mir vorbei… Kurze Zeit später folgten zwei Bodybuilder-Typen, die zwar auch unter Nichtbeachtung des Corona-Sicherheitsabstandes maskenlos an mir vorbeimarschierten, aber wenigstens nicht so störend stierten, wie der erste. Vermutlich suchten sie nicht mehr, sondern hatten sich bereits gefunden. Jener Autobahnparkplatz ist nämlich – soweit ich vermute – eine sogenannte „Cruising-Area“ (Wikipedia weiß dazu „als Cruising wird im Kontext schwuler Sexualität die bewusste, aktive und gewöhnlich mobile Suche nach einem Sexualpartner bezeichnet“.

Ich sah zu, dass ich nach dem Pinkeln Land gewann, denn ich wollte mich am dort üblichem bunten Reigen nicht beteiligen – mir fiel nämlich sofort wieder ein Erlebnis ein, das schon etliche Jahre her ist, und sich auch genau auf jenem Parkplatz zutrug, als ich damals ebenfalls im Wäldchen austreten gehen wollte:

„Pfaffenpfad“ hieß jener Parkplatz in der Nähe von Frankfurt und Gießen an der A45 auch schon vor etwa sieben oder acht Jahren und der Name war offensichtlich Programm: Auf jenen verschlungenen Trampelpfaden, die durch das gebüschreiche Wäldchen führten, wurde auf gut katholische Priesterart achtern eingestöpselt, dass die Bäume wackelten! 😁

Ich war damals ebenfalls auf dem Heimweg vom Süden der Republik und machte dort ohne Hintergedanken eine kleine Pinkelpause. Als ich in das Wäldchen marschierte, stand am Rand des Trampelpfades ein alter Herr von vermutlich über 70 Jahren in einem camelfarbenen Anzug und holte sich in aller Seelenruhe einen runter. Um ihn dabei nicht zu stören ging ich raschen Schrittes an ihm vorbei, und sah dadurch erst recht spät und aus direkter Nähe, was sich der Alte als Wichsvorlage anschaute: Ein muskulöser Schnauzbartträger in einer Art US-Motoradpolizist-der-70erJahre-Outfit (verspiegelte Sonnenbrille, beige-schwarze Uniform, usw..) nagelte einen dürren Nerd-artigen Typ energisch von hinten in den Arsch. Wollte ich das beim Pinkeln ansehen? Eher nicht – also rasch dem „Pfaffenpfad“ tiefer ins A45-nahe Gebüsch gefolgt – bis auf eine Waldlichtung. Dort angelangt, bekam ich damals wieder nie zuvor Gesehenes vor die Optik: Ich würde es mal als „Kopulationskette“ bezeichnen – vier Mann, die quasi genital-anal in Reihe geschaltet agierten! 😮 Leute, ich bin bestimmt nicht homophob (war u.a. mit zwei schwulen Studienkollegen befreundet und später in der Kunstszene von Shangri-La war etwa ein Viertel meines männlichen Bekanntenkreises schwul) – aber mir verging dort instantan der Harndrang. Ich schlug mich seitlich in die Büsche um aus dem lustigen Pfaffenwald zu gelangen und pinkelte schließlich auf einen Acker, bevor ich außen herum zurück zum Auto wanderte. Ich fuhr damals noch das Sportcoupé. Auf dem Parkplatz neben mir schwang sich der 70er-Jahre-Cop mit der verspiegelten Pilotenbrille über dem Walrossschnäuzer auf seine alte Harley-Davidson und knatterte davon… Schon interessant, was es so für verborgene Welten gibt, neben der Mainstream-Realität.

19 Gedanken zu “Anal-Anekdötchen aus dem Gaybüsch

  1. Schöne Bilder!

    Hier wars letzte Nacht auch eher kühl, was bei der Tagsewärme um 30 Grad rum sehr gelegen kam.

    Bei uns gibt es das Schwulenwäldchen – ein weitherum bekannter LKW-Abstellplatz am Strassenrand, wo im Sommer im Wäldchen ebensolches Treiben vor sich geht.
    Weiter ist auf gewissen Rastplätzen (ohne Restaurant etc.) fröhliches Swingen angesagt ist, ob das allerdings heutzutags immer noch so ist, weiss ich nicht.

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  2. „Leute, ich bin bestimmt nicht homophob […] – aber mir verging dort instantan der Harndrang.“ Der Kommentar findet sich bei Netdoktor: „Die Prostata ist nicht nur ein Produzent von Sekreten, sie hat auch eine Funktion als ‚Ventil‘ im Rohrleitungssystem des Mannes. Sie schwillt in Phasen sexueller Erregung an und drückt auf die Harnröhre. Ist der Penis erigiert, kann kein Urin austreten. Männer die versucht haben, mit einer Erektion zu urinieren, kennen das Problem“ (https://www.netdoktor.at/gesundheit/maenner/prostata-fakten-6890912).

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  3. 🙂
    Den Cop kann ich mir deutlich vorstellen, der sah wahrscheinlich aus, als hätte Tom of Finland einen der Polizisten aus der Serie Chips gezeichnet.

    Bei solchen Ketten frage ich mich ja, ob es nicht schwierig ist, den Rhythmus zu halten. Ich stelle mir vor, dass man dafür halbwegs synchron agieren muss.

    Einen ähnlichen Parkplatz gibt es ganz nah an einer der Innenstädte hier im Pott. Ich parke dort manchmal, weil es kostenlos ist, nah am Zentrum und eigentlich immer etwas frei ist. Nachts muss es dort aber ziemlich zur Sache gehen, wenn man den Graffitis und Edding-Texten glauben kann. Die sind ziemlich deutlich, aber auch ziemlich unterhaltsam. Vor ein paar Monaten war ich zum letzten Mal dort und entdeckte einen neuen Schriftzug. Irgendwelche (vermutlich) Feministinnen hatten etwas in der Art von „Hey, aber Muschis sind doch auch toll“ an eine Wand gesprüht. Davon war sogar ich genervt. Die sollten ihr Sendungsbewusstsein für sich behalten und die Jungs da in Ruhe herumvögeln lassen.

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