Großeinsatz in den Baumkronen đŸ›đŸš«

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Hoffentlich hat der Spuk nun vorerst ein Ende und es wurden auch hoffentlich alle Raupennester erwischt
 Ein paar einzelne Eichenprozessionsspinner-Raupen werden womöglich außerhalb ihrer Nester dem heutigen BekĂ€mpfungseinsatz entgangen sein und vielleicht auch ein oder zwei kleine neue Nester bauen – aber das grĂ¶ĂŸte Kontingent dieser ĂŒberaus unangenehmen Gifttiere (mit den jeweils pro Exemplar bis zu 600.000 Nesselhaaren) werden wohl in den SondermĂŒll gewandert sein! Hurra! 😃

Baumkletterer im Einsatz – 41 Nester entfernt!

Auf dem folgenden Foto, seht Ihr einen der Kletterer in seinem weißen Schutzanzug auf dem Weg in die Baumkrone:

0482 Kletterer

Erst wenn man einen Menschen im direkten GrĂ¶ĂŸenvergleich dort oben sieht, begreift man wie groß diese alten RiesenbĂ€ume eigentlich sind. 😼 Bis zu 40 Meter hoch und 1000 Jahre alt können Stieleichen unter idealen Bedingungen werden – unsere einen kleinen Hain bildenden sieben hier (zwei bei uns im Garten von „Haus Zweieichen“ und fĂŒnf beim Nachbarn), sind ca. 25 Meter hoch und vermutlich mindestens 100 Jahre alt.

Das Kletterteam erschien um acht Uhr morgens. Aufgestanden bin ich deshalb schon um kurz nach sechs, was ĂŒberhaupt nicht meine Zeit ist! Nach kaum vier Stunden Schlaf klingelte der Wecker – ich brauche ja bekanntlich ewig fĂŒr meine verdauungsorganfehlfunktionsbedingt langwierigen Klositzungen
 Immer wenn sich Handwerker ansagen, werfe ich mich in Schale – schließlich muss man ein soziales GefĂ€lle erzeugen, wenn man als Kunde ernst genommen werden will. Da ich wie ein Waldschrat aussehe, wĂ€re ein Jogginghosen/Labber-T-Shirt-Outfit diesbezĂŒglich kontraproduktiv. Also casual chic mit Jeans und einem weißen Joop-Hemd. Beim Anziehen merkte ich leider, dass ich fĂŒr „slim fit“ inzwischen definitiv zu fett alt geworden bin – es sah eher nach „schlimm fit“ aus
 😁

Das Kletterteam bestand dann aus anderen Baumsteigern, als den beiden, die vor ein paar Tagen schon mal hier waren, um abzuchecken was sie hier erwartet, und die dann angesichts der Baum- & RaupenbefallsgrĂ¶ĂŸe etwas erstaunt wirkten. Diese machten jedenfalls einen nochmals professionelleren Eindruck.

GlĂŒcklicherweise waren sie schon nach etwa fĂŒnf Stunden fertig und brauchten nicht den ganzen Arbeitstag. Die Einsatzkosten werden also voraussichtlich ein wenig 0484 KletterergĂŒnstiger ausfallen. Mit dem Nachbarn hatten wir ausgemacht, dass ich ein Drittel der Kosten ĂŒbernehmen werde und sie zwei Drittel. Damit haben sie einen guten Schnitt gemacht, denn bei uns wurden lediglich sechs Raupennester entfernt und bei ihnen fĂŒnfunddreißig. Da allerdings alle BĂ€ume gleichermaßen durchklettert und grĂŒndlich abgesucht werden mussten, war der tatsĂ€chliche Zeitaufwand fĂŒr die Arbeit dann doch wieder im VerhĂ€ltnis von etwa einem zu zwei Dritteln pro GrundstĂŒck unterteilt
 Jedenfalls bin ich wirklich heilfroh, dass die Nachbarn dies Jahr bei den BekĂ€mpfungsmaßnahmen mitziehen – aber sie haben mittlerweile selber definitiv die Schnauze voll von den Raupen und sind auch ganz anders betroffen, als im Vorjahr: Als ich heute Morgen den Nachbarn sah, tat mir der arme Kerl wirklich sehr leid, er war völlig ĂŒbersĂ€t von Raupendermatitis-Flecken! 😬 Sah aus wie ein Streuselkuchen
 Dieses Jahr wehte der Wind ziemlich oft auch in Richtung seines Gartens, so dass inzwischen offenbar die ganze Familie Ă€hnlich ausschaut wie er (im Gegensatz zu Philomena und mir schienen die Nachbarn auch noch sehr viel schmerzhaftes Lehrgeld zahlen zu mĂŒssen, da sie noch nicht so richtig den Bogen raus hatten, wie man sich am besten vor den Nesselhaaren schĂŒtzen kann).

Leider hat es mittlerweile auch einen der Nachbarshunde erwischt – das arme Tier musste heute zum Tierarzt, wo eine ausgeprĂ€gte Raupendermatitis an der empfindlichen Nase festgestellt wurde, die nun eine Weile lang medikamentös behandelt werden muss. â˜č

âžĄïž Angesichts der nun auf unseren Herrn Nachbar zukommenden horrenden EPS-BekĂ€mpfungskosten, die fĂŒr ihn angesichts der eigenen finanziellen Lage (ebenso wie bei uns) einen ziemlichen Schlag ins Kontor darstellen mĂŒssen, des verletzten Hundes und der die ganze Familie betreffenden eigenen Dermatitis-Problematik (aus dem Befall vom letzten Jahr blieben bei mir ĂŒbrigens von einigen GeschwĂŒren Narben zurĂŒck), sowie der Aussicht, dass dieses nun alljĂ€hrlich droht und auch noch von Jahr zu Jahr um einen gewissen Faktor schlimmer und schlimmer werden wird, kĂŒndigte er heute an, dass er nun ernsthaft ĂŒberlegt, seine fĂŒnf BĂ€ume allesamt noch vor dem nĂ€chsten Sommer fĂ€llen zu lassen!

„Haus Ohneeichen“ ?

Schweren Herzens erwĂ€gen wir das nun auch bei unseren zwei Eichen. Wenn der Nachbar seine BĂ€ume entfernt, konzentriert sich nĂ€chstes Jahr der lokale Befall auf unseren BĂ€umen umso mehr. Außerdem wird es jedes Jahr schlimmer. Was, wenn wir nĂ€chstes Jahr 100 EPS-Nester an unseren beiden Eichen haben? Einer der Baumkletterer erzĂ€hlte mir heute, dass sie gestern an einem einzelnen, freistehenden alten Eichenbaum hier in unserer Region die unfassbare Zahl von 120 Nestern entfernen mussten! đŸ˜±

Die Nachbarn auf der anderen GrundstĂŒcksseite konnten ihren Garten seit einigen Tagen auch kaum noch nutzen: Die dort lebende Nachbarin zeigte mir heute, dass sie allein im Nacken ein gutes Dutzend GeschwĂŒre hatte – das mĂŒssen ziemliche Schmerzen sein. Ich glaube, die machen mir die Hölle heiß, wenn es nĂ€chstes Jahr noch schlimmer werden sollte! Ein paar Wochen lang muss man den Befall und die herabrieselnden Nesselbrennhaare schließlich erdulden, da man die Nester erst Ende Juni entfernen sollte, um auch wirklich nahezu alle Tiere zu erwischen


Eine lokale Baumschutzsatzung gibt es hier in unserer Gegend nicht und die BĂ€ume stehen trotz ihrer GrĂ¶ĂŸe und ihres Alters auch nicht unter „Naturdenkmalschutz“, da Eichen hier sehr hĂ€ufig vorkommen. Das hier ist eine absolute Eichengegend. Deshalb könnte man sie sicherlich entfernen lassen. Da das bei uns auch nur durch Baumkletterer und „scheibchenweise“ zu erledigen wĂ€re (es gibt leider nicht genĂŒgend Platz, um die BĂ€ume einfach irgendwohin so umfallen zu lassen, dass sie dabei nichts zerstören), wird das allerdings teuer. Viele tausend Euro teuer. Aber nach drei oder vier Jahren ohne EichenprozessionsspinnerbekĂ€mpfung hĂ€tte man diese Kosten dann auch wieder raus. Also weg damit! Zumal es fĂŒr „Kröt“ auch besser wĂ€re – unsere Griechische Landschildkröte könnte dann jeden Tag fĂŒnf Stunden lĂ€nger wach sein und sich sonnen, bevor sie in ihr Schlafhaus kriecht
 â˜€ïžđŸą

Andererseits wird mir das Herz bluten, diese beiden uralten Baumlebewesen ermorden zu lassen! Und unseren ganzen Garten mĂŒssten wir dann auch anders gestalten – ohne den Schattenwurf der Eichen wird aus einem „Waldgarten“ ein „Sonnengarten“. Statt Rhododendren und im Unterwuchs Waldmeister, BĂ€rlauch und Lungenkraut sind dann langfristig eher Yucca und SteingartengewĂ€chse angesagt – angesichts des Klimawandels vielleicht auch gleich Palmen und Kakteen, wer weiß?

Fakt ist, dass sich die LichtverhĂ€ltnisse im Garten bereits gewaltig Ă€ndern wĂŒrden, wenn lediglich der Nachbar seine Eichen entfernen ließe. Zum GlĂŒck haben wir jetzt seit kurzem die neue Klimaanlage – ansonsten wĂŒrde man es dann ohne Baumschatten auf der DachflĂ€che ĂŒberhaupt nicht mehr im Haus aushalten können
 Wir werden noch etliche NĂ€chte lang darĂŒber schlafen mĂŒssen, ob die BĂ€ume weg kommen. Ich bin diesbezĂŒglich sehr, sehr zwiegespalten. Statt „Haus Zweieichen“ dann „Haus Ohneeichen“? „Haus Eichenlos“? Oder vielleicht „Haus Sonnenschein“! Letzteres wĂŒrde allerdings nicht so recht zu den beiden Bewohnern passen
 😉

32 Gedanken zu “Großeinsatz in den Baumkronen đŸ›đŸš«

  1. Die Wahl zwischen Pest und Cholera – anders kann man das ja kaum beschreiben.
    Mich wĂŒrde das auch schmerzen und die Sonne ist nicht zu verachten, vermutlich wĂŒrde ich mich jedoch rein vernunftmĂ€ssig fĂŒr das FĂ€llen entscheiden. Aber ich kann ja hier schon eine grosse Gosche fĂŒhren, mich betriffts ja nicht.

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    • Na, als Hausherr muss ich sie ja begrĂŒĂŸen und einweisen. Und ich wollte fertig sein, bevor sie anfangen zu klettern. Stell Dir vor, einer wĂ€re vom Baum gefallen und tot – und ich sĂ€ĂŸe dann noch zwei Stunden lang auf dem Pott, statt mich darum zu kĂŒmmern… Sowas hinterließe keinen besonders guten Eindruck. 😉😁

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      • Das mit dem Pott ist nicht von der Hand zu weisen, ins KH kann ich auch im Schlafanzug fahren und einweisen auch. Ich habe meinen Vater frĂŒher sonntags immer so zu seinen Saufkumpanen gefahren, damit ich ein Auto hatte. FĂ€hrt Philomena nicht Auto?

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  2. Wenn ich noch Bildhauerei betreiben wĂŒrde, wĂŒrde ich mir was Eichenholz abholen. Endlich habt ihr Ruhe. Erstmal.
    Ich ernÀhre mich derzeit von DiÀt-Drinks. So Pulver-Zeug, das man in nem Handshaker zubereitet. Ich habe Hunger. Goddamnit.

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  3. Interessant, die Leute bei der Arbeit zu sehen, auch wenn man grad im ersten Bild ohne Hinweis fast nichts sehen wĂŒrde. BezĂŒglich des Dilemmas mag ich dir keinen Rat geben, aber ich verstehe es vollumfĂ€nglich, da ich auch in dem Bewusstsein von „mein Freund, der Baum“ erzogen wurde 🌳😔

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    • Ich habe extra nur die Fotos genommen, auf denen die Gesichter nicht genau zu erkennen waren – Persönlichkeitsrechte usw..
      BezĂŒglich der BĂ€ume ist es bei mir nicht nur die Erziehung (ich bin auch mit dieser Bilderbogensammlung „Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder oder Die VerĂ€nderung der Landschaft, SauerlĂ€nder, Aargau / Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-7941-0218-5“ von Jörg MĂŒller aufgewachsen), sondern tatsĂ€chlich bin ich davon durchdrungen: In WĂ€ldern fĂŒhle ich mich stets wohler, als in fast allen nur erdenklichen RĂ€umen und Bauwerken. Wenn ich unter und zwischen den beiden Eichen stehe, fĂŒhle selbst ich nĂŒchtern-nihilistischer Rationalist so etwas wie „SpiritualitĂ€t“… 😉

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  4. Das ist echt ne schwere Entscheidung. Vielleicht gibt als Nebeneffekt zur Coronaforschung ein Mittel gegen die Raupen. Nein, weiß nicht was da das geringere Übel ist. Übel bleibt es auf jeden Fall

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  5. Ich finde die Entscheidung auch furchtbar 😞. So tolle alte BĂ€ume 😌. Und ja, es sind auch Lebewesen, deswegen wĂŒrde ich wohl alles versuchen, sie zu halten. Aber man muss eben leider auch vernĂŒnftig sein und abwĂ€gen, welche Lösung fĂŒr alle am besten ist. Gut jedenfalls, dass ihr die Plage zumindest aktuell los seid 😅

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  6. Die alten Eichen sind wunderschön, es wĂ€re sehr schade, wenn sie gefĂ€llt werden mĂŒssten. Aber ich kann auch die GrĂŒnde gut verstehen… ist ja nicht aushaltbar, stĂ€ndig diesen Brennhaaren ausgesetzt zu sein…

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    • Wenn der Befall noch schlimmer wird, steigt auch die Brennhaardosis – im Schlimmsten Fall kann man dadurch erblinden, an zugeschwollenen Atemwegen ersticken, oder einen allergischen Schock erleiden… Deshalb muss man abwĂ€gen, ob einem der Blick ins GrĂŒne das wert ist… 🙄

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  7. Ich muss hier JEDESMAL, wenn ich etwas kommentiere, meine gottverdammte Email eingeben. WordPress suckt so hart, was fĂŒr eine Scheißseite.
    Und noch etwas. Ich lebe jetzt fast 5 Jahre im Osten. Und jetzt hasse ich Ossis. Ich hasse sie so hart. Was fĂŒr ein Drecksvolk.

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    • Wow. 👍 Waren das nicht gerade erst vor ein paar Tagen noch 90kg? Wie hasste das gemacht, jarnĂŒscht mehr jefressen? 😄 Oder sind das fĂŒnf Kilo Dehydrierung plus 5 Kilo Muskelschwund?

      Liken

  8. Ich bereue es nun doch ein wenig, meinen Account gelöscht zu haben. Könnte heute einen vor Hass und Abscheu triefenden Eintrag ĂŒber eine Fottel-Familie im Supermarkt schreiben, die keine Masken trugen. Selten ein widerwĂ€rtigeres Gesöcks gesehen.

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    • Niemand hindert Dich daran, hier erneut ein Blog zu beginnen… 😉

      Ich war hier heute zur unĂŒblichen Zeit im Dorf-Supermarkt einkaufen – Samstagabend kurz vor 22 Uhr. Da kauft die Landjugend Material fĂŒr die Druckbetankung ein (Wodka & Redbull). Gestalten darunter! Die MĂ€dels sahen alle aus wie Möchtegern-Kardashian-Klone, mit ombriertem Haar und angeklebten 3-cm-Wimpern, aber schon in der beginnenden Verfottelung. Sahen quasi aus wie das Drahtgittermodell einer Vollfett-Cellulite-Kawumpe, ĂŒber das man die Textur einer Instagram-Influencer-Beauty gerendert hat… 😁 Die Typen dazu irgendwas zwischen Gangsta-Ghetto-Kluft und Vom-Trecker-Gefallener… Gruselige Hillbillies.

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