EPS-Plage – der Zustand zieht sich…

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0480 Dummer MenschGestern – beim politischen MorgengesprĂ€ch, direkt nachdem mich meine Hausgenossin geweckt hatte – haute Philomena ein Ding raus, das sofort unmittelbar in meiner Aphorismen-Sammlung landete (Spruch siehe nebenstehend)


Schreiben wollte ich heute aber ĂŒber ein anderes Thema: Schon wieder ĂŒber EPS, die Eichenprozessionsspinner. Ich weiß, Euch hĂ€ngt es vermutlich und berechtigterweise schon zu den Ohren heraus, aber mein Leben verlĂ€uft momentan ziemlich monothematisch – bzw. die Viecher nerven halt total. đŸ˜ đŸ’ŁđŸ€ŹđŸ’„đŸ˜Ź

Anruf in der Baumkrone

Die Firma mit den Baumkletterern, die die Giftraupennester entfernen kommen sollte, hatte mir ja bereits letzte Woche und bei meinem Kontrollanruf am Montag zugesagt, dass sie in der ersten WochenhĂ€lfte vorbeikĂ€men. Da nun zum einen die erste WochenhĂ€lfte heute bereits rum ist und zum einen morgen hier ganztĂ€gig Handwerker kommen werden, die auch draußen am Haus zu tun haben, wo sie bei der BekĂ€mpfung womöglich im Weg wĂ€ren, rief ich heute Morgen abermals bei der Firma an. Die Dame am Telefon kletterte gerade selber (ich erreichte sie quasi in der Baumkrone) und versprach, sich spĂ€ter bei mir wegen der Termingeschichte zu melden.

Der Anruf erfolgte dann auch am spĂ€ten Vormittag und auch die Zusage, dass ein Kletterteam in drei Stunden vorbei kĂ€me. De facto kamen sie dann schon zwanzig Minuten spĂ€ter vorbei. Blöd nur, dass die Nachbarn, deren EPS-Nester mitentfernt werden sollen, natĂŒrlich nicht zuhause waren, weil wir nicht mit so einem kurzfristigen Termin rechnen und sie entsprechend instruieren konnten. Eine Handynummer hatte ich auch nicht – so mussten wir schnell improvisieren: Wir fanden den Arbeitgeber des Nachbarn heraus und konnten ihn somit nach einigen Rechercheminuten dennoch fernmĂŒndlich erwischen. Leider ein blinder Alarm, so dass wir nach einer Weile dem zur Nachhausefahrt startbereiten Nachbarn wieder Entwarnung geben mussten – dazu gleich im ĂŒbernĂ€chsten Absatz mehr


Die Kletterer waren zwei junge Typen, ein Afrikaner und ein EuropĂ€er. Darf man eigentlich noch „Schwarzer“ sagen oder ist das inzwischen auch rassistisch? Sonst hĂ€tte ich den jungen Mann nun als „Schwarzarbeiter“ bezeichnen können
 Ich glaube es heißt offiziell „person of color“ – also vielleicht „Bunt-Specht“, wenn er am Stamm hĂ€ngt? Egal – diese Scherzchen sind vom untersten Regalbrett und shitstormwĂŒrdig. Ich lasse es lieber
 😉

Es verzögert sich nun leider


Jedenfalls waren die beiden sehr nett und wirkten auch kompetent. Aber sie sahen nach wenigen Minuten vor Ort, dass wir einen „wirklich massiven Befall“ hĂ€tten und auch die BĂ€ume „ziemlich groß“ wĂ€ren. Deshalb wurde die BekĂ€mpfung nochmals vertagt. Angesichts der Dimensionen mĂŒssen wohl zwei Kletterteams gleichzeitig kommen und schon frĂŒhmorgens mit der Arbeit beginnen, ansonsten ist die EPS-BekĂ€mpfung nicht innerhalb eines Tages zu schaffen und damit wahrscheinlich unwirksam. Die Raupen krabbeln ĂŒber Nacht nĂ€mlich im sich ĂŒberlappenden Kronenbereich (der insgesamt sechs auf zwei GrundstĂŒcken stehenden BĂ€ume) von einem Baum in den anderen – d.h. wenn man nur einige der BĂ€ume absammelt und am nĂ€chsten Tag erst die anderen, dann könnten Raupen inzwischen auch schon wieder auf den Vortags bearbeiteten BĂ€umen unterwegs sein! Wenn es heiß ist, sitzen die Raupen tagsĂŒber in den Nestern – deshalb muss man innerhalb eines Tages und innerhalb des gesamten, dicht zusammenstehenden Eichenbestandes alle Tiere dort erwischen. Gut, dass es schon wieder so heiß ist, denn dann sind die Raupen tagsĂŒber auch wirklich zuhause. 😉 Einzelraupen, die tagsĂŒber im GeĂ€st umherkrabbeln, können natĂŒrlich nicht bekĂ€mpft werden.


und wird auch entschieden teurer!

Vermutlich kommt das dann doppelt so große Kletterteam nun erst am Anfang nĂ€chster Woche – die Kosten werden deshalb leider auch absehbar ins Vierstellige steigen. đŸ€ź Ich hoffe ich bekomme dann auch zeitnah das anteilige Geld von den Nachbarn – die Rechnung lasse ich ja, wie ich bereits in meinem Blog schrieb, ĂŒber mich laufen, damit die BekĂ€mpfung auch wirklich stattfinden kann.

Kamikaze-Rasenmahd

Leider mĂŒssen wir nun noch ein paar Tage lang mit den Nestern leben! Deshalb wollte ich heute auch nicht mehr lĂ€nger mit dem bereits ewig oft verschobenen RasenmĂ€hen warten (das Gras ist teilweise wadenhoch) und erledigte diese notwendige Gartenarbeit dann trotz der Raupendermatitis-Gefahr bereits heute am Nachmittag. In der VollschutzausrĂŒstung hĂ€tte ich mich Aufgrund der beginnenden Hitzewelle tot geschwitzt. đŸ„” Deshalb verzichtete ich darauf. Ich bin eher so der Typ, der ab 15 Grad Außentemperatur im T-Shirt raus geht. Wenn ich in einen Raum komme, wo die Heizung ausgeschaltet ist, kann ich den mit meiner AbwĂ€rme aufheizen. Mit meinen bloßen HĂ€nden könnte ich im Winter minutenschnell FlugzeugtragflĂ€chen enteisen
 😁 Philomena hat hingegen immer eiskalte HĂ€nde, FĂŒĂŸe, Arme, Beine. Sie erwĂ€rmt sich erst ab 36 Grad im Schatten… Deshalb hĂ€lt sie es auch im gelben Plastikanzug aus, wenn sie morgens das Schildkrötengehege mit dem Schlauch abspritzt, damit sich dort ĂŒber Nacht nicht allzu viele toxische Nesselbrennhaare ablagern.

Statt VollschutzausrĂŒstung trug ich beim RasenmĂ€hen deshalb heute lediglich Gummistiefel, Gummihandschuhe, eine Arbeitshose aus sehr dickem, festem Stoff, ein ausrangiertes Flanellhemd, das man notfalls wegwerfen kann, und einen Schlauchschal. Auch in diesem Outfit ĂŒberhitzte ich bei 27°C Schattentemperatur recht schnell, aber ich glĂŒhte nur leicht – im Plastikanzug wĂ€re es hingegen wohl zur Kernschmelze gekommen
 Beim MĂ€hen passte ich auch extrem auf, dass ich mit dem Kopf nicht in Staubwolken geriet, vor allem beim Ausleeren des Grasauffangkorbes.

â—ŸOb meine heutige MĂ€haktion nun besonders mutig oder lediglich grob fahrlĂ€ssig war, wird sich erst in den nĂ€chsten Stunden und Tagen zeigen: Die Raupendermatitis braucht immer ein paar Tage, bis sie ihre maximale BlĂŒte entfaltet
 😬

 

 

16 Gedanken zu “EPS-Plage – der Zustand zieht sich…

  1. Das sind also echt krasse Ausmaße, die das angenommen hat, wenn man so nen großangelegten Einsatz fahren muss 😹 ja, Schwarz und POC sind selbstgewĂ€hlte Bezeichnungen, die deshalb als akzeptabel gelten. Es geht weniger darum, ob man etwas nicht sagen darf, sondern ob man es bewusst möchte. Wenn man sich mal etwas mit der stigmatisierenden Wirkung von Sprache und Sprache als Mikroaggression auseinander gesetzt hat, beantwortet man diese Frage hoffentlich eindeutig mit „nein“.

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  2. So ein Mist – ich hoffe sehr, dass das dann mit der Aktion auch wirklich zu beheben ist.

    Schwarze finde ich völlig akzeptabel. Das N-Wort sollte man wohl nicht mehr verwenden.

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  3. Wenn sie in GĂŒtersloh fertig ist rĂŒckt sie bei Euch an haben sie gerade gesagt im Radio, also die Bundeswehr. Da kann man ja quasi nur noch mit Kanonen ran bei diesen Dimensionen. DrĂŒcke die Daumen, dass es sich zumindest nicht noch verschlimmert. Sofern das ĂŒberhaupt noch möglich ist

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    • NĂ€chstes Jahr könnte es theoretisch zehnmal so schlimm werden. In SĂŒddeutschland gab es BefallsfĂ€lle, wo es so viele Raupen gab, dass die ganze BĂ€ume kahl gefressen haben – bei uns sieht man an den BlĂ€ttern momentan fast noch nichts…

      Liken

        • Also mietrechtlich mĂŒssten das eigentlich schon die Vermieter machen – aber hier bei uns ist das etwas spezieller, weil wir einen Mietvertrag mit etlichen Besonderheiten haben: So haben wir hier, was Instandsetzung und Wartung angeht mehr Pflichten, als ĂŒblich – dafĂŒr ist die Miete niedriger. Vorteil: Die uralten Vermieter mĂŒssen sich nicht mehr um alles kĂŒmmern. Wir dĂŒrfen hier auch sehr viel verĂ€ndern und eigenstĂ€ndig entscheiden. Zudem habe ich ein Vorkaufsrecht fĂŒr die HĂŒtte. Im Prinzip ist das ziemlich unkompliziert und hat fĂŒr beide Parteien diverse Vorteile. Eventuell bekommen wir aber einen großen Zuschuss bei der EPS-BekĂ€mpfung. Das mĂŒssen wir im Einzelfall noch aushandeln.

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