Unbetretbarkeit ist nun eingetreten

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„Mein Werkzeug riecht nach DDR“ – habe ich gerade festgestellt. Mein eigentlicher Werkzeugkasten und Werkzeugschrank steht unten im Hauswirtschaftsraum, ich habe in der oberen Etage noch einen zusätzlichen kleinen Werkzeugkasten, den ich einstmals samt Inhalt als Prämie für den Abschluss eines Zeitschriftenabonnements erhalten hatte. Er steht oben, damit man nicht jedes Mal extra runter laufen muss, wenn man mal lediglich eine Zange oder einen Schraubenzieher benötigt – ich bin schließlich ein fauler Hund… 😉 Nun, stellte ich eben olfaktorisch fest, dass dieser Werkzeugkasten massiv nach Ostzone riecht. Genauso roch es bei meinem einzigen Besuch „drüben“, als die DDR noch existierte. Irgendwie artifiziell und nach petrochemischen Produkten…

Die totale Verseuchung

(auch wenn man es, genauso wie bei radioaktivem Fallout, nicht sehen kann)

Aber darüber wollte ich heute gar nicht weiter berichten, kommen wir zu anderen Themen: Der Garten ist nun seit einigen Tagen wirklich unbetretbar – dieses Jahr ist der EPS-Befall (Eichenprozessionsspinner, Thaumetopoea processionea) bestimmt vier- bis achtmal so schlimm wie letztes Jahr, als diese Raupenplage mit ihren giftigen Nesselhaaren hier erstmals auftrat. Wenn das demnächst so weitergeht (nur ein Winter mit zweistelligen Minusgraden würde dafür sorgen, dass die Population dieser eingeschleppten Viecher regional wieder verschwinden würde), müssen wir unsere alten Eichen doch noch fällen lassen. „Haus Zweieichen“ hieße dann „Haus Eichenlos“, oder meinethalben „Haus Sechseiben, denn die hätten wir auch noch auf dem Grundstück. Wäre schade um die steinalten, majestätischen Schattenspender… 😢

Wenn Philomena rausgehen muss, um „Kröt“, unsere Griechische Landschildkröte, zu versorgen, muss sie das mittlerweile in einer Vollschutzausrüstung erledigen. Aus Sicherheitsgründen darf der kleine Kröterich auch nicht mehr in seine paradiesischen Wildblumen-Weidegründe, die Ihr auf dem folgenden Foto sehen könnt:

0476 Kornblumenwildnis

Philomena musste einen Teil der üppigen Blütenpracht vernichten 😱, weil er mittlerweile zu stark mit den bis zu sieben Jahre lang toxischen Nesselbrennhaaren kontaminiert war. Ab in die Biotonne – gleich Sondermüll wäre noch sicherer… „Kröt“ lebt nun nur noch im älteren und kleineren Freigehege, das sich ganz am äußersten Grundstücksrand befindet und damit so weit von den Eichen entfernt, wie es nur geht. In diesem Gehege gibt es kaum Vegetation, auf der sich die Brennhaare anlagern könnten. Die Reptilienwärterin spritzt das dortige Areal auch gründlich mit dem Schlauch ab, bevor das Tier morgens aus seinem Häuschen gelassen wird. 0478 SchutzanzugSie pflückt dann im Wildblumengehege möglichst unverpestete Futterpflanzen und wäscht sie gründlich ab, bevor „Kröt“ diese als Futter bekommt. Zum Glück zeigt er noch keine Symptome von Raupendermatitis an den Augen oder im Maul. Nebenstehend seht Ihr Philomena in ihrem stylischen neuen Garten-Outfit – ein Traum in Gelb und Übergröße, nicht? Naja, sie kann ja bekanntlich alles tragen… 😁

Zum Glück wird sich diese Woche noch die Bekämpfungsfirma melden – vielleicht ist dann dieses Jahr doch noch wieder Draußensitzen möglich – letztes Jahr zog bekanntermaßen der Nachbar nicht mit, nachdem wir nur bei unseren Eichen die Nester entfernen gelassen hatten. Diesmal hatte er zugesichert, sich anzuschließen, wenn die Baumkletterer hier auftauchen. Höchste Zeit wird es nun auch deshalb, weil inzwischen auch jene Anwohner auf der anderen Grundstücksseite nebenan massiv mit mikroskopisch feinen Nesselhaaren (jede Raupe besitzt bis zu 600.000 Stück davon) eingedeckt werden, die der Wind heranträgt. Da es dieses Jahr erheblich schlimmer ist, bleiben sie nicht nahezu davon verschont, wie im Jahr zuvor. Besonders erfreut wird das Ehepaar nicht gerade sein, denn sie verbringen eigentlich fast den ganzen Tag in ihrem Garten und haben dort auch ihren Pool (die toxischen Raupenhaare schwimmen als Film auf Wasseroberflächen, wenn sie sich da anreichern)… 😬

0478 TenniskleidungFluchtziel Tennisplatz

Wenn man also aus der Hütte möchte, muss man bis auf den Tennisplatz fliehen – dort gibt’s zum Glück keine Eichen (der ganze Landstrich ist hier massiv EPS-verseucht). Die Tenniskluft steht Philomena auch viel besser, wie man auf dem nebenstehenden Foto erkennen kann… 😀 Trotz steigender Außentemperaturen (es wird schon wieder ziemlich heiß), hielten wir es heute dort fast drei Stunden lang aus – waren hinterher aber ziemlich fertig.

Wieder zuhause, bangten wir, ob die Aufzeichnung eines über drei Stunden langen Streams gelingen würde, oder doch nicht. Mit Philomenas Uralt-PC funktionierte das nämlich ebenso wenig, wie mit meinem inzwischen ebenfalls recht vorsintflutlich anmutendem Standrechner-Fossil, auf dessen Festplatte C nicht mehr genügend freier Zwischenspeicher- und Pufferplatz vorhanden war. Zum Glück hatte sich Philomena erst vor kurzem ein neues iPad zugelegt, und dort gelang das Vorhaben dann auch!

Wir wollten unbedingt einen Stream der Metropolitan Opera aufnehmen. In Corona-Zeiten, in denen New Yorks Opernhaus geschlossen bleiben muss, streamen sie täglich eine andere aufgezeichnete Aufführung aus dem Programm etlicher vergangener Jahre. Heute war ein Bühnenwerk dran, bei dem man u.a. Philomenas Schwester Berenike bewundern konnte. Philomenas Mutter war damals extra nach New York City geflogen, um ihre Tochter dort live spielen zu sehen. Für Philomena und mich ist die Inszenierung hingegen neu und wir werden uns das Video demnächst in Ruhe anschauen. Zum Glück klappte der stundenlange Mitschnitt auf dem Tablet tadellos – Apple eben.

Schade nur, dass es inzwischen so ausschaut, dass Berenike nach ihrem Unfall krankheitsbedingt nie wieder solche Auftritte absolvieren können wird. Aber vielleicht geschieht doch noch ein medizinisches Wunder. Ansonsten wird sie bedauerlicherweise nicht mehr selber aktiv performen, jedoch vermutlich irgendwann zumindest wieder Choreographieren oder Regie führen können, oder langfristig ins Management wechseln. Drücken wir Philomenas kleiner Schwester dafür die Daumen! 🍀

0479 Tennis-Hyper

15 Gedanken zu “Unbetretbarkeit ist nun eingetreten

  1. Das sind nun wirklich nicht die Eiche(l)n-Nachrichten, die ich hören wollte.
    Wüsste zu gerne was die Nachbarn mit dem Pool zu der ganzen Misere zu sagen haben.
    Ja, um die Eichen wäre es sehr schade, doch wenns nicht anders geht. Mutter Natur lässt sich halt nicht drangsalieren. Habe heute gelesen, dass in „Mist ich weiss nicht mehr wo“ (Sibirien, Antarktis oder so) die Temperaturen aktuell so hoch sind wie sie für 2100 hoch gerechnet worden waren. Da siehts leidr so aus, dass die doofen Biester nicht erfrieren.

    Das Kammerjäger-Outfit finde ich gut, wenn auch total nervig für euch. Das Tennis-Outfit steht euch beiden gut.

    Hier wars heute im Büro auch schon wieder schweisstreibend. Habe nur Wallekleid und Unterwäsche getragen. Sobald ich alleine war, habe ich schon mal das Drunter-Oberteil ausgezogen. Was bin ich froh, dass ich keine richtigen BHs tragen muss von den Ausmassen her.

    Die arme Berenike. Wie nimmt sie es auf? Immerhin hat sie noch andere Perspektiven. Und auch wenn es nur ein schwacher Trost ist: So gings schon vielen Sportlern, Artisten etc. – eine oder mehrere üble Verletzungen und ZACK – aus die Maus *knurr*

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  2. Das suckt ja langsam total mit euren Borkenkäfern. Phil ist süß.
    Ich mache nicht mehr viel. Immerhin setze ich mich mal auf’s Motorrad und fahre durch die Gegend, die hier ja recht schön ist. Und ich begeistere mich immer mehr für’s Gaming. Ich! Lol.
    Musik wird auch noch gemacht, ich lerne Piano. Ansonsten verschimmel ich. Aber immerhin habe ich schon 5 Kilo abgenommen.
    Grüße!

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  3. Furchtbar. 😱 Nur in so einem Anzug den Garten betreten zu können hat irgendwie auch etwas komisches… Läuft möglichst viel in Nachbars Sicht damit herum, vielleicht beschleunigt das die Bezahlung und Vernichtung der Mistviecher. ☠️💀☠️ Ich bin Team Kornblume. 😍 Ist ja leider eine Nazi-Blume oder aber schottisches Nationalsymbol.

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  4. Dass du dich nach so langer Zeit noch an den DDR-Geruch erinnerst 😄. Meine Erinnerung ist dahingehend ziemlich verblasst, obwohl ich oft dort auf Verwandtenbesuch war.
    Nicht, dass eure Nachbarn noch den Eindruck bekommen, angesichts der „Vollverkleidung“ sei bei euch Corona ausgebrochen 😜. Spaß beiseite, es ist hoffentlich bald vorbei mit der Invasion, wenn die Schädlingsbekämpfer anrücken 😅.

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  5. Ich hab zuerst gelesen: „Mein Werkzeug riecht nach Dir!“ 😄 Aufgrund meines daraus resultierenden Kopfkinos war ich für die folgenden Zeilen nur bedingt aufnahmefähig. Ich finde den Anzug irgendwie interessanter als das Tennisdress, aber ich bin ja auch kein Kerl. 😁 Kornblumenblau geht immer und Daumen für Philomenas Schwester sind gedrückt! ✊

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