Social Distancing 4 ever!

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Es ist jedes Jahr das gleiche: Erst friert man sich fast noch den Arsch ab – Winterjacken-Time! – und dann: Peng ist der Sommer da, mit Bullen- oder Affenhitze (je nachdem zu welcher Tierart man sich nun eher hingezogen fĂŒhlt). Man kann gar nicht so schnell vom Winter- zum Sommerbett wechseln, wie es eigentlich notwendig wĂ€re


Ziemlich platt auf dem Platz

0473 tennisGestern raffte ich mich endlich auf, dieses Jahr mit dem Tennisspielen zu starten – natĂŒrlich dann gleich bei 28 Grad im Schatten (den es auf einem Tennisplatz natĂŒrlich nicht gibt). NatĂŒrlich spielte ich erheblich schlechter, als gegen Saisonende letztes Jahr – aber immerhin auch deutlich besser, als im Vorhinein befĂŒrchtet: DafĂŒr, dass ich in meinem Leben (ich fing ja erst letzten Sommer mit diesem Sport an) erst 16-mal auf dem Platz stand und ĂŒber den Winter und die Corona-Pause hinweg ĂŒber acht Monate lang keinen SchlĂ€ger mehr in der Hand gehalten hatte, ging es dann doch erstaunlich gut: Ich traf manchmal sogar den Ball und einmal sogar so gut, dass er auf Nimmerwiedersehen in einer Thujahecke verschwand. Regelrecht stolz war ich, dass ich sogar den „Aufschlag“ noch erstaunlich gut hinbekam. Jedenfalls habe ich nun nicht den Eindruck, alles wieder verlernt zu haben, sondern nur etwa die HĂ€lfte. Aber platt war ich hinterher! Hatte sogar glasige Augen im hochroten Gesicht… Ich habe leider momentan die Kondition eines Wachkomapatienten…

Ansonsten geschieht hier – nix! Ich betreibe selbstverstĂ€ndlich immer noch einen privaten Maximal-Lockdown. Ich kaufe keine fremdzubereiteten Lebensmittel (BĂ€ckerei, Pizza, etc.), gehe weder Essen noch zu irgendwelchen Veranstaltungen (so spare ich auch erstaunlich viel Geld – und bin so erstaunlicherweise immer noch nicht in der Privatinsolvenz). Auch zum Frisör werde ich erst wieder gehen, wenn ich gegen Covid19 geimpft bin. Solange lasse ich es einfach wachsen. Sehe deshalb langsam wie einer aus, der nachts im Pappkarton pennt
 😁

Verseuchter Verschwörungsdepp

Ich treffe auch keinerlei Leute mehr – ich hatte ja schon vor Corona eh kaum noch ĂŒbrig gebliebene Freunde und Bekannte. Die meisten gingen im Lauf der Jahre an Kinder oder Karriere verloren… 😉 Allerdings wollte Rudi hier eigentlich demnĂ€chst vorbeikommen… Doch der Seuchenvogel soll mal schön in seinem Shithole Berlin bleiben, wo die Fallzahlen momentan wieder steil nach oben schießen! Als echter Verschwörungstheoretiker ist er natĂŒrlich ein kleiner Rebell und wichst sich einen darauf ab, dass er sich im „Real“-Markt gleich hinterm TĂŒrsteher sofort wieder die Maske herunterreißt: „Ich lasse mir von diesen verbrecherischen Systemschweinen doch nicht mein Gesicht verbieten!“ Er glaubt ja auch, dass es das Virus eigentlich gar nicht gibt und die Symptome von der 5G-Strahlung kommen, die die jĂŒdischen Alien-Echsen unter Aufsicht von Bill Gates durch die Weltgeschichte funken. 😬

Ich war ja stets sehr tolerant gegenĂŒber Rudis Esoterik- und Verschwörungsweltbild („zu tolerant“ meint Philomena) und hielt mit meiner tatsĂ€chlichen Meinung dazu aus Höflich- bzw. Friedfertigkeit meistens hinterm Berg. Zumal diese Pseudoreligion aus den Tiefen des Internets Rudi auch Halt zu geben scheint: Vor 12 Jahren (als er in puncto Weltanschauung noch ziemlich vernĂŒnftig war) konnte er kaum noch das Haus verlassen, um einzukaufen oder zur Arbeit zu gehen – so stark ausgeprĂ€gt war damals seine Sozialphobie. Seit ein paar Jahren geht er aber wieder locker-flockig in vollbesetzte Restaurants und richtet an seinen Geburtstagen Feiern fĂŒr zwei bis drei Dutzend Leute aus. 0472 loser ufoDer Glaube an unterirdische Kinderfolterkomplexe, an meditative DarmspĂŒlungen fĂŒr den Weltfrieden und an arisch-weißblonde Plejadierinnen, die sich eines Tages mit ihm paaren wollen, ist fĂŒr ihn etwas, das Philomena und ich „Operation Loser-Trost“ nennen. Durch vermeintliches Spezialwissen, durch das GefĂŒhl vermeintlich aufgewacht, auserwĂ€hlt und ĂŒberlegen zu sein, lĂ€uft der Sonderling wieder einigermaßen in der Spur. Ich widersprach auch deshalb kaum, weil ich befĂŒrchtete, dass der arme Narr womöglich in die Klapse mĂŒsste, wenn man sein Kartenhaus zum Einsturz brĂ€chte


Aber nun in der Corona-Krise, wo Verschwörungstheorien und Fake-News die öffentliche Ordnung gefĂ€hrden und bisher diesbezĂŒglich wenig verhaltensauffĂ€llige BĂŒrger von RattenfĂ€ngern aufs dĂŒnne Eis des wissenschaftsfeindlichen Irr- und Aberglaubens gefĂŒhrt und politisch ins Extreme (und zwar an beiden RĂ€ndern – in seltenen FĂ€llen sogar beiden RĂ€ndern gleichzeitig) korrumpiert werden, da ist fĂŒr mich die Grenze des ErtrĂ€glichen erreicht, wenn mir Rudi mit seinem Themenkanon kommt! 😠 Ich erwog in den letzten zwei oder drei Wochen sogar immer mal wieder, ihm deshalb endgĂŒltig die Freundschaft zu kĂŒndigen! Jedenfalls soll er da schön bei seinen schrĂ€gen Berliner Gestalten bleiben, die allesamt auf Abstandsregeln pfeifen und sich regelmĂ€ĂŸig in permanent wechselnder Zusammensetzung privat in großer Runde treffen, dass es angesichts des Coronavirus fast so fahrlĂ€ssig anmutet, wie Anfang der 80er Jahre beim Aidsvirus in den New Yorker Darkrooms


Ich brauche eh keine Menschen – sie brauchen mich ja auch nicht

0471 social distancingMit Mitch treffe ich mich seit etlichen Monaten auch nicht mehr zum Essengehen. Ich treffe ĂŒberhaupt niemanden mehr. Verbarrikadiere mich im Haus und nehme alles mit meiner (imaginierten) alten Winchester-Rifle unter Feuer, was sich bis ĂŒber den (ebenfalls imaginierten) Krokodilgraben wagt! Lifetime-Social-Distancing! Wer braucht schon Leute? Ich bin hier in meiner lĂ€ndlichen GĂŒlle-Gegend eh im obersten Perzentil der Verteilung „geistigen Wohlstands“. Der Adler unter Tauben, oder so
 Vielleicht eher ein Uhu, wegen Eulen (oder waren das weiße Rosen?) nach Athen und so. Uhu Alleskleber aus der Tube. Klebe an der „Scholle“ (das ist ĂŒbrigens auch mein Spitzname fĂŒr Philomena) – auf dem GelĂ€nde verwurzelt. Selbsteingesperrt. „Exil“, nenne ich das ja (perverserweise kommen schon Leute auf mein Blog hier, die bei Google „Eremit“ eingeben – ohne Scheiß jetzt).

Exilierter Eremit, die Endzeit erwartend

0474 lesenEigentlich liege ich nur noch auf dem RĂŒcken und lese. Das Tablet als Fenster zur Welt. Meinetwegen könnte man schon die letzten Jahrzehnte des 21sten Jahrhunderts haben, wo man nur noch in NĂ€hrlösungstanks schwebt und permanent in virtuellen Welten ist
 Leider kommt das so nicht mehr – die Menschheit rottet sich sicherlich noch vorher aus. In Amerika sieht es ja momentan durchaus leicht nach einem BĂŒrgerkrieg aus. Ich vermute auch, dass Trump im Falle einer Wahlschlappe den Erdogan machen wird und einfach im Amt bleibt. Die notwendigen Richter hat er ja bereits installiert und notfalls feuert er einfach gleich den ganzen Senat – oder auf diesen. Obwohl das jetzt verschwörungstheoretisch fast schon Rudi-Niveau wird. Ich hör mal besser auf zu schreiben
 Passiert ja eh nix! Tennisball steckt inner Thujahecke fest und is futsch! Persönlich fĂŒr mich durchaus tragischer als zehntausend Covid-Tote
 Drama, Drama! Am Arsch. 😁

18 Gedanken zu “Social Distancing 4 ever!

  1. Obwohl ich kein Social Distancing pflege und weiterhin ins BĂŒro gehe (und zwar gerne), treffe ich wie vorher auch, niemanden ausser ab und zu meine Schwester und natĂŒrlich die Arbeitskollegen, die jetzt endlich auch nicht mehr die ganze Zeit zurĂŒck weichen, wenn man versehentlich einen Schritt zu nahe kommt. Beim Einkaufen ist es nach wie vor lustig wie die Leute so gucken und sich verhalten. Ich packe einfach meine Sachen in den Wagen, gehe zur Kasse und wieder heim. FĂŒr mich ist nichts komisch oder anders.

    Obwohl ich eigentlich gesellig bin (lebe ich auf der Arbeit aus), komme ich hier daheim und „nur“ mit virtuellen Kontakten gut klar. Von mir aus kann das ruhig so bleiben. Extrem toll finde ich, dass jetzt nicht dauernd Leute meinen, man mĂŒsse sie besuchen. Wobei die Anfragen bei uns schon immer spĂ€rlich waren, da wir das von Anfang an verweigert haben.

    Wir freuen uns auf den November und ziehen schon einen virtuellen Nato-Zaun ums Haus *GG*

    Cool, dass das Tennis-Spielen noch so gut klappte.

    Rudi wĂŒrde ich ev. auch die Freundschaft kĂŒndigen, denn er hat ja da eine Posse in Berlin, der braucht dich doch gar nicht mehr und du ihn sowieso nicht?

    Warum noch niemand auf Trump geschossen hat, erschliesst sich mir nicht. Ich musste jedoch auch fest stellen, dass mir die MentalitÀt der Amerikaner sehr fremd ist, nachdem mir jemand das System erklÀrt hat, der von dort kommt und zu dem ich auch Vertrauen habe. Bei uns gibts auch viel Rassismus, doch was die paar durchgeknallten Amis machen (als hÀtte es nie ein Ende der Segregation gegeben), finde ich unter aller Kanone. Zumal die weissen Vorfahren die schwarzen Vorfahren dorthin verschleppt haben.

    Hey und der Geldspar-Effekt ist doch super!!!

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    • FĂŒr Rudi scheine ich – aller Differenzen ungeachtet (die meisten will er gar nicht sehen und ignoriert sie einfach) – immer noch sowas wie die wichtigste Bezugs- oder zumindest Vertrauensperson zu sein, er spricht immer vom „engsten Freund“. Na ja. Bei mir ist das mittlerweile Philomena und Mitch ist zumindest der loyalste und pflegeleichteste Freund… Das mit Rudi ist eigentlich nur noch der Tradition geschuldet.

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      • Das dachte ich mir schon – vielleicht lĂ€sst du es einfach mal laufen und wimmelst ihn vorerst mit „bevor ich nicht geimpft bin, kommt hier keiner rein“ ab.

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        • Ich habe weder beste noch enge oder gar engste Freunde. Ich bin sehr auf „ich kann das schon alleine“ getrimmt, obwohl ich wie erwĂ€hnt gerne rumblödle und Spass mit Leuten habe, dann ists aber auch wieder gut.

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  2. Wenn du fĂŒr Rudi so ne wichtige Rolle spielst, könntest du ja doch vielleicht sogar zu ihm durchdringen. Wenn Spinnerei anfĂ€ngt, andere zu gefĂ€hrden (hier durch laxen oder bewusst provokanten Umgang mit Hygienemaßnahmen), hört sie auf, Privatsache zu sein.

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    • Das geht leider nicht – versuche mal jemanden umzudrehen, der etwa radikaler Islamist ist oder in einer Psycho-Sekte. Bei diesen pseudoreligiösen VerschwörungsglĂ€ubigen – zumal jenen, die sich fĂŒr „auserwĂ€hlt“ halten – kommst Du ĂŒberhaupt nicht mehr durch. Vielleicht noch mit einer Umerziehungslagerhaft, wo der Wille durch Auslöschung der Persönlichkeit gebrochen wird… 😉 Der ist komplett von seinem „Glauben“ (den er „Wissen“ oder „Wahrheit“ nennt) durchdrungen – das spielt fĂŒr ihn in jeder Minute seines Daseins die Hauptrolle.
      Er wĂŒrde lieber mit ner Knarre um sich schießen, als sich an Vorgaben von „denen da oben“ zu halten – schließlich ist Drosten ein reptiloider Außerirdischer und Angela Merkel die leibliche Tochter von Adolf Hitler, die in ihrer Berliner Wohnung Satan huldigt und das mit Stresshormonen angereicherte Blut gefolterter Kinder als tĂ€gliche Droge trinkt.
      „Psychiatrie!“, möchte man nun denken – aber dann gĂ€be es dort viel zu tun. Mehrere Millionen Deutsche glauben solchen Unsinn (u.a. Xavier Naidoo, der glaubt sogar zusĂ€tzlich daran, dass die Erde tatsĂ€chlich flach ist und von einer Hölle unterkellert). Die sind von der Politik nicht mehr zu erreichen. Die meisten sind NichtwĂ€hler – viele wenden sich aber auch der AfD zu. Etliche (momentan wĂ€chst das exponentiell) wenden sich auch der ReichsbĂŒrger-Bewegung zu und werden militant. Wenn jemand nicht vollkommen durchgebraten ist und nicht nur Irres denkt, sondern auch irre handelt, kommt man heutzutage auch nicht mehr so schnell in die Psychiatrie, bzw. wird nach spĂ€testens 24 Stunden wieder entlassen. Solange Rudi also nicht wirklich zur Knarre greift, kann man nichts machen – nur tolerieren oder sich abwenden.

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        • Das Problem ist, dass dieser ganze Wahnsinn zwar ĂŒbelst ist, aber auch wie eine Art dicke Kruste, unter der nach wie vor ein netter Kerl steckt, der die Natur liebt, gerne reist, tiefgrĂŒndig und intelligent (! – um so schlimmer, dass so jemand so etwas glaubt…) und eigentlich auch sehr loyal ist. Ich kenne ihn seit 27 Jahren und wir haben einst krasse Bergtouren und mehrtĂ€gige PaddelausflĂŒge mit Kocher und Zelt durch die Wildnis gemacht. Da fĂ€llt mir der Radikalschnitt schwer – bei fast jedem Anderen hĂ€tte ich bereits vor einigen Jahren den Kontakt abgebrochen… đŸ€”đŸ˜”

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  3. Also, dafĂŒr, dass sich bei dir angeblich nichts tut, liest sich dein Beitrag schon recht unterhaltsam.

    Das eigentliche Interessante spielt sich sowieso im Inneren ab. Sofern der jeweilige Mensch auch tatsĂ€chlich interessant ist. Wer reich aus sich selbst heraus ist, muss nicht von einem Event zum nĂ€chsten jagen, um seine innere Leere zu fĂŒllen.

    Mir ist mit mir allein nie langweilig. Langweilig ist mir nur in öder Gesellschaft.

    Es gibt schon auch Menschen, deren Gesellschaft ich (- hin und wieder 😉 – ) als sehr wohltuend empfinde, aber die kann ich an einer Hand abzĂ€hlen.

    Und du hast ja Philomena als intellektuellen Sparring-Partner. Lieber ein Mensch, der einem wirklich etwas gibt als 100, die einem eher noch etwas nehmen. Zeit, Nerven etc. pp.

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  4. Ich habe den Beitrag mit gemischten GefĂŒhlen gelesen. Es ist wahr, dass das Virus Menschen gefĂ€hrdet und schadet und dass es folglich Grund gibt, Angst davor zu haben. Wenn man sich aber anschaut, was die Kanzlerin und ihr gleichgesinnte nette Leute auf der Grundlage dieser Angst so alles Schönes in Deutschland und in Europa machen (vgl. https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2020/05/26/ein-rettungsschirm-fur-macron-die-deutsche-windindustrie-und-die-europaische-kleptokratie/), dann habe ich den Eindruck, dass man davor eigentlich auch Angst kriegen sollte. Ich habe jedenfalls fĂŒr die ‚Verschwörungstheoretiker‘ eine Lanze gebrochen (https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2020/05/22/zur-glaubwurdigkeit-der-verschworungstheoretiker-und-der-mainstream-medien/), obwohl ich selbst eher einen Hang zur Skepsis habe. Der Begriff ist so unscharf und so hypermental, dass niemand sicher sein kann, dass er nicht eines Tages auch damit gemeint sein könnte.
    Social Distancing finde ich natĂŒrlich auch toll. Aber da brauche ich niemanden, der es mir vorschreibt, um es zu machen, und es geht auch ganz gut ohne Maske.

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