Traumwelt-Innenräume

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Ich stehe ja auf KI (= „Künstliche Intelligenz“), die man zu künstlerischen Anwendungen missbrauchen bzw. gebrauchen kann. Das „erratische Element“, das sich bei der Bilderzeugung durch Algorithmen gerne einschleicht, lässt die Ergebnisse oftmals wie Traumwelten wirken… Eben habe ich beispielsweise folgende Serie von 20 Bildern binnen einer Viertelstunde mit Hilfe einer KI hergestellt:

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Ich finde, das sieht irgendwie so ähnlich aus, wie in meinen nächtlichen Traumwelten. Da gibt es ähnliche Innenräume in alten, verwinkelten Häusern, die unter mathematisch-geometrischen Gesichtspunkten nicht ganz hinhauen können, aber instantan tiefgründige Stimmungen erzeugen. Konkrete Details bleiben oft vage und sind nicht genauer zu ergründen. Gegenstände entziehen sich der genaueren Identifizierbarkeit.

Die KI träumt gewissermaßen auch – spuckt Ergebnisse aus, die gewissermaßen auf der „eingedampften Essenz“ diverser Interieurskonzeptionen besteht. Durchaus vergleichbar mit dem Vorgehen unseres Unterbewusstseins, das im Traumschlaf auf Versatzstücke von Dingen zurückgreift, um sie neu und oftmals recht fraktal neu zu arrangieren… Wenn man sich die Bilder genau anschaut sind sie strukturell im Detail oft hochgradig „unlogisch“ wie in jenen Traumwelten – aber sie erzeugen sofort ein Gefühl von Nostalgie, Mondänität, Tradition, Vergangenheit, was auch immer… Lassen Dich emotional nicht kalt, zumindest. Ich finde das faszinierend.

KI-Kunst ist eine andere Art der Kunst – der Künstler ist hier nicht Handwerker, eher Dompteur oder Dirigent. Schöpft nicht selber, sondern leitet die Genesis lediglich an, die sich aber größtenteils seines direkten Zugriffs entzieht. Dennoch kann nicht jeder mit solch einem KI-Baukasten Kunst schaffen – auch Dirigenten und Dompteure brauchen eine gewisse Übung für ihr Tun.

9 Gedanken zu “Traumwelt-Innenräume

      • Apropos „schlafen“: Nachdem ich am Wochenende nicht zum Weiterlesen gekommen bin, habe ich gerade eben – anstatt zu schlafen – rund 50% von Deinem Buch binnen zweieinhalb Stunden in einem Rutsch durchgelesen! Das ist keine seichte Trivialliteratur (wie Du einmal in fälschlicher Selbstverzwergung schriebst), sondern ein echter Thriller! Emotionale Achterbahnfahrt, die sogar meine alte Pumpe noch beschleunigt – allerhand! 😁👍 Ohne Scheiß jetzt: Obwohl ich noch nicht ganz durch bin mit dem ersten Band (habe gerade Kapitel 17 beendet), muss ich sagen, dass Dein Roman vermutlich unter die Topdrei der Bücher fallen dürfte, die ich in diesem Jahr bisher gelesen habe… Respekt!

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        • Wow! Jetzt bin ich platt. 🙂 Das nenn ich mal einen richtig guten Start in den Tag, obwohl meine Nacht auch reichlich beschissen war. Ich danke dir!

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  1. Es fragt sich, ob es sich bei technischen Verfahren, die, wie Du sagst, ‚angewendet‘ und ‚gebraucht‘ werden, tatsächlich um ‚Intelligenz‘ handelt. Gibt es eine Intelligenz, die nicht versteht? Gibt es eine Intelligenz ohne Selbstbewusstsein?
    Handelt es sich tatsächlich um Intelligenz, stellt sich bei solchen Bildern die Frage, wer ihr geistiger Urheber ist: der Entwickler des Programms, ‚die Intelligenz‘ oder Du?
    Ich stehe mit der Künstlichen Intelligenz auf Kriegsfuß, denn ihr Gebrauch scheint mir in einen gigantischen und in seinem Ausmaß noch nicht erfassbaren und vorstellbaren Missbrauch zu münden (vgl. https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2020/05/25/die-anthropologische-wende/).
    Die Vorstellung, dass die Traumwelt und der Innenraum eines Individuums maschinell fabriziert werden, ist hypermental. Die Kommentare unter dem Beitrag zeigen, dass es funktioniert: Die Maschine generiert die Traumwelt und den Seeleninnenraum und die Konsumenten nehmen die Produkte an und in sich auf.

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    • Klar führt „Künstliche Intelligenz“ (bei fortgesetzter Anwendungsdauer individuell und auch durch ihre technologische Weiterentwicklung und -verbreitung generell) zu einer verstärkten Passivität. Der nur noch konsumierende Mensch degeneriert, verblödet. Braucht Zunehmend „Hilfsmittel“, die ihm durch KI bspw. in Form von immer mehr Apps zur Verfügung stehen. Hier greift vermutlich das Henne-Ei-Prinzip: Verblödet die Menschheit aufgrund immer stärkerer Unterstützung durch Algorithmen, oder ist sie im (passiv)konsumorientierten Kapitalismus bereits eh schon derartig degeneriert, dass sie beim Denken und Handeln inzwischen technische Unterstützung braucht? Vermutlich ein Teufelskreis, bei dem sich die gesellschaftliche Mehrheit selber tiefer in den Sumpf reiten wird… 🤔

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