Raupenhorror 2019 reloaded und 2020 preview (+ Gartenfotos)

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Momentan komme ich hier kaum zum Lesen oder Schreiben – mir ist nicht danach. Neben den bekannten Widrigkeiten Geldmangel, Existenzangst, Corona-Verunsicherung, Gratifikationskrise (niemand tröstet oder lobt mich – momentan mache ich keinerlei sinnvolle Arbeiten und habe auch kaum positive oder gar Erfolgserlebnisse), sowie Sorgen und negativen Gedanken allgemein, ist jetzt schon wieder die Raupen-Problematik aktuell geworden…

Eichenprozessionsspinner-Raupenhorror Jahrgang 2019 reloaded

0451 WegbauIn den letzten Wochen habe ich etliches im Garten geplant und gebaut – unter anderem den Weg aus selbsthergestellten Betonsteinen, die wie ein polygonales Natursteinpflaster ausschauen (siehe nebenstehendes Foto). Im Laufe meiner Arbeit daran, wirbelte ich immer wieder Staub auf und handelte mir dadurch einen üblen Nachschlag zur Raupendermatitis der letzten Gartensaison 2019 ein. Die mit Pigmenten eingefärbten Betonplatten lagerten bereits im letzten Sommer draußen im Freien und waren dort den Abermillionen aus den Eichenbäumen des Nachbarn (der die Eichenprozessionsspinner-Raupennester in seinem Garten – im Gegensatz zu uns hier – nicht entfernen gelassen hatte) herabrieselnden Nesselgift-Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner-Raupen ausgesetzt. Ebenso exponiert war letztes Jahr auch die Erde gewesen, die ich für meine aktuellen Bauarbeiten verwendet habe. Die Gifthaare bleiben mitunter jahrelang chemisch aktiv, bevor sie ihre Gefährlichkeit verlieren. Auch beim Fegen der frisch verfugten Steine wirbelte ich (aufgrund der hier momentan herrschenden Dürre) haufenweise mit den Brennhaaren vom letzten Jahr kontaminierten Staub auf.

Zum Glück trug ich bei der Arbeit gummierte Arbeitshandschuhe, sonst wäre es noch schlimmer geworden – aber auch so hatte ich im Laufe der letzten Tage immer mehr Raupendermatitis-Pusteln bekommen. Zunächst dachte ich, es wären ganz normale Mückenstiche. Dann wunderte ich mich aber weil erstens Philomena gar keine entsprechenden Stiche hatte (bei Mücken im Haus hätte sie auch welche haben müssen – auch wenn ich im Allgemeinen etwa fünf- bis zehnmal so oft gestochen werde, wie sie), zweitens die Stiche immer mehr wurden und vor allem nach drei oder vier Tagen nicht wieder verschwanden, und drittens einige Stiche schließlich zu eitern begannen und auch noch extrem viel stärker und unangenehmer als normale Mückenstiche brannten. Von Raupendermatitis habe ich mindestens zwei Wochen lang permanenten Juckreiz, ohne dass er wieder weggeht. Da ich innerhalb der letzten Wochen alle zwei oder drei Tage im Garten arbeitete, wurden die Entzündungsgeschwüre auf der Haut immer mehr – momentan habe ich um die 50 bis 60 Stück. Weil die Hände in den Handschuhen geschützt waren, sind fast alle auf den Unterarmen und in den Ellenbeugen. Einige auch am Hals. Zum Glück habe ich bei der Arbeit keine Brennhaare in die Augen bekommen oder eingeatmet. Dafür sind ein paar Pusteln und abgestorbene Hautstellen auch an den Fußgelenken, weil ich an einem der Arbeitstage lediglich Gartenhalbschuhe, statt der Gummistiefel trug, die ich sonst dabei anhatte. Inzwischen werde ich nachts oft vor Schmerzen wach und kann dann oft nicht mehr erneut einschlafen. Das Leben mit der Raupendermatitis grenzt an eine permanente Folter – alles nur, weil der Nachbar letztes Jahr keine Lust und/oder kein Geld hatte, die Nester aus seinen vier oder fünf riesigen Eichenbäumen zu entfernen!

❌ Eichenprozessionsspinner-Raupenhorror Jahrgang 2020 preview

Dieses Jahr dürfte es übrigens noch schlimmer werden, da ein kalter Winter leider ausblieb, der die Raupen in ihren Eiern erfrieren gelassen hätte. Eine erste, erst etwa acht Millimeter lange und noch brennhaarlose, Eichenprozessionsspinner-Raupe des 2020er-Jahrgangs wurde mir im Übrigen bereits vor drei Tagen beim Lüften durchs Schlafzimmerfenster ins Haus geweht. Zu befürchten ist durch den milden Winter in diesem Sommer ein zig-fach stärkerer Befall, als im letzten Jahr. Bereits 2019 war unser Garten den ganzen Sommer über praktisch unbetretbar – oder zumindest nur mit dicker Schutzkleidungsvermummung, die man hinterher in die Kochwäsche geben konnte, bzw. ohne solche Kostümierung nur an Tagen ohne Westwind, an denen vom Nachbargrundstück keine Brennhaare herüberwehten. Dieses Jahr könnte es sogar so schlimm werden, dass man gar nicht mehr lüften kann (ich stelle mir dazu gerade einen weiteren 42°C-Sommer vor) und nur noch mit Atemschutzmaske zum Gießen rausgehen, damit im Garten nicht alles vertrocknet. Eventuell wird es dieses Jahr sogar für unsere Schildkröte gefährlich, wenn sie zu viele giftige Brennhaare abbekommt. Letztes Jahr ging es gerade noch gut.

Genauso wie 2019 werden wir auch 2020 wieder unsere gemütliche Gartenlounge-Liege mit Verdeck ungenutzt im Gartenhäuschen lassen müssen, ebenso die Polster für die Gartenmöbel. Ansonsten können wir ab Ende Mai alles wegschmeißen, weil es dann auf Jahre hinaus kontaminiert ist. Die Unbetretbarkeit dauerte letztes Jahr von Ende Mai bis Anfang November. Bodennahe Gartenarbeit ist auch bis in dieses Jahr hinein gefährlich (musste ich schmerzhaft bei meinen Wegbauarbeiten erfahren). Wenn der Nachbar dieses Jahr bei der Entfernung der Nester (kann man so ab Mitte bis Ende Juni machen, wenn keine weiteren Nester mehr hinzukommen) durch Baumkletterer nicht mitzieht, garantiere ich für nichts! Entweder hole ich mir dann eine PS-starke Kettensäge und fälle dessen Bäume eigenhändig, oder ich hole mir zumindest einen Rechtsanwalt und verklage ihn straf- (schwere Köperverletzung durch Unterlassung, Verweigerung von Gefahrenabwehr) und zivilrechtlich (Schmerzensgeld und Schadensersatz für Gartennutzungsausfall)!

Ich habe den Nachbarn vor ein paar Tagen bereits diesbezüglich zur Rede gestellt und ihm gesagt, dass er sich diesmal anschließen soll, wenn ich die Baumkletterer beauftrage (ich habe mit der Firma bereits kürzlich telefoniert, um eine Raupenentfernung vorzureservieren) – letztes Jahr hatte er das selber versucht und (angeblich!) keinen Termin mehr bekommen (oder es vielleicht auch nur vorgezogen, ein paar hundert bis tausend Euro Einsatzkosten zu sparen…). Diesmal will er nun tatsächlich mitziehen – aber ich traue dem Frieden noch nicht so ganz… 🤨

Jedenfalls haben mich die Brennhaare vom letzten Jahr nun bereits vor Beginn der 2020er-Horrorsaison vortrefflich daran erinnert, was noch unweigerlich auf uns zukommen wird. In vermutlich vier bis fünf Wochen geht es spätestens los mit der Folter, die ich meinen ärgsten Feinden nicht ans Bein wünschen würde. Ich hätte lieber jeden Tag einen Zahnarzttermin ohne Betäubungsspritze, als diese pausenlos und wochenlang juckenden Geschwüre, die ich jetzt schon wieder habe!

Immerhin ist der Garten momentan ganz ansehnlich und die neue Pest noch nicht losgegangen. Deshalb zeige ich Euch nun noch schnell ein paar aktuelle Bilder vom diesjährigen „Bestzustand“, bevor mangels Pflege wieder alles über den Jordan gehen wird…

0452 Garten Lang

Und hier noch mal nachts – zu meiner gewohnten Zigarrenraucher-Lustwandelstunde (auf den neuen Wegen laufe ich dabei keine Trampelpfade mehr in den Rasen):

0453 Garten Nacht

Hypermentale Grüße!

25 Gedanken zu “Raupenhorror 2019 reloaded und 2020 preview (+ Gartenfotos)

    • Danke, sehr nett.
      Ich kriege allerdings Stress mit Philomena, wenn ich zu viel am PC hänge, obwohl es im Haus noch potentiell wichtigere Dinge zu erledigen gäbe (also immer) – deshalb schrieb ich auch öfters, wenn sie mal eine Weile weg war (in Nicht-Corona-Zeiten). 😉 Ich könnte natürlich auch noch spätnachts schreiben – aber dann bin ich durch die Gartenarbeit momentan zu müde, um mir noch was aus den Fingern saugen zu können.

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        • ▪️Ich mache allerdings wohl tatsächlich „zu wenig“ im Haus – deshalb die Problematik. Hauptsächlich liegt das an meinem im direkten Vergleich erheblich geringer ausgeprägten Reinlichkeitsbedürfnis und auch daran, dass ich als über ewige Zeiträume immer wieder allein Lebender äußerst haushaltsfaul geworden bin. Ich bin deshalb sehr tolerant, was Staub, etc. angeht… 😉
          ▪️Gute Einträge schreibe ich nur, wenn ich geistig wach bin – d.h. an Tagen mit viel Arbeit/Anstrengungen/Aktivitäten bin ich spätnachmittags oder abends zu blöd im Kopp, um meine eigenen Mindestansprüche an Einträge zu erfüllen…

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  1. Erst Mal das Gute: Diese Steine sind echt toll geworden und der Garten ist generell sehr schön.

    Ich kann deine Wut echt verstehen, das ist kein Zustand mit diesen Geschwüren. Erst wollte ich ja schreiben, hättest du die Steine mal mit dem Gartenschlauch abgespritzt, doch als du dann schriebst, dass die Erde auch kontaminiert ist, war mir klar, dass das keine Option ist.

    Ich bin ebenfalls auf deiner Seite, dass dieser Nachbar für solches an der Hand genommen resp. gezwungen werden muss und dass man ihn allenfalls verklagt. Gibts da Handhabe? Mit sowas kenne ich mich überhaupt nicht aus.

    Ich wünsche dir baldige Genesung und überhaupt alles Gute – schön, dich mal wieder zu lesen.

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  2. Euer Garten sieht wunderschön aus. 🌹

    Die Auswirkungen der Raupen sind wirklich furchtbar… es wird ja angenommenen, dass sie sich künftig noch stärker verbreiten. Hier sind sie zum Glück noch nicht angekommen, aber wir haben seit der Fällung der Robinien vor dem Wohnzimmerfenster zwei junge Eichen stehen… könnte übel werden, wenn die Viecher dort einziehen.

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    • Wenn die Viecher in einem Eichenbestand erstmal Fuß gefasst haben, können sie mehrere bis zu mehrere Meter lange Nester pro Baum ausbilden. Die zwei Nester bei uns waren im Erstbefallsjahr 2019 erst etwa Grapefruit-groß (die vielleicht vier oder fünf Nester beim Nachbarn auch) – die Auswirkungen können sich dieses Mal bei einer Nichtentfernung also deutlich vervielfachen…

      Liken

  3. Ich glaube, der Nachbar wird sicher mitziehen, und sei es auch nur, um die Kosten nicht allein an der Backe zu haben. Wenn es mal irgendwann gefährliche Raupen zu Platanen hinzieht, bin ich verloren 😆. Ich wünsche dir/euch aber natürlich, dass die Raupen euch auf wundersame Weise dieses Jahr verschonen mögen, es ist zu traurig, einen solchen Traumgarten nicht nutzen und genießen zu können, ganz abgesehen von den gesundheitlichen Folgen 🥴. Alles Gute und toi toi toi für die Bekämpfung und alle anderen „Baustellen“ 🍀

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    • Der Nachbar und seine Frau haben mit anderthalb Einkommen sechs Kinder (teils deren Studium und Ausbildung), eine daheim gepflegte Schwiegermutter und einen halben Haustierzoo zu versorgen – deshalb täten ihnen jährliche Raupen-Beseitigungskosten von schlimmstenfalls ein bis zwei Tausend Euro finanziell richtig weh. Vermutlich werden sie die Bäume lieber fällen, wenn solch ein Anti-Raupen-Einsatz jährlich notwendig werden wird (angesichts der letzten zehn Winter und deren recht milden Tiefsttemperaturen wahrscheinlich). Ich schätze dass das Fällen ungefähr so viel kosten dürfte, wie vier bis fünf Jahre Bekämpfung.

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  4. Die Schönheit des Gartens steht echt im eklatanten Widerspruch zu dieser Plage und den damit verbundenen Konsequenzen. Ich bewunderte ja schon neulich deine Motivation, angesichts der trüben Aussichten so viel Mühe in den Garten zu investieren! Bin auf jeden Fall auch für den Rechtsweg, falls er nicht mitzieht dieses Jahr! 😬

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    • ▪️Mir ist ja sonst nicht mehr viel geblieben, was ich momentan machen kann – a) wegen Corona und b) wegen Geldmangel… Deshalb stürze ich mich halt auf den Garten. Da sieht man wenigstens unmittelbare Resultate, wenn man was gemacht hat und ist hinterher auch körperlich ziemlich fertig (ersetzt mir den Sport – Tennis fällt ja leider in Corona-Zeiten auch aus)…
      ▪️Beim Nachbarn setze ich momentan noch auf Freiwilligkeit – er hatte ja versichert, dass er sich diesmal anschließen wolle. Ob er das aber tatsächlich tun wird, wenn es dann ernst bzw. teuer wird, da bin ich nicht ganz sicher… Immerhin hat er kurzfristig eine Lösung gefunden, als vor ein paar Wochen schon wieder seine Hühner über den Zaun kamen, um hier den Garten zu verwüsten: Da hatte seine Frau Vogelschutznetze besorgt und wir haben die gemeinschaftlich zu viert von beide Gärten aus als Zaunerhöhung montiert. Funktioniert seit dem gut. Kein Federvieh mehr zu Besuch. 🙂
      ▪️LG!

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  5. Ist das eine Sche*ße – Du glaubst es nicht!!! 😳 Garten-Corona sozusagen, die Pest im Eichenbaum. Wenn ich nicht sowas ähnliches im vorigen Jahr bereits kommentiert hab. Ein Wunder wär recht – ich wünsch Euch ganz großes Glück!

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