Mein vorerst letzter WordPress-Eintrag

#0337[1247]

0002 Logo

Dies hier wird auf absehbare Zeit mein letzter Eintrag sein. Es hat keinen Sinn mehr, hier zu schreiben – es bringt nichts, wenn mich einige Kommentare momentan dazu bringen, dass ich vor Wut koche, weil ich vor lauter Sorgen und Problemen extrem dünnhäutig geworden bin. Ich sorge mich halt um die Gesundheit von Personen, die mir wichtig sind, bin zumindest diesen gegenüber empathiefähig und empathisch. Und um meine eigene Gesundheit sorge ich mich auch, weil ich mit meiner kaputten Leber zur Risikogruppe gehöre, bei denen Covid19 schwer oder tödlich verlaufen kann.

Außerdem kann ich hier nicht mehr unbeschwert locker und flockig schreiben, weil es mich zu sehr bedrückt, pleite zu sein. Ich schmarotze bei Philomena und meinen Eltern – sonst könnte ich weder Krankenversicherung, noch Gas, Wasser und Strom bezahlen. Hohe Fixkosten ohne Einnahmen. Allein solch eine Situation wäre bei einigen schon Grund genug, ihre freudlose Existenz zu beenden. Ich plane solch einen finalen Schritt nicht (auch weil ich für meine Eltern verantwortlich bin) – aber ich halte es nicht mehr aus, über solche erbärmlichen Zustände auch noch live und in Farbe zu berichten!

Wenn es mir wirklich dreckig geht, dann ziehe ich mich aus der Öffentlichkeit zurück.

Auch aus der virtuellen. Auf der alten Plattform myTagebuch bloggte ich auch nie länger als zwei Jahre im Stück, bevor ich mich wieder löschte und erst nach drei oder vier Jahren wieder zurückkam. Da man seine Texte hier bei WordPress nicht im Stück herunterladen kann, werde ich diesen Schritt diesmal nicht machen. Ihr könnt hier also weiterhin meinen alten Scheiß nachlesen, wenn es Euch gelüstet.

War nett hier mit Euch, werte Leser und Abonnenten – aber jetzt bin ich hier erstmal weg… Kann auch nicht abschätzen, ob ich bereits in ein paar Wochen zurück sein werde oder erst in einem halben Jahrzehnt.

Lebt also wohl und kommt alle gut durch die schweren Zeiten, die nun vor Euch allen liegen! 🍀👋

21 Gedanken zu “Mein vorerst letzter WordPress-Eintrag

  1. Ich finde es schade, dass du dich jetzt verabschieden willst. Aber es ist deine Entscheidung und ich wünsche dir und deinen Lieben alles Gute und vor allem gute Gesundheit! Ich würde mich

    Liken

  2. Eine sehr dezidierte Entscheidung – da kann ich dich natürlich nicht überreden zu bleiben. Aber für mich war es ein großer Trost zu wissen, dass es auch andere Menschen gibt, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich, nämlich pleite etc. Vielleicht gehörst du nicht zu denjenigen, denen das Mut macht oder die das tröstet – jede*r ist eben anders. Tja, ich bin traurig, aber ich wünsche dir alles Gute und natürlich, dass ihr gesund bleibt.

    Gefällt 1 Person

  3. Schade. Aber ja, so kennen wir Dich, Du gehst immer wieder. Schade. Wäre schöner, wir würden das zusammen durchstehen. Du könntest zum Beispiel private Einträge schreiben, dann wäre es auch nicht mehr wirklich öffentlich, sondern sozusagen im kleinen Kreis. Naja, machs gut. Ich hoffe, wir lesen uns bald wieder. Und bleib gesund, gell!

    Gefällt 1 Person

    • Orbo, das hat nix mit Mimose zu tun – dieser Mini-Disput hier war nur der wenige Moleküle große Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Was mir echt zu schaffen macht ist das Trümmerfeld außerhalb des Virtuellen hier.

      Liken

  4. Ich finde es auch sehr schade und hoffe entgegen der offenbaren Regelmäßigkeit dass Du dieses Mal vielleicht doch bleibst. Seit wir hier im Exil sind sind mir die Ex-Mytagebuchler und deren Dunstkreis viel wichtiger geworden als auf Mytagebuch selbst. Es ist wie ein Relikt aus einer scheinbar heilen Welt die natürlich auch damals schon nicht heil war. Aber es ist ein Fixpunkt in der gefühlt immer haltloseren Gegenwart. Nun können Dir meine Sentimentalitäten natürlich völlig egal sein und dass sie zudem wahrscheinlich auch Ausdruck meiner zunehmenden Vergreisung sind. Aber kurz gesagt, bleib bitte 🙏 Deine Reflexionen, intellektuell und witzig, zollen mir meist sehr großen Respekt ab und ich empfinde sie und Dich als absolute Bereicherung. Das meine ich ganz ohne Ironie. Ich bin eigentlich nicht der Typ der bittet, ich krampfe mir jetzt gerade also ganz schön einen ab. Und schlussendlich, wir Männer sind doch hier eh schon deutlich in der Minderheit, lass uns hier nicht quasi allein zurück. Wo bleibt sonst die Stimme der Vernunft 🙂

    Gefällt 1 Person

  5. Mir tut es auch sehr leid, denn deine stets brillant formulierten Beiträge habe ich auch schon von der Sprache her sehr genossen. Dass du als Selbständiger derzeit am Limit bist, ist nachvollziehbar. Möge es einen für dich gangbaren Ausweg aus dieser nicht nur finanziellen Misere geben! Und – bitte komm‘ wieder. Alles Gute!

    Gefällt 1 Person

  6. Philosophaster viralis

    Die Corona-Affäre hat etwa Kathartisches, und Erweckendes, wenn Sie einmal den Mut zur Frage aufbrächten – cui bono – wem sie tatsächlich nützt!
    Wie aber können sie, die Sprachfunktionäre die immer für mich zu sprechen sich anmaßen, die Kommentatoren ihrer eigenen angemaßten Deutungshoheit, es wagen (how dare they), hochdotiert davon zu schwafeln, daß die Bürger-Innen im Wortsinne anbetrachts der willkürlich ausgeweiteten Ausgangssperren, auf die Empfehlungen der Privatmeinung selbsternannter ‚Experten’ von Lobbyisten-Instituten hin, ja nun die Gelegenheit zur Wiederentdeckung von beschaulicher Innerlichkeit einer aufgenötigten splendid isolation hätten. Ebenso gut könnten Sie wohlfeil darüber spekulieren, daß ein unschuldig internierter Mensch ja irgendwie innerlich doch frei bliebe; sieht der sich auch in ein kafkaeskes Szenario geworfen, als Angeklagter mit und ohne Symptome; als Schädiger stigmatisiert nachdem man ihn schädigte; schuldig gegenüber dem Ankläger, diesem die eigene Schuld zu beweisen. Die Corona-Affäre ist ein gottverworfenes Elitenprojekt – und die Schutzmaske wird uns zum Maulkorb.
    Die ignoranten Apologeten illegitimer Machtstrukturen, die Staatsphilosophaster am Hofe der Volksvertreter die sowenig das Volk vertreten, wie ein Zitronenfalter Zitronen faltet, sind das moralistische Krämergeschlecht, für das bei Dante sogar ein eigener Höllenkreis ausersehen war. Kein Begriff davon, daß der Mensch ein unabdingbar soziales Wesen ist; daß ein Rückzug ins Private nur autonom in der Reflexion einer real authentischen mitmenschlichen Interaktion gegenüber gelingen kann. Merkeln Sie nicht, daß sich die Menschlichkeit gerade droht in den virtuellen Raum zu verflüchtigen? Wenn Corona zwar vielleicht keinen Sinn hat, aber Zwecke gibt es schon: nämlich eine Forcierung der digitalen Überwachungsstrukturen, eine Segregation der Generationen und Milieus, eine Horrifizierung von Identität und Herkunft, eine Abqualifikation unveräußerlicher Würde und Weisheit des Alters, zugunsten einer amorphen Welteinheitszivilisation, und Schaffung einer globalen Panikmasse als flexibel fluides Schmiermittel für die finanzkapitalistische Weltmaschinerie, usw. usw.
    Wie verändert das direkte soziale Umgangsverbot die Menschen, wie irreversibel wird das grundstürzende Mißtrauen und der Verdacht gegenüber unserem Nächsten sein, dem Banknachbar, dem Kollegen, dem Passanten, dem Gast, dem Kunden, Patienten, Klienten und potentiellen Delinquenten mit trockenem Husten. In welche weiteren Nutzen- und Schadenskategorien wird das allgemein Menschliche fragmentiert?
    Wann, wenn nicht jetzt spreche man: „J’accuse“ – Ihr habt die Mikrophone und die Zeitungskolumnen, Ihr besitzt die Foren der Prominenz – oder aber schweige

    Gefällt 1 Person

    • Ob jetzt der Posthumanismus anbricht? Ich kann es mir nicht so recht vorstellen… Für mich ändert sich glücklicherweise eh kaum etwas – bin eh schon weitestgehend außerhalb der Gesellschaft.

      Liken

  7. Bevor es soweit ist, daß mit der freien Rede auch der freie Gedanke wieder verfolgt werden wird, will ich mir noch rasch einen Reim auf die Zeichen der Zeit machen. Schon gehen die Wächter und Scharfrichter um, ihre behandschuhten Hände bleiben sauber, denn wir sind es selbst, die vorauseilend deren Werke tun. Ja Ihr habt sie bereits verinnerlicht, die Zensur, Wie! was gesagt werden darf, wenn man schon dem nicht beikommt, Was! gemeint ist. Es ist die Sprache ihr erstes Opfer, weil sie fürchten was sie spricht. Sie wollen dem Pegasus die Flügel binden, und ins Joche ihrer Zwecke spannen.

    Die Scharfrichter wetzen schon ihre Beile
    Durchstreifen die Syntax in jeder Zeile
    Nicht nur was dort gesagt wird, sondern auch wie
    Sie zwingen den Geist vor vor dem Nutzen aufs Knie

    Jedoch ihre Richtschnur mißt immer vergeblich
    Denn wahre Kunst dem Kalküle entzieht sich
    Und das was zwischen den Zeilen gedacht wird
    Ihr niemals ins einträgliche Joche einschirrt

    So wird gegen freie Vokale flottiert
    der Dehnlaut vom Lehnwort amputiert
    Und spannen ihn hart auf die Streckbank
    Damit er gesteht wie unnütz er ist
    Im Kerker die Sprache wird elendig krank
    Solange ihr Wächter der Scharfrichter ist

    Mein Gedanke bleibt frei, denn Ihr habt nichts bedacht
    Und versteht partout nicht, wie er das macht
    Ich frag nicht ob er paßt dort in die Ecke
    Verfolgt stets nur die ureigensten Zwecke

    Ich sag Euch kommt mit hinaus in das Freie
    Und fragt nicht ob’s sei opportun
    Ob Sklav oder Bürger entscheidet Ihr nun
    Laß nicht zu daß die Hatz Deinen Alltag kasteie

    Hallo Herr Nachbar, sei gegrüßt lieber Freund
    Sag ab, was Leib und Seele frevelnd umzäunt
    Reich mir die Hand, verbirg nicht Dein Gesicht
    Vor Deiner Treu und Liebe fürcht ich mich nicht

    Dein sichtbares Lächeln macht was Leidend gesund
    Der Mensch stirbt am Gottvertrauenschwund
    Ihr schwächt das Leben durch Euer Angst und Bang
    Euch raubt den Atem der Panik harte Zang

    Drum Heil sei Euch und reich Gottes Segen
    Gesund durch die Zeit kommt, daran ist’s gelegen
    Geschichte geschieht nicht, s’ist das was Ihr draus macht
    Überlaßt sie nur nicht der finsteren Macht

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.