Petition zur Unterstützung von bedürftigen Künstlern & Kulturschaffenden in Corona-bedingten Zeiten ohne Einkommen

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Ich hatte mir in meinem letzten Blogeintrag vorgenommen, nicht mehr über das Corona-Thema zu berichten. Die meisten meiner Leser würden meinen Wissensvorsprung eh wieder für „Spinnerei“ halten – oder für Panikmache. Deshalb demnächst an dieser Stelle wirklich nur noch andere Themen… 😉

Aus zwei Gründen geht es heute bei mir dennoch um diese Covid19-Thematik: Erstens, weil ich mich gefreut habe und zweitens, weil ich Euch auf eine Petition aufmerksam machen möchte:

1️⃣ Grund zur Freude. Im letzten Beitrag schrieb ich, dass sich Philomena und ich momentan um Philomenas Schwester sorgten: Berenike saß samt ihrer kleinen Familie in ihrer Wahlheimat mit Corona-Verdacht fest: In einer riesigen Millionenmetropole in einem Land mit einem legendär schlechten öffentlichen Gesundheitssystem! Aus letzterem Grund wurde sie auch noch nicht medizinisch auf eine Infektion mit dem Virus getestet, obwohl sie einige Symptome hat, die auch bei einer Infektion auftreten können. In ihrem eh schon angeschlagenen Gesundheitszustand ist sie im Falle einer Covid19-Erkrankung aber mit einiger Wahrscheinlichkeit in echter Lebensgefahr. Die lokalen Behörden sagten Berenike, sie solle in häuslicher Quarantäne bleiben und ihr Zimmer nicht verlassen. Es gäbe keinerlei Kapazitäten für einen Test.

Grund zur Freude war nun, dass es Berenike und ihrer Familie heute geglückt ist, unmittelbar vor der totalen Grenzschließung in ein Nachbarland mit einem erheblich besseren Gesundheitssystem zu gelangen und dort auch durch die Einreisekontrolle. Die Familie ist nun an einem Ort, wo sie kurzfristig ein möbliertes Haus mit Garten anmieten konnte, damit sie dort weiterhin freiwillig für zwei Wochen in Quarantäne bleiben kann. Nun glücklicherweise in einem Staat mit deutlich besserer Gesundheitsversorgung, falls doch noch ernsthaftere Symptome auftreten, die auf eine tatsächliche Infektion mit dem Coronavirus hindeuten. Auch hinsichtlich ihrer sonstigen Gesundheitsproblematik und Genesungsmöglichkeiten ist sie unserer Meinung nach dort besser aufgehoben, als in ihrer aktuellen Wahlheimat.

2️⃣ Petition. In einem Land wie Deutschland, in dem es eh recht schlecht um Kunst und Kultur bestellt ist, haben Künstler und freiberuflich Kulturschaffende im Krisenfall erst recht keine Lobby. Im Gegensatz zu Angestellten mit Lohnfortzahlung, bleibt bei ihnen sofort das Einkommen aus, wenn sie nicht mehr auftreten oder ausstellen können. Viele konnten keinerlei Rücklagen bilden – es reichte finanziell gerade so für Essen und Miete.

Wie es diesen Leuten ergeht, kann ich selber bestens nachfühlen, weil ich mich vor vielen Jahren selber gegen einen Job in der Wirtschaft oder Wissenschaft (für den ich durch meine Studiengänge prädestiniert gewesen wäre) entschied, um mich freiberuflich im Bereich Kunst und Kultur selbst zu verwirklichen. Dank der aktuellen Beschränkungen des öffentlichen Lebens werde ich vermutlich den größten Rest dieses Jahres keinerlei Einkommen mehr erzielen können und (weil ich monatlich vierstellige Fixkosten habe und keinerlei Rücklagen und Ersparnisse besitze) finanziell vollständig von Philomenas Ersparnissen oder finanziellen Zuwendungen meiner Eltern abhängig sein.

Anderen Freiberuflern im Bereich Kunst/Kultur/Musik/Unterhaltung geht es diesbezüglich noch beschissener (ohne Philomena oder Eltern), deshalb habe ich bereits vor drei Tagen folgende Petition unterschrieben:

https://www.openpetition.de/petition/online/hilfen-fuer-freiberufler-und-kuenstler-waehrend-des-corona-shutdowns-2

Wenn Ihr auch der Meinung seid, dass es freiberuflich Kulturschaffende und selbständige Künstler nun besonders hart treffen wird und diese Gruppe von Personen jetzt staatlicher Unterstützung bedürfe – dann lest Euch die Beschreibung der Petition auf der verlinkten Website durch und unterschreibt dort dann bitte die Petition! Danke. 🙂

37 Gedanken zu “Petition zur Unterstützung von bedürftigen Künstlern & Kulturschaffenden in Corona-bedingten Zeiten ohne Einkommen

  1. Vorab:
    Keiner mag Klugscheisser – egal wie Recht sie meistens haben 😉

    1. Das freut mich zu hören und ich hoffe, niemand ist infiziert. Wir gelten hier übrigens beide wieder als arbeitsfähig.
    2. Ich habe unterschrieben, da es mich schon immer nervt wie mit Freiberuflern umgegangen werden kann.

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    • Deshalb klugscheiße ich hier auch nicht mehr – obwohl ich heute etliche „interessante“ Einschätzungen aus erster Hand von Medizinern mit Informationen aus Italien und Iran erhalten konnte…
      Zu 1 und 2: Danke Dir! 🙂

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      • Ich habe dich zwar noch nie für einen Spinner und Klugscheißer gehalten, und du hast ja auch im allgemeinen völlig Recht, mit dem WAS du schreibst. Aber es kommt eben auch immer auf das WIE an, auf den Ton, der die Musik macht. Und in der Hinsicht greifst du manchmal in die falschen Tasten.

        Politik und Medien müssen die Menschen auf jeden Fall umfassend und korrekt informieren und notfalls auch drastische Maßnahmen ergreifen (wie z.B. Ausgangssperren). Aber Panikmache bringt auch nichts und führt nur zu unvernünftigem Verhalten (wie z.B. sogenannten „Corona-Parties“ und Hamsterkäufen)

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        • Wo mache ich Panik? Bisher sind sämtliche Prognosen, die ich aufgrund meiner Informationen zum Verlauf der Krise getroffen habe, exakt so eingetroffen… Vieles kommt hier auch einfach zwangsläufig so, wie in stärker betroffenen Ländern ein paar Tage früher. In Italien können jetzt Geld- und Haftstrafen gegen Leute verhängt werden, die sich nicht an Ausgangssperren halten, andere Länder setzen ihr Militär ein, um Stadtteile abzuriegeln, in Hong Kong sollen die Leute elektronische Armbänder bekommen, um kontrolliert zu werden. All das kann man bereits in der normalen Presse lesen. Wo mache ich Panik?

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  2. Hab auch unterschrieben, obwohl ich nicht sicher bin, ob meine Unterschrift als Österreicherin Gewicht in Deutschland hat. Allerdings gab es die Option „Österreich“, also seien wir guten Mutes, dass auch meine Stimme zählt. Alles Gute dir!

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    • Ich weiß nur ein paar Fakten aus der Auslandspresse, die hierzulande noch nicht im Mainstream angekommen sind (um diesen nicht zu beunruhigen, u.a. wegen Wirtschaftsstabilität) und das, was man von einigen Medizinern erfährt, die „an der Front“ arbeiten – nichts also, was man sich mit einem gewissen Aufwand nicht auch aus Fach- und Auslandspresse zusammenrecherchieren könnte… Oder durch statistische Methodik beim Betrachten von Zahlenmaterial. Der „Wissensvorsprung“ besteht insofern nur gegenüber Lieschen Müller und Otto Normal…
      Ich habe nur beschlossen, darüber nicht zu schreiben – schließlich hast auch Du kommentiert, dass ich hinsichtlich Corona so „spinnen“ würde, wie Rudi. Jetzt bin ich eingeschnappt und halte meine Meinung lieber hinterm Berg… 😉

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      • Man muss halt aufpassen, dass man sich nicht verrennt. ich kenne einen, der leist nur noch Philosophia Parennis, Compact und so Zeug. Klar, dreiviertel der Leute werden sich mir Corona infizieren. Ich bin recht guter Dinge, dass die meisten Menschen das überleben werden, es bald wirksame Medikamente gibt und in einem Jahr einen Impfstoff. Besonders mutierfreudig sind diese Sars-Viren auch nicht. Und falls ich falsch liege und wir alle sterben, so what. Ich hatte ein schönes Leben

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        • Deine angeführten Blätter und Online-Plattformen sind was für rechtsradikale Verschwörungsdeppen! Von so etwas bin ich extrem weit entfernt – eben weil ich nur nach wissenschaftlichen Fachveröffentlichungen gehe, bzw. dem was mir die Hand voll Mediziner mitteilt, mit denen ich in letzter Zeit wegen Corona telefoniere. Über Bekannte höre ich auch O-Töne aus Italien… Von „reinsteigern“ kann hier keine Rede sein – Philomena und ich betreiben allenfalls realitätsbezogene allgemeine Krisenvorsorge…
          „Compact“ taugt übrigens als guter Klopapier-Ersatz, wo das doch knapp geworden ist… 😉

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  3. Ich fand deine Einträge schon interessant und informativ, auch wenn sie sehr drastisch gewirkt haben, aber es ist ja auch noch meine eigene Entscheidung als Rezipient, wie viel ich davon in meine eigene Meinung übernehmen möchte. Im Sinne einer möglichst differenzierten und vielfältigen Darstellung fände ich es daher begrüßenswert, wenn du dich gelegentlich doch zu dem Thema äußerst. Petition ist unterschrieben!

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  4. Ist erledigt. Wobei es mir höchst unangenehm ist, meinen echten Namen und meine Adresse preiszugeben. Wenn damit irgendwie Schindluder getrieben wird oder plötzlich ein Stalker vor meiner Tür steht, bist du der Erste, dem ich die Hölle heiß mache. 😉

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  5. Als ein von „Kulturschaffenden“ mit Abscheu angeschauter regelmässig abhängig arbeitender Mensch (- auch noch Alten Weissen Heterosexuellen Mann), der zudem noch stolz Ingenieur gelernt hat, also einem Berufsstand angehört, der angeblich das Klima verseucht und die Welt in den Abgrund treibt, kann und will ich meine klammheimliche Freude nicht verhehlen. (Copyright Mescalero 1977)

    Das bezieht sich auf die prekäre Lage der gegenüber schnöden Werktätigen meist sehr arroganten Kunstschaffenden (- haben sie nicht kürzlich eine Ergebenheitsadresse an die Vorsitzende des Zentralkommittees geschrieben?); den Erkrankten gilt mein aufrichtiges Mitgefühl.

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      • Das gilt schon deswegen nicht, weil ich die Ergebenheitsadresse an die grosse Vorsitzende nicht unterschrieben habe, daher keine Hoffnung auf ein Lehen. Auch gehört zu meiner Twitter-Selbstdarstellung kein Kampf-gegen-rechts-Standardgelabere.

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  6. Ich lese, die Bundesregierung plane ein Hilfspaket für Solo – Selbstständige und Kleinstunternehmer. 40 – 50 Millionen Euro solle es geben. Kommt also deine Zigarre bald wieder aus – Kuuuuubaaaa 🙂 ? Und nicht weiter, ich sag‘ mal, aus Remscheid oder Itzehoe… Möglicherweise läßt sich nun auch die Raupenplage viel konsequenter bekämpfen, rollt der Rubel. Der Winter in NRW war ja nicht so prächtig kalt. Ich vermute, die Raupen freuen sich schon auf die neue Saison. / Gruß !, W.

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    • Nix Remscheid und Itzehoe – meine aktuelle Ware stammt überwiegend aus Nicaragua und Honduras!
      Wenn dieses Jahr wieder Raupen kommen, säge ich die Bäume eigenhändig um (notfalls auch beim Nachbarn, wenn der nicht spurt), dann kann ich im nächsten Winter Brennholz verkaufen an die darbende Bevölkerung und mir wieder Cohibas… 😉

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