Sie fehlt mir…

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Inzwischen ist mein Preisausschriebengewinn, der „Pirmasens-Becher“, bei Nell angekommen – sie hat netterweise darüber auf ihrem eigenen Blog auch noch einmal inklusive dreier Fotos berichtet – wenn Ihr dort mal nachschauen möchtet: HIER ist der Link… 🙂 Ich hab mich gefreut, dass die Tasse ihren Weg zu einem echten Fan meiner Fortsetzungsgeschichte gefunden hat… Sehr schön.

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Philomena ist mittlerweile über drei Wochen lang nicht mehr hier gewesen – sie wird dort im Süden dringend gebraucht, ist ihrer kranken Schwester beim elendigen und terminreichen Diagnosemarathon eine große Hilfe und ich bin froh, dass sie sich so viel Zeit nehmen kann, um dort hilfreich zu sein.

Was macht das Alleinsein mit mir? Bin ich froh, dass sie weg ist und ich mal meine Ruhe habe? Nein. Völlig ohne jegliche soziale Kontrolle geht’s mir auch nicht gut. Was für Effekte haben die drei Wochen bislang gehabt?

  1. Ich lebe noch mehr in den Tag hinein – neige leicht zum „Versumpfen“. Meine Schlafengeh- und Aufstehzeiten verschieben sich abermals nach hinten.
  2. Ich fühle mich irgendwie „ausgeliefert“ – nicht unbedingt an andere oder meine Umgebung (obwohl ich tatsächlich noch mehr im Rückzugsmodus bin, seitdem sie etwa die zweite Woche weg war) – sondern eher mir selbst gegenüber. Meinen Gedanken. Es gibt ohne sie kein Korrektiv und auch keine Bremse mehr. Das ist nicht unbedingt gut.
  3. Ich werde schleichend depressiver (eine eigentliche Depression hatte ich allerdings vermutlich noch nie – „depressiv“ eher im Sinne von deprimiert oder einer gewissen Dysthymie = chronische Niedergestimmtheit), seitdem ich wieder isolierter bin. Fühle mich im öffentlichen Raum unwohler und werde insgesamt passiver.

Es ist also ganz gut, wenn sie in etwa einer Woche wieder auftauchen wird. Dann muss ich auch nicht alleine zur Jahreshauptversammlung des Tennisclubs gehen. Letzte Saison hatten wir ja einen unverbindlichen Schnupperkurs belegt – wenn wir dieses Jahr auch wieder spielen wollen, müssen wir offizielle Clubmitglieder werden. Zum Glück kostet das lediglich 13 Euro im Monat – ist halt ein popeliger Dorfverein (in „Shangri-La“, wo ich früher lebte, kostet es in jenem Tennisclub, in dem mein alter Bekannter „Fritz der Witz“ spielt, vermutlich das Acht- bis Zehnfache). Kann ich mir gerade noch so eben leisten als Dauerpleitier… 😉 Ich habe hier unsere noch nicht ausgefüllten Mitgliedschaftsverträge liegen – Philomena muss ihren auch noch ausfüllen und unterschreiben. Das Experiment „Tennisneuling in der zweiten Lebenshälfte“ geht also 2o2o für mich weiter. Gut gegen die Plauze und für den Teint… 😁

Hier ist’s definitiv zu still in der Hütte und es gibt keine erfreulichen Anblicke mehr (wem soll ich alleine zuhause auf den Arsch glotzen? Philomenas Hintern ist formalästhetisch auf einer Skala von 1 bis 10 eine 11…). 😊 Ich habe ohne sie auch keinen alltäglichen intellektuellen Sparringspartner mehr (die Unterhaltungen mit meiner Mutter, wenn ich sie einmal wöchentlich zum Einkaufen fahre, sind vielleicht noch das einzige, was ein kleines bisschen in diese Richtung geht). Grantig werde ich allmählich auch. Kann aber auch am Zahn liegen – der schmerzt doch ab und an noch, bzw. (er ist ja jetzt weg) die Wunde im Knochen. Egal. Das hier mal als Bestandsaufnahme für mich selbst und als kurzes Update für Euch.

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24 Gedanken zu “Sie fehlt mir…

  1. Latente Depression gäbe es auch noch und dann gab es doch mal diese Einteilung in Sanguiniker, Melancholiker und noch 2 weitere Typen. Ich kann verstehen, dass sie dir fehlt, das ginge den meisten Menschen so – nur mir nicht *lach*

    Da ihr Hintern eine 11 ist, fällt mir grad Perfect 10 von The Beautiful South ein: She’s a perfect 10 but she wears a 12… Der Rest vom Text ist nicht unbedingt passend.

    Kennst du den Ausdruck Lochweh? Das gibts, wenn einem ein Zahn gezogen/entfernt wird. Analog Phantomschmerzen von amputierten Gliedern.

    Gute Besserung und pass auf dich auf!

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    • Zumindest kommt Philomena zwischendurch eine Zeit lang zurück – ihre Schwester muss bevor sie irgendetwas Stationäres in Deutschland macht auch erst einmal eine Weile lang nach Hause fliegen – sonst weiß sie ja gar nicht mehr, wie ihr Kind aussieht… 😦 Da kommt eh eine harte Zeit auf deren Familie zu, weil sie sich, wenn sie ihren Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben können sollte, eine Wohnung auf dem mehrfachen Mietniveau einer deutschen Großstadt nicht mehr leisten können wird…

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        • Im Prinzip touren die weltweit herum… 😁 Das Kind spricht drei Sprachen (die Eltern noch jeweils zwei mehr) und geht seit kurzem in England zur Schule (da werden die schon mit 4 eingeschult). Philomenas Schwester ist international im Bereich Kultur/Kunst/Schauspiel aktiv. Ich hatte sie deshalb sogar schon einmal in Graz gesehen, bevor ich wusste, dass sie Philomenas Schwester ist… 🙂 Genaueres schreibe ich aber nicht, sonst findet Ihr bei Wikipedia heraus, wer das ist… 😉

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    • Na, Dir würde ein bisschen Gesellschaft vielleicht auch mal ganz gut tun – man merkt dann gar nicht mehr so sehr, wie irre (Mischung aus kauzig und hadernd) man eigentlich durch die äußeren Umstände über die ganzen Jahre des allumgebenden gesellschaftlichen Wahnsinns geworden ist – einer Frau gegenüber reißt man(n) sich auch etwas mehr zusammen. Ich (emp)finde das (als) heilsam. 🙂

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  2. Das Bild ist super – das Licht in der Mitte (erkenne ich da eine Person?) ist Philomena, nehme ich an, und der dunkle Rest dein düsteres Inneres? Mal allein zu sein, ist an sich nicht verkehrt, man besinnt sich dann wieder mehr auf sich selbst. Aber es ist eben so, dass man sich doch recht schnell an einen Menschen gewöhnen kann, erst recht, wenn andere Sozialkontakte fehlen. Aber du hast ja schon öfter eine philomenalose Zeit gut überstanden. Ein Ende ist auch hier schon in Sicht, halte durch 😉

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    • Ja, Kaffee sowieso, immer. Ich hab‘ dir wohl deshalb insbesondere gefehlt, weil selbst meine schwachsinnigsten Kommentare noch – einen gewissen Schwung in die Bude bringen, so wie sie formuliert sind, anders sind wie hier üblich, ein eigenartiger „Sound“…, ja 😉 Ich werd‘ hier viel zu schnell angespannt öfters, lese ich, was ich lese, nicht gut, meistens, denn immer läßt sich das nicht in die Arbeiten umleiten… Hinzu kommt, daß ich allen Ernstes – 3 – Operationen hinter mir habe. Anfangs war nicht so ganz klar, ob das nicht auch Krebs sein könnte…, ist es, so die Ärzte, nicht, haben Entwarnung gegeben, however sozusagen, ob das so bleibt, wie geht es weiter, kommt da doch noch was…, was dann eben nicht wirklich „gutartig“ mehr ist… Überhaupt das sog. Umfeld : der Schweizer Sammler, der gesagt hat, ich sei ein begnadeter Zeichner – todkrank, ein anderer Sammler weiß schon am Dienstag nicht mehr, was wir am Montag besprochen u. ausgemacht haben… , kommt immer öfters in schwarzen Anzügen hier vorbei, im Sommer trägt er verständlicherweise edles Tuch leichterer Art, kommt also, und das immer häufiger, nach Beerdigungen zu mir…, er ist bald 80, viele seiner Freunde und so – „gehen“. Gestern schau‘ ich mir diese Sendung zum Karneval an, fast bis zu Ende, also Kölle, ARD und lache sogar, bin heiter gestimmt, mir gefallen viele lächelnde und lachende Frauen im Publikum, die sind so schön und wie sie tanzen ! manchmal, schon geil, richtig lebendig, bezaubernd sogar, auch die Typen auf der Bühne – gar nicht so schlimm, gar nicht… Hat sich der Kölner Karneval verändert? „Oder verblöde ich allmählich“ ? Soweit. Gruß, Wolfgang

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      • Ob Du „verblödest“, vermag ich nicht einzuschätzen – bzw. in der heutigen Zeit kann man das eigentlich nur selbst ermessen – aber Du klingst zwischen diesen Zeilen tatsächlich verändert. Milder, nahbarer… Vermutlich hat das auch mit dem zu tun, was Du aktuelle gesundheitlich durchgemacht hast. Ich wünsche Dir, dass diesbezüglich alles im grünen Bereich bleiben wird! Und ja: Inzwischen sterben viele weg – auch bei mir im beruflichen Umfeld. Die alte Garde tritt langsam ab und hinterlässt oftmals eine Art Vakuum, das sich von unten nicht wieder anfüllen wird. Die Luft wird dünner.

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        • Geht schon, wirkt aber nach, die Leute vor allem denen es sehr schlecht geht dort, soweit ich das mitbekommen habe. (Müßte genauer beschrieben werden, geht jetzt nicht.) / Die Hauptaufgabe jetzt: verhindern, daß es mir wie Egon Schiele geht („Spanische Grippe“), die Viren sind ja völlig unfähig zwischen Genie und dem Rest zu unterscheiden. ( Der Rest wird sich durch gezielte Geschlechtsverkehre wieder aufpeppeln. )

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      • Der Kölner Karneval hat sich verändert, aber nicht in der Weise, die dich ggf. inzwischen milder stimmen könnte. Sitzungskarneval ist für mich die Pest, einmal und nie wieder mitgemacht. Der richtige Karneval findet in den urigen Kneipen außerhalb des Zentrums statt.

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        • Wenn du bei WP registriert bist, kann du auf meine Blog-Seite gehen, dort sollte dir angezeigt werden, dass ich privat schreibe. Es gibt da einen Link, mit dem du eine Freigabe bei mir anfordern kannst.

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