Polemische Kabarett-Perle entdeckt…

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Gerade musste ich in auf einem anderen Blog ein bisschen die Wogen glätten, weil der dortigen Betreiberin ein Kommentar von mir sauer aufgestoßen war. Ich kommentiere meistens frei von der Leber weg und schere mich nicht unbedingt um die Befindlichkeiten der Rezipienten. Wenn ich gerade meine „mitfühlenden fünf Minuten“ habe, füge ich ein paar Smileys ein, damit man meinen Sermon halbwegs einordnen kann und ich mich nicht wie auch so oft im echten Leben um Kopf und Kragen rede. Als sehr ungeduldiger Mensch verkürze ich auch oftmals meine Antworten – d.h. ich möchte beispielsweise irgendwo kritisch lobend kommentieren und vergesse nach dem kritischen Teil das Lob. Pech für die Betroffenen – aber auch für mich, auf den das dann zurückfällt…

zu klug zum fröhlich sein

Viele kommen auch nicht allzu gut mit meinem Zynismus zu Recht (also Ihr schon, sonst würdet Ihr mich nicht länger lesen oder gar abonnieren) aber woher entstammt der eigentlich? Nun als einigermaßen intelligenter Mensch, der den Sphären des bodenständigen Alltags ein bisschen entrückt von der Metaebene aus (oder zumindest über den Tellerrand) aufs Weltgeschehen schaut, bleibt einem nichts anderes übrig, als schwarz zu sehen (zumindest aber anthrazitgrau)! Ich war mal Teilnehmer eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes (ich war jung und brauchte das Geld), bei dem es darum ging, ob man Schizophrenie im MRT erkennen kann… Keine Angst, ich war in der „gesunden“ Kontrollgruppe. 😉 Aber da man psychische Vorerkrankungen bzw. Auffälligkeiten im Rahmen dieser Untersuchungen angeben musste, äußerte ich den Verdacht auf eine gewisse Depressivität. Schmunzelnd korrigierte mich der junge Psychiater, der die Untersuchung leitete: „Ich bitte sie – sie haben doch keine klinische Depression! Allenfalls eine leichte Dysthymie – aber welcher halbwegs vernunftbegabte Mensch hätte die angesichts der allgemeinen Weltlage heutzutage nicht?“ Punkt! 😁👍

Auch weil ich für mich alleine und nicht in einem kollegialen Bürosoziotop arbeite, war es niemals notwendig mir allzu viel Höflichkeit(sfloskeln) anzueignen. Darüber hinaus musste ich niemals als Elternteil eine sozialerwünschte Vorbildfunktion übernehmen. Andere Leute können sich direkte Ehrlichkeit schlichtweg nicht leisten – sie haben Kinder und/oder Karriere.

0426 PhilomenaHinzu kommt: Mein unmittelbares persönliches Umfeld honoriert allzu viel sanftmütige Höflichkeit und emotionale Wärme ebenfalls nicht – hier häufen sich pragmatisch denkende Sturköpfe (Philomena, meine Mutter) oder aber ohnehin außerhalb der Gesellschaft stehende Spinner (Rudi), die sowieso eher anecken. Beide Fraktionen kommen mit meiner Art zurecht. Philomena ist sogar oft noch schlimmer, als ich: Wenn ich vorschlüge 90% der Menschheit über den Haufen zu schießen, wäre sie es, die dann auch abdrückt. Ich liebe solche Frauen! 😍

Komisch, sperrig, kauzig, verschroben, seltsam – ich bin schon zu schon lange aus allem „raus“, um noch politisch korrekt zu sein. Dabei gibt es für mich keinen Unterschied, ob ich nach links, rechts oder gegen die Mitte austeile – für mich sind das alles nur unterschiedliche Facetten einer eh gänzlich kranken Gesellschaft, die unwissentlich und schafsdumm dem unweigerlichen eignen Untergang entgegenschlittert. Schubladendenker, Kleingeister, Abgelenkte und digital Verblödete – planetares Smegma quasi…

Ich bekomme allerdings auch gar nicht mehr mit, womit sich die Normalbürger so alles beschäftigen – in meiner Vorstellung gehen die ins Büro, gucken hinterher Netflix und hören weichgespülte Musik, bei der sich alle Songs gleich anhören (mit übertriebenen Autotune gepimpte Knabenstimmchen)… Ich sitze ja selber auch in einer Art Filterblase oder Echokammer – allein schon, weil ich seit acht Jahren keinen Fernseher mehr besitze (übrigens auch keinen Thermomix und keine Alexa).

ohne Fernseher ist man fern sehr

Dennoch muss ich jedes Jahr 210 Euro GEZ bezahlen, obwohl Philomena meinen ausgemusterten Röhrenfernseher dem Hermes-Paketboten geschenkt hat (ohne Fernbedienung – armer Typ)! Geld für nix. Wenn das öffentliche Fernsehen hier wenigstens so gut wäre wie im Vereinigten Königreich – die haben mit ihrer BBC noch echtes Qualitätsfernsehen. Aber hier? Musikantenstadl und Nachrichtensendungen mit volkserzieherischem Duktus. Ich lese lieber breit gestreut Printmedien (online) – gerne auch ausländische, der objektiveren Berichterstattung wegen (fast die Hälfte aller deutschen Journalisten wählt grün).

Aber manchmal ist’s auch bisschen blöd ohne eigene Glotze, denn es gibt ja doch noch ein paar seltene Perlen in den Programmen zu entdecken, die mir durch meine televisionelle Selbstexilierung leider durch die Lappen gehen. So stieß ich erst letzte Nacht durch einen Zufall auf eine mir zuvor vollkommen unbekannte Kabarettistin (ein kommunaler „Die Linke“-Abgeordneter forderte in der Onlineausgabe des hiesigen Käseblattes allen Ernstes ein Auftrittsverbot für die Dame in „Graustadt“) – Ihr kennt sie vermutlich schon sehr viel länger, als ich Fernsehabstinenzler: Lisa Eckhart aus Österreich. 0425 Lisa EckhartSie muss wohl in letzter Zeit im TV regelmäßig bei Dieter Nuhr zu Gast gewesen sein… Eine herrlich polemische Kabarettistin (noch echtes „Kabarett“ und keine schnöde „Comedy“), die sich elegant-diabolisch wie ein weiblicher Mephistopheles weitab jeglicher „political correctness“ bewegt. Intelligente Satire, die einen Teil des heute üblichen Publikums vermutlich intellektuell überfordert. Und ein wandelndes Gesamtkunstwerk ist Lisa Eckhart auch noch… 😉

Ich war jedenfalls sofort ziemlich hingerissen – ganz mein Humor! 😃 Jedem der mittlerweile den  gesellschaftlichen Ton angebenden Gutmenschen vermutlich ein Dorn im Auge… Ich guckte dann bestimmt zwei Stunden lang nonstop Lisa Eckhart auf YouTube. Falls Ihr die Frau doch nicht kennen solltet, habe ich hier mal ein Video für Euch eingebettet – viel Vergnügen!

13 Gedanken zu “Polemische Kabarett-Perle entdeckt…

  1. Ah – die habe ich auch schon mal gesehen. Ich meine, der Mann hätte gesagt, dass sein bester Freund die gut findet. Ich fand sie mehrheitlich gut.

    Ich vergrabe mich in Real-Crime-Dokus – das ist mein liebstes Gebiet.

    Ach sei einfach froh, dass es für dich so ist und du dich nicht im Rat Race verbiegen musst. Ich tue das nur soweit als nötig. Vorhin habe ich grad ein Lob für meine Ordentlichkeit bekommen – dabei kann ich bei Unordnung gar nicht arbeiten 😉

    Gefällt 1 Person

    • Ach – direkt heucheln muss ich das nicht… Wenn es darauf ankommt, kann ich sehr diplomatisch sein und einfach auf eine andere meiner Facetten zurückgreifen (ich habe da einige in meinem Baukasten von Versatzstücken zur Auswahl als echtes Chamäleon). 😉 Ungeheuchelte Grüße! (echt jetzt)

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