Heilungsprozess

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Nach dem kieferchirurgischen Eingriff vom Freitag geht es mir glücklicherweise erheblich besser, als damals nach der Operation, bei der ich mir 2012 alle vier schräg nach unten in die Kieferknochen eingewachsenen Weisheitszähne auf einmal entfernen gelassen hatte. Damals brauchte ich über eine Woche lang Tramadol, ein Opioid, um mit den Schmerzen klarzukommen. Nach der aktuellen OP genügt mir eine Ibuprofen 600 täglich, damit ich nachts besser schlafen kann. Ich werde demnächst auf eine 200er Dosis runterfahren können. Auch die Schwellung des Gesichts beträgt nur etwa 5% von dem, was ich vor acht Jahren erleben durfte. Insofern kann ich mich echt nicht beklagen. In acht Tagen werden auch bereits die Fäden gezogen. 🙂

Lästig ist allenfalls die Einschränkung bei der Nahrungsaufnahme – ich mache gerade eine Alleindiät mit Gemüsebrühe und Kartoffelpüree. Montag werde ich mir vielleicht noch weitere Zutaten für breiartige Speisen besorgen gehen, falls „Sabine“ mich nicht daran hindert (der Orkan macht sich hier schon sehr vehement bemerkbar – hoffentlich weht es mir nicht das Dach von der Hütte). Außerdem sind für die nächste Zeit leider auch die Zigarren für mich tabu. Meiner Laune dürfte das nicht unbedingt zuträglich sein…

Aber ich darf mich echt nicht beschweren. Philomenas Schwester geht es momentan hundertmal schlechter. Sie ist augenblicklich wieder zu Untersuchungen in Deutschland und weilt bei ihrer Mutter. Philomena ist nun auch schon seit anderthalb Wochen dort und kümmert sich um sie. Vermutlich wird Philomenas Schwester dauerhaft eine Schmerzpatientin bleiben und nie wieder richtig gut laufen können! Ein persönlicher Super-GAU, denn für Philomenas Schwester ist ihr Köper und ihre Beweglichkeit Ausdrucksmittel Nr. 1 – auch beruflich: Sie arbeitete schließlich international erfolgreich im Bereich Schauspiel/Tanz/Artistik/Musik/Regie (was sie da genau macht, verrate ich allerdings nicht, damit ihr nicht über Wikipedia herausfinden könnt, wer sie ist). Der ganze Lebensentwurf steht zur Disposition – das Karriereende scheint nun Fakt zu sein. Wenn sie ihren Beruf nicht mehr ausüben kann, muss sie mit ihrer Familie vermutlich sogar in absehbarer Zeit aus der Stadt wegziehen, wo sie momentan hauptsächlich lebt, weil diese leider zu den wohntechnisch teuersten Städten weltweit zählt… Ich mag mir kaum vorstellen, wie sehr ihr das momentan alles zu schaffen macht! Nicht nur die Schmerzen und das Kranksein seit einem Dreivierteljahr, sondern nun auch noch die begründete Existenzangst und die Frage nach den zukünftigen Lebensumständen… ☹️

Philomena wird sicherlich noch eine Weile dort unten in Süddeutschland bei Mutter und Schwester zu Gast sein – ich hoffe ihr macht das Ganze nicht zu sehr zu schaffen. Zum Glück ist sie ja äußerst rational und emotional eher nüchtern. Das hilft ihr in solchen Situationen cool zu bleiben.

So, draußen haben wir hier bereits ziemlich heftige Böen – mal schauen, wie sich der Orkan noch entwickeln wird, schließlich liegt Haus „Zweieichen“ in einer sehr offenen und windexponierten Landschaft.

10 Gedanken zu “Heilungsprozess

  1. Freut mich zu hören, dass die Heilung so erfreulich voran schreitet.

    Philomenas Schwester wünsche ich, dass sie eine gute Lösung für die Zukunft findet, was auch immer es sein mag.

    Und hoffentlich bleibt das Dach auf der Hütte! *festhalte*

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    • Leider ist es wohl sogar dramatischer, als es klingt… Ich berichte hier ja nur unvollständig und am Rande darüber – aber das ist echt eine der übleren unter den übelsten Geschichten, die ich in meinem Umfeld schon erlebt habe… 😕 Vermutlich wird es langfristig darum gehen, die neue Situation akzeptieren und aushalten zu lernen und irgendwo anderenorts einen „Neustart“ mit vermutlich niedrigerem Lebensstandard hinzulegen.

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        • Sie hatte im letzten Frühling einen Achillessehnenabriss und hat danach um an einem Projekt mitwirken zu können die Reha verbummelt. Danach war das Bein steif. Aber sie hat auch noch stressbedingte Zusatzerkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und rätselhafte Autoimmunprobleme (die aber in der Familie öfters vorkommen, Philomena war ja auch fast zwanzig Jahre lang krank teils sogar bettlägerig, ohne dass wer helfen konnte bzw. wollte). In den letzten Monaten hatte sie dann noch Gelenkkapselrisse, im ganzen Körper Entzündungsprozesse und chronische kaum aushaltbare Schmerzen wegen einer Unverträglichkeit fast aller Schmerzmittel… 😔 Hinzu kommt, dass sie aus versicherungstechnischen Gründen ein bis zwei Behandlungen pro Monat in Deutschland machen muss – Mann und Kind aber im Ausland sind. Deshalb flog sie seit dem Unfall (der war berufsbedingt) schon rund zwei Dutzend mal hin und her, was in ihrem Zustand auch immer enormen Stress bedeutet… Durch die vielen Nahrungsmittelunverträglichkeiten kam sie auch kaum noch zum Essen (allein die vielen Behandlungstermine bedeuten täglich ewige Zeit in Taxis und U-Bahnen – dazu hat sie weiterhin noch berufliche Termine, denn sie hat auch viel Organisatorisches an der Backe, ist für eine Art Team, das dauernd in verschiedenen Ländern ist, verantwortlich) und ist daher auf kaum über 40 kg abgemagert.
          Aktuell ist sie erstmals länger und ohne Kind in Deutschland – vielleicht kommen jetzt behandlungstechnisch ein paar Dinge endlich ins Rollen. Philomena ist dort, um zu helfen und v.a. zu unterstützen und sie zu überzeugen, dass eine stringente Behandlung nun absolute Priorität haben muss und nicht Job, Kind und Projekte. Hoffe das klappt. Vielleicht kann Philomena ihr nun so helfen, wie ich damals Philomena, als es der so schlecht ging, dass sie nicht mehr wollte.

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        • OMG… da fehlen einem die Worte. Ist doch letztendlich auch wieder nur, weil sie hier und da und dort funktionieren musste, wie ne Maschine, so wie es den meisten geht. Schlimm wie das ausgehen kann!!! Bin total entsetzt. 😦

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