Lieber verarmt, als im System gefangen – außerdem bin ich froh, dass ich keine Blagen am Bein habe

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Heute musste mir Philomena etwas von ihrem Weihnachtsgeld leihen, weil sonst mein Konto gesperrt worden wäre – diese fucking Armut kotzt mich manchmal echt fast ein klitzekleines bisschen an… 😉 Jedenfalls wurde mein Dispolimit von minus 5000 Euro um annähernd 200 Euro nach unten überzogen, weil wieder die Autoversicherungskosten von fast 800 Euro abgebucht wurden (zum Glück bin ich inzwischen durch unfallfreies Fahren bei nur noch 27% des Versicherungsbeitrags angekommen – sonst würde ich mich totzahlen) und zusätzlich auch noch die halbjährlich anfallende GEZ-Zwangsabgabe von 105 Euro… 210 Euro im Jahr dafür, dass ich in 2019 innerhalb meines Haushalts keine zehn Sekunden öffentlich-rechtliches Staatspropaganda-Fernsehen gesehen habe und dafür, dass ich seit 2012 sogar überhaupt kein eigenes TV-Gerät mehr besitze! Mich dermaßen zu schröpfen ist deshalb wirklich die absolute Frechheit… 😠

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Bei meinen Eltern lohnt es sich schon eher GEZ abzukassieren – mein Vater klebt heute beispielsweise ganztägig vor der „ZDFinfo“-Mattscheibe, weil sie dort gerade einen Tag lang nur Dokus über das alte Ägypten senden… 😁

Gestern war ich in „Shangri-La“ bei meinem Bruder zu Besuch, der zweite Geburtstag des jüngsten Kindes stand auf dem Programm. Ich bin wirklich und aus ganzem Herzen echt froh, dass er die drei Kinder hat und nicht ich – ich könnte mir das gar nicht leisten und denen auch gar nichts bieten! Sport, Musikunterricht, Schulbedarf, Ausflüge, dauernd neue Klamotten, aus denen sie dann auch noch binnen weniger Wochen herauswachsen… Das könnte ich nicht mal im Ansatz finanziell stemmen – nicht einmal für lediglich ein Einzelkind. Zum Glück wollte ich nie (außer vielleicht vor rund anderthalb Jahrzehnten kurzfristig und eher halbherzig an der Seite von Giulia, die diesbezüglich Pläne hatte) Kinder in die Welt setzen. Es gibt zum einen eh schon genug Volk auf dem Planeten und zum anderen hätte ich niemals die Verantwortung für Kinder übernehmen wollen. Ich halte mich geistig und moralisch dafür für vollkommen ungeeignet. Könnte weder guten Gewissens ein „Vorbild“ sein, noch emotionale und finanzielle Sicherheiten bieten… Einige Leute meinen zwar, dass ich sicherlich ein guter „Papa“ oder „Vati“ sein würde, weil ich ganz gut mit kleinen Kindern kann – aber sie sehen dann a) nur die Oberfläche und b) muss ich ja immer nur ein paar Stunden lang funktionieren in der Rolle als „Bespaßer“ oder Onkel und nicht wie ein echter Vater Jahrzehnte lang.

Bei meinem Bruder und meiner Schwägerin geht es den Kids wirklich gut. So bekam der Älteste zu Weihnachten einen Wahnsinns-„LegoTechnic“-Bagger mit 4.108 Teilen (das mit knapp unter 400 Euro drittteuerste Legomodell, das es momentan überhaupt zu kaufen gibt), über den ich mir als Kind auch ein zweites Loch in den Arsch gefreut hätte. Endcooles Gerät. Seit Heiligabend baut der Knabe (weil er noch keine 8 ist gemeinsam mit dem Papa, denn das Modell mit App-Steuerung über zwei Smartphone-Hubs und insgesamt sieben Motoren ist eigentlich erst für Kinder ab 12 gedacht) etliche Stunden pro Tag lang daran. Der Knirps war auch schon mal in Australien und wird natürlich mit dem iPhone 11 Pro (ca. 1500 Euro) fotografiert. Neidisch bin ich deshalb nicht. Ich freue mich sogar ausdrücklich, dass die Kinder so behütet, geliebt und dann auch noch durch materiellen Wohlstand (das Haushaltseinkommen meines Bruders und meiner Schwägerin dürfte zusammen in etwa dem 8- bis 9-fachen von dem entsprechen, was mir und Philomena monatlich zur Verfügung steht) abgesichert aufwachsen können! Sie sind alle drei definitiv selbstbewusste, forsche und fröhliche Kinder. Selbst wenn die Zeiten demnächst wirklich deutlich schlechter werden sollten (wovon ich absolut überzeugt bin), werden sie vermutlich ganz gut über die Runden kommen, weil ihnen sämtliche Bildungs- und Förderungsangebote offen stehen und sie mit voller Unterstützung der Eltern beim Erreichen ihrer Ziele und Pläne rechnen können. Notfalls könnte man dank eines gewissen Wohlstandes in eine „Gated Community“ umziehen oder auch Privatschul- und Privatuniversitätsbesuche finanzieren, wenn das öffentliche Bildungssystem aus Kostengründen dereinst kollabieren sollte…

Gut, dass mir diese Bürde – Kinder großziehen – erspart geblieben ist! Klar – das iPhone 11 Pro hätte ich schon ganz gerne (mein Bruder hat es auch in „nachtgrün“ – die Farbe hätte ich auch genommen). Ich würde mit einem höheren Einkommen auch wieder mit meinen Fernreisen beginnen – wenn ich mir noch den Luxus einer persönlichen „Bucket List“ leisten würde, stünden noch Island und Neuseeland auf dieser – oder mir vielleicht, wie einst, eine etwas verfeinerte Garderobe zulegen… Aber wozu? Jogginghose reicht hier…

Jedenfalls würde ich mit den meisten Leuten, die materiell besser aufgestellt sind, ums Verrecken nicht tauschen wollen! Können die sich’s erlauben, erst um 11:20 Uhr aufstehen? Oder einfach gleich liegen zu bleiben, wenn ihnen spontan danach ist? 0400 aufwachenViele müssen jeden Tag acht bis zehn Stunden lang mit ätzenden Kollegen und fiesen Vorgesetzten in irgendwelchen schlechtbelüfteten Großraumbüros sitzen und dann auch noch jeweils über eine Stunde lang dort hin und auch wieder zurück nach Hause pendeln – in vollen Zügen voller hässlicher Menschen und Bakterien! Will man das?

Ich bleibe lieber auf dem Lande in meinem Häuschen im Grünen, wo ich mich um keinerlei Konventionen scheren muss. Ich brauche kein schickes Loft oder Penthouse in der Großstadt, das monatlich so viel kostet, wie hier zwei bis drei Jahre Landleben. Und wirklich arm sind wir hier auch nicht. Haben recht viel Platz und frische Luft (von Glyphosat und Güllegestank einmal abgesehen), können mit Ach und Krach eine (geerbte!) Premium-Limousine unterhalten und fressen überwiegend bio. Wenn es phasenweise gut läuft, ist auch noch ein bisschen Taschengeld für Parfüm und Zigarren über. Alexas, Antarktiskreuzfahrten und regelmäßige Opernbesuche vermisse ich überhaupt nicht… Ich bin auch kein Tech- oder Einrichtungsjunkie, wie so viele. Wenn man mal vom PC, Tablet und Mobiltelephon absieht (die man heutzutage auch schon beruflich braucht – und damit ich Euch Lesern hier überhaupt meinen Sermon um die Ohren knallen kann 😉), brächte ich zu meinem persönlichen Vergnügen eigentlich überhaupt keine moderne Technik, die über einen mechanischen Zigarrenabschneider hinausgeht… Und ein Großteil meiner Möbel stammt sogar noch aus meiner Studentenzeit. Wozu sollte ich mir andauernd neue kaufen? Oder pro Woche drei oder vier neue Anziehsachen, wie es der Durchschnittsdeutsche heutzutage tut?

Ich denke mal, dass nur wenige mit mir tauschen würden – man geht lieber acht Stunden irgendwo unter Arschlöchern knechten, um sich fortwährend neues Geraffel und jährlich zwei bis drei Fernreisen leisten zu können, bevor man sich faul ins Exil begibt um dort dem Konsumverzicht zu frönen. Philomena und ich leben hier de facto auf Hartz-4-Niveau. Alles an materiellem Besitz, was wir hier noch haben, stammt aus unseren längst vergangenen besseren Zeiten, oder wurde von verstorbenen Familienmitgliedern übernommen (Auto von Philomenas Vater, Großteil der Küchengerätschaften aus irgendwelchen Großelternhaushalten, usw.)… Wir haben hier weder Echo-Dots, noch Kaffeevollautomaten, Thermomixe oder Staubsaug- bzw. Rasenmähroboter… Meine letzte Urlaubs-Flugreise war 2009, Philomenas letzte dürfte wohl mehr als doppelt so lange her sein. Ich trage meine Schuhe oftmals länger als vier oder fünf Jahre und ab und an noch Klamotten aus dem letzten Jahrhundert. Wir haben noch nicht einmal eine Tageszeitung abonniert (Philomena liest immerhin die alten Tageszeitungen von meinen Eltern)… Ich gehe höchstens alle vier bis sechs Wochen einmal aushäusig essen – Philomena sogar so gut wie überhaupt nie. Und? Will jemand noch freiwillig mit uns tauschen? Ich sehe schon die meisten zurückzucken… 😁

Ich bin inzwischen jedenfalls sehr froh, aus allem „raus“ zu sein und von der Arschlochwelt meine Ruhe zu haben. Auch wenn das heißt, dass man sich nicht alle drei Jahre einen Neuwagen kaufen kann, wie andere Leute, die keine „Loser“ sind, sondern „Leistungsträger“ und „Stützen der Gesellschaft“… Genau so froh bin ich, dass ich keine Kinder am Bein habe bzw. – noch schlimmer! – die Verantwortung für diese… Ich möchte jedenfalls nicht mir den anderen, die hier schon morgens um halb sechs über die Landstraße hinterm Haus rollen müssen, tauschen! Echt nicht.

15 Gedanken zu “Lieber verarmt, als im System gefangen – außerdem bin ich froh, dass ich keine Blagen am Bein habe

  1. Ich zucke nicht zurück – ich nicke zustimmend und wohlwollend.

    Sollen sich doch andere abrackern für vermeintlich dringend notwendige Statussymbole.
    Ich trage übrigens auch noch Klamotten aus dem letzten Jahrhundert.

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  2. Meine Cousine hat 2 Bälger, die sind jetzt schon total verzogen und gestört. Der Kleine, gerade mal 8 Jahre alt, guckt den ganzen Tag in irgendwelche Bidlschirme und ist verhaltensgestört.

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    • Naja, die Kids der hiesigen Bildungsbürger( so nenne ich es jetzt mal, um die Zeit fällt mir nichts besseres ein) dürfen nur sehr begrenzt auf Bildschirme schauen. Fast weniger als ich damals mit den 3 Fernsehprogrammen.
      Bei niedrigerem Bildungsstand und/oder elterlich-großelterlichem Background sieht das leider ganz anders aus.

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  3. P.S.: Wenn ich was zu melden hätte, würde ich das Fernsehen in dieser Form abschaffen. Wer das gucken will, soll dafür gerne bezahlen, aber es kann nicht angehen, dass Leute wie du oder ich, die niemals Fernsehen, zahlen müssen. Gott sei Dank bin ich befreit von dem Dreck.

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  4. Ich zucke schon lange nicht mehr 🙂 ich beneide Dich / Euch um vieles, ich freue mich aber auch über vieles was ich hab, inklusive der Kinder. Was mich trägt, ist, dass man das alles bloß nicht so ernst nehmen darf, allem voran sich selbst nicht. Dann finde ich, ist es ganz gut zu ertragen

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  5. Was das Kinderthema angeht, habe ich sehr ähnliche Ansichten, das war schon immer so bei mir. Ich beneide dich um den Garten 😉 Allerdings würde ich verrückt werden, wenn ich finanziell so jonglieren müsste, wie du es tust. Diese Unsicherheit, ob ich mir morgen noch ein Brötchen kaufen kann, die könnte ich echt nicht ertragen. Ich brauche schon mein geregeltes Einkommen und die Sicherheit, dass ich ein gutes Polster als Rücklage habe, wenn es mal eine Notsituation geben sollte. Tja, für das geregelte Einkommen muss ich halt jeden Tag „knechten“ und mich früh morgens in den öffentlichen Verkehrsmitteln unter die Menschen mischen 😉 Da mein Job aber keine Qual ist (und wenn ich darüber jammere, dann ist das eher auf hohem Niveau), geht das absolut in Ordnung 🙂

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  6. Hehehe, das tolle Legomodell hat sich dein Bruder vermutlich selbst geschenkt, das Kind war dazu nur das Alibi😄😄😄
    Zum Thema „Geld“ und „vom System unabhängig“ : Das System lässt einen leider nie aus den Krallen, vgl. TV-Gebühren, Versicherung, Krankenkasse, ansonsten stehe ich voll hinter dir😄Für das lange Schlafenkönnen würde gar mancher Reiche uns aus Neid ermorden, da bin ich sicher!

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  7. Ach, ich kann dich gut verstehen, was den Konsumverzicht angeht. Vieles ist einfach überflüssig und ein Statussymbol, das durch Gruppendruck verkauft wird wie z.B. der Thermomix. Geflogen bin ich noch nie, irgendwelche sprachgesteuerten, mithörenden Assistenten will ich in der Wohnung auf keinen Fall haben. Bei Klamotten kaufe ich allerdings etwas öfter nach, ich habe glaube ich nichts mehr aus den 1990ern oder 2000ern, was ich noch trage – allein schon wegen der Gewichtsschwankungen, die ich immer mal wieder hatte.

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  8. … und ich bin eh schon alt. 😉 Alles gut, alles gut – meine Kids, da war – wie bei Dir selber auch – die Welt noch bisserl anders. Ich wünsch Dir heuer bloß wieder mehr ungetrübtes Vergnügen am Garten. 🙂

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  9. Ich kann dem Text leider kein Like geben, weil mein Adblocker den entsprechenden Button schluckt. Die Vorstellung darüber, wie Kinder in die Welt gelangen, ist, glaube ich, nicht ganz richtig. „Ohne alle subjektive Leidenschaft, ohne Gelüste und fysischen Drang, blos aus reiner Ueberlegung und kaltblütiger Absicht einen Menschen in die Welt zu setzen, damit er darin sei — das wäre eine moralisch sehr bedenkliche Handlung, welche wohl nur Wenige auf sich nehmen würden, ja, der vielleicht gar Einer nachsagen könnte, dass sie zur Zeugung aus blossem Geschlechtstrieb sich verhielte, wie der kaltblütig überlegte Mord zum Todtschlag im Zorn.“ (Schopenhauer) Ein Kind ist auf einmal da und dann muss man sich der Sache stellen und alles so gut machen, wie man eben kann. Zum Schluss gebe ich Dir, damit Du die Zwangsabgabe nicht umsonst entrichtet hast, noch ein paar Fernsehtipps, obwohl ich gar keinen Fernseher habe. Aber die Sendungen sind im Netz und die Links in meinen Texten:
    https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2019/08/31/ard-mit-dem-geld-der-burger-finanzierte-hate-speech-gegen-die-burger/
    https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2019/10/15/die-ard-prasentiert-von-der-windindustrie-begangene-rechtsverstose-als-akzeptable-probleme/
    https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2019/10/07/windkraftphilosophie-auf-arte-geld-als-einziger-wert/
    https://sternkekandidatkreistagvg.wordpress.com/2020/01/06/wdr-frauenverachtung-und-altersdiskriminierung-zur-vorgeblichen-weltklimarettung/

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  10. Ich streite mich regelmäßig mit meiner Mutter über das Fernsehen. Die wird total fuchsig, wenn ich ihr geliebtes Fernsehen kritisiere. Man merkt auch, dass sie alles aus dem Fernseher nachplappert, die hat gar keine eigene Meinung mehr.

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