Schlachtkörper-Apokalypse

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Philomena hat mich nach meinen polnischen Fress-Eskapaden (definitiv zu viele maritime „Schlachtkörper“, siehe → Speisekarten-Foto) auf Diät gesetzt. Sie überwacht das streng. Wenn meine „Erziehungsberechtigte“ solche Oberaufsehertätigkeiten ernst nimmt, gemahnt sie an eine Mischung aus Heidis „Fräulein Rottenmeier“ und „Ilsa, She Wolf of the SS“ (oder für meine Sternenkreuzer-Pirmasens-Fans: „Major Lydia Riedl“)…

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Ich werde tatsächlich allmählich fett. „Essen ist der Sex des Alters“ sagt der Volksmund – offenbar ist da etwas dran: Mit dem jahrelangen Brachliegen meines Liebeslebens stieg beständig die Leibesfülle. Inzwischen habe ich ein Format erlangt, dass ich in meiner Jugend bereits als „dick“ bezeichnet hätte (damals gab es höchstens ein oder zwei „dicke“ Kinder pro Klasse – heute vermutlich eher ein oder zwei normalgewichtige Kids unter lauter kleinen Fettis) – aber damals hätte man(n) einen Modekatalog voller Plus-Size-Models auch unter deutlichem Brechreiz an die Wand geworfen. Mit den heutigen Modekatalogen aufmunitioniert, hätte ich als Teenager entschieden seltener masturbiert. Zumal sie heutzutage in den Unterwäschekatalogen durchscheinende Brustwarzen und Cameltoes weg-photoshoppen… Die heutige Jugend ist eh smartphoneverblödet, und/oder hypermoralistisch gestört – da wird nicht mehr gewichst, sondern nur noch gedaddelt, bzw. man holt sich rein geistig einen auf die eigene Zugehörigkeit zur politisch-korrekten Peergroup runter, so wahr einem die heilige Sankt Greta dabei helfe…

Jedenfalls müss(t)en bei mir nun an die 8 bis 12 Kilo runter, nicht nur aus formalästhetischen Gründen, sondern auch weil meine Leber auf die zweieinhalbfache Normalgröße verfettet ist – in einem Blogeintrag (hier klicken) schrieb ich kürzlich darüber, dass ein paar Lebersteifigkeitstesterinnen bereits argwöhnten, dass ich eine akute Leberzirrhose hätte. Deshalb esse ich momentan an die 800 kcal weniger pro Tag, meide sowohl fettreiche, als auch gesüßte Lebensmittel, verzichte komplett auf zuckerhaltige Getränke – und habe grottenschlechte Laune. Wenn ich überhaupt noch eine Laune habe – eher bin ich chronisch im Bereich der partiellen Birneweichheit unterwegs… Ach, eigentlich ist es gar nicht mal so schlimm – ich jammere hier nur herum. Habe ja keinen anderen Ort zum rumjammern, als diese geduldige Community hier… 😉

Unfassbar, dass es da draußen in den unendlichen Weiten des anonymen Internets überhaupt 70 Follower (67 Abonnenten und 3 Email-Follower) meiner verbalen Ergüsse gibt: 70 Leute (m/w/d), die sich tagtäglich meinen Shit hier reinziehen – krass! Ihr seid wahrlich hartgesottene Zeitgenossen… Sehr viel mehr als 70 dürften es aber wohl auch nicht mehr werden (es sei denn, ich würde täglich Nacktfotos von Philomena uploaden) – dazu ist diese Blog-Mischung bei mir hier schlichtweg zu speziell…

Apropos Philomena: Die zieht sich vor dem bzw. während des Einschlafens regelmäßig so Netflix-Zombieserien rein (ich höre aus ihrem Zimmer nachts immer irgendwelche ominösen Krächz- und Zischlaute: „argh-chhrrchrrr-gargl-chrrsch-gnarl“ – „ah, Philomena ist schon zu Bett gegangen“). Untote statt Schäfchen zählen… Offenbar verfolgt sie das bis in ihre Träume. Ebenso, wie unsere häufig religions- und fundamentalismuskritischen Hausgespräche. Letzte Nacht mischte sich dieser Themenkomplex in ihrem Alptraum offenbar mit der Einschlaf-Zombieapokalypse: Meine Hausgefährtin träumte von einem Heer anflutender Kopftuch-Frauen, die über sie herfallen wollten – quasi „Islombies“

Na ja, wer weiß, wovon ich selber nun während meiner Diät noch so alles träumen werde: Vielleicht werde ich ja in einer heutigen Schulklasse zum Kannibalen – „lecker Kinderfett“… Oder ich träume von meiner kulinarischen One-Man-Kreuzfahrt auf einem riesigen polnischen Schlachtkörper… Mal sehen. Solange ich noch unbehelligt meine Zigarren rauchen kann, geht für mich auch ohne übermäßige Fresserei die Welt noch nicht unter! 😉 Bon appétit!

20 Gedanken zu “Schlachtkörper-Apokalypse

  1. Grossartig wie sie dir „beisteht“ – ich stelle sie mir mit Brille und streng zurückgekämmtem Dutt vor *GG*
    Auch grossartig, dass dir klar ist, dass du dich um deinen Körper kümmern musst.
    Weniger grossartig die grottenschlechte Laune, die ich sehr gut nachvollziehen kann.

    Weiterhin viel Durchhaltevermögen!

    Nur nebenbei: Ich habe die Pirmasens-Seite in meinem Browser angepinnt, so dass ich immer wieder drüberstolpere und hoffentlich in naher Zukunft mal anfange nachzulesen.

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    • Na ja, meine Sternenkreuzer-Story ist nicht unbedingt für jeden was – aber Du bist natürlich herzlich dazu eingeladen, Dir das mal komplett reinzuziehen… 😉 In Taschenbuchform, wäre die Geschichte wohl erst ein recht dünnes Bändchen.
      Zu Phil: „Brille“ stimmt, „streng zurückgekämmter Dutt“ eher nicht – oft ist es aber ein streng zurückgebundener Pferdeschwanz… 😉 LG!

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      • Ich werde es schnell merken, ob ichs mag oder nicht und das dann auch erfreut oder bedauernd kund tun 😀
        Das macht ja nichts, dann komme ich schneller hinterher, falls es mir gefällt.

        An den Pferdeschwanz konnte ich mich noch erinnern – Tennisfotos.

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  2. Vielleicht schaut sie sich die neue Staffel TWD an, läuft seit Mittwoch 😉. Diäten machen oft schlechte Laune, aber nach ein paar Tagen gewöhnt man sich auch daran. Mit wenig Fett und ohne Süßigkeiten ist schon mal ein guter Anfang gemacht. Viel Erfolg, auf dass die Pfunde schnell und nachhaltig verschwinden 🙂

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  3. P.S.: Ich habe auch ein paar Kilo zugenommen. Ich habe jetzt einen Monat Abends nur Salat gefressen, habe aber nur minimal abgenommen. Ich habe keinen Bock mehr, anscheinend muss ich mich damit abfinden, ein bisschen speckiger zu sein im Alter. Scheiß der Hund drauf.

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        • Ich bin nicht nur Formalästhet, sondern auch epikureischer Genussmensch – insofern ist mir ein lukullischer Moment (Stichwort „Sex des Alters“) oftmals wichtiger, als mein Außenabbild. Meine Eitelkeit ging in den letzten anderthalb Jahrzehnten um etwa 80 bis 90 % zurück. Ich trage statt Maßanzügen oder Designerjeans inzwischen eher Jogginghosen und Fleecejacken… 😉 Durch den rasanten Rückgang meiner finanziellen Mittel, muss ich mich heutzutage auch sehr viel mehr einschränken, was Luxusausgaben angeht. Ausnahmefälle bleiben v.a. noch meine Zigarren und die Vorliebe für sündteure Parfums… Mode und Mobiliar? Heutzutage Konsumverzicht.

          Liken

        • man kann halt nicht alles haben. verstehe ich schon. ich scheiterte auch an meinen eigenen maßstäben. schon immer. einen gewissen drang verspüre ich trotzdem. ich kann nicht einfach loslassen nach dem motto scheiß drauf. wohl dem, der das kann. wenn ich mich auf berlins straßen etc. umgucke, können das sogar ziemlich viele… und die anderen hecheln einem modischen kult hinterher, was eben gerade in gewissen (gehobenen) kreisen in ist. ich verabscheue die einen wie die anderen. könnte kotzen, wenn ich sie bei in der werbung sehe oder auf diesen kack promiveranstaltungen. künstler wollen das sein… vielleicht…, aber für mich sind sie alle miteinander eitle affen/arschlöcher. und das publikum… schweigen wir besser über das publikum…

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