Einfach nur grob…

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Oh man – wie blöd kann man bloß sein? 🤦🏻‍♂️

Entgegen meinen üblichen Gewohnheiten zitiere ich eingangs des heutigen Blogbeitrags eine längere Passage aus meinem gestrigen Beitrag:

»Am letzten verkaufsoffenen Sonntag hatte ich mit Philomena auf einem innerstädtischen Krammarkt in „Klein-Arabien“ bei einem Gewürzhändler etliche Beutelchen mit besonderen Würzmischungen und Spezereien gekauft – ich freute mich daher schon auf einen speziellen mit Rum und Honig aromatisierten Pfeffer, den ich mir unters Bio-Kartoffelpüree gejubelt hatte, welches ich zusammen mit Teriyaki-Pulled Pork zu mir zu nehmen gedachte. Knirschend zerbiss ich nach wenigen Löffeln davon einen dicken Glassplitter! Fast hätte es mir meine Plomben zerlegt. Ärgerlicherweise fand ich noch etliche bis etwa erbsengroße Glasstücke im Essen, so dass ich meinen Topf gleich ins Klo schütten konnte. Morgen werde ich den Gewürzgroßhändler mal anrufen (die Splitter stammten eindeutig aus seinem diesbezüglich gehörig kontaminierten Honig-Rum-Pfeffer) und ihm eine Rückrufaktion ans Herz legen – immerhin macht er mit dem Motto „Gewürzkauf ist Vertrauenssache“ Reklame…«

Gesagt – getan. Der Gewürzgroßhändler war am verkaufsoffenen Sonntag mit einem Verkaufswagen anlässlich des einmal jährlich dort stattfindenden Kram- & Bauernmarktes in der Fußgängerzone von „Klein-Arabien“ (näheres zu jenem ominösen Ort – es handelt sich natürlich um eine Aliasbezeichnung – findet ihr wie immer unter Orte und Personen auf meiner Blogsite) anwesend. Sein eigentlicher Haupt- und Stammsitzt findet sich aber anderthalb Autostunden westlich von hier. Dort wollte ich heute anrufen. Ich bin ja durchaus der verbindliche Typ, der nicht gleich das „Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ alarmiert, sondern erst mal direkt bei den Leuten anruft, um zu hören, was die selber dazu zu sagen haben… Nachdem vormittags dort niemand ans Telefon ging (verständlich, denn der Gewürzhändler ist an jedem Wochentag auf jeweils vier unterschiedlichen lokalen Wochenmärkten in seiner Region unterwegs), ging am Nachmittag nach unserem Tennistraining endlich jemand ans Telefon. Es handelte sich um jene resolute Dame mit der rauchigen Stimme, bei der wir die mit Glassplittern durchsetzte Würzmischung schon vor drei Tagen auf dem volksfestartigen Bauernmarkt erworben hatten.

Ich schilderte der Frau kurz die Situation und gebe die sich an diese initiale Schilderung anschließende einschlägige Gesprächspassage für Euch mal locker flockig aus der Erinnerung daran wieder:

Hyper:(…) ganze Tüte war mit zahlreichen pfefferkorn- bis erbsengroßen Glassplittern kontaminiert!“

Gewürzverkäuferin: „Aha. Welche Gewürzmischung war das denn genau?“

Hyper: „Es handelte sich um den Rum-Honig-Pfeffer…“

Würzweib (sehr trocken): „Das ist kein Glas. Das ist grobes Meersalz…“

Hyper: „Ach du sch…“ (schlägt sich vor die Stirn)

Spezereien-Lady: „Das verwenden wir in dieser speziellen Mischung schon seit etlichen Jahren. (…)

Peinlich! Argh – ich bin dermaßen blöde gewesen: „Meersalz“ stand sogar auf der Inhaltbeschreibung auf dem Beutelchen! Vermutlich hätten sie besser „sehr grobes Meersalz“ draufgedruckt – dann hätte ich’s vermutlich auf Anhieb gerafft…

Sofort nach unserem Telefongespräch nahm ich den „Glassplitter“ – den ich extra zu Beweiszwecken aufgehoben hatte – legte ihn in eine Blechschüssel und kippte kochendes Wasser hinzu – langsam löste er sich auf. Philomena nahm einen weiteren „Glassplitter“ aus der Packung und stellte per Geschmacksprobe fest: „Eindeutig salzig…“ Uff. Das schöne Essen gestern also völlig umsonst ins Klo geschüttet!

Vermutlich hatte sich das „grobe Meersalz“ gestern nicht komplett auflösen können, weil ich es bereits mit den Bio-Kartoffelflocken vermischt hatte, bevor ich kochendes Wasser hinzugoss, um Kartoffelpüree zu erzeugen. Durch die schnell das Wasser aufsaugenden Kartoffelflocken reichte die Zeit nicht aus, damit sich die Salzkristallklunker komplett auflösen konnten. So biss ich dann beim Verspeisen auf vermeintliche Glasbröckchen. Man muss dem Salz allerdings zugestehen, dass es wirklich ziemlich hart war und die Stücke tatsächlich absolut transparent aussahen und sich auch so ähnlich wie Glas anfühlten… Heute wiederholte ich die gestrige Speisenbereitung – nur dass ich dieses Mal die Kartoffelflocken erst nach einer Minute hinzugab. Und: Voilà – kein Glasbruch im Essen!

Absolut keine Sternstunde hypermentaler Intelligenzleistungen jedenfalls – Facepalm! 🤦🏻‍♂️

16 Gedanken zu “Einfach nur grob…

  1. Ich nutze selbst grobes Meersalz für meine Salzmühle, erbsengroße Stücke finden sich darin aber nicht. Finde ich auch ziemlich „grob“. Kein Wunder, dass man sich da in die Irre führen lässt 😉 Die Hauptsache ist aber, dass du darüber lachen kannst 🙂

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  2. Jetzt lese ich schon zum zweiten Mal „am letzten versoffenen“, statt „am letzten verkaufsoffenen Sonntag“. Vorhin im Ursprungspost und nun auch wieder. Was stimmt nicht mit mir?

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  3. 😅 Na, ich glaub, da muss ich dich enttäuschen. Hier geht’s weder klösterlich noch geistreich zu. Aber ich würde jetzt meinen Linseneintopf gerne mit Rum-Honig-Salzkristall-Pfeffer veredeln. Mir scheint, dein Post hier war eine ebenso perfide wie effektive Werbung für besagten Gewürzhändler. 😀

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