Philomena (und ein lateinischer Ohrwurm)

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Eben vor ein paar Stunden war ich noch in meiner gelobten alten Heimat – der wunderschönen Stadt „Shangri-La“, um dort fĂŒr Philomena ihren neuen TennisschlĂ€ger abzuholen. Sie hatte sich in den letzten Wochen ebenfalls eine Auswahl an Rackets aus unserem dortigen TennisfachgeschĂ€ft ausgeliehen, um diese ausgiebig auszuprobieren und sich dann fĂŒr eines von ihnen zu entscheiden. Es wurde ein SchlĂ€ger der niederlĂ€ndisch-österreichischen Sportartikelmarke „HEAD“. Sie gab in jenem GeschĂ€ft vor einer Woche nach dem Kauf noch eine Neubespannung mit der gleichen Wilson-Saite in Auftrag, die ich auch auf meinen Prince „Beast 104“ hatte spannen lassen.

Da ich zuvor in „Graustadt“ noch ein paar Dinge erledigte, geriet ich in Shangri-La in die dort immer recht ĂŒble Rushhour. Sieben Jahre im lĂ€ndlichen Exil haben dazu gefĂŒhrt, dass mir so ein GetĂŒmmel inzwischen ziemlich fremd ist. Dabei gibt es reichlich zu beobachten in solch einer vielfĂ€ltigen Großstadt. Etwa freaky people (wie man sie hier auf dem Lande niemals sehen wĂŒrde) – als ich mit meinem Auto im Feierabendstau durch ein dortiges Szeneviertel schlich, sah ich beispielsweise einen Ă€lteren, kiloschwer gepiercten Typen mit meterlangen grauen Dreadlocks, die zirkulĂ€r seine auch schon recht ausgeprĂ€gte Glatze umgaben. Er saß hinten auf seinem laubfroschgrĂŒn angepinselten Lastenfahrrad, wĂ€hrend vorne in der Ladekiste ein recht großer Hund saß, der die gleiche Frisur wie sein Herrchen besaß (bis auf die Glatze). Ich glaube es war ein ungarischer „Puli“ – diese Rasse entwickelt von alleine Dreadlocks
 Außerdem ĂŒberall erstaunlich hĂŒbsche junge Damen – nach zehn Metern Ampelstau hatte ich gefĂŒhlt das Schönheits-Jahreskontingent von „Ober-“ und „NiedergĂŒllestunk“ an mir vorbeidefilieren gesehen (wenn man Philomena nicht mitzĂ€hlt, natĂŒrlich)
 😉

Da ich außer dem eher spĂ€rlichen FrĂŒhstĂŒck noch nichts gegessen hatte, hielt ich spontan in der NĂ€he eines zum Wohnhaus umgebauten Hafenspeichers, um mir mal richtig cooles Street Food zu genehmigen, das dort aus dem Parterre heraus offeriert wurde: Eine „Poke Bowl“ (hawaiianischer Fischsalat). In meinem inzwischen ĂŒblichen Alltagsdunstkreis bekommt man meistens nur Döner oder Currywurst
 Beides verkneife ich mir dann lieber.

Einmal in der Stadt, steuerte ich auch noch einen riesigen Supermarkt an (etwa so groß wie drei typische Kaufland- oder Real-Filialen) und erwarb dort lauter Dinge, die es hier eher nicht gibt. Außerdem fand ich dort zusĂ€tzlich auch noch zufĂ€llig jene Bartgummis, die ich mir kĂŒrzlich unwissend um diese Tatsache direkt aus China bestellt hatte – ich kann mit dem Bartperlentragen also schon eher loslegen, als gedacht. Vor mir an der Kasse stand ein junges PĂ€rchen in einem Look, den man in „Graustadt“ oder „Klein-Arabien“ so auch nicht oft sieht – er mit Tweedsacko zu T-Shirt und Versace-Hose, sie ebenso schnieke mit Jeans, Designer-Bluse und großen Perlenohrringen. ZunĂ€chst sah ich die Blondine nur von hinten – die großen Perlenohrringe fielen mir aber sofort auf und ließen mich spontan an  Jan Vermeers GemĂ€lde „Das MĂ€dchen mit dem PerlenohrgehĂ€nge“ denken
 Als sie sich dann an der Kasse kurz zu mir hin umdrehte, traf mich fast der Schlag: Sie sah tatsĂ€chlich so aus wie das „Meisje met de parel“ auf dem berĂŒhmten Bild des hollĂ€ndischen Barock-Malers! Gibt manchmal schon krasse ZufĂ€lle – vielleicht wusste sie auch um ihre Ähnlichkeit mit dem MĂ€dchen auf dem GemĂ€lde und trug diese Perlenohrringe deshalb bewusst. Wer weiß


Egal. Ich trug mich kurz noch mit dem Gedanken irgendwen aus meinem alten Shangri-La-Dunstkreis zu besuchen, vielleicht „Fritz den Witz“ (langjĂ€hrige Leser, die mich schon seit myTagebuch-Zeiten begleiten, werden sich vielleicht noch an ihn erinnern). Der alte Immobilienmogul (aber ein anstĂ€ndiger – kein ĂŒbler, raffgieriger Abzocker Ă  la „Claude“) hatte mich erst vor ein paar Wochen angerufen und mir gesagt, dass ich ihn mal spontan besuchen solle, wenn ich in der Stadt sei. Aber mir war nicht nach Freundschaftspflege und ich fuhr stattdessen lieber ĂŒber „Graustadt“ zurĂŒck nach Hause und besuchte dort ganz kurz noch meine Eltern, um ihnen ein paar Sachen vorbeizubringen, die ich fĂŒr sie besorgt hatte, und um ihnen Enkelkinder-Fotos auf dem Tablet vorzufĂŒhren, die ich vor einer Woche bei einem gemeinsamen Freizeitpark-Ausflug mit der Familie meines Bruders aufgenommen hatte.

Warum war Philomena eigentlich nicht mit nach Shangri-La gekommen, um ihren TennisschlÀger abzuholen?

Nun, sie ist momentan abermals verreist. Ich finde das ja bemerkenswert, dass sie das inzwischen wieder alleine kann. Bahnreisen unternehmen. Als ich sie initial vor bald acht Jahren kennen lernte, war sie schwer krank, oft tagelang bettlĂ€gerig und hatte ihr Leben eigentlich schon aufgegeben. Sie vegetierte in einem großen Haus vor sich hin, das ihren Eltern gehörte (die aber 50 Kilometer davon entfernt lebten) und war physisch und psychisch am Ende. Wog kaum noch 50 Kilo (obwohl sie eher groß ist) und war auf ein ganzes BĂŒndel von Medikamenten angewiesen, teilweise auch von diesen abhĂ€ngig. Sie dachte tĂ€glich an Suizid. Nur noch ganz wenige verbliebene Bekannte besuchten sie dort in ihrer Einsamkeit ĂŒberhaupt noch. Ihren FĂŒhrerschein und ihr Auto hatte sie schon eine Weile vorher verloren, als sie durch schwere Medikamentennebenwirkungen bedingt einen Unfall gebaut hatte
 Sie war eine verlorene Seele kurz vor dem finalen Verlöschen.

Ungerechte Dreckswelt! 😠 Sie tat mir unendlich leid – ich wusste gleich von Beginn an, dass sie die intelligenteste Frau ist, die mir je begegnet war. Belesen, gebildet, gutaussehend, klug, Ă€hnlich wie ich aufgewachsen und sozialisiert, politisch und weltanschaulich sehr Ă€hnlich denkend, stilvoll und mit einer natĂŒrlichen Anmut und AutoritĂ€t gesegnet. Aber all dieses war verschĂŒttet unter Krankheit, daraus resultierender Depression, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit und Endzeitstimmung. Niemand glaubte mehr an sie und ihre physischen Krankheiten wurden nicht ernst genommen und fĂŒr rein psychisch gehalten. Haufenweise Behandlungsfehler und Fehldiagnosen! Ich spĂŒrte das alles und wollte ihr helfen. Unbedingt. Denn ich glaubte – vielleicht als einziger – daran, dass ihr Zustand reversibel sein mĂŒsse.

Irgendwann verkauften ihre Eltern ihr die HĂŒtte unter dem Arsch weg und sie musste wieder bei ihnen einziehen. Mit ihrem Vater (der mittlerweile nicht mehr lebt) verstand sie sich ĂŒberhaupt nicht gut – es rumste dauernd. Mit fast 40 Jahren wieder im „Kinderzimmer“ gelandet… So ging das nicht! Himmelschreiendes Unrecht! Philomena gehört in ein eigenes Haus – das ist ihre artgerechte Umgebung!

Ich organisierte meinen Umzug ins Haus „Zweieichen“ (in Shangri-La war mir die Wohnung eh zu teuer geworden und das Umfeld auch zu asozial) und bekniete Philomena, sich eine Reise hierhin zuzutrauen, damit sie endlich aus dem Dunstkreis ihres Vaters herauskĂ€me
 Nach ĂŒber einem Jahr war es dann endlich soweit und ich fungierte als Fluchthelfer. Umtopfungsaktion geglĂŒckt.

0326 PhilomenaImmer mehr verschĂŒttete Dinge legten wir wieder frei. Irgendwann (mit vielen guten RatschlĂ€gen der vier Mediziner innerhalb meines engsten Familienkreises) stand auch die fast zwei Jahrzehnte lang ĂŒbersehene gesundheitliche Hauptbaustelle meiner Hausgenossin fest: Jetzt konnte gezielt behandelt werden! Im Prinzip brauchte es dazu nur eine bestimmte Tablette einmal tĂ€glich
 Irgendwann sah Philomena wieder gesĂŒnder aus (inzwischen hat sie unglaublich schöne, 60 cm lange, glĂ€nzende Haare), dann konnte sie allmĂ€hlich wieder mehr als hundert Meter weit gehen, ohne einer Ohnmachtsattacke nahe zu sein. Nahm rund 10 Kilo zu. Fuhr wieder Auto (ich hatte ihr geholfen, den FĂŒhrerschein zurĂŒckzubekommen). Wir unternahmen eine erste gemeinsame Reise ins Ausland. Philomena begann spazieren zu gehen und dann zu joggen. Jetzt spielen wir sogar Tennis. Heutzutage ist sie so trainiert und stark, dass sie mich auf ihrem Buckel schleppen kann, obwohl ich fast 40 Kilo mehr wiege, als sie. 😉 Philomena sieht jetzt wieder richtig gesund und attraktiv aus (sie wurde neulich im Zug glatt zwanzig Jahre jĂŒnger geschĂ€tzt, als sie ist – eine Ă€ltere Dame hielt Philomena fĂŒr eine Studentin). Ich bin sehr froh, dass ich ihr damals geholfen habe, einfach weil ich an sie glaubte


Ich bin sicherlich ein unmöglicher Grantler und habe in meinem Leben nicht allzu viele Dinge bewirkt, die von bleibendem Wert sind oder mich gar ĂŒberdauern werden. Mein Lebenslauf wirkt sprunghaft und erratisch – ich machte weder Karriere, noch grĂŒndete ich eine Familie. „Gestrandeter Exzentriker“ könnte man mit reichlichem Wohlwollen noch dazu sagen
 Aber ich habe ein paar Dinge bewirkt, die nicht so ganz verkehrt waren – etwa viermal Leuten das Leben gerettet: In drei FĂ€llen war das aber kein allzu großer Akt: Ein junges MĂ€dchen hielt ich durch gutes Zureden vom Suizid ab und meinen alten Kumpel Rudi schleifte ich in gleich zwei verschiedenen FĂ€llen gegen seinen Willen (er hat’s bekanntlich nicht so sehr mit der Schulmedizin) ins Krankenhaus, in denen er ohne mein Zutun ziemlich sicher alleine zuhause verreckt wĂ€re
 Aber Philomena war der komplizierteste Fall: Ein echtes Langzeitprojekt. Ich bin froh und stolz auf mich, dass ich das so durchgezogen habe.

Ohne sie wĂŒrde ich mich hoffnungslos allein und sinnlos fĂŒhlen. Wir ticken sehr Ă€hnlich, haben in etlichen Bereichen einen Ă€hnlichen Geschmack und können uns stundenlang auf hohem Niveau austauschen. Wir haben auch den gleichen „Stallgeruch“ – unsere Kindheit und Jugend verlief sehr Ă€hnlich. TatsĂ€chlich fĂŒhren wir hier in unserem HĂ€uschen eine Art „Beziehung“, die Außenstehende an ein altes Ehepaar denken lĂ€sst. Dass diese Beziehung eine platonische ist, ist mir inzwischen sogar einigermaßen egal. Die geistige Übereinstimmung, diese gewisse Seelenverwandtschaft, die ist das, was bei uns zĂ€hlt! 🙂

Jedenfalls könnte sie fĂŒr meinen Geschmack ruhig bald wieder hier sein. Es ist so unheimlich still im Haus.

Nochmal kurz zurĂŒck zur Autofahrt von Shangri-La zurĂŒck nach Graustadt: Diese war im Gegensatz zum Haus alles andere als still, was unter anderem daran lag, dass ich mir einen „Ohrwurm“ einfing – bzw. anzĂŒchtete, indem ich eine DVD mit lauter MP3s diverser Bands unter die Lupe nahm, die Philomena in unserem Auto gebunkert hatte. Ich stieß auf einen Song, bei dem es sich um eine Art „Latein-Techno“ handelte, aber hört mal selbst:

Irgendwann ballerte das Ding in Endlosschleife aus den Boxen – ich habe zwar leider keine wunderbare Harman/Kardon-Anlage mit zehn Lautsprechern mehr an Bord (wie damals in meinem SportcoupĂ©, das ich fast 14 Jahre lang fuhr), aber das herstellerseitig verbaute Radio in unserer aktuellen Allrad-Limousine ist auch nicht ganz so schlecht, wie eingangs befĂŒrchtet. Vielleicht verblasst mittlerweile auch allmĂ€hlich meine Erinnerung an die alte Musikanlage. Initial reagierte ich auf das Anlagen-Downgrade mit einem totalen Musikhör-Boykott, nachdem wir vor zwei Jahren den Wagen von Philomenas verstorbenen Vater ĂŒbernommen hatten


Wie auch immer – jetzt habe ich durch Philomenas FundstĂŒck einen Ohrwurm, der sich den ganzen Abend ĂŒber hartnĂ€ckig in meinem Kopf hĂ€lt. Auf Latein. 😁

14 Gedanken zu “Philomena (und ein lateinischer Ohrwurm)

  1. Ich hatte dafĂŒr heute einen Schock als ich Mitte Morgen im Halbschlaf zum Zahnarzt fuhr. Da lief eine Schabe (so nennen wir aufgedonnerte Frauen seit meiner Kindheit, keine Ahnung woher das kommt) auf dem Trottoir, so geschmacklos, dass sogar ich als Modemuffel beinahe angehalten und sie darauf aufmerksam gemacht hĂ€tte. Blondiert, das war so halbwegs ok, schlank genug, doch dann: Eine Burrberry-Hose (vermutlich) im typischen Karomuster und dazu ein unpassender Blazer in einem anderen Karomuster mit nicht passenden Farbtönen *schockschwerenot*

    Parterre – soso – das sagt ihr auch? Und Sous-sol? Das sage ich allerdings nicht, das sagen hier noble Menschen.

    Hab ichs dir nicht gesagt mit den Gummis??? *lach*

    Der Mann und ich waren auch beide kurz vor dem Aufgeben, er schon fast so weit wie Philomena, allerdings wirklich „nur“ mit psychischen Problemen. Gegenseitig haben wir uns motiviert und auf ein gutes Level gehoben – Sex fehlt ihm sehr, mir ĂŒberhaupt nicht. Sex brauche ich nur als Liebesersatz, wenn ich Single bin (hat etwas mit meinen kranken, falschen, alten VerknĂŒpfungen zu tun, ich mag daran jedoch nicht arbeiten). Ich bin hier eindeutig die StĂ€rkere und er ist etwas narzisstisch, was mich letzte Woche beim Hausarzt zum Ausflippen gebracht hat. Ich weiss zwar wie ich damit umgehen mĂŒsste – spiegeln, spiegeln, spiegeln, doch eigentlich wĂ€re auch er intelligent genug, um zu sehen wie dĂ€mlich er sich verhĂ€lt und mir ists irgendwie zu blöde.

    Die Musik ist natĂŒrlich nicht meine, sorry. Ich hatte heute Morgen eine alte Bruce Springsteen im Auto und jetzt eine Status Quo, da kann ich lautstark mitsingen, das gefĂ€llt mir 🙂
    Auf Klang legte ich noch nie Wert, dafĂŒr ist ebenfalls der Mann zustĂ€ndig.

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  2. Du kannst mit Fug und Recht sehr stolz sein auf das, was du bei Philomena bewirkt hast bzw. ihr beide zusammen geschafft habt. Sex wird bekanntlich ĂŒberbewertet und nutzt sich im Laufe der Beziehung sowieso ab. In meinen Augen ist das, was ihr habt, eine Partnerschaft, wie sie sich viele Menschen wĂŒnschen wĂŒrden. Gegen die Ruhe hilft Musik, aber das hast du ja schon selbst festgestellt 😉

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  3. Doch, gefĂ€llt mir auch gut, Dein neuer Ohrwurm ausm Handschuhfach. 😉
    Beeindruckt mich stets aufs Neue, was Du ja doch im Leben bewirkt hast, vor allem fĂŒr Philomena. Meine Mutter nervt und treibt mich in die Enge, sie stellt sich auch sowas fĂŒr mich vor, was Du in Deiner Mediziner-Familie auf die Beine gestellt hast. Da wurde garantiert mit behutsamstem FingerspitzengefĂŒhl gehandelt, welcher Kassenarzt kann sich denn heutzutage dergleichen noch leisten?
    Ich will mich natĂŒrlich nicht wieder wie in Kindheitstagen von meiner Mutter rumkommandieren lassen, sind jetzt lĂ€ngst andere Zeiten. Sie erpresst mich emotional, sie hĂ€tte schon ein Kind verloren … Ich lebe noch, ich kenn mich selber am besten, außerdem kann ich jetzt meinen großen Bruder verstehen, der sich auch nicht von ihr zum Arzt hin befehlen lassen will: Da stellen sich sofort alle Sinne auf Krawall. FrĂŒher freilich nicht wg der schmerzhaften Repressalien, doch wie gesagt, jetzt haben wir andere Zeiten.
    Entschuldige, dazu erwiderst mal lieber nix, ich nehm stark an, daß Du Dich da auch nicht so ganz auf meiner Seite aufhĂ€ltst. Hat mich nur so bedrĂŒckt, ihr schriftlicher Appell von gestern, daß ich ihn am liebsten umgehend geschrettert hĂ€tte, um nicht daran denken zu mĂŒssen.

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    • Meine Mutter meinte vor ein paar Jahren ich wĂŒrde mich vor Gitt versĂŒndigen als mein Vater seinen ersten Hirnschlag auf Arbeit in Spanien hatte & ich mich weigerte dort hin zu fliegen. Seine Firma hat fĂŒr solche FĂ€lle FachkrĂ€fte & ausserdem wars mir egal, was mit ihm passiert. Mittlerweile hat sie kapiert, dass sie mich mit keiner Erpressung/Drohung der Welt je wieder zu etwas nötigen kann. Ob ihr das passt oder nicht, ist nicht mein Problem.

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      • Ich sag es Dir – ich stehe noch heute mit 63 sowas von unter „dere ihrer“ Fuchtel – Macht – daß mich furchtbare Skrupel plagen. Der reinste Albtraum, mich haben noch bis vor vielleicht zehn oder eher zwanzig Jahren nĂ€chtliche AlbtrĂ€ume von meiner Mutter verfolgt.

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        • Blockiert auch jegliche VerselbststĂ€ndigung, wenn ich den richtigen Begriff gewĂ€hlt habe. Aber kannste ja vielleicht auch bei der Philomena beobachten, verlĂ€uft natĂŒrlich alles unterschiedlich.

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        • Das tut mir sehr leid. Sobald ich damals in Therapie kam, war das der erste Prozess, denn wir anleierten – wie meine Psychiaterin so treffend sagte: Sie mĂŒssen sofort aus der Bettritze ihrer Eltern – und ich brauchte nur diesen kleinen Schubs. Unter der Fuchtel meiner Mutter stand ich eh nie richtig. DafĂŒr war ich schon immer zu rebellisch, obwohl ich ein sehr braves Kind war bis die PubertĂ€t los ging und ich anfing zu kapieren, was fĂŒr ein kranker Scheiss bei uns daheim ablĂ€uft.

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        • Ah und ich werde meine Mutter niemals pflegen, das muss ein Dienst machen oder sie muss ins Heim – das wĂŒrde ich nicht ertragen. Liegt mir jedoch grundsĂ€tzlich nicht, ich bin auch nicht sicher, ob ich meinen Mann pflegen oder von ihm gepflegt werden möchte.

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        • Wir sind eh ĂŒber 500 km auseinander, das weiß sie, daß ich dazu nicht infrage komme. War also zuletzt 1999 drunten, war aber noch ohne den Kontakt zu meinen Eltern. Hatte ja seit 1974/75 praktisch keine Eltern mehr. War meine Rettung, die wollten angeblich so eine Tochter nicht (mehr).

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        • Ich weiss und das ist gut so.

          PFFF, dann sollen sie es halt lassen. Mein Vater hat mir auch mal gesagt, so eine wie ich sei nicht seine Tochter, zum GlĂŒck kam grad meine Mutter ins Haus, denn ich wollte ihm mit dem BĂŒgeleisen die Wange verbrennen, hatte mich grad umgedreht und wollte los laufen. Lieber keine Eltern als meine.

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