„Um Gottes Willen – der Mann hier hat eine akute Leberzirrhose!“

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0321 Root Beer UmfrageRoot Beer scheint in meinem Leserkreis kein großes Thema zu sein – in meinem letzten Blogeintrag führte ich eine kleine Umfrage durch, deren vorläufiges Ergebnis Ihr nebenstehend sehen könnt. 58 Prozent meiner Leser und Abonnenten kennen diese amerikanische Kräuterlimonade überhaupt nicht und weitere 17 Prozent hassen sie…

Wie kommt es eigentlich, dass der Betreiber dieses Blogs sich überhaupt mit solch schrecklichem Gesöff befasst? 🤔 Sehr langjährige Leser (die mich bereits seit meinen Blogautorenzeiten auf der Plattform myTagebuch begleiten) verbinden mit dem Schreiber hypermental vermutlich noch eher Getränke wie einen roten „Châteauneuf-du-Pape“, einen prickelnden „Roederer Cristal“-Champagner, oder einen ordentlichen, 16 years old „Lagavulin Single Malt Whisky“ von der Insel Islay…

Nun, die Zeiten sind (leider) vorbei. Im hiesigen Exil gibt es keine schöngeistigen Saufkumpane mehr – weder schnöselige rich kids, noch irgendwelch semi-intellektuelles Kunst- & Kultur-Volk, wie es in meinem persönlichen „Shangri-La“-Umfeld der Jahre kurz nach der Jahrtausendwende herumfluktuierte. Der wichtigste Grund ist jedoch meine heutige Gesundheitslage: Ich vertrage fast überhaupt keinen Alkohol mehr! Meine Leber und meine Bauchspeicheldrüse sind ein einziger Organabfall-Müllhaufen. Erst kürzlich gab’s dafür wieder einmal eine Bestätigung:

Ende Juni weilte ich zufällig in jener Stadt, als das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg eine Art „Tag der offenen Tür“ durchführte – „Die Lange Nacht der Wissenschaften 2019“. Überall auf dem weitläufigen Klinik-Campus konnten interessierte Besucher medizinische Vorträge und Vorführungen besuchen, riesige Organ-Modelle begehen und auch gratis Untersuchungen an sich durchführen lassen. Als jemand, der sich an seiner Privaten Krankenversicherung tot und dämlich zahlt und diese erst nach jährlich 1260 Euro Selbstbeteiligung überhaupt in Anspruch nehmen kann, ließ ich mir diese Möglichkeit unentgeltlicher medizinischer Checks natürlich nicht entgehen und reihte mich u.a. in die Schlange vor der Tür zum Lebersteifigkeitstest ein. Elastographie, bzw. Fibroscan ist ein relativ neues schmerzfreies Diagnoseverfahren. Im 2-Minuten-Takt rutschten die Testwilligen dort über die Untersuchungsliege – nach einer knappen halben Stunde Wartezeit war auch ich an der Reihe. Plötzlich wurden die Assistenzärztin und die MTA, die dort untersuchten, hektisch: „Um Gottes Willen – der Mann hier hat eine akute Leberzirrhose!“ Sofort riefen sie einen jungen Oberarzt hinzu, der mich in einem anderen Raum ins Gebet nahm. Da ich ihm glaubhaft versicherte, seit Jahren kaum noch Alkohol anzurühren (der Durchschnittsdeutsche hat meinen Jahresalkoholkonsum bereits am Dreikönigstag intus, dem 6.Januar), ging dieser dann statt von einer akuten Zirrhose doch eher von einer enormen Fettleber aus. Genau solch eine wurde mir bereits vor etlichen Jahren diagnostiziert. Durch meine Fettstoffwechselstörung ist der Konsum alkoholischer Getränke für mich inzwischen lebensgefährlich. Ich – früher trinkfest wie ein irischer Pirat – vertrage heutzutage kaum noch drei Bier, bevor ich meine Leber und meine Bauchspeicheldrüse überfordere und eine ausgeprägte Alkoholvergiftung erleide… ☹️ Deshalb also eher seltsame Soft Drinks, statt hochgeistiger Pretiosen.

Ein weiterer Grund, weshalb ich mir mitunter exotische Zuckerplörre reinschütte, ist folgender: Ich neige bei längeren Esspausen über den Tag hinweg zu akutem Unterzucker. Manchmal komme ich nicht regelmäßig zum Essen und Trinken und habe dann plötzlich leichte Wahrnehmungsstörungen, Schwindel und Übelkeit. Schnelle Abhilfe bringt eine Zuckerbombe à la Cola, Bitter Lemon, oder eben „Root Beer“ am besten von ein paar Kohlenhydraten, wie einem Müsli Riegel oder einem spontan erworbenen Bäckereiprodukt, gefolgt, damit die Wirkung nachhaltiger ist. Nach einem Schluck Cola und einem Croissant geht es mir sofort wieder besser und ich kann meine aktuelle Tätigkeit weitere Stunden lang fortführen, ohne aus den Latschen zu kippen…

Tja, etliche meiner einstigen Laster musste ich aufgeben – einzig noch verbliebenes sind meine Zigarren! Ich schlote zwar erheblich weniger weg, als noch vor ein paar Jahren, aber 30 bis 40 Zigarren pro Monat sind es auch heute noch. Das lasse ich mir auch nicht nehmen. Hatte zwischenzeitlich mal mit dem „Dampfen“ begonnen – aber das war nichts für mich… Bin halt ein absoluter Zigarren-Aficionado! 😁

0321 Ibis ZigarreAn den letzten Abenden rauchte ich im nächtlichen Garten von Haus „Zweieichen“ übrigens ein paar Mal eine Ibis Honduran Selection Maduro Gran Robusto“ – ein herrlicher Knüppel von 2,38 cm Durchmesser und 15,24 cm Länge, der ein absolutes Schnäppchen ist! 3,90 €/Stk. kostet der Spaß – unglaublich, dass man dafür eine echte, handgerollte Longfiller-Zigarre bekommt, die auch noch ziemlich gut verarbeitet ist und geschmacklich überzeugen kann. Das Teil sieht – wenn man es in der Hand hält – tatsächlich eher nach einem Stückpreis von 13,90 € statt zehn Euro weniger aus. Schöne Neuentdeckung meinerseits – im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte muss ich übrigens etliche hundert (wenn nicht inzwischen sogar fast 1000) verschiedene Zigarrensorten ausprobiert haben… „Ibis“-Zigarren (eine Eigenmarkenfamilie der Tabakmanufaktur August Schuster in Bünde) sind wohl deshalb so günstig, weil sie „ungraded“, also nicht aufwendig nach Farbschattierungen sortiert, verpackt werden und zwar lediglich als sogenanntes „Bundle“ à 10 Stk. in Zellophan eingeschweißt und nicht in einer schönen, aufwendig gemachten Holzkiste. Mir soll‘s recht sein – geile Ware! 😃


🎾 Zum Ende noch ein kurzes Tennis-Update: Inzwischen beherrsche ich für einen Neuling bereits erstaunlich gut den „Aufschlag“ und Philomena und ich hatten beim vorletzten Mal unsere letzte von insgesamt 5 Schnupperkurs-Trainerstunden. Insgesamt standen wir nun zehn Mal auf dem Platz. Wo wir übrigens ganz gerne die Zeit vergessen, bei unseren letzten beiden Malen waren wir fast drei Stunden lang dort.

14 Gedanken zu “„Um Gottes Willen – der Mann hier hat eine akute Leberzirrhose!“

  1. Zu gerne hätte ich das Gesicht der MTA gesehen *kicher*

    Ich vertrage auch keinen Alkohol und als Tochter eines Alkoholikers mit Neigung zu Suchtverhalten hätte ich mich wahrscheinlich schon totgesoffen. Meine Schwester ist auch so trinkfest und hat dazu noch Drogenerfahrung. Meistens ist sie mit allem clean. Vor einiger Zeit hat ihr die erste besserwisserische Psychiaterin ein AD angedreht, dass sie gleich wieder süchtig machte – obwohl wir klipp und klar gesagt haben, dass sie auf keinen Fall wieder angefixt werden darf *augenroll*

    Unser Buchhaltungslehrer hat immer Aufgaben mit Kaviar, Hummer und Château-Pétrus gestellt – der Geniesser 🙂
    Ich mochte ihn sehr, andere fanden das lächerlich. Geraucht hat er Gitanes – ich huste schon beim Gedanken daran.

    Mein Laster sind Zigaretten – 4 an einem normalen Arbeitstag und zwischen durch mal eine, wenn ich ausgehe. Wenn die verboten würden, müsste ich auch etwas kämpfen, obwohl ich so wenig rauche. Dampfen und so habe ich auch getestet, ist nicht das Gleiche *hmpfz*

    Dann habe ich heute eine Beilage zu einer Supermarkt-Zeitschrift zum Thema Bier studiert und allerlei erfahren, was ich nicht so genau wusste – interessant. Doch Bier mag ich genau so wenig wie Wein *bäh*

    Das wird was mit dem Tennis und wenn so ratzfatz drei Stunden rum gehen, ist das super. Haben die für im Winter eine Halle?

    Gefällt 2 Personen

    • Je nach Verarbeitung/Stärke/Größe/vorhandener oder nichtvorhandener Genussdisziplin zwischen 10 Minuten und zwei Stunden – im konkreten Fall des fotografierten Exemplars etwa 45 bis 70 Minuten je nach Herangehensweise… 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Ich mag gar kein Bier. Schmeckt für mich alles wie verfaulte Limo. Wobei ich bei der in deinem Post erwähnten Kräuterlimonade eher an Almdudler denken muss. Den hab ich aber auch nur dann getrunken, wenn ich kurz vorm Verdursten war und es nix anderes gab. Alkoholtechnisch halte ich mich lieber an Rotwein. Amarone, Negroamaro und Shiraz vor allem.

    Tennis ist toll. Hab ich aber schon lang nimmer gespielt. Zuletzt mit meinem Mann. Ich konnte keinen einzigen seiner Aufschläge halten. Das Spiel war vorbei, bevor es begonnen hatte.

    „Knüppel“, „Longfiller“? 😀 Da würde meinereiner nicht sofort an Zigarren denken, muss ich zugeben. Aber ich kenn mich da auch nicht aus. Mit Zigarren … aus Tabak … meine ich.

    Alles Gute für Leber und Co.!

    Gefällt 1 Person

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