Tennis-related shopping & ein angenehmer Ausflug in eine angenehme Stadt mit einem angenehmen Publikum

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Heute hatten wir vormittags wieder Tennis-Training. Unsere dritte Stunde. Irgendwann ließ mich der Trainer mal zwei andere Schläger ausprobieren, weil er den Verdacht hatte, dass ich damit als absoluter Rookie womöglich besser spielen könnte. Und wie er Recht hatte! Ich hatte fast das Gefühl, damit quasi in einer Art „Autopilot“-Modus zu schlagen… 😃 Unsere von Philomenas Vater geerbten Schläger sind relativ klein und auf hartes, schnelles Spielen hin optimierte „Turnierschläger“ – eigentlich klar, wenn man weiß, dass er den Großteil seines Lebens über regelmäßig auf dem Tennisplatz stand und oft die Rangliste seines Clubs anführte. Im Prinzip muss man sich das in meinem Fall so vorstellen, als ob man mir als Fahranfänger gleich eine hochkapriziöse, übermotorisiert kaum auf der Straße zu haltende Dodge Viper gegeben hätte, die einen 8,4-Liter-Zehnzylindermotor mit fehlendem ABS und abstinenter elektronischer Stabilitäts- und Traktionskontrolle kombiniert. Für den Fahranfänger wäre ein grundsolider VW Golf aber sicherlich ein geeigneteres Vehikel… 😉 Deshalb reifte bei mir der Entschluss, recht bald in einen weiteren Schläger zu investieren.

Nach unserer Trainerstunde übten Philomena und ich heute (es ist inzwischen nicht mehr ganz so abartig heiß) über Mittag gleich noch eine weitere Stunde lang auf dem Tennisplatz alleine weiter. Seit kurzen haben wir einen Platzschlüssel vom Verein und können nun jederzeit selber dort hin, um zu trainieren. Im Vergleich zu Philomena – die vor zig Jahren schon mal ein bisschen Tennis gespielt hatte – bin ich ein absoluter Beginner. Aber zum Glück kein hoffnungsloser Fall, dem dieser Sport absolut nicht zu liegen scheint. Bei unserer privaten Übungsstunde hatte ich natürlich wieder den hochgezüchteten Schläger, außerdem merkte ich, dass meine Laufschuhe nicht besonders gut für diese Sportart geeignet waren, denn man kann mit denen nicht abrupt seitlich stoppen, ohne in ihnen mit dem Fuß zu schlingern. Umknickgefahr!

Deshalb fuhren wir gleich nachmittags los, um uns in einem Fachgeschäft beraten zu lassen. Ich habe leider breite, entenpaddelartige Füße und wusste daher, dass es nicht leicht werden dürfte, die passenden Tennisschuhe zu finden. In den Shitholes „Graustadt“ und „Klein-Arabien“ gibt’s leider nur ein paar Popel-Sportgeschäfte, weil dort nur aufgedunsene Bewegungsmuffel hausen und andere Bevölkerungsschichten, die allenfalls Kampfsport (schlagen, treten, stechen, usw.) betreiben – deshalb reisten wir gleich bis nach „Shangri-La“, wie ich hier in meinem Blog die güldene Metropole voller reicher und schöner Menschen zu nennen pflege, in der ich zusammengerechnet rund 17 Jahre meines Lebens verbrachte, die nicht zu den schlechtesten gehörten… 😉 Dort gab es ein sehr großes, gut sortiertes Tennis-Fachgeschäft.

Gesagt – getan. Es war eine sehr gute Idee, dorthin zu fahren. Wir fanden den Laden auf Anhieb und in ihm ebenfalls auf Anhieb geeignetes Schuhwerk für mich. Die erfahrene Verkäuferin sah sofort, was für Latschen ich benötigen würde und stellte sie mir gleich in der richtigen, bequemsten Größe hin. Passten wie angegossen! Zum Vergleich probierte ich noch ein anderes Paar von Adidas aus, aber die drückten seitlich unangenehm. Als für meine Entenpaddel geeignet entpuppte sich ein extrabreites Modell der 1966 in Los Angeles gegründeten Marke „K-Swiss“. Die Amis sind bekanntlich oftmals übergewichtig – vielleicht gibt es also dort genügend Typen, die sich zunächst ihre Quanten breit gelatscht und dann mit Tennis abzuspecken beschlossen haben… 😉

Im Laden gab es natürlich auch eine Riesenauswahl von Tennis-Schlägern. Ein spezieller Schläger-Experte beriet mich ausgiebig und suchte mir drei am ehesten in Frage kommende Rackets heraus, die groß, leicht, fehlerverzeihend & anfängergeeignet waren. Super war, dass man sich dort für 1 € pro Tag Testexemplare aller dort angebotenen Schlägermodelle maximal 10 Tage lang ausleihen und diese dann in aller Ruhe ausprobieren kann! Deshalb nahmen wir die drei infrage kommenden Exemplare gleich mit und werden sie nun diese Woche über hier ausgiebig testen, bevor ich mich dann für eines davon entscheide. Wenn ich meinen Schläger dann dort im Laden kaufe, bekomme ich außerdem die angefallenen Test-Ausleihgebühren komplett erstattet. Philomena wird dem von ihrem Vater geerbten Schläger treu bleiben – aber sie spielt auch schon deutlich besser, als ich. Im Laden fand sie aber auch etwas für sich: Ein Tennisoberteil und zwei Tennis-Röcke (bisher spielte sie in Leggings – aber die Röcke sind im Sommer wahrscheinlich deutlich luftiger und daher angenehmer).

Nach dem Besuch des Spezialgeschäftes fuhren wir noch ins Stadtzentrum und setzten dort unsere Shopping-Tour fort. Was für eine angenehme Stadt, was für ein angenehmes Publikum! Philomena fiel der Kontrast zum versifften Shithole „Graustadt“ auch gleich äußerst angenehm auf: Lauter gutaussehende und geschmackvoll gekleidete Menschen – wie man sie hier beim Einkaufen niemals sehen würde! Ein paar echt schräge, schillernde „Paradiesvögel“ sahen wir unter den Passanten auch. So etwas fehlt hier in unserem Umfeld eindeutig. Dazu echtes, funktionales „Multi-Kulti“ – man hörte schon mal irgendwo Japanisch und überall Englisch. Auch die Farbigen waren durchgehend sehr kultivierte Menschen und die Orientalen keine gefährlich wirkenden, laut herumbrüllenden Proleten einer offensichtlichen Parallelgesellschaft, sondern überwiegend Studenten und Leute, die vermutlich gehobenen Berufen nachgingen. Afrikaner in Nadelstreifenanzügen, freundliche Südeuropäer, Asiaten – alle miteinander friedlich und höflich. In „Graustadt“ hingegen, da wäre einem auf einem zweistündigen Innenstadtbummel bis zur Ladenschlusszeit vermutlich manches Mal angst und bange geworden. Eigentlich hätte ich niemals aus „Shangri-La“ wegziehen dürfen – aber das Leben wurde mir dort einfach zu teuer: Eine Wohnung in der Größe meines ländlichen Hauses „Zweieichen“ in bester Innenstadtlage von „Shangri-La“ kostet schnell mal deutlich über zwei Millionen Euro…

Philomena kaufte in jener angenehmen Stadt übrigens erstmals „offline“ bei Zalando ein – es gibt dort einen großen Zalando-Store. Anschließend waren wir noch in einem Sportartikel-Kaufhaus, einem weiteren riesigen Kaufhaus, einem Drogeriemarkt und einem TK Maxx, bevor der Ladenschluss unserem Ausflug ein Ende setzte. Philomena fand ein paar schöne Sachen – ich staubte einen neuen Schlafanzug ab, den Philomena mir spontan schenkte, weil sie wusste, dass der Tennisschläger bei meiner derzeitigen finanziellen Lage ziemlich happig für mich werden wird. Ich werde mir sicherlich instinktiv wieder ausgerechnet den teuersten der drei aussuchen – jede Wette! Gerade wenn ich die Preise nicht genau weiß, lande ich meistens beim teuersten Produkt.  Schon Oscar Wilde wusste: „Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.“ 😁

7 Gedanken zu “Tennis-related shopping & ein angenehmer Ausflug in eine angenehme Stadt mit einem angenehmen Publikum

  1. Bin gespannt, ob Du den großen Exklusiv-Volltreffer landest mit dem neuen Schläger. 😉 Tennis hab ich, und das behaupte ich selten, ziemlich gehasst. Wir sind als Kinder immer zu allem gezwungen worden. Natürlich nicht zum Tennisspielen, das hätten wir uns nie leisten können – Gottseidank. Aber wir mußten, also ich mußte Ballmädchen machen. Dabei konnte ich die im Bücken aufgesammelten Bälle nur mühsam weit werfen, weil ich in sämtlichen Disziplinen ja stets die Letzte war, somit auch im Schlagballweitwurf. Jedenfalls schwitzend die freien Stunden aufm (Asche-)Tennisplatz zugebracht, 1 DM gab es pro Stunde. Im Winter wurde der Platz abgeräumt. Ich trug teils improvisierte Tenniskleidung, und in der nächsten Neckermann-Filiale, wie ich später samstags und in den Ferien jobbte, (5 DM stdl.) besorgte ich mir zu 5 DM meinen ersten, einen riesen Tennisschläger. 😉
    Der Hausherr kann, konnte alles: Reiten (ich nicht), hat nach mir das Skifahren erlernt und mich ganz schnell überholt, und natürlich spielte er passioniert Tennis. So lange, bis er das neue Knie (stopp and go) erhielt. Ich hab’s versucht mit dem Tennis, paar Mal, aber …. 😳 Ne, ne, ne … Is alles nix für mich. 😉

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  2. Bei TK Maxx kann man schon mal gute Sachen finden, vor allem für den Sport. Ich glaube, unser Zalando-Store hat nur Ausschussware. Da war ich einmal drin und bin rückwärts wieder raus, weil es echt nur Schrott gab. „Shangri-La“ ist wirklich eine schöne Stadt 🙂

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    • 😁 …da kann man es aushalten, nicht?
      Philomena trägt gerne karierte Herrenhemden – sie fand im Zalando-Store eins. Sonst war da tatsächlich eher nur „Schrott“… 😉 Im TK Maxx kaufe ich übrigens meistens nur besondere Seife. Klamotten eher nicht (siehe Oscar Wilde). 🙂 LG!

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