Doppelter Doppelwendler

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Es gibt sehr viele Dinge (Objekte, allerdings auch Subjekte), die man als bekennender Intellektueller (vor allem, wenn man keine Glotze mehr hat) eigentlich gar nicht kennen sollte – Michael Wendler etwa. Ein Typ (Typ „gelernter Speditionskaufmann“ – was in seinem Falle biografisch sogar tatsächlich korrekt ist), der gerne in der dritten Person über sich spricht und sich „Der Wendler“ nennt. Geborener „Skowronek“ übrigens…

Der Wendler ist ein Held der (weiblichen) Bildungsferne und singt. Deutschsprachig. Schlager. OMG. Die Helden der Deutschen (Unterschicht) haben oftmals nichts drauf. Anti-Helden für das Volk. Ein Sänger ohne jegliche musikalische Ausbildung, der laut eigener Aussage die Melodien seiner zeitweilig erschreckend erfolgreichen Seichtgeist-Titel (momentan scheint sein Stern aber bereits leicht angestaubt wieder zu sinken – es gibt Auftritte in Möbelhäusern & Einkaufszentren) im Kopf hat (sonst haust dort eher das Vakuum) und diese dann seinem Produzenten „vorsummt“, der sie dann im Tonstudio in den typischen „Wendler-Sound“ umsetzt. Also retortenhafter Schlager-Pop im 4/4-Takt, der Chantal und Kevin auch noch kurz vor der Alkoholvergiftung zum Balztanz animiert.

Das „Dschungelcamp“ hat er schon hinter sich und seine langjährige Ehefrau inzwischen auch – aktuell poppt der 47-jährige Schlager-Popstar eine 18-jährige Schülerin aus der ehemaligen Zone: Laura Sophie, die auf Instagram gerne Dekolleté zeigt…

Normalerweise habe ich in meinem alltäglichen Leben mit dem Wendler in etwa so viel zu tun, wie Wladimir Wladimirowitsch Putin mit einem Triple Whopper von Burger King. Deshalb ließ mich eine gleich zweifache Begegnung der unheimlichen Art kürzlich schaudern – zum Glück war das keine akustische Konfrontation mit dem Wendlerschen Oeuvre (Ohrenbluten!), sondern lediglich eine optische – aber schlimm genug…

Konfrontation mit Wendler-Doppelgänger Nr. 1: Da Philomena in Besitzer mehrerer Tennisschläger ist, stülpte sie mir die Idee über kam die Idee auf, dass ich (gegen die drohende Herzmuskelverfettung und so) mit ihr demnächst dieses Rückschlagspiel im gemixten Einzel ausüben solle – aktuell scheitert es nur noch daran, dass der schnarchnasige Dorf-Tennisclub von „Obergüllestunk“ sich hier nach unserer Schnupperkurs-Anfrage nicht postwendend zurückmeldete, sondern ordentlich Zeit ins Land gehen lässt. Eine andere diesem Vorhaben entgegenstehende Widernis war bis vor kurzem mein akuter Mangel an tennisabler Trikotage. Also nutzte ich während meines Aufenthaltes in einem anderen Bundesland meine raumzeitliche Koinzidenz mit einem regionalflughafengroßen Multimarken-Outlet-Center dazu, für kleines Geld ein paar Klamotten eines führenden deutschen Sportwarenherstellers zu erstehen – und sah dort plötzlich den Wendler herumspringen! Wendlerhaft frisiert mit wendlereskem Fünftagebart im wendlertypischem Designerjeans-und-weißes-Oberhemd-Outfit grüßte er salopp winkend in einen der zahlreichen Markenpavillons hinein wie ein langjähriger Stammkunde. Da mir in meinem Leben bereits etlichen A- bis Z-Promis über den Weg liefen, bzw. ich in einigen Fällen auch schon mal näher mit diesen zu tun hatte (so hatte ich einmal gar den zu einer royal-roten Königsrobe umgeschneiderten Bühnenoutfit-Bademantel eines anderen deutschen Schlagersänger an), maß ich diesem Ereignis nicht allzu viel Aufmerksamkeit bei. Kurze Zeit später begegnete ich dem Wendler dann abermals an der Kasse im Ralph-Lauren-Markenpavillon – er stand hinter selbiger. Also lediglich ein Doppelgänger. Karrieremäßig dermaßen am Arsch, dass er nun Klamotten verkaufen muss, ist Herr Skowronek wohl doch noch nicht… 😉

Konfrontation mit Wendler-Lookalike Nr. 2: Am Folgetag traf ich mich in einer unweit des Outlet-Centers gelegenen Kreisstadt mit einem potentiellen Kunden in seiner frisch teuer-minimalistisch renovierten Altbau-Stadtvilla, bzw. besuchte eine Art semi-öffentliche Veranstaltung in jenem Gebäude. Kaum durch die (tatsächlich) mattgoldene Eingangstür geschritten, sah ich dort neben einigen anderen Menschen: Schon wieder den Wendler! OMG. Wendlerhaft frisiert mit wendlereskem Fünftagebart im wendlertypischem Designerjeans-und-weißes-Oberhemd-Outfit sprang er dort herum! Angesichts der auserlesenen Location diesmal womöglich doch der Echte – oder trieb sich dort mysteriöserweise der Klamottenheini aus dem Outlet herum? Ich war verblüfft, denn dieser Typ sah genauso wie der Wendler aus, wie der vom Vortag. Schlagersänger-Psychose? Hatte ich irgendwelche rätselhaften Medikamentennebenwirkungen? Oder unbemerkt was im Tee gehabt? What’s next? Schwärme von kleinen schwarzen Käfern, die über die Wände krabbeln? Blut, das als Fontäne aus dem Waschbeckenabfluss schießt? Nix der gleichen. Es handelte sich tatsächlich um den Hausherren der minimalistischen Protzbude, einen ein bisschen – durchaus wendlertypisch – selbstverliebt wirkenden Architekten.

Tja. Normalerweise wäre die zufällige Begegnung mit einem Schlagersänger-Lookalike keinen eigenen Blogeintrag wert (außer vielleicht, wenn man „rabi“ heißt), aber gleich zwei Doppelgänger („Triplegänger“?) von ein und derselben Person binnen 24 Stunden? Das gab mir schon ein kleines bisschen zu denken… So ähnlich müssen sich Wahnvorstellungen anfühlen, dachte ich. Wendler-Paranoia. Wieso musste mein doppelter Doppelgänger unbedingt ein zweifacher „Ballermann-Award“-Gewinner sein und kein Literaturnobelpreis-Gewinner? Ein Jim Jarmusch-Double wäre cool gewesen. Oder irgendeine bildhübsche Hollywood-Grazie… Aber ausgerechnet der Wendler? OMG. 🥴

33 Gedanken zu “Doppelter Doppelwendler

  1. Daß dein „doppelter Doppelgänger“ keinesfalls – ein „Literaturnobelpreisträger“ sein kann…, überrascht dich wirklich? Kennst du dich denn wirklich nicht? Verstehst du dich nicht? Kommst du dir denn nicht einmal selbst – auf die Schliche 🙂 ?

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  2. Noch mal Glück gehabt, dass es nur der Wendler war. Stell dir vor, dir würden dauernd rabi-Doubles über den Weg laufen. Davon scheint es eine Menge zu geben, wenn ich bedenke, wie oft ich schon von Fremden angesprochen wurde, weil sie mich für jemand Anderen hielten.

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  3. Optisch finde ich den Wendler noch – mit Betonung auf noch – ganz passabel anzuschauen. Schlauer als seine junge Schnitte ist er allerdings nicht und er interessiert mich auch nicht. Als er im Dschungelcamp war, hat er sich so dämlich benommen, dass ich froh bin, dass man mit dem nicht so oft konfrontiert wird. Dafür finde ich Torsten Legat seither toll, obwohl der auch in der dritten Person von sich spricht *GG*

    Was ich nicht ganz verstanden habe: Der erste Wendler, der in die Läden gewinkt hat, war der echte oder war das der Kassierer, der einfach grad auch durch die Mall lief?

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