Fast wie X-Mas: Der brennende Barbier ist zurück & noch krasserer Stoff: Nach Fledertier riechen!

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◾Heute am frühen Morgen (ungefähr zu jener Zeit, zu der ich meine zweite Tiefschlafphase erreiche) hat sich Philomena todesmutig in den Garten begeben, um diesen ausgiebig mit dem Schlauch zu wässern. Sie trug dazu langärmelige Klamotten (solche, die man notfalls auch in die Kochwäsche geben kann, wo die Raupen-Brennhaare der Eichenprozessionsspinner neutralisiert werden) und einen Hut. Über ihr rotierte im Wind der „Meisenknödel des Todes“, wie ich das eine Nest zu ihrer galgenhumorigen Belustigung heute taufte, das nicht fest an einem Ast sitzt, sondern am seidenen Faden baumelt. Interessanterweise wies sie danach keine neuen Symptome auf – vermutlich hatte sie Glück, dass wir heute statt des lauen Westwindes, der hier meistens weht und die Brennhaare eher in den Garten rieseln ließe, einen strammen Südwind hatten, der die Nesselfusseln schleunigst vom Grundstück pustete. Später am Tag war ich auch mehrmals im Garten und bekam keine neuen Symptome. Vielleicht ist es ja an einigen Tagen doch nicht ganz so schlimm wie befürchtet? Oder lediglich noch nicht so schlimm, wie es vielleicht noch werden könnte… 🤔

0286 Burning BarbershopWenn mir dieses horröse Eichengewürm nicht dazwischen gekommen wäre, hätte ich in meinem Blog bereits vor etlichen Tagen über wesentlich angenehmere Dinge berichtet, zumal ich zur Thematik spontan schon drei Fotos gemacht hatte – der „brennende Frisörladen“ ist nämlich wieder da!

◾Im Januar 2018 berichtete ich in einem meiner Blogeinträge davon, dass eines meiner absoluten Lieblingsparfüms zur Neige gegangen war, der „Burning Barbershop“ von den Nischenduft-Künstlern D.S. & Durga aus Brooklyn. An diesen Duft kommt man hierzulande nur in ausgesuchten Spezial-Parfümerien und zahlt dafür in der Regel einen fast schon prohibitiv wirkenden Preis. 0287 Burning BarbershopGanz selten ist er mal zu einem erheblich reduzierten Betrag zu haben – kürzlich war es auf dem Duftportal www.beauty-concept-shop.de dann nach anderthalb Jahren der Entbehrung endlich soweit, dass ich mir dieses extravagante Olfaktorik-Kunstwerk zu einem temporär erheblich reduzierten Verkaufspreis erneut zulegen konnte… 🙂 Angesichts eventuell noch drohender Prozessionsspinner-Bekämpfungskosten hätte ich mir ein paar Tage später natürlich auch dieses „Schnäppchen“ versagt – aber zum Bestellzeitpunkt ahnte ich noch nichts vom aktuellen Ungemach und so war es dann fast wie Weihnachten, als ich vor ein paar Tagen mein Paket auspacken konnte: Ein Duft wie für mich gemacht! Tatsächlich ein wenig, wie der ausgebrannte Laden eines Barbiers aus längst vergangenen Zeiten – Rauch und altmodische Seifensorten. Ich will nicht so riechen wie das gewöhnliche Fußvolk von stillosen Ignoranten, die ihre massenkompatiblen Industrie-Düfte bei Douglas oder Karstadt kaufen – ich brauche eindeutig etwas Distinktives! Mehrfach habe ich schon von Fremden schwelgerische Komplimente für meine ungewöhnlichen Parfüms bekommen – Düfte, welche diese Damen ihren Angaben nach so ähnlich noch nie zuvor gerochen hätten… 😁 Andererseits dürfte die breite Masse mit ihrem seichten Einheitsgeschmack auch oftmals davon abgeschreckt sein, was ich da als Duftschleppe mit in den Raum bringe – manches davon ist für den Normalbürger in etwa so „sperrig“ wie eine Hindemith-Sinfonie… 😉

Etwa einige der Düfte, die mir die Versand-Parfümerie, dankenswerterweise und sehr gekonnt auf meinen (durch die Bestellung des „Burning Barbershop“ vorgegeben) vermuteten Geschmack abgestimmt, mit ins Päckchen gelegt hatten: Die interessanteste Neuentdeckung nach dem Testen der Pröbchen waren für mich die Unisex-Düfte von „Zoologist“. Der Name ist eindeutig Programm – man riecht tatsächlich ein bisschen nach „Tier“… 😉 Ich zitiere mal eine Passage über diese kanadische Parfüm-Marke:

„Die Faszination für die Welt der Tiere steht bei Zoologist Perfumes im Zentrum aller Düfte. Die Lebensräume, Verhaltensweisen, individuelles Aussehen, die Ähnlichkeiten und Unterschiede zum Menschen und selbst die zahlreichen Gerüche bringen uns tagtäglich Dinge bei und regen zum Nachdenken an. Die Intelligenz der Tiere inspiriert, die Agilität in Kombination mit den noch so ursprünglichen Instinkten beeindruckt und die Niedlichkeit zaubert stets ein Lächeln auf die Lippen. Die Düfte von Zoologist Perfumes fangen all diese Eigenheiten ein und werden auf diese Weise ungewöhnlich, stark, schön, lustig und sogar schockierend.

Die Nachhaltigkeit zum Erhalt der Artenvielfalt steht dabei ganz im Mittelpunkt. Auf tierisches Moschus wird vollständig verzichtet, stattdessen werden all jene Ingredienzien, für die ein Tier herangezogen werden müsste, durch synthetische Duftstoffe ersetzt. Es soll keinem Lebewesen geschadet werden, nur um gut duften zu können – das ist das Leitmotto von Zoologist Perfumes.

Gegründet wurde die Marke im Jahr 2013 von Victor Wong – inzwischen handelt es sich um ein weltweit exportierendes, stolzes Unternehmen mit Hauptsitz in Toronto, Kanada. In Zusammenarbeit mit preisgekrönten Parfümeuren entstehen hier innovative Düfte besonders hoher Güte.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Etwa anderthalb Dutzend Tierarten (von der Motte bis zum T-Rex) haben die Parfümeure mit ihren kleinen Kunstwerken portraitiert. Etwa die Hälfte der meiner Barbershop-Flakon-Lieferung beigelegten Pröbchen stammte von „Zoologist Perfumes“ – es handelte sich um die drei Tiere Elefant, Nashorn und Fledermaus. „Rhinoceros“ 🦏  und „Bat“ 🦇 gefielen mir am besten und könnten langfristig in die große Parfümsammlung von Philomena und mir einziehen. Beide Tiere passen irgendwie zu meinem Naturell, bzw. bilden dessen oftmals bestürzend konträre Facetten ab – ich bin einerseits manchmal recht flatterhaft und nachtaktiv – kann aber auch stur wie ein Panzer sein, wenn es darauf ankommt. Das „Rhinoceros“ kommt sehr erdig-mineralisch einher und duftet als echter Dickhäuter auch signifikant nach Leder. Hinzu kommen allerlei Duftnoten nach Gehölzen und Gewächsen, die auch in seinem Lebensraum vorkommen könnten. „Bat“, das Flattertier, verbreitet als Zoologist-Parfüm eine gänzlich andere Note: Mystisch und rätselhaft, irgendwie süßlich, an die Bananen-Kost von Flughunden erinnernd, aber auch erdig-feucht-mineralisch wie in einer geheimnisvollen Schlafhöhle dieser nachtaktiven Wesen – und eindeutig animalisch stechend nach Moschus. Absolut polarisierend (Philomena gefällt‘s gut, aber die ist auch eine absolute Parfüm-Connaisseuse) und für viele sicherlich eher alltagsuntauglich bis regelrecht abschreckend – aber ich würde damit auch nicht everybody’s darling sein wollen. Im Gegenteil! Es darf durchaus ein wenig „hypermental“ riechen… 😉

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Vielleicht zieht das Fledermausparfüm demnächst hier ein, wenn ich einmal erneut zu Geld gekommen sein sollte – ist nämlich wieder ein recht teurer Spaß…

15 Gedanken zu “Fast wie X-Mas: Der brennende Barbier ist zurück & noch krasserer Stoff: Nach Fledertier riechen!

  1. Ich persönlich mag leichte Parfums, die nach Meer duften – so mag ich auch meine Duftkerzen. Von allem anderen wird mir übel. Selber benutze ich kein Parfum, nur Deo. Das auch möglichst neutral. Da ich nicht so gerne Duschgels mag (Konsistenz), wasche ich mich seit vielen Jahren mit normaler Seife, die dann meistens nach Lavendel riecht. In Italien habe ich welche mit Baumwollblüte, Rose und noch eine weitere gekauft. Wenn man den Giftschrank (da drin stehen alle Putzmittel, Medikamente und so Kram) aktuell öffnet, meint man, man öffnet den Schrank einer Oma 😀

    Fledermäuse sind toll, für mich nähme ich Nashorn, weil ich so über alles trampeln könnte. Das triffft auch auf den Elefant zu, das sind jedoch sehr nette, soziale Tiere.

    Möge das Baum-Ungemacht von euch abfallen – oder ich leihe euch unsere Fussmatte, wo drauf steht: You shall not pass!

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  2. Vielen Dank für den Tipp. Ich habe auf der Seite gestöbert und begeistert festgestellt, dass es dort gute Seifen gibt. Die billigen, nur in der obersten Schicht parfumierten Produkte kann ich nicht leiden. Werde mir welche bestellen, bin gespannt.

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