Der Raupen-Horror nimmt langsam Fahrt auf…

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Jetzt ist es so weit – die Eichenprozessionsspinner haben nicht nur im GeĂ€st der vier Eichen auf dem NachbargrundstĂŒck ihre Nester gebaut, sondern nun auch offensichtlich unsere namensgebenden beiden BĂ€ume auf dem Grund und Boden von Haus „Zweieichen“ befallen – wie ein Damoklesschwert baumelt ein nur noch lose an einem Faden hĂ€ngendes kleines Nest hoch ĂŒber unserer Terrasse und entlĂ€sst im Wind seine Horror-Fracht aus Millionen von Raupenbrennhaaren.

Philomena und ich haben bereits eindeutige Symptome: Sie ist öfters draußen als ich, weil sie die beiden Schildkrötengehege gĂ€rtnerisch pflegt und unseren „Kröt“ fĂŒttert. An vielen Körperpartien hat Philomena kleine, knötchenartige GeschwĂŒre. Ich bin – vermutlich, weil ich seltener und kĂŒrzer draußen bin – weniger betroffen. Auf meinen Unterarmen habe ich ein paar rote, juckende Flecken. DafĂŒr gehen mir vermutlich eingeatmete Brennhaare (mein Schlafzimmerfenster weist nach hinten zu den BĂ€umen raus) auf die Bronchien: Ich habe leichtes Asthma, stĂ€ndiges Halskratzen wie bei einer grippalen HalsentzĂŒndung und ab und an einen Reizhustenanfall. Dazu leichtes Augenbrennen.

Vermutlich mĂŒssen wir den Garten demnĂ€chst weitestgehend meiden. Angesichts der kommenden Hitzewelle mĂŒsste ich eigentlich regelmĂ€ĂŸig ausgiebig alles mit dem Schlauch gießen – aber das wird nun ausfallen mĂŒssen. Schlimmstenfalls geht unser in sechs Jahren mĂŒhevoll angelegter, schöner Garten dieses Jahr verdorrend vor die Hunde
 😔 Und wie ich es ohne nachts zu lĂŒften bei vorhergesagten 38°C Außentemperatur im Haus aushalten soll, weiß ich auch noch nicht. Ebenso wenig, ob die Brennhaare unserer Landschildkröte schaden können – schließlich kann „Kröt“ nicht schreien oder sich kratzen und somit auf ein mögliches Leid hinweisen. Die HĂŒhner, die beim Nachbarn unter den BĂ€umen leben, flippen tatsĂ€chlich in letzter Zeit öfters mal aus – sie kreischen dann fast hysterisch, statt nur zu gackern. Oft kratzen sie sich auch mit den Beinen im Gefieder, wenn man ĂŒber den Zaun schaut.

Das heute in einem unserer BĂ€ume entdeckte Nest hĂ€ngt ganz oben im Kronenbereich. Dorthin (wahrscheinlich deutlich höher als 20 Meter ĂŒber dem Erdboden) kommt man weder mit einer Leiter, noch kletternd (weil die Äste so weit oben zu dĂŒnn und brĂŒchig sein dĂŒrften). Ich glaube eine BekĂ€mpfung vom Hubschrauber aus dĂŒrfte noch erheblich teurer sein, als die BĂ€ume zu fĂ€llen


Vermutlich wird das das weitere Schicksal unseres Gartens sein: Einen Sommer und Herbst lang nicht mehr rausgehen (die wie eine Mischung aus Strandkorb und Doppelbett ausschauende Lounge-Liege haben wir gar nicht erst aus dem GartenhĂ€uschen, in dem sie winters verwahrt wird, hervorgeholt, und auch die Polsterauflagen fĂŒr die StĂŒhle bleiben in dieser Saison vermutlich dort drinnen), Garten partiell vertrocknen lassen, meine eigentlich kurzfristig geplanten Pflasterarbeiten auf ein anderes Jahr verschieben, und dann im SpĂ€therbst die BĂ€ume fĂŒr ein paar Tausender von einem Baumsteiger zersĂ€gen und entfernen lassen. Ein „Plan B“ zu diesem Szenario zeichnet sich noch nicht ab. Leider. 😒

Wenigstens ahnen die anderen Nachbarn auf der östlichen GrundstĂŒcksseite (zu denen dank der vorherrschenden Hauptwindrichtung die meisten Brennhaare hinwehen dĂŒrften), die nebenan im Sommer tagtĂ€glich stundenlang auf ihren Gartenliegen am Pool in der Sonne brutzeln, noch nichts von ihrem „GlĂŒck“: Sie sind seit 14 Tagen auf einer Urlaubsreise…

15 Gedanken zu “Der Raupen-Horror nimmt langsam Fahrt auf…

    • Flammenwerfer verbrennt leider nicht gleich alle Raupenhaare, die wirbeln durch den Flammenstoß leider eher noch intakt aus dem brennenden Nest und verteilen sich dann besonders schön… Aber könntest Du Deine Drohne nicht irgendwie so umbauen, dass sie SprĂŒhkleber oder Bauschaum speien kann? Damit lassen sich die Nester verkleben, so dass keine Brennhaare wegfliegen können – damit könntest Du momentan Millionen verdienen! 🙂

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  1. Nein – das ist nicht, was wir alle wollten, doch leider kann man dem wohl nicht ausweichen.

    Auch wenns nichts nĂŒtzt, gefĂ€llt mir Inorbits Vorschlag und ich hĂ€tte gerne ein Video davon, wenn er doch noch auftaucht *schnief*

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  2. Mir fĂ€llt kein sinnvoller Satz mehr ein, bei d i e s e r Lage. Bin heilfroh, daß hier keine Eichen in der NĂ€he sind. Reicht schon, daß fĂŒr nĂ€chste Woche 40° fĂŒr den SĂŒdwesten angekĂŒndigt sind, es wird von möglichen „Hitzerekorden“ gesprochen. Hoffentlich nicht zu schwĂŒl, wie 2003 insbesondere, ĂŒber eine lĂ€ngere Strecke, ich bin ja, so die Ärztin zu meiner Mutter damals, war 7, nicht „tropentauglich“, zum Ende umfangreicher Untersuchungen ( im Tropeninstitut TĂŒbingen). Es mĂŒĂŸte fĂŒr euch eine „Ausweichunterkunft“ geben, aber, schon klar. Gruß, W.

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  3. Also Herr Hyper, sprechen Sie doch mal mit der unteren Naturschutzbehörde, die an jedem örtlichen Landratsamt angesiedelt ist. Dieses Problem mit den invasiven, nicht einheimischen SchĂ€dlingsarten ist ja kein individuelles UnglĂŒck sondern betrifft eine Vielzahl von BĂŒrgern, so das zur Schadensvorsorge behördliche TĂ€tigkeit notwendig scheint. Und kommen Sie doch mal wieder zum essen vorbei, dann können Sie auch gleich mit dem Jungen den Drohneneinsatz besprechen!

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  4. Was fĂŒr ein Elend 😱. Den Garten wĂŒrde ich nicht vertrocknen lassen, das wĂ€re einfach zu schade. Wie wĂ€re es mit diesen dĂŒnnen Maler-EinweganzĂŒgen und Mundschutz? Nur zum Gießen und zur Kröt-Versorgung? Könnten Fliegennetze vor den Fenstern helfen oder sind die zu grobmaschig bzw. die Haare fein genug, um durchzukommen? Ich vermute, Schildkrötenhaut ist zu robust dafĂŒr, dass die Haare schaden könnten. Aber wie es mit den Atemwegen aussieht, keine Ahnung 😟

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    • â–ȘDurch unsere Insektenschutzgitter, die wir vor einigen Jahren professionell vor sieben unserer Fenster einbauen lassen haben, kommen die extrem dĂŒnnen und in BruchstĂŒcken auch kurzen HĂ€rchen leider durch… 🙁
      â–ȘPhilomena hat sich heute ganz frĂŒh morgens (wo es nicht so windig ist wie abends) todesmutig zum Gießen nach draußen begeben: Mit Hut und weiten langĂ€rmeligen Sachen, die hinterher direkt in die KochwĂ€sche können, danach sofort ausgiebig geduscht. Bisher hat sie noch keine auffĂ€lligen neuen Symptome. 🙂

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