Panische Einschlafstörungen und ein schönes Geschenk für einen kleinen Jungen

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Kaum, dass ich letzte Nacht gegen kurz nach halb drei das Licht gelöscht hatte, begann die „Show“: Mein vegetatives Nervensystem flutete mich mit diversen Krankheitssymptom-Alarmmeldungen. Beklemmungsgefühle ähnlich einem Angina Pectoris-Anfall, dazu Schweißausbrüche und sobald ich die Augen schloss, sah ich auf der Innenseite der Lider wildeste grafische Muster flirren. Sich überlagernde Streifenmuster – so ähnlich, wie wenn man bei starkem Wind durch sich überlappende Palmenwedel in die Sonne guckt. Offenbar ein Flimmerskotom oder Augenmigräne, so genau kenne ich mich da nicht aus. Wenn ich die Augen öffnete und Licht anmachte, war es wieder weg. Kam aber sofort wieder zurück, wenn ich mich wieder hinlegte und das Licht löschte. Außerdem kribbelten und juckten meine Hände und Füße penetrant und teils sogar schmerzhaft. Was war das? Thrombose? Schlaganfall? Herzinfarkt? Wenn ich es nicht besser wüsste (hatte solche Nächte schon vor einem Jahrzehnt in Berlin öfters erlebt und auch ein halbes Dutzend Mal in den Jahren danach), hätte ich mir umgehend einen Krankenwagen bestellt. Offenbar nur eine nervliche Überreizung des Zentralnervensystems, maximal die Vorstufe einer Panikattacke…

Aber ich war alarmiert durch die zum nur Glück selten so stark auftretenden Symptome und machte alle Minute lang das Licht an und maß meinen Blutdruck. Als ich das ein paarmal wiederholt hatte, reichte es mir und ich knallte mir gegen kurz vor vier eine halbe „Tavor“ in die Birne (in unserem Haushalt fliegen zum Glück etliche Notfallpillen herum, auch wenn man die sonst eigentlich nie braucht – aber ich finde es beruhigend für sämtliche Fälle gerüstet zu sein, indem man daheim eine halbe Apotheke vorrätig hält). Danach war endlich Ruhe. Allerdings verwechselte mein überreiztes Nervensystem das Runterfahren und zur Ruhe kommen noch ein paarmal mit Sterben, was zu abermaligem Licht-an/Licht-aus führte, bis ich endlich einschlief… Wieso hat man sowas? Braucht doch kein Mensch! 🤔😠

0268 AutoEgal. Heute werde ich maximale Zerstreuung genießen und gleich nach dem Posten dieses Beitrages mit meiner Mutter nach „Shangri-La“ fahren, wo das älteste Kind meines Bruders Geburtstag feiert. Der Kleine wird 7 und bekommt von seinem Patenonkel ein cooles ferngesteuertes Auto geschenkt, das er auch auf unebenen Flächen bis zu 18 km/h schnell fahren lassen kann. Die Akkus habe ich hier schon mal geladen, damit er gleich damit losspielen kann. Ich bin mir sicher, dass er sich sehr über dieses Geburtstagsgeschenk freuen wird. Ich wäre damals in seinem Alter ausgeflippt, wenn ich so etwas bekommen hätte. Aber diese Art Spielzeuge kosteten in meiner Kindheit etliche hundert Mark, wenn es sie überhaupt gab. Heute gibt es das dank chinesischer Massenproduktion schon für knapp unter 80 Euro in akzeptabler Qualität mit echter stufenlos einschlagbarer Servolenkung, stabiler Bauweise und guter Geländegängigkeit dank Federung und echter Reifen.

21 Gedanken zu “Panische Einschlafstörungen und ein schönes Geschenk für einen kleinen Jungen

  1. Jetzt habe ich doch glatt angenommen, das Auto steht bei euch in der Garage und mich sehr über die 80 Euro gewundert… bei der Größe. Schön fand ich, dass Heizungskessel nun auch in bunt zu haben sind und optisch neue Wege gehen. Seltsam schien mir ein Holzfußboden in der Garage, drum zoomte ich ran. 🙈🙈🙈 😁 Da fiel der Groschen, aber sowas von laut. 😂

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  2. Schickes RC Auto. Ja, sowas war unerschwinglich damals. Ich habe noch im Jahre 2001 700 Euro für ein RC Auto gezahlt. Ok, das war aber schon Profi-Level. Todesängste habe ich so gut wie jede Nacht.

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      • Das mit den Papierfliegern war auch bei uns ne große Sache. Wir hatten, als wir so 11, 12 Jahre alt waren Kunstunterricht im vierten Stock. Die Lehrerin rauchte im Nebenzimmer Kette und ließ uns oft alleine – wir holten dann stapelweise unten am schwarzen Brett stets zahlreich ausliegende Werbe-Flyer und Flugblätter und bastelten daraus zig Papierflieger. Unten war dann immer die ganze Straße voll damit. Oder wir warfen Wasser- und Putzmittelbomben raus. Einmal auch mit Äpfeln Beulen in das Auto des Mathelehrers, als wir bemerkten, dass dieses dort ausnahmsweise am Straßenrand abgestellt war. 😁

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  3. Hoffentlich gibt’s nicht so schnell eine Wiederholung von dem nächtlichen Horror. Als Alki kann ich relativ gut nachvollziehen, wenn das vegetative NS spinnt… Entzugserscheinungen sind auch nicht gerade angenehm.
    Philomena wird dich wieder aufrichten.

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  4. Ich kenne das leider auch – aktuell zum Glück sehr selten.
    Ich kriege Herzklopfen bis in den Hals hoch und fange an zu hyperventilieren. (Das passiert auch, wenn ich versuche Entspannungsübungen zu machen). Mein Bedarfsmedi heisst Xanax – dummerweise wirkt das ganze Zeug bei mir nicht wirklich und der Hangover am nächsten Morgen ist auch nicht hilfreich. Ich schlafe in solchen Nächten meistens mit Licht, das ewige Hin und Her nervt mich nur noch zusätzlich.

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    • Wenn man sich ein bisschen mit den Eigenschaften (Grad der Hydrophilie, Bindungsstärke, etc.) von Chemikalien auskennt, kann man ganz gut einschätzen, wie viele Jahre lang man diverse Pharmazeutika über ihr Verfallsdatum noch nutzen kann – Benzodiazepine sollten schon noch etliche Jährchen länger haltbar sein, als draufsteht… Sind ja auch Medikamente, die man normalerweise gar nicht braucht, oder nimmt, geschweige denn verschrieben bekommen hat… 😁 Im „Notfall“ tut es dann auch eine leicht reduzierte Wirksamkeit…
      Außerdem hole ich im Bedarfsfall einfach neue Pillen – wenn man seinen Hausarzt mit meinen diplomatisch-manipulativen Soft-Skills gesegnet entsprechend „bearbeitet“, bekommt man fast alles verschrieben… 😉

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  5. Vielleicht wär es ja nicht so, sähe ich die Karre tatsächlich fahren beispielsweise, so aber gefällt mir das Ding einfach nicht : zu abgeleckt – clean, tot irgendwie, Bewegung, die schnell uninteressant werden wird, schätz‘ ich, sieht auch dumm aus, plump. Was mir mal gefallen hat, ist das Geschenk eines Verwandten damals, ein Matchbox-Auto, gebraucht, das er aus den 60er Jahren hatte… – ein hellgelber Maserati-Rennwagen 🙂 (Werd‘ bei ebay schauen, ob noch zu bekommen, hab‘ das leider nicht mehr. Große Liebe 😉

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    • Ich glaube, bei einem 7-jährigen spielt die Formalästhetik dieses Autos noch keine so ganz große Rolle. Eher, was man damit machen kann… Das Geschenk kam jedenfalls sehr gut an – besser noch als das neue Fahrrad mit 7-Gang-Schaltung (7! Zahlenmystik, Geburtstagskaballa?)… Der beste Freund Paul hat nämlich genau das gleiche ferngesteuerte Auto und nun können sie damit Rennen gegeneinander fahren… Das schult das Konkurrenzdenken und das Gefühl für Taktik und Strategie – somit wird der Kleine später unweigerlich CEO oder Hedgefondmanager, hat einen Arsch voll Geld und wird ein Topmodel heiraten, weißt Du? 😁

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      • Nicht wirklich, zuvor auch nicht, nur – eine derartige Erscheinung, mit weißen Lederanteilen…, als Chefsessel zu präsentieren…, bitte. Und so wurde er ja ausdrücklich präsentiert, als „Chefsessel“. (Inzwischen wurde kräftig abgerüstet insofern, zum „Bürostuhl“ etc. Die Sitzgelegenheit tritt inzwischen merklich bescheidener auf 🙂 Macht aber noch was her 🙂 Und darum geht es, auf vielen Ebenen. Zugespitzt: Nichts ist Alles 🙂

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        • Im „Schäfershop“-Bürobedarfs- und Büromöbel-Großhandel firmierte der Stuhl damals als „Chefsessel“ – vielleicht für welche, die „Boss light“ sind, oder so… 😉

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