Tick…Tack…Tick…Tack

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Wahnsinnig gutes Wetter für diese Jahreszeit – draußen ist es augenblicklich fast schon sommerlich… Gestern war es auch schon wärmer und vor allem, nach einer gefühlten „kleinen Regenzeit“, endlich auch mal wieder trocken. Ich nutzte den gestrigen Tag daher für umfangreiche Gartenarbeiten. Schüttete das noch offene Reststück des Kabelgrabens zu und mähte zum ersten Mal in diesem Jahr den Rasen – besser gesagt das, was davon überhaupt noch übrig ist. Wir pflanzen und bauen hier ja allmählich alles zu… 😉

0246 Garten

Erstaunlich, wie schnell man(n) binnen weniger Tage verwahrlost – also nicht wirklich ich selbst, aber die Hütte – deshalb schwenkte ich eben noch schnell den Staubsauger durch die Räumlichkeiten, damit Philomena keinen Schock bekommt. Gleich fahre ich nach „Graustadt“, um sie vom Zug abzuholen… Dann hat diese unheimliche Stille hier endlich wieder ihr Ende. Phasenweise war es nämlich so ruhig, dass man nur noch das Ticken der Uhr hören konnte…

Obwohl ich da gerade Quatsch erzähle, weil wir hier nur relativ leise Zeitmesser im Haus haben – keine großen Stand- oder Wanduhren. Solche gibt es hingegen in meinem Elternhaus. Gestern fuhr ich am frühen Abend dorthin, um mir von meiner Mutter eine Auffrischungsimpfung gegen die von Zecken übertragbare Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verpassen zu lassen – weil ich später in diesem Jahr noch einen Urlaub in einem Schwerpunktverbreitungsgebiet dieser Viren verbringen werde. Nachdem ich die Spritze erhalten hatte, fiel mir im Entrée des Hauses auf, dass ich das bedächtige, tiefe „Tick…Tack“ der dortigen großen Standuhr schon seit meiner Geburt kenne – möglicherweise sogar schon aus der Zeit davor, falls es bis in den Uterus drang… 😉 Meine Eltern besaßen die Uhr nämlich schon in der Wohnung, die sie bewohnten, bevor wir dann später Mitte der 70er Jahre in das Haus umzogen.  Es gibt nur ganz wenige Geräusche, die das ganze Leben über immer da waren und immer gleich klingend bis heute anhalten, wenn man schon selber ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Ein Regelmäßiger Puls der Zeit, „Tick…Tack…Tick…Tack“. Wenn das Schlagwerk nicht ausgestellt ist (mein Vater aktiviert es seit ich denken kann immer nur tagsüber an den Wochenenden), tönt alle 15 Minuten die jeweilige Viertel-, Halb-, oder Ganzstunden-Tonfolge eines Westminster-Gongs klangvoll durchs Haus. Wenn ich einen Soundtrack mit einem Dutzend Geräuschen aufnehmen müsste, die mein Leben geprägt haben, dann wäre dieser Westminster-Uhrenschlag dabei, oder zumindest das langsame „Tick…Tack“ dieser großen Standuhr mit ihrem Messingziffernblatt, dem gemächlich hin und her schwingendem Pendel im Uhrkasten aus Eichenholz und den in diesem ebenfalls befindlichen, langsam an ihren Messingketten absteigenden, kirchenkerzengroßen drei Gewichten.

Vielleicht erbe ich diese Uhr irgendwann einmal – dann stelle ich sie auf, damit es nicht vollkommen still ist, wenn ich alleine bin. „Tick…Tack…Tick…Tack“ geht es dann Sekunde für Sekunde dem eigenen Ende entgegen. Dafür taugt eine große, mechanisch tickende Uhr nämlich vorzüglich: Sie erinnert einen an die eigene Endlichkeit. ⏳🙄⌛💀

29 Gedanken zu “Tick…Tack…Tick…Tack

  1. du musst extra an die eigene endlichkeit erinnert werde? ich brauche dazu nicht das tick-tack der uhr. jede verfickte minute denke ich: wieder eine minute rum – wie lange muss ich den scheiß noch aushalten? warum bin ich zu feige, allem ein ende zu setzen?

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      • Ich breite mit dem Bild der Uhr eine Erzählung zur Unterhaltung meiner Leser aus – quasi fürs Publikum. Für Boris Becker also – schlimmstenfalls. Ich selber denke jeden Tag mindestens eine Stunde lang an den Tod. Manchmal auch zehn. Aufgrund meiner gesundheitlichen Baustellen habe ich eh höchstens noch zehn Jahre, falls überhaupt… Wenn ich hier jeden Eintrag darüber schreiben würde, wie scheiße alles ist, dann hätte ich zehn Abonnenten – so habe ich bald 70… Außerdem kriegst Du wenigstens regelmäßig Gehalt. Meine gesundheitlichen Probleme rühren auch von der permanenten Existenzangst in Kombination mit gleichbleibend hohen Fixkosten her… Grüße!

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        • Da stellt sich mir die Frage, wie sehr du deine Leserschaft befriedigen willst, also jene, die dir sozusagen warum auch immer am Arsch kleben. Egal. Auf WordPress gehörst du zu den wenig erträglichen…

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        • Na, fast schon ein echtes Kompliment! 😁 Ansonsten ist das vermutlich eine Berufserkrankung von mir, das mit dem zumindest unterschwellig unterhalten wollen, statt lediglich stoisch Tagebuch zu führen – ich arbeite im tatsächlich eher auf Unterhaltung abzielenden „künstlerisch-kulturell-kreativen Komplex“… 😉

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        • In erster Linie will ich mich mit meinen Texten und Gedichten selbst unterhalten. Den Massengeschmack treffe ich dabei selten. Aber manchmal wünschte ich mir mehr Beachtung… Ich denke, das geht vielen wie auch immer Künstlern ähnlich.

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        • Mach das nicht…jeden Tag an den Tod denken. Der kommt irgendwann unweigerlich. Versau dir nicht den eigentlich schönen Tag damit 😏
          Ich kenne diese Uhren und ihr Geläut auch gut. Hat für mich immer etwas Gemütliches, gleichwohl möchte ich in meiner Bude sowas nicht. Aber ne Kuckucksuhr (in einer modernen Art) fände ich ganz witzig 😄

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  2. Ich denke nie an den Tod oder die Endlichkeit – wenns vorbei ist, ists vorbei. Wenn stimmt, was ich glaube, werde ich mich bei den noch Lebenden hoffentlich bemerkbar machen können.

    Ich mag solche Uhren, so lange ich sie nicht beim Fernsehen oder Schlafen ticken höre. Sehr weise von deinem Vater, das Geläut mehrheitlich ausgeschaltet zu lassen. Meine Grosseltern hatten im Wohnzimmer eine Wanduhr, die alle 15 Minuten geschlagen hat und täglich aufgezogen werden musste – die Gewichte durfte man nur mit Zeitung umwickelt anfassen, damit die nicht etwas von hässlichen Händen berührt wurden. Ich bin sicher, es war keine wahnsinnig wertvolle Uhr.

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    • Garten lässt er gelten – müsste ich wohl schon Pic von der Standuhr posten… Glaube aber, er ist hier wieder abgetaucht (hat mich jedenfalls deabonniert). Vielleicht gab es wieder irgendwo Schneegeriesel in einem Blog. 😆

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      • Etwas Pisse hat vom Pott zu mir hingerochen, der hab‘ ich den Hahn zugedreht, schnurstracks. Also diese geradezu drohende Beantwortung der noch ausstehenden Fragen – von, allen Ernstes, insgesamt 1000. Möglicherweise auf gleiche oder ähnliche Weise wie bislang, soweit ich die bislang mitbekommen habe. Mit der AUSSICHT darauf, auch noch bzw. vor allem. Du bewichst dich schon genug, ein gewisses Maß ist da nötig. Das relativiert sich auch nicht wirklich – genug, durch Sarkasmen etc. Ansonsten ist- gelegentliches- Eierschaukeln ja ganz interessant. Es ist verständlich, daß du dir Rang erschreibst, man sollte sich schon auch um sich selbst liebevoll kümmern, vor passendem Publikum, nichts dagegen 🙂 / Zum dem Ticken hab‘ ich vorhin einen Kommentar geschrieben, aber wordpress…, neue Mail, ist wohl weg, hat ewig gedauert dich wieder zu abonnieren. So herkömmlich nur… an Endlichkeit zu denken… / Garten – ist einer, immerhin. Hab‘ ihn aber auch schon – „Bundesgartenschau“ geheißen, der ist dann eben so – wie Willi ( mit Anspruch, also Leander) – Willi ist, nicht anders, a b e r, aber ein, ein, ein, ein Garten…

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        • Niemand zwingt Dich, mich zu lesen, oder gar zu abonnieren – ich schreibe hier auch durchaus „für“ meine über 60 Abonnenten und nicht explizit, um eine einzelne pathologische Mindermeinung zu bedienen… Sag mal, was ist eigentlich überhaupt Deine Motivation, hier zu lesen? Voyeurismus? Einsamkeit, weil Du vermutlich im realen Leben keine dauerhaften Bekanntschaften oder gar Freundschaften aufrechterhalten kannst? Oder gruselst Du Dich lediglich gerne über die „Andersalsduseienden“ – zumindest solange, bis Du es nicht mehr erträgst und dann wieder abtauchen musst? Oder sollten Dich tatsächlich diejenigen, die Du liest, irgendwie „interessieren“? 🙂 Na, der Fluchtreflex scheint bei Dir jedenfalls ganz gut zu funktionieren…

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        • Ja-ja. Dieser „Dschungel“ ist übersichtlich und überhaupt nicht oder wie auch immer, wechselnde Wahrnehmung. Hängt ja auch von den Leuten ab, jeweils, deren Stimmung, was sie schreiben, öfters oder nicht, das alles… Du bedienst nicht eine einzelne, pathologische Mindermeinung, sondern über 60 Abonnenten? Die Wirklichkeit ist lustig :), ist sie schlicht. Ich bin offenbar in der Welt :), ja-hallo 🙂

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        • Hör mal zu Du dünnhäutiges Sackgesicht – ich zensiere hier grundsätzlich gar nichts! Der Kommentar musste von mir freigeschaltet werden, weil er von einer unbekannten Quelle kam – ich möchte hier ja keinen Werbespam, etc. in meinem Blog haben… Unbekannte Quelle bist Du aufgrund der Löschung bzw. weil Du jetzt unter neuem Namen agierst… Zum Glück erkennt man Dich binnen Sekundenbruchteilen an einer gewissen Gehässigkeit und einer mitunter etwas erratischen Ausdrucksweise sofort wieder, also Willkommen an Bord, alter Möbelkritiker! 😉

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        • Ja, gut. Hätte mich auch gewundert, kam ja nie vor, jahrelang nicht. Hängt möglicherweise zwar auch damit zusammen, auch, daß ich einfach zu müde gewesen bin, aber vor allem mit wordpress selbst: einerseits reagieren die präzise, dann wieder wird die neue und schon akzeptierte Mail nicht genommen etc. Verwirrend, mit Folgen 😉

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