„1000 Fragen an mich selbst“ (13 – 19)

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Heute ein weiterer Nachschlag zum Mammutprojekt „1000 Fragen an mich selbst“ – in der ersten Folge dieser munteren Fragerunde legte ich Euch bereits meine Motivation nahe, weshalb ich mich nach bester Trutschige-Trullen-Manier an diesem Spielchen beteilige. Es gibt ja unzweideutig doch etliche unter meinen Lesern, die ich damit adäquat amüsieren kann…

Also los – es folgen nun die Fragen und Antworten 13 bis 19:

0️⃣0️⃣1️⃣3️⃣ „Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne?“

▶ Die vorhandenen Charaktereigenschaften reichen allemal aus – wozu sollte ich mir da noch eine weitere heranzüchten wollen? Manchmal wäre ich allerdings ganz gerne strunzdumm – im Lied „Ich wollt, ich wär‘ ein Huhn“, das vor allem in der Darbietung durch das Berliner Zwischenkriegszeit-Vokalensemble „Comedian Harmonists“ bekannt ist, lautet ein Reim ich bräuchte nie mehr ins Büro, ich wäre dämlich, aber froh“, und schon in der Bibel heißt es „selig sind die geistig Armen“ – die kognitiv Minderbegabten leben genügsam-fröhlich vor sich hin, saufen am Wochenende gesellig, fressen ungesund, ficken häufig und halten auf dem Sofa RTL-2 glotzend Händchen, reisen nach Mallorca, kommen mit einer Playlist von zwei Dutzend Liedern und einem in ein schmales Vokabelheft passenden Wortschatz durchs Leben. 0229 anti stupidAngesichts meiner monströsen Hirnkapazitäten und der daraus resultierenden mehrspurigen Parallelgrübeleien und Reflektionsbeben, die mich rund um die Uhr ganztags und nächtlich bis in meine Träume hinein beschäftigen, sowie des Fluches der allumfänglichen Erkenntnis des weltumfassenden menschlichen Seins, erscheint es mir eine Gnade zu sein, wenn man zufrieden dumm sein darf… 😉 Andererseits würde ich außer zur temporären Relaxation nicht dauerhaft mit dem Plebs tauschen wollen. Ist denn „Dummheit“ überhaupt eine Charaktereigenschaft im engeren Sinne? Hoffentlich nicht! 

Nun, vielleicht wäre ich gerne ein bisschen optimistischer (sollte dieses in Abgrenzung zur Dämlichkeit kein Paradoxon darstellen) und auch antriebsstärker: Trägheit und Faulheit sind leider zwei recht gute Alltagsbekannte von mir.

0️⃣0️⃣1️⃣4️⃣ „Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?“

0228 kill your TV▶ Was für eine unverschämte Frage! Als ob ich eine Glotze (nötig) hätte! Propaganda und Zerstreuung für den Mainstream… Ich informiere mich lieber selektiv aus Printmedien und dem Internet. Außerdem hasse ich Werbespots. Falls überhaupt noch Filme und Serien, dann gibt’s die auf DVD. Oder man könnte sie streamen – aus Zeitmangel habe ich mich mit dieser Alternative jedoch noch nicht auseinandergesetzt. Vielleicht hole ich mir irgendwann mal Netflix, wenn mir sonst nix mehr einfällt.

0️⃣0️⃣1️⃣5️⃣ „Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen?“

▶ Das dürfte am 07.07.1997 gewesen sein, da war ich mit Claude und einem Kumpel von ihm im „Blackpool Pleasure Beach“ in Nordengland. Dort gab es den Hyper Coaster „The Big One“, die damals höchste, steilste und schnellste Achterbahn Europas.

Obwohl – wenn ich auch kleinere Vergnügungsparks, also jene zur familienfreundlichen Kleinkinderbespaßung, mitzähle, dann war mein letzter entsprechender Parkbesuch nicht über 20 Jahre her, sondern erst im letzten Mai: Da war ich in meiner Rolle als begleitender Patenonkel mit der ganzen Familie meines Bruders auf dem „Ketteler Hof“ in Lavesum bei Haltern am See. Der sogenannte „Mit-Mach-Erlebnispark“ setzt seine Prioritäten auf ausgedehnte Spielanlagen wie Rutschen oder Klettermöglichkeiten, bei denen die Kinder selbst aktiv werden. Gibt dort für schlechtes Wetter auch einen großen Indoor-Spielplatz über mehrere Etagen. Klassische Fahrgeschäfte sind dort aber nicht vorhanden.

0️⃣0️⃣1️⃣6️⃣ „Wie alt möchtest du gern werden?“

▶ Angesichts einer immer dramatischer werdenden globalen Gesamtsituation eher nicht so wirklich alt. Ich muss das Ende der „Endzeit“, in der wir inzwischen zu leben scheinen, nicht auch noch persönlich mitbekommen… 😉 Außerdem werde ich meiner zweifelhaften Existenz vermutlich von eigener Hand ein Ende setzen, sobald meine Einnahmen dauerhaft die Lebenshaltungskosten übersteigen werden. Irgendwann wird mich allein meine fortwährend teurer werdende Privatkrankenversicherung an die 1000 Euro monatlich kosten – auf der anderen Seite schrumpft mein durchschnittliches Einkommen durch selbständige Arbeit schon seit Jahren kontinuierlich… Allzu große Einschränkungen meines momentanen Lebensstils möchte ich nicht ertragen müssen. Ich glaube ferner, dass ich etliche gesundheitliche Risikofaktoren mit mir herumschleppe, die mir eh kein besonders langes Leben bescheren werden. ⏳💀 Wenn ich noch fünfzehn, zwanzig Jahre vor mir habe, würde mir das reichen. Zumal ich früher fürwahr einiges erleben durfte und diese bewegten „goldenen Zeiten“ definitiv vorüber sind.

0️⃣0️⃣1️⃣7️⃣ „An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?“

0230 india▶ Etliche Reisen fallen mir zu dieser Frage ein – nach Australien, Malta, Skandinavien, etc…. Aber ein herausragendes Lebens-Highlight war auf jeden Fall die über anderthalbmonatige Tour mit meiner damaligen Verlobten Giulia durch Indien und den Orient: Selten habe ich einen auch nur annähernd so anregenden, abwechslungsreichen, abenteuerlichen, (heraus)fordernden, tiefe Einblicke in äußerst unterschiedliche soziale Milieus und Kulturkreise gewährenden, sowie nachhaltig intellektuell, künstlerisch und philosophisch inspirierenden Urlaub verbracht. Danach war ich irgendwie schon partiell bis heute anhaltend ein anderer Mensch. 

0️⃣0️⃣1️⃣8️⃣ „Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an?“

▶ Unschön – was sonst! Ich war einstmals lange Jahre über bekanntlich eher schüchtern: Damals kannte ich den Kummer der unerfüllten, minnehaft-sehnenden Liebe. Später erlebte ich dann mehrere Beziehungen und Affären mit oft 0231 love hurtsschmerzhaft-abrupten Trennungen – der Nachhall des „Liebeskummers“ wurde mit den Lebensjahren und Trennungserfahrungen aber immer schwächer. Vermutlich bin ich mittlerweile auch zynisch und sozial entflochten genug, dass mir weitere Erlebnisse der Kategorie „Liebeskummer“ zukünftig erspart bleiben dürften…

0️⃣0️⃣1️⃣9️⃣ „Hättest du lieber einen anderen Namen?“

▶ Wieso? „Hypermental“ ist doch gar nicht so schlecht, oder? 😉

12 Gedanken zu “„1000 Fragen an mich selbst“ (13 – 19)

  1. Zu 0013: Was du gerne hättest, ist die jederzeitige Austauschbarkeit der Charaktereigenschaften. So wie ein CD-Player ja auch nicht immer nur dasselbe spielt, so möchtest du dein Gehirn mit wechselnder Software laden. Mal formalästhetisch, mal strunzdumm – je nach Stimmung. Also genau so wie – 0014 die selektive Medienwahl – sollte der ganze Mensch funktionieren.

    Zu 0016: Ich würde heute auch nicht mehr so jung sein wollen, um das Ende dieses Jahrhunderts (die Endzeit) noch miterleben zu müssen. Aber ich denke, dass viele junge Leute (ich denke da an meine Neffen) da viel optimistischer sind. Zwar wird es für die Masse der Menschheit immer ungemütlicher, aber für einige (wenige?) wird es dennoch „goldene Zeiten“ geben. Wer es in die Arche Noah schafft, wird auch die nächste Sintflut überleben.

    Zu 0017 habe ich gerade folgnedes gefunden: „Nach Angaben der Weltbank haben heute 44 % der Einwohner Indiens weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung… Noch immer ist mehr als ein Viertel der Bevölkerung zu arm, um sich eine ausreichende Ernährung leisten zu können.“ – Bevor du daran denkst, dir aus finanziellen Gründen von eigener Hand ein Ende zu setzen, denke an die Hunderte Millionen von Indern, denen es auch nicht besser geht.

    Zu 0019 – ich finde, du solltest „Hypermental“ beibehalten. Ich verstehe nicht, warum manche, ihren Namen dauernd ändern (auf der Flucht vor sich selbst oder aus Angst vor Überwachung?)

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      • Für dich war die Alternative „Das nächste schmeckende Essen kommt bestimmt; also lasse ich mal einen Teller aus“. Für das arme Kind in Afrika lautete die Alternative „Scheiße fressen oder verhungern“

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        • Die armen Kinder in Afrika sind nur deshalb arm, weil ihnen irgendwelche von Industriestaaten geduldeten/geförderten/eingesetzten Diktatoren die Mittel wegnehmen. Oder die Weltbank hält sie künstlich mit Schuldzinsen am Boden, damit deren Wirtschaft gelähmt bleibt und unseren westlichen Wohlstand nicht gefährdet. „Entwicklungshilfe“ gibt’s zwar auch noch, diese ist aber ein lächerlicher Tropfen auf den heißen Stein und dient nur der Verschleierung der wahren Verhältnisse. Man erteilt sich damit auch vor den eigenen Wählern die Absolution…

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        • Exactly und versucht uns ein schlechtes Gewissen zu machen und uns so Geld aus der Tasche zu ziehen, dass eh nicht dafür gebraucht wird, wofür wir denken, dass es gebraucht wird.

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      • Mich hat das auch nie interessiert und ich bin schnell dazu übergegangen zu sagen: Ist es etwa meine Schuld, dass ich hier geboren bin und nicht in Afrika oder Indien? Deswegen mache ich mir sicher kein schlechtes Gewissen.

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    • …außerdem schrieb ich, dass ich keine weiteren Charaktereigenschaften brauche – ich würde also auch keine beliebig austauschbaren haben wollen. Das mit dem „strunzdumm“ war pure Ironie. Meine Kolumne hier lebt von Ironie, Sarkasmus, hintergründigen Anspielungen und doppelgründigen Ungereimtheiten… Ich weiß, dass sich autistische Leser (männliche zumindest) damit oft etwas schwer tun… 😉 Grüße!

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      • Strunzdumm ist in den Zeiten schwerer Depression oft mein Wunsch gewesen, dumme Leute werden nämlich selten depressiv oder psychisch krank, die düdeln einfach durch ihr Leben – hat sogar meine Psychiaterin damals so bestätigt.

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        • Mir hat ein junger Psychiater, der damals an der Uni forschte, wo ich ihm als freiwillige Testperson für eine Studie begegnete, mal gesagt, dass man seiner subjektiven Erfahrung nach ab einer gewissen Mindestintelligenz und Reflektionstiefe aufwärts nahezu zwangsläufig depressiv wird, wenn man nicht einen absolut optimistischen Grundcharakter hat.

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        • Ich denke durchaus, dass ich einen „absolut optimistischen Grundcharakter“ habe. Irgendwelche Leute haben aber immer wieder versucht, mir diesen Grundcharakter auszuprügeln. DAS hat mich dann depressiv gemacht.
          Simples Beispiel: Unser Kurzfilm. Der mochte vielleicht nicht oscar-verdächtig gewesen sein, aber ich fand ihn gut. Und dann kommen Leute, die was von laienhaft etc. reden. Wenn man dann nicht standfestig ist, kann aus „positiv-optimistisch“ schnell „negativ-depressiv“ werden.

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      • Vor tausend Jahren hätten die Menschen gesagt, dass es technisch gar nicht möglich sein kann, zum Mond zu fliegen; also versuchten sie es auch gar nicht erst. Genauso würde man heute sagen, dass es biologisch gar nicht möglich ist, Charaktereigenschaften auf Knopfdruck einfach auszutauschen. Ein Schauspieler „spielt“ eben nur eine Rolle, er „ist“ sie aber nicht (und das merkt der Zuschauer meistens).
        Meinst du nicht, dass man auch ohne Schauspielausbildung einen Autisten spielen kann – besonders, wenn man diese Rolle nur am Computer_tippend ausübt?

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