„1000 Fragen an mich selbst“ (6 – 12)

#0189[1099]

0002 Logo

So, liebe Leute – es wird wieder Zeit, „den Troll zu häuten“… Ich veröffentlichte hier ja bereits vor einigen Tagen eine erste Folge des Projektes „1000 Fragen an mich selbst – des ultimativen Seelen-Striptease für semi-narzisstische Blogger, die unter Mitteilungs-Diarrhoe leiden… 😉

Es folgen daher nun die Fragen und Antworten 6 bis 12:

0️⃣0️⃣0️⃣6️⃣ „Woraus besteht dein Frühstück?“

▶ Das kann sich im Laufe der Zeit erheblich wandeln: Gerade beim Essen suche ich ständig nach neuen Geschmackserlebnissen… 😋 Momentan mache ich mir morgens zwei bis drei „Klappstullen“ – offene, einseitig beschmierte Brotscheiben sind nicht so meins: Der Bart – wisst Ihr? Die Beläge können dabei ständig wechseln, mal vegetarische Aufstriche, mal Fleisch, Saucen, Salatblätter, Nüsse, Pfannkuchen (ja, als Brotbelag), u.v.m..

Das kann an einem typischen Morgen (für Euch später Vormittag) beispielsweise folgendermaßen ausschauen: Zwei Scheiben getoastetes Kartoffelbrot – dazwischen ein Bio-Grünkohl/Tomate-Brotaufstrich, Röstzwiebeln, drei Scheiben Pastrami und ein paar Blätter Rucola. Ein zweiteiliges Bio-Roggentoastbrötchen – dazwischen „Ovomaltine“-Brotaufstrich, ein paar darin eingebettete Pekannußhälften, eine Prise süßes Paprikapulver, eine Maiswaffel, etwas tasmanischer Leatherwood-Honig. Dazu als Getränk ein großes Glas eines Ananas-Kokos-Energydrinks.

Zu anderen Frühstücken, die ich aufgrund der Tageszeit eher als „Brunch“ bezeichnen möchte, trinke ich auch Kaffee ☕ (entweder, wenn es eher schnell gehen soll, Löskaffee „Nescafé Gold Crema“, oder aber einen nichtmaschinell aufgebrühten Filterkaffee aus irgendeiner interessant klingenden Kaffeebohnen-Spezialröstung) oder einen indischen Chai. Es gibt bei mir übrigens in der Regel nur zwei Hauptmahlzeiten am Tag – außer dem Brunch noch ein eher spätes Abendessen.

0️⃣0️⃣0️⃣7️⃣ „Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben?“

▶ Das muss vor etwa vier bis sechs Wochen ein spontaner Wangenkuss für Philomena gewesen sein – ich glaube, weil ich mich über irgendetwas gefreut habe, das sie fabriziert hat… 🙂

Früher habe ich ganz gerne geküsst – aber innige Küsse, Zungenküsse, etc., das ist alles schon ein paar Jährchen her. Ihr wisst ja, dass ich diesbezüglich aus allem raus bin, so als verschratet-verschrobener Exilanten-Einsiedler… 😉

0️⃣0️⃣0️⃣8️⃣ „In welchem Punkt gleichst du deiner Mutter?“

▶ Oh Gott – hoffentlich nicht in allzu vielen! Nun, wenn ich’s mir überlege, dann gibt es schon ein paar Gemeinsamkeiten:

Zum einen kann ich, genau wie sie, nicht gut warten. Wenn sich Handwerker oder Gäste angesagt haben, beginne ich schon eine Dreiviertelstunde vorher Kreise in den Fußboden hinter der Haustür zu laufen. Auch wenn ich irgendwelche dringend zu erledigenden Sachen noch vor mir habe, bin ich eher ungeduldig und nervös gestimmt, solange diese noch nicht durchgeführt sind. Vermeintlich oder tatsächlich Unwichtiges kann ich hingegen bedenkenlos jahrelang „auf morgen“ verschieben… 😉

Eine andere Gemeinsamkeit ist die gewissenhafte Organisiertheit bei Erledigungen mit formellem Anstrich: Wenn ich ein offizielles Schreiben verfasse, ist dieses frei von Rechtschreibfehlern, geschliffen und präzise auf den Punkt formuliert, und unter juristisch relevanten Aspekten absolut wasserdicht in jegliche Richtung abgesichert. Ja, einen gewissen Perfektionismus – der auch aus dem Wunsch resultiert, sich nach außen niemals eine Blöße zu geben – teile ich mit meiner Mutter. Allerdings war ich nie dermaßen verbissen diszipliniert wie sie, und kann gerade in den letzten Jahren auch recht gut fünfe gerade sein lassen… Wo sie immer noch ehrgeizig ist, bin ich inzwischen eher faul.

0️⃣0️⃣0️⃣9️⃣ „Was machst du morgens als Erstes?“

▶ Wenn ich aufwache, verzweifle ich sogleich an meiner Existenz: Alles tut weh, man ist verschwitzt, die Luft im Zimmer ist schlecht, es ist zu hell, zu kalt, zu dunkel, oder zu warm im Zimmer… Mückenstiche, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Weltschmerz und Wut auf den Tag, den man noch vor sich hat. Innerlich grollend und äußerlich furzend mühe ich mich aus den Kissen, knipse die eine der beiden Lampen am Bett-Kopfende mit der auf blass-hellblaues „Aufwachlicht“ vorprogrammierten LED-Birne ein (ich habe so eine mit Apps fernsteuerbare Leuchte eingeschraubt, die 16 Millionen Farbtöne in allen denkbaren Dimmstufen darstellen kann), stöpsele iPhone & iPad von den Ladekabeln ab, putze Brille und Displays, werfe mir einen Blutdrucksenker und eine Pille gegen Reflux ein, trinke einen Schluck Mineralwasser, steige dann aus dem Bett und taumele zum Dachfenster, dessen Rollo ich hochschiebe, um zu gucken, ob draußen mittlerweile Weltuntergang war – dann verlasse ich treppab die Etage, um unten meinen Morgenschiss abzudrücken. Das Klo im oberen Badezimmer benutzt hingegen überwiegend Philomena.

0️⃣0️⃣1️⃣0️⃣ „Kannst du gut vorlesen?“

▶ Da ich als absoluter Vielleser beim stillen Lesen sehr schnell bin, muss ich mir beim langsamen Vorlesen sehr bewusst Mühe geben, mich dabei nicht zu verstolpern. Dieses gelingt mir in der Regel auch ganz gut – aber ich mag dennoch meine „Lesestimme“ nicht. Lieber doziere ich frei, oder mit Stichworten vom Blatt. Nee, Vorlesen mag ich nicht so gerne – ich lasse mir lieber etwas Vorlesen. Philomena kann das sehr gut; sie lässt dann gleich das Unnötige weg, so dass ich den ganzen Artikel nicht komplett selber lesen muss… 🙂

0️⃣0️⃣1️⃣1️⃣ „Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?“

▶ Ich glaube nicht sehr lange. Ich war schon sehr früh ein ausgewiesen skeptisches und kritisches Kind. Als ich in der Grundschule erstmals Religionsunterricht hatte, kam mir die ganze Thematik bereits wie ein dämliches Märchen vor…

Aber zurück zur Ausgangsfrage: An die erste Weihnachtsmann-Skepsis kann ich mich nicht mehr genau erinnern, wohl aber an den Zeitpunkt, als ich den Glauben an den Osterhasen verlor: Sehr früh – ich war damals noch keine drei Jahre alt, da ich im Sommer Geburtstag habe. In jenem Frühjahr wohnten meine Eltern mit mir noch die letzten Monate in einer Mietswohnung, die die erste Oberetage eines freistehenden Dreißigerjahre-Hauses mit quadratischem Grundriss einnahm, bevor wir ins eigene Haus umzogen. Mein Bruder war noch nicht auf der Welt. Über Ostern waren die unter uns im Erdgeschoss wohnenden Vermieter verreist, so dass mein Vater draußen im das Haus umgebenden Garten Ostereier verteilen konnte, die ich später suchen sollte. Meine Mutter hatte mir erzählt, dass der Osterhase dort unten die Eier verstecken würde. Ich war neugierig auf dieses ominöse Tier, stieg, als ich alleine im Zimmer war, auf meinen Kinderschreibtisch und linste durch die Lücken der Jalousie, die meine Mutter extra zugezogen hatte, damit ich von der Versteckaktion nichts mitbekommen sollte… Ich sah keinen Hasen, sondern meinen Vater mit einem weißen Anorak und einem Körbchen mit bunten Eiern, die er eins nach dem anderen in die Blumenbeete legte. Der Grundstein meiner Skeptiker-Karriere war gelegt. 🧐

0️⃣0️⃣1️⃣2️⃣ „Was möchtest du dir unbedingt irgendwann einmal kaufen?“

▶ Da ich mir bewusst bin, dass ich den finanziellen Zenit meines Lebens schon vor etlichen Jahren überschritten habe, und angesichts meines langjährig besorgniserregenden Kontostandes, hege ich keine größeren materiellen Wünsche mehr. Gut, mal will ich mir eine neue Hose kaufen, dann ein Nachfolger für einen defekten Computer, dann einen neuen Spaten für den Garten… Aber größere Wünsche? Habe ich alle begraben. Zum Glück verfüge ich hier im Haus nach einigen Lebensjahrzehnten über einen reichhaltigen Fundus an materieller Grundausstattung: Geschirr ist hier für eine ganze Kompanie vorhanden, ebenso Handtücher und Unterwäsche. Aus besseren Zeiten auch genügend Statussymbole, um sich nicht „arm“ fühlen zu müssen… Was sollte ich mir noch wünschen?

Früher wollte ich später unbedingt so eine altmodisch-plüschige englische Bibliothek haben: Mit Mahagoniholzregalen voller schwerer Folianten, grün-beschirmter Messinglampe (die habe ich mir auch bereits 1993 zugelegt), Orientteppichen und einem riesigen Stand-Globus sowie einem Kamin in der Zimmerecke (falls die Bücher unerwartet scheiße sein sollten), dazu Sammlervitrinen für mein Naturalienkabinett. Überm Kamin gekreuzte Schwerter unter dem holzgeschnitzten und blattvergoldetem Familienwappen… Heute bin ich davon sehr viel weiter entfernt, als ich es damals je vermutet hätte. Ikea muss reichen und Bücher werden nur noch als E-Books angeschafft.

Wenn ich nun plötzlich von jetzt auf gleich wirklich extrem viel Kohle hätte? Vielleicht einen bonzig-klotzigen Rolls-Royce Wraith in einer unsäglichen schwarz-roten Feuerwanzen-Lackierung – nicht, weil der gerade noch so in die Garage passen würde, sondern nur einzig und allein, um hier die Nachbarn zu verärgern… 😉

0226 Rolls

18 Gedanken zu “„1000 Fragen an mich selbst“ (6 – 12)

  1. Zu 0011: Was bei dir der Osterhase, das war bei mir der Geburtstagsmann: Nachdem mir mir mein Vater erklärt hatte, dass die Sache mit dem Geburtstagsmann nur eine blöde Erfindung meines Onkels sei, kamen mir bezüglich Osterhase und Weihnachtsmann erhebliche Zweifel. Warum sollte es den einen plötzlich nicht mehr geben, aber dafür die anderen?

    Gefällt 1 Person

      • Ja. der Geburtstagsmann brachte die Geburtstagsgeschenke, so wie der Weihnachtsmann die Weihnachtsgeschenke bringt.
        Vielleicht war das aber auch nur eine „Erfindung“ meines Patenonkels (Bruder meiner Mutter). Mein Vater empfand den aber immer als „Spinner“, weshalb er mir das mit „Geburtstagsmann ist Quatsch“ gesagt hat .. worauf ich dann wieder mit „Weihnahctsmann ist dann wohl auch Quatsch“ reagiert habe…

        Gefällt 2 Personen

      • Es kam bei den Kindern meines Bruders auch die „Schnullerfee“, 🧚‍♀️ die brachte über Nacht Geschenke, wenn man Tags zuvor dem Schnuller abschwor, indem man ihn ins Geäst des „Schnullerbaumes“ hängte, der dort im kinderreich-gehobengrünem Altbaustadtviertel am Rande des öffentlichen Kinderspielplatzes wächst…

        Gefällt 1 Person

  2. So eine grüne Bibliothekslampe wollte ich auch immer haben, bisher aber noch nicht angeschafft. Es würden mir dazu auch die Bücherregale und der Kamin fehlen 😉 Interessante Frühstücksvarianten 🤤 Löslichen Kaffee würde ich nicht runterbringen 😝

    Gefällt 2 Personen

  3. Löskaffee? Leute, ihr macht mich fertig. Bei uns heissen alle Sorten schlicht und einfach Nescafé 😀

    Mein Mann besitzt eine Kapselmaschine und natürlich eine Bialetti als Italiener (ich weiss ehrlich gesagt, nicht wie die richtig heissen) – das Ding das unten Wasser und in der Mitte Pulver hat und direkt auf die Kochplatte gestellt wird. Der Kaffee sprudelt dann nach oben ins Kännchen.

    Gefällt 1 Person

  4. Oh – die Bibliothek – so eine möchte ich auch, sie muss aber hell sein und grosse Fenstertüren auf die Terrasse meiner viktorianischen Villa haben – und diese Leitern, die man am Regal hin und her schieben kann.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.