Freakshow-Wunschkonzert (Fotos für „rabi“ & „Zettka“)

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◾ Es gibt ja nichts, was es nicht gibt – jedem Tierchen sein Pläsierchen. Manch einer verwirklicht sich beim Golf spielen, andere häkelnd. Es gibt Leute, die Briefmarken mit Aroma oder Parfüm in der Gummierung sammeln, aufgespießte Käfer, oder gar ausrangierte Zahnprothesen. Einige lassen sich zur persönlichen Erbauung auch von leichtgeschürzten Damen in klandestinen Klubräumen auf einem Goldteller die eigenen Faeces zum Verzehr reichen…

Andere sind wiederum vom Pathos der eigenen Bedeutsamkeit ergriffen, wenn sie auf die Aufnahmen einer öffentlichen Webcam geraten und ihnen im Anschluss daran entsprechende Screenshots zugänglich gemacht werden…

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Ein Männlein steht im Parke ganz still und stumm,

Dort hängt wohl eine Kamera, die treibt es um.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

Das da steht im Park allein,

Wird bestimmt der „rabi“ sein…

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◾ Seit 2002 blogge ich – damals zunächst auf der Website „myTagebuch“. Dort trieb sich auch schon damals der Tagebuchautor rabi herum. Auch hier auf WordPress kreuzen sich beständig unsere Wege. Rabi ist eine sehr skurrile Gestalt, zumindest wirkt er recht skurril, wenn man ihn nicht im Gesamtgefüge seines spezifischen Rabi-Kosmos betrachtet, sondern durch die Normalmenschen-Brille. Kraft seiner Skurrilität hat er es schon bis in die Zeitschrift „Neon“ geschafft, die ihm einen mehrseitigen Artikel widmete. Rabi ist eine „Rampensau“ – manchmal. Wenn er nicht alleine in den an ein 80er-Jahre-Museum erinnernden vier Wänden sitzt, in einem Kaufhaus-Restaurant speist, oder durch den Bremer Bürgerpark streift, dann treibt es ihn vor die Kameralinse. Fast schon egal, vor welche – mal als Komparse einer TV-Produktion, dann als Teilnehmer an einem Amateurfilm-Workshop, oder vor eine Weihnachtsmarkt-Webcam. Hauptsache er gerät wenigstens für ein paar Sekunden ins Bild. Solche Momente sind sein Lebenselixier.

Heute schaffte er es gar, einen Bürgerparkstreifzug mit einer Kameraaufzeichnung zu verbinden… 😉 Er kündigte dieses Vorhabens-Highlight bereits in seinen letzten beiden Blogeinträgen an, über die ich heute kurz nach elf bei der routinemäßigen Tablet-Computer-Scheißhauslektüre stolperte. Er kündigte an, sich zwischen 11:00 und 11:30 Uhr zwecks Aufzeichnung durch Dritte im Bürgerpark zu positionieren. Welch ein Zufall – zeitgleich zu meinem Morgenschiss! Ich drückte mehrfach ab – unten in die Schüssel und oben den Screenshot-Button. Anschließend mailte ich ihm die Fotos und denke, er wird sich nun darüber freuen wie ein Schneekönig… 🙂

0215 Rabi

Natürlich konnte ich mir nicht wirklich sicher sein, dass ich ihn auch wirklich erwischt habe. Was, wenn das auf den Fotos ein anderer Typ ist, oder wenn er doch nicht in den Park gegangen sein sollte? Nun – letzteres kann man schon mal ganz sicher ausschließen, denn wenn ein penibel-disziplinierter, leicht autistischer Ex-Bankangestellter öffentlich ankündigt, pünktlich im Park zu stehen, dann zieht er das auch selbst dann noch durch, wenn ringsum Atombomben fallen sollten… 😉 Aus Habitus, Verhalten, Körpersprache und Kleidungsstil (Umhängetasche) schloss ich dann, dass es sich definitiv um „rabi“ handeln musste. 🙂

◾ Wo wir gerade beim Thema „seltsame Autoren und Leser, die ich schon seit myTagebuch-Zeiten kenne“ sind: Wolfgang Zettka! Seit bald zwei Jahrzehnten einer meiner profiliertesten Kritiker unter den Leser-Kommentatoren. Oftmals sind seine Anmerkungen enigmatisch bis zur Unverständlichkeit. Er gefällt sich darin. Suhlt sich geradezu im Image der schwierig-bizarren Diva. Jegliche normale Form zwischenmenschlicher Kommunikation ist für ihn wohl eine Art Verrat an der Sache. So wittert er überall – wie er es nennt – „Fallen“, wenn sich jemand der Sünde der spießigen Biederkeit hingibt: Etwa ein Gärtchen hegt, helle Parkettfußböden verlegt hat, die falschen Bücher liest, oder sich in eine feste Paarbindung überantwortet, innerhalb derer gar Schamhaare gestutzt werden. Gerade zu zwanghaft ätzt er gegen alles, was nicht in seinen exaltierten Künstler-Kosmos passen mag. 🙂

0216 StuhlSo hat er mal einen ellenlangen Verriss verfasst, als ich mir 2011 einen neuen Bürostuhl angeschafft hatte und den Kardinalfehler beging, Fotos davon in mein Blog einzubetten – ihm spotzte regelrecht die Galle aus allen Öffnungen – er zog sich damals auch monatelang schmollend aus meiner Lesergemeinde zurück… Nun, den Stuhl besitze ich nach acht Jahren immer noch – ich verfasse auf ihm sitzend auch gerade diesen Eintrag. Zu Zettkas Erbauung habe ich sogar nebenstehend ein aktuelles Foto dieser abgeschmackten Sitzmöbel-Monstrosität eingefügt, die auch noch auf spießbürgerlich hellem Ahorn-Laminat herumrollt!

„Es ist alles gut. Es ist alles gut. Nur Kölle nicht und das Ruhrpott 🙂 und der ekelhaft-übersaubere, glänzende, helle Parkettfußboden als Visitenkarte des richtigen Lebens, scheinbar bürgerlicher Solidität, gegenwärtig seuchenartig verbreitet, scheiß drauf, brunz drauf, wichs drauf, schleime drauf, blute drauf, kotze drauf. Danke. Tötet die Fallen. (…)“

…kommentierte er nämlich kürzlich unter einem meiner WordPress-Einträge. Früher bei myTagebuch hatte ich mir diesen immer nur schattenhaft bleibenden Kommentator als eine Art „Alt-68er“ mit wallenden Rainer-Langhans-Wolle vorgestellt, der sich zwischen „Treff 3000“, Bücherwand und Filterkaffee- & Aschenbecher-Abstellmöbel bewegt und eine Latte in der Hose hat, weil er währenddessen für Normalohren unerträgliche 12-Töner-Avantgarde hört… Aber ich glaube der Typ ist noch krasser – weniger feingeistig-zart. 😁

„Da brauchs aber zarte Fingerchen für zum aufmachen Schubelade. Hätts doch wat gesagt, dann hätt ich mich rasiert. / Sieht gut aus. Muß der reine Horror sein, wenn leer. Denk grade an den leeren Kühlschrank vor Jahren, bis auf ungenießbare „Erinnerungen“ da und dort, paar traurige Gurken noch im Glas…, ’n Rest Butter, Milch, bestimmt schon sauer, sowas…, so die Lage, so um 20. Bin dann, hab‘ geklaut, bei EDEKA, Rewe. Im Winter hat der Parka große Taschen. Gut, dann Geld geliehen, endlich. Mangel demütigt und macht Angst. Aber auch knallhart, mich, konzentriert, ich danke allen Göttern, daß ich dann nicht so wehleidig bin, jämmerlich, selbstmitleidig. Freiwillig tret‘ ich nicht ab, niemals. Ich halte zu mir 🙂“

…pfiff er unter meinem Humidor-Beitrag mit Schubladenknauf-Detailaufnahmefoto im Walde. Offenbar poussiert er mit seiner altgedienten Prekariatshärte, die ihn in ihrer vollen Heiligkeit umwehte, bevor er dann irgendeine Art von Mäzenatentum anzapfte. Es tröpfelt ja immer mal wieder durch, dass er in der internationalen Kunstszene aus und ein geht… 🤔 Tja, nun stelle ich mir den guten Zettka nicht mehr als Langhans-Wiedergänger vor – schon eher als eine Art „Hardcore-Altpunk“, der direkt auf dem wichsfleckigen Betonboden zu nächtigen pflegt, Eigenblut-Deko an den Wänden der schimmelnden Altbau-„Un-Falle“… Jedenfalls kratze ich mich mit meinen zarten Humidor-Fingerchen (die in Wirklichkeit über die letzten Jahre eine spießige Gartenbau-Betonrauheit entwickelt haben) am Kopf und weiß nicht, was soll es bedeuten?

Gnädiger Weise erteilt der werte Wolfgang mir in einem weiteren erst kürzlich verfassten Leserkommentar beinahe schon die Absolution:

„(…) Aber meinetwegen kannst du dich gerne von einem zum nächsten, mehr oder weniger elaborierten, Furz weiterschreiben, dich permanent selbst beweihräuchern. Und dieser Ernst dabei, meistens, so pathetisch, dieses betont- beflissen Biedere.“

Ja, das ist echtes Nu-Biedermeier V4.0 bei mir. Helles Laminat und Ziergärtchen – gerade erst habe ich eine Blumenampel mit blühenden Hornveilchen auf den schmiedeeisernen Wandhaken an der roten Klinkerwand aufgehängt… Dazu ein paar snobby Manikürefingerchen, mit der ich mir Wohlstandssimulationen ins Gesicht stecke, um stumpen-stinkig einen auf biederen alten Herrn zu machen. 😌 Mist – er hat mich vollkommen durchschaut, der alte Zettmoke!

◾ Aber vermutlich ist die imaginierte Idee, die ich von diesem speziellen Leser habe genauso falsch, wie die von „rabi“. Ich sollte mir vielleicht mal ein Bild von der Realität machen. Vielleicht mal einen Abstecher in den Bürgerpark, wenn ich eh in Bremen zu tun habe, oder auch mal auf einen Absinth runter bis nach Freiburg. Bislang kenne ich in jener Gegend nur Weil am Rhein und Basel. „Schreibman“ und „Nell“ wohnen dort bekanntlich auch ums Eck – womit ich dann auch wieder bei meinen etwas normaleren, wahrscheinlich „biedereren“ (habta auch helles Laminat, wa?) Lesern angelangt bin: Für jene Konsumenten meines heutigen Geschmiers, die mit „rabi“ & „Zettka“ weniger anfangen können, habe ich natürlich kurz vor dem Beitragsende auch noch ein paar Fotos mitgebracht:

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Gelb blühende Biederkeit direkt aus unserer hiesigen „Falle“!

Schöne Grüße an alle Leser, besonders an die heute speziell erwähnten… 😉

63 Gedanken zu “Freakshow-Wunschkonzert (Fotos für „rabi“ & „Zettka“)

  1. Ich bin untröstlich, dass ich das Weltereignis Rabi in der Webcam vom Bremer Bürgerpark verpasst habe! Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir den Weckerr gestellt. Liest Zettmoke hier überhaupt noch?

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    • @ Schlafen_bis_Mittag: Für andere Menschen ist das sicherlich kein Weltereignis. Außerdem war (und werde ich auch zukünftig) schon unzählige Male dort zu sehen, allerdings meistens an wettermäßig besseren Tagen, wo viele Besucher im Park sind und der Einzelne nicht persönlich identifiziert werden kann.
      Das „Besondere“ war diesmal nur der Zeitpunkt (kaum Leute zu erwarten), weshalb man mich nach meiner Ankündigung überhaupt wahrnehmen konnte, und ich somit auch die Hoffnung hegen konnte, dass jemand den Screenshot-Auslöser drücken würde. Denn: wenn da Dutzende Leute rumwuseln, würde ich mich nicht einmal selber eindeutig erkennen.

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      • Ich hätte das schon gerne gesehen, Rabi. Ich finde es faszinierend, was das Internet alles hergibt. Hätte mir schon gefallen, dich live in dem Park da zu sehen, aber da habe ich noch gepennt.

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    • Es ist alles etwas arg durcheinander in den letzten Wochen, kann mich aber nicht erinnern,ausgerechnet dich blockiert zu haben, trotz manchen Genervtseins 😉 Du hast dich doch abgemeldet, oder, erst? Dann die Nummer „Pennen bis Mittag“. Bin hin, konnte mich aber irgendwie nicht wieder anmelden… Ich versuch’s nochmal, später. Machst du noch diese Techno-Scheiße, dann lieber noch post-pubertärer Modellbau. Gruß:)

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        • Darauf reduzierst du dich ja nicht. Du bist ein Meister vieler Vorhaben, mit Abbruch und Wiederaufnahme, und Neuentdeckungen, im Anfange stets nur, aber immerhin, es geschieht etwas : „winke-winke“ – seht-ihr-mich? 🙂 Aber egal. Wenigstens bist du nicht plumpe Baustelle oder edler verpißtes Lehrerzimmer eines Gymnasiums, sozusagen. War mir schon immer lieber, Gruß,W.

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        • Ja, ich entdecke immer irgendwas Neues, versuche mich daran, stelle aber dann fest, dass ich dafür auch kein Talent habe und das war’s dann wieder. Das einzige, wofür ich getaugt hätte, wäre Pornostar. Aber selbst da wäre ich gescheitert, weil ich vor fremden Leuten keinen hoch kriege. Lehrerzimmer ist Horrorvorstellung. Ich verachte den Großteil der Lehrerschaft. Heute meist grüner Abschaum.

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    • Sind schon, dann und wann, Frauen da und eine besonders, öfters, mit Vornamen ;), aber kein Harem und keine „Beziehung“, schließt das mit ein, zusammen auch zu wohnen 🙂

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    • Kurz noch zu Langhans : möglicherweise… hat das Image, das Langhans noch hat, in den 60ern mal gestimmt, ich bezweifle das aber, kann jetzt aber entsprechende Details nicht abrufen : frei vögeln, in der Kommune I, untereinander, weg von der Familijeeeeeee und -Hilfe-Hilfe – dem Standesamt. Dem Highlight biederer MyTagebuch-Weiber. Im Grunde aber ist Langhans ein furztrockener, protestantisch-asketischer, unsinnlicher Typ, fern der Genüsse, karg, ich find‘ auch, ausgemerkelt. Trotz des inzwischen ergrauten langen Haars, das er immer noch trägt, gewissermaßen als (angebliches) Zitat früherer Sinnlichkeit. Und trotz des „Harems“. In dem zumindest ist sehr,sehr wenig gelaufen, sinnlich-sexuell, nach Aussagen der Harems-Tanten, glaub‘, auch Langhans hat das selbst mal gesagt. Ficken wurde erhöht in esoterische Feinheiten, Feinstofflichkeiten. Also, ich möchte lieber die Erdbeere im Mund haben. Ich mutmaße, daß der Hyper bei dieser Fehleinschätzung, bei seinen zahlreichen Besuchen bei Orbit, zuvor einfach viel zu viele asketische Tiroler Brennsuppen eingenommen hat. Das bleibt nicht ohne Folgen, denn Orbit ist ein begnadeter, genußunfähiger Asket „wie er im Buche steht“, so in etwa. Seine, Hypers Mitbewohnerin, offenbar eine pietistisch-schwäbische, sinnlichkeitsferne Erscheinung kultivierter Art, mag das ihre dazu beigetragen haben, in enthaltsamer Entschlossenheit. Hyper selbst scheint mir letztendlich, im Kern, kein Kostverächter zu sein, da gibt es eine Tendenz in den katholischen, lebendigen Barock, etwa bezüglich genußvoller Ernährung, des Savoir-vivre überhaupt.

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      • Also: Den Langhans brauchst du mir nicht zu erklären, ich bin bestens im Bilde. Da du auf Biederkeit reagierst wie der pawlowsche Hund, dein Schlüsselreiz und Trigger, Biederkeit, vor allen Dingen bei älteren Frauen mit Naivität und sexueller Wüste belegst, nährt sich bei mir der Verdacht, dass du genau das bist: bieder. So nach der Methode: Verdächtige andere lautstark und vehement, dann fällt der Verdacht nicht auf dich.

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  2. “ Aber meinetwegen kannst du dich gerne von einem zum nächsten, mehr oder weniger elaborierten, Furz weiterschreiben, dich permanent selbst beweihräuchern. Und dieser Ernst dabei, meistens, so pathetisch, dieses betont- beflissen Biedere.“

    Das passt eigentlich eher zu „Schreibman“

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    • Schreibmann ist da anders, vielleicht ein überempfindlicher Extremnarzist, behäbig phlegmatisch… Hat aber immerhin schon zarte, so eher stille…, feine Impressionen geschrieben, oft… Das reicht, find‘ ich.

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  3. Ehrlich gesagt habe ich keine Vorstellung von Wolfgang, ich habe vorher ja nur Milou und Zora gelesen und bin bei seinem Kommentaren immer irritiert/überfordert von dannen gezogen – es geht mir noch immer nicht anders. Die meisten von euch lerne ich ja grad erst „kennen“.

    Falls irgendjemand mal Richtung Basel pilgert, dort wäre ich auch in einer Stunde – falls mich jemand sehen möchte *GG*

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  4. Haha, da hab ich ja was losgetreten mit der Webcam-Geschichte 😂. Aber ist doch schön, welch große Freude du Rabi mit dem Foto gemacht hast. An Zettmok und den unheiligen Bürostuhl musste ich schon denken, noch bevor ich deinen Text mit Foto dazu gesehen hatte. Das bleibt mir für immer in Erinnerung 🤣. Genauso, wie er immer fein über meine gelbe Wandfarbe gelästert hat 😉 Jeder bekommt oder bekam mal sein Fett von ihm weg, man gewöhnt sich daran 😉

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    • Ja-leck-mich-de-Söck ! Was ist/war das mit der gelben Wandfarbe? Kann mich nicht erinnern, echt nicht… / Ich hab‘ dich immer, von Anfang an, gemocht: wie du schreibst, wie schön zäh du bist…, einfach nicht aufgibst…, nicht zu verklemmt ;), nur manchmal, weil du halt nicht offener sein kannst, in den Einträgen, freier… Was halt nicht so geht, ich kann dir da nicht nah sein, ich bin da wahnsinnig weit weg von dir, sind so diese, ich sag‘ mal, Vorlieben – diese Kitschtassen, Benne, Biermesse, Musical, auch halt, was du liest… Nähe zu den Tieren-Tauben-und-so gefällt mir schon, ist klar, nur manchmal scheint mir die etwas z u „libidinös“ besetzt, oder so „kinderersatzhaft“… Wir würden ein Paar nicht sein können, ich könnte aber wetten, daß wir uns dennoch fast immer blendend verstehen würden, wäre ich in Köln ,viel zusammen lachen würden, ins Museum gingen vielleicht… Ich bin mir ganz sicher, daß ich dir gefallen würde. Meistens 🙂 Oft 🙂

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      • Sag bloß, du erinnerst dich nicht an dein Entsetzen wg. der gelben Wand? Auch nicht an das stinkende Klo 😉? Na ja, ist ja jetzt sicher schon 13/14 Jahre her, da kann man sich nicht alles merken 😉. Ansonsten erinnere ich mich noch an nette Chats bei fb 😉

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        • Echt nicht. Normalerweise ist mir Gelb nicht zuwider, obwohl das schon (auch) eine problematische Farbe sein kann in bestimmtem Zusammenhang,denk‘ etwa an den Judenstern. Vielleicht war das ein pralles, aufdringliches, attackierend warnendes Gelb? Das aber deine Entscheidung dann ist… Sonnenblumen hab‘ ich noch nie angeklagt, dem Zitronenfalter stets alles Gute gewünscht :), also… Und die besagte Geruchsattacke, warum hab‘ ich mich in die gestellt und gemeckert? Ich bin mir aber schon lange ein Rätsel in meiner vielschichtigen Wirklichkeit. Vielleicht hast du es da einfacher, Milou? ha-ha Nee, also – was mir aufgefallen ist, vor Jahren schon, ist, daß ich mich an meine eigenen Kommentare gar nicht oder kaum erinnern kann, es sei denn sie sind kurz u. prägnant. Beispielsweise hab‘ ich der barfly mal geschrieben : semen doesn’t taste romantic. Hingegen erinnere ich mich oft, manchmal wortwörtlich an Kommentare anderer oder Teile, Inhalte ihrer Einträge, vor 10, 15 Jahren… / Ja, fb. Gefallen hat mir, daß du so offen warst…, unbeschwert insofern, locker, ich hab‘ nur eine bestimmte Sache erst nicht verstanden, vielleicht erinnerst du dich. Und mit einem Finger tippen…, du bist ja superflink! Grüß‘ dich :), W.

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        • Klo: als ich frisch in meine Wohnung einzog, hatte ich ein Problem mit dem müffelnden Klo. Diverses ohne Erfolg probiert. Du hast mich damit immer wieder mal aufgezogen 😉.
          Chat: da weiß ich gerade nichts zu 🤔

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  5. Danke für diesen Eintrag und dein Gedicht. Und nochmals vielen Dank dafür, dass du nicht nur unten, sondern gleichzeitig auch oben gedrückt hast (solche Multitasking-Fähigkeit wird sonst nur Frauen nachgesagt).
    Ich bin ja immer wieder fasziniert und überwältigt davon, was heutzutage alles möglich ist: ein FOTO von „rabi im Bürgerpark“ aufgenommen aus der Vogelpersepktive und ausgelöst aus mehreren hundert Kilometern Entfernung.
    Ach, was soll ich sagen: Es sind sogar drei Fotos geworden, auf denen mich zwar nicht einmal meine Schwestern eindeutig identifizieren würden, aber… Was ist das Auffällige (Unnatürliche) an den Bildern? Woran sieht man, dass sie „gestellt“ (nicht „zufällig“ entstanden) sind? = Während die Tauben ihre Positionen signifikant verändert haben, steht rabi in beiden Bildern an nahezu derselben Stelle.

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  6. P.S.: Die Sache mit der „Rampensau“ stimmt eigentlich nicht. Aber für FOTOS springe ich doch öfters mal über meinen Schatten und spreche auch fremde Menschen an, was mir normalerweise sehr schwer fällt.
    Auch die Film-Sachen und NEON-Geschichte diente (aus meiner Sicht!!!) nur dem Zweck, dass ich – für mich!!! – entsprechendes Material (Fotos, Filme, Zeitschrift) habe. Dass auch noch Tausende andere Menschen das sehen, ist eher kollateral (ein nicht zu vermeidender Nebeneffekt).

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      • Es gibt 9 Fotoalben (alles „Standard-Alben“ FotoPorst – leider kann man die nicht mehr kaufen) und es gibt nur 2 „richtige“ Selfies (also: mit ausgestrecktem Arm). Um 1984 hatte ich eine Kamera mit Selbstauslöser gekauft, damit ich nicht mehr fremde Leute wegen Fotos ansprechen musste. Aber eigentlich mag ich keine „gestellten“ Bilder, wo man in die Kameralinse guckt. Am Filmset ist das sowieso nicht erlaubt; das lernt man als Komparse gleich am Anfang: „Nicht in die Kamera gucken“

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    • Also ich finde das doch sehr gross von dir, dass du diese Überwindung immer wieder machst (Projekte suchen oder Fremde ansprechen), viele kriegen das ja nicht hin (Soziophobie und so)!!!

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      • Die Leute sind im allgemeinen immer recht freundlich; nun ja, insofern bin ich wohl doch nicht so ganz autistisch: Jedenfalls hatte ich mir meine „Opfer“ sorgfältig ausgesucht (also jemand, von dem ich glaubte, dass es ein gutes Foto machen kann)

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  7. Früher hat der Wolfgang ganz normal kommentiert, doch wir wurden reifer. Nur – also, ich hab auch schon befürchtet, daß ich jetzt endgültig verblödet bin, weil ich mit seinen Zuschriften immer weniger anfangen konnte. Deftig, unerhört, von beginnendem Wahnsinn zeugend, aber halt ganz der Künstler, der sich Kritiken gefallen lassen muß, und daraus richtig selber Fahrt aufgenommen hat im Verteilen von Kritiken. Bloß, wo bleibt er denn heute? Noch nicht ausgeschlafen? Hoffentlich ist er jetzt nicht vollends eingeschnappt? Er kann viel ab, an sich sollte er sich doch schon bald hier zeigen lassen. Bei mir ja nicht, früher mal, da durchaus, aber egal, ich bin nämlich nicht gestählter, sondern empfindsamer geworden. Superstarker Beitrag diesmal wieder! Ach so ja: Meine Fensterbretter und überhaupt alles hab ich vollgestellt mit hässlichem Kitsch. 😉

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    • Du nimmst die falschen Schüssler-Salze. Ich war noch nie psychotisch, für mich auch: überraschenderweise, es ist seltsam, ich wäre im Grunde ein geeigneter Kandidat dafür… Und der Wahnsinn beginnt nun auch nicht. Der und nicht nur der, ist in meinen Arbeiten, g e s t a l t e t.

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      • Die Salze darfst Du sehen, wie Du willst. Und eine Psychose wollte ich Dir nicht vorwerfen – woraus leitest Du das ab? Aus dem Satz mit dem Wahnsinn? An seinem Rande stehe ich selber bisweilen. Jedenfalls danke schön für Deine diesmal klar verständlichen Worte an mich. Und – erinnerst Du Dich noch an Deinen Zitronenbaum hoch über dem Meer? Damit hast Du mich damals in Deinen myTB-Anfängen von meinen Schmerzen abgelenkt. 🙂

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  8. Rabi hast du gut getroffen, mich doch eher verfehlt. Aber das geht den meisten Menschen, seit ich da und mich daran erinnere, ganz genau – so und so und so, auch so-und-so-und-so, und so, noch. Ich muß das als gegeben hinnehmen und atme weiter 🙂 Buddhist werd‘ ich aber nicht ha-ha / Blumen sind niemals bieder, sie blumen einfach. Immer groß.

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  9. Zum Bild noch: mir ist das Ambiente zu clean, so der Eindruck. Da müßte ich ja immer frische Unterhosen anhaben und dürfte am Sack mich nicht mehr kratzen und müßte zudem noch meine Gedanken sauber schrubben, vorher, vor Betreten des Raums 🙂 Wat für Tasse da, Dekor, droht epileptischer Anfall? Bestimmt 🙂 ! Für den vorbildlichen Gesamtzustand, ist wohl deine schwäbische Mitwohn-Schickse hauptverantwortlich. Kein Wunder. Schaffe-schaffe Häusle baue und nit nach de Säcke schaue. (Muß aufhören, noch fast-futsch, erster Kaffee erst noch, sage aber noch was zur Sitzgelegenheit…, du geduldest dich. Schönes Wetter mit Sonne, oh-die-offenen-Himmel? Wohnt dort das Glück der Welt?)

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    • Die Tasse ist nur da, weil mit Geschichte: Ich war lange Jahre über (mittlerweile ist das aber ein bisschen eingeschlafen) mit einem sehr talentierten ukrainischen Portraitmaler und Kunstrestaurator befreundet, der hat mir die Tasse einst geschenkt. Ein Mitbringsel aus seiner Heimat. Die Sonnenblumenfelder sind ein Ukraine-Klischee und deshalb auf der Tasse, auf der auch noch ein umlaufender Text mit dem Wort „Ukraine“ in zig verschiedenen Sprachen aufgedruckt ist. Touristennippes. Aber die Tasse ist v.a. schön groß – gaaanz viel Kaffee. 😉
      Ansonsten siehst Du es schon richtig, dass Philomena hier regelmäßig alles ziemlich sauber hält – aber mir ist es auch durchaus sehr recht, wenn hier nicht die Kakerlaken durch die Bude flitzen (was läuft eigentlich bei Dir für Geziefer durch die Hütte, außer wichsfressenden Bakterien?), schließlich stamme ich aus einem evangelisch-lutherischen, sehr von preußischer Disziplin geprägten Elternhaus, auch wenn es mich natürlich ein bisschen ehrt, dass Du mir in einem weiteren Kommentar einen katholisch-barocken Genussmenschen-Einschlag zubilligst. 😉 In Ergänzung von Philomena (die überaus reinlich ist und auf Sauberkeit achtet) und mir (der ich gerne alles sehr ordentlich aufgeräumt und übersichtlich habe – ich bin etwa was Gerätestromzufuhr angeht ein „Kabelbinder-Fetischist“) entsteht daraus für Dein Auge vermutlich zumindest eine Spießer-Vorhölle, nicht? 😉
      Unterhose wird tatsächlich täglich gewechselt, sei noch angemerkt… Schönen Gruß! 🙂

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  10. Jetzt kommt gleich wieder Bares für Rares 😉 Schau‘ dir das ruhig mal an, da kannst du „Glanz und Elend der Wirklichkeit“ mitbekommen, vereinfacht gesagt, eben aber auch – Glanz, was manche Leute betrifft und die Sachen, die da hingebracht werden… / Im Sommer muß ich tatsächlich mit Ungeziefer rechnen, hier, gnadenloser Kampf dagegen. / Ich hab‘ übrigens Tassen mit Nikoläusen drauf, Hirschen, Tigerfellmuster…, benutz‘ ich halt nicht, kaum 🙂 Gab’s beim Treff 3000 immer wieder, 2 Euro. Entsetzlich herrlich. Jetzt „Bares“, schreib‘ noch was später, mal seh’n, etwas oft zur Zeit, Gruß

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