Triefaugen-schonendes Blassgrün

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Vor der Tür herrscht ein fabelhaftes Februar-Wetter – sommerliche 20°C und strahlender Sonnenschein. Philomena läuft dort draußen schon seit Stunden durchs Grüne… Und was mache ich? Drinnen hocken. Notgedrungen. Dank einer sehr heftigen Pollenallergie – sehr schön… 😠

Als Kind entwickelte ich mit knapp vier Jahren eine außerordentlich starke Allergie gegen blühende Gräser. Erstmals fiel dieses auf, als ich als kleiner Bub im Garten meiner Großmutter mit den Halmen des blühenden Blaustrahlhafers spielte und daraufhin Asthma, tränende Augen und Hautquaddeln bekam. Von nun an war ich sommers oft zum Stubenhocken verdammt. Vielleicht entstand dadurch mitausgelöst mein Bücherwurm-Charakter – weil ich oftmals alleine drinnen saß und las. Was eindeutig in jenen jungen Jahren entstand, war aber meine Angst vor Spritzen! Weil ich oft Luftnot bis kurz vorm Ersticken bekam und weitere heftige Allergiesymptome zeigte, setzte mir mein Vater, der Mediziner war, sehr oft ziemlich große Spritzen. Die Medikamente waren offenbar recht zähflüssig, denn die Kanülen waren sehr dick und es dauerte trotzdem immer unerträglich lang, bis die Flüssigkeit gespritzt war. Am nächsten Tag konnte ich dann nicht mehr sitzen, weil mir der Hintern fürchterlich weh tat. Es ist ja auch in einem Kindergartenkind-Gesäßmuskel nicht so wirklich viel Platz für eine ziemliche Menge zähflüssiges Serum…

Die Pollenallergie gegen Gräser und die daraus im Sommer herrührenden persönlichen Einschränkungen und Leiden begleiteten mich jahrelang durch meine ganze Schulzeit und weit bis in meine Studienzeit hinein. Irgendwann wurde der Heuschnupfen glücklicherweise schwächer – das geschah so schleichend, dass ich heute gar nicht mehr sagen kann, wann genau ich allergiefrei war. Irgendwann in einem Alter zwischen Mitte Zwanzig und Anfang Dreißig. Wichtig war nur, dass ich die Gräser- und Getreidepollenallergie endlich los war! Jetzt konnte ich ohne Reue „ein Bett im Kornfeld“ aufschlagen… 😁

Aber manchmal kommen dann unerwartet aber leider offensichtlich irgendwann doch wieder neue Allergien hinzu. ☹ Seit wenigen Jahren – so richtig bewusst aufgefallen ist es mir erst voriges oder vorvoriges Jahr – habe ich nun eine Frühblüher-Allergie. Letzten Herbst ließ ich einen Allergie-Test durchführen, der bei den Pollen von Erle, Hasel und Birke anschlug. Zum Glück nicht bei Eichen – schließlich lebe ich hier unter zwei riesigen Exemplaren davon.

Dieses Jahr ist die neue Frühblüher-Pollenallergie richtig übel ausgeprägt, stärker als in den Jahren zuvor. Solange es sich nicht ausgeblüht hat, oder zumindest ein Regenschauer die Pollen temporär aus der Luft gewaschen, gehe ich ohne Not nicht vors Haus. Ansonsten müsste ich ein Taschentuch nach dem anderen vollrotzen und alle paar Minuten heftig niesen, oft ganze Hawucha!“-Salven, die kaum noch aufhören wollen. 🤧 Dazu auch noch heftig tränende Augen.

0203 Einstellungen KindleAls erzwungener Stubenhocker lese ich momentan viel. Kaum noch gedruckte Bücher, meistens E-Books mit der „Kindle“-App auf dem Smartphone oder Tablet. Bei einem der letzten Updates hat Kindle eine neue Farb-Einstellmöglichkeit hinzugefügt. Man kann in der App nicht nur Schrifttyp, Schriftgröße, Zeilenabstand, Randbreite, usw. einstellen. Auch die Buchseitenfarbe lässt sich in der App auswählen. Statt „Weiß“ wie bei den meisten gedruckten Büchern, gab es bisher auch noch „Schwarz“ und „Sepia“. Schwarz ist zwar im Dunkeln augenschonend und vor allem stromsparend, weil das Display kaum etwas anzeigen muss, aber der umgedrehte Kontrast mit den weißen Buchstaben ist nach einer Weile doch anstrengender zu lesen, als dunklere Schrift auf einem helleren Untergrund. Deshalb wählte ich in den letzten Jahren zum E-Books lesen stets „Sepia“. Nicht so blendend wie die weiße Hintergrundfarbe, erinnerte es mich auch stets ein wenig an alte vergilbte Folianten zu Zeiten des analogen Bücherlesens. Nur der typische Geruch des Papieres fehlt einem dabei leider. Seit dem letzten Update ist als Hintergrundfarbe auch noch „Grün“ hinzugekommen – diese Farbe ziehe ich seitdem sogar „Sepia“ vor. Das Grüne erscheint mir nämlich nochmals augenfreundlicher zu sein.

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Nun, werte Leser, erinnert Euch dieses Grün nicht an irgendetwas? Genau. Falls Ihr nicht zu jenen Banausen gehören solltet, die meine „Daily News from Absurdistan“ immer nur im WordPress-Reader anschauen (mir ist sogar zu Ohren gekommen, dass es Leute geben soll, die meine Blogeinräge völlig bilderlos lediglich innerhalb von Benachrichtigungs-Emails lesen!), sondern Euch mein Werk hier immer direkt auf der hypermentalen WP-Webseite anschaut, dann kennt ihr das mit dem grünen, augenfreundlich-angenehmen Hintergrund. Ein hypermentales Blassgrün. Schon auf der anderen Blogging-Plattform „myTagebuch“ (auf der ich seit 2002 schrieb), nutzte ich diese Hintergrundfarbe seit dem Februar 2010 (vielleicht von Autofarben inspiriert – in meiner Kindheit fuhr mein Vater zeitweilig einen Wagen in „Resedagrün“, mein erstes eigenes Auto war später „Meergrün“). Hab das Schreiben auf einem hellgrünen Hintergrund also bereits neun Jahre vor Kindle als besonders augenschmeichelnd erkannt! Was man nicht so alles tut für seine Leser… 😁

Grüße an diese und bis demnächst – ich muss mir neue Taschentücher aus dem Schrank holen, weil ich hier gerade kurz den Kopf aus dem Fenster gehalten hab.

19 Gedanken zu “Triefaugen-schonendes Blassgrün

  1. Ich niese auch schon seit 2 Wochen – das hat sich erst mit den Jahren entwickelt. Als ich noch jung und knusprig war, hatte ich nichts solches.

    Beide Hintergründe sind angenehm, ich würde wohl auch das sanfte Grün bevorzugen.

    Wenn das Kind da ist und der Mann und ich in einem Bett schlafen und ich nicht schlafen kann, lese ich sinnloses Zeug auf Reddit, weil die auch diesen Nachtmodus mit weisser Schrift auf Schwarz haben – finde ich ziemlich gut und stört lichtmässig am Wenigsten. Wir haben schon allerlei durchprobiert und ohne Lesen zu können im Bett bin ich einfach grumpy und er soll ja auch schlafen können – darum mehrheitlich getrenntes Schlafen – und unser beider Schnarchen natürlich.

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  2. Ich schneide jetzt gleich meine Fingernägel und schaue 2 Folgen „Bares für Rares“ auf zdf neo und, sollte ich heute Nachmittag noch einigermaßen wach sein, die aktuelle Folge von „Bares für Rares“.

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  3. Allergien sind die Pest. Braucht kein Mensch 🤮. Ab heute Nachmittag soll es mit dem schönen Wetter vorbei sein. Hoffe, das bringt dir etwas Erleichterung.

    Ich lese auf meinen iPad meist auch auf Sepia oder auch mal auf schwarzem Untergrund. Grün fände ich auch gut. Muss mal sehen, ob Apple das inzwischen auch im Angebot hat 😉

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  4. ich sehe nicht schwarz, ich benutze ausnahmsweise das wort mal als affektiv ( verschreiber lass ich unkorrigiert ), also adjektiv, ja ich kann stolz sein, seit bereits einem ganzen monat kein TV, auch nicht, mich austricksend via handy. weil der apparative typus am handy weniger zu glotzen neige. ich vermisse nichts, ganz im gegenteil, der tagesrhythmus ist in etwa geblieben, noch, bis es mich früher aus der horizontalen ins senkrechte treibt.
    ach ja, grau teurer freund ist alle theorie und GRÜN des Lebens güldene baum ? träum? sei’s drum, grün sehe ich eher nur im freien. sofern es grünt so grün – ich glaub jetzt hab ich’s.
    grün wähle ich seit der ersten periode, trotz mancher unstimmigkeiten bleibt es die einzige alternative. grün ist ein vorhang im schlafraum, rot einer vor der dusche. den tag mit einem viel zu langen kommentar zu beginnen, ist allemal besser als einer dummen gewohnheit zu folgen.
    habt einen guten tag ohne allergien – physisch, mental und wer’s braucht, fatal banal oder orgiastisch sozial.

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    • Aktive TV-Abstinenz seit etlichen Jahren. Nach meinem letzten Umzug 2012 habe ich die Glotze gar nicht mehr aufgestellt. Ich schaue nur noch so, wie man passiv raucht – wenn man irgendwo anders hinkommt und dort die Glotze läuft, ist man eben exponiert. Für diese Art des Minimalkonsums zahle ich über 200 Euro GEZ im Jahr. Propaganda-Zwangsabgabe.

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      • prima Abstinenz GEZ eine and kriminelle grenzende sauerei, mein widerstand gegen erhebliche nachzahlungen nahm eine überraschend positive wende als ich in eine sozialberatung ging, der sachbearbeiter telefonierte mit der GEZ nur wenige minuten und die nachzahlung war vom tisch.
        meine lange geschichte des scheiterns endet damit, dass meine Rente aufgestockt wird und der einzige Vorteil liegt darin, dass ich von den hohen GEZ gebühren befreit bin. habe selbst im kampf erlebt, obwohl man kein TV mehr hat, wird pauschal davon ausgegangen, ein online-gerät zu nutzen. dies bedeutet für sehr arme leute, bei nichtzahlung kann es gnadenlos zur zwangsvollstreckung kommen. bei mir versuchten sie es vergeblich.

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  5. Ich habe mit (insgesamt drei) Hyposensibilisierungen echt gute Erfahrungen gemacht und reagiere seitdem viel weniger auf Pollen und Hausstaub. Seit einer Weile ist das auch ohne Spritzen möglich, es gibt eine Variante, bei der das Allergen unter der Zunge platziert wird – entweder als Tablette oder als Tropfen, das habe ich vergessen. Gute Besserung in jedem Fall!

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