Gleich gehts noch mit paar Stumpen in die Pampa

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Nachdem es bis vor etwa einer Woche nachts arschkalt war wie in Wladiwostok, ist es nun fast schon wieder frühlingshaft und dafür recht stürmisch. Eigentlich müsste ich jeden Tag draußen Laufen gehen, wo es jetzt nicht mehr gefroren ist. Glatteis in Kombination mit der biblischen Finsternis, die hier am Arsch der Welt gerade bei Neumond herrscht, ist nämlich nicht wirklich eine gesundheitsförderliche Kombination… Dafür drohen nun wieder andere Beglückungen auf allen Wegen:

0194 Kacke

Wie auch immer – ich labere hier übers Wetter wie so ein alter Furz, der keine anderen Freuden mehr im Leben hat, als den Blick über die im Fensterloch zum Auslüften hängenden Bettkissen hinweg in die Außenwelt. Da ist halt Wetter – hat man Thema. Großes Kino! 🍿

Immerhin ist es schon eine Weile frostfrei, so dass ich – vor nun mehr auch schon drei oder vier Tagen – meine seit Verwendung der solcherlei Verrichtungen protokollierenden Lauf-App „Runtastic bisher längste Tour machen konnte: 16,21 km in 2 Stunden 51. Eine Pace (erst seit heute weiß ich übrigens, dass es im Deutschen „die Pace“ und nicht „der Pace“ heißt) von durchschnittlich 10:34 min/km. Mit Pace wird im Laufsport ermittelt, in welcher Zeit ein Läufer oder Jogger eine bestimmte Distanz zurücklegt. Der ermittelte Wert ist der Kehrwert der Geschwindigkeit. Als Einheit wird Minuten pro Kilometer verwendet.

Ein gemütlicher Spaziergänger kommt mit etwa 4 km/h voran – hat folglich eine Pace von 15. Ich dachte daher immer, dass Gehen mit einer Pace von 10 bereits ein recht forciertes Voranschreiten wäre. Bis Internet-Kumpel Inorbit ins Spiel kam: Dank unserer Apps können wir uns hinsichtlich unserer Läufe vergleichen. Der gute „Orbo the Lightning“ haut mit einer Pace zwischen 6 und 7 durchs Gelände – gehend! Also nicht rennend… Wie macht er das bloß? Philomena und ich kämen schon deutlich vorher vom Gehen ins Rennen. Ich stell mir das bei ihm immer so vor wie ein Duracell-Häschen, das man an den Drehstrom angeschlossen hat – so richtig zeitraffermäßig… 😉 Er sollte sich mal auf solch einem Highspeed-Spaziergang von seiner Drohne im automatischen Verfolgungsmodus filmen lassen, denn gerade Philomena ist diesbezüglich echt neugierig… Respekt jedenfalls vor diesem martialischen Marschtempo! 👍

Früher galt ich mit meiner Gehgeschwindigkeit bereits als eher flott – Viktor, der exaltiert dandyhafte Studienfreund aus vergangenen Tagen, tadelte immer: „hypermental, du musst das »Flanieren« lernen! Du ziehst immer wie so ein Bauer über die Boulevards – wo bleibt da der Genuss!“ Meine Ex-Verlobte Giulia kam oftmals auch ein wenig mühsam hinterher, wenn ich auf „volle Fahrt voraus“ schaltete, um einen Keil ins Großstadtgewimmel zu treiben…

Ich gehe übrigens fast immer, jogge allenfalls mal ganz kurze Streckenabschnitte hindurch. Bin mehr der Wanderer, als der Sprinter. Schon immer gewesen. Liegt womöglich auch an der Fußform: Keine schmalen, gerade in der Spur schnürenden Lauffüße, sondern breite, diagonal nach außen weisende Entenpaddel. Fast schon  wie bei echten Affenmauken mit ihrem opponierbarem „Daumenzeh“. Kann damit Gegenstände vom Boden aufheben oder Philomena jemanden böse kneifen… 😉

Gleich gehe ich bestimmt noch mal raus. Zeit für den „Nightwalker“. Werde mir ein paar stinkige Stumpen einstecken, trockene Shortfiller-Zigarren, Billigware, die nicht im Humidor lagern muss. In jenem herrscht leider momentan gähnende Leere. 0193 Zigarre Erst kürzlich habe ich noch eine meiner letzten mir verbliebenen echten Pretiosen gekillt, die dort lagerten: Eine kräftige „Plasencia Alma Fuerte Sixto II Hexagono (6×60)“ – Stückpreis 21,- Euro. Was für ein Genuss! Der perfekt verarbeitete Knüppel aus Nicaragua (dessen hoher Preis angesichts der gelieferten Qualität absolut gerechtfertigt war) lieferte wunderbar feste Asche, die (wie auf dem Foto zu sehen ist) lange am Ende stehen blieb – so mag ich das. Außerdem hatte diese Zigarre am Fußende als äußerst ungewöhnliches Alleinstellungsmerkmal einen eher schon sechseckigen als runden Querschnitt, daher auch der Name „Hexagono“.

13 Gedanken zu “Gleich gehts noch mit paar Stumpen in die Pampa

    • 5,1 – das wären fast 12 km/h. So schnell bin ich, wenn ich gemächlich Fahrrad fahre…
      Ich glaube da spielen schon Messfehler eine Rolle – sah eben, dass Du teils mit über 30 km/h Höchstgeschwindigkeit unterwegs warst. Bei mir braucht die App vor der Haustüre unter freiem Himmel immer rund 10 Sekunden, bis sie genau weiß, wo sie ist – ansonsten springt sie schon mal ein paar hundert Meter zur aktuellen Position, was fehlerhaft ein irres Tempo generiert. Auf eher kurzen Gesamsstrecken geht diese anfängliche Fehlmessung signifikant ins Durchschnittstempo ein. Vielleicht bist Du doch ein oder zwei km/h langsamer unterwegs, als gedacht? 😉
      Ich warte daher meistens, bis sich vor dem Starten der Positionskreis verkleinert hat und nicht mehr sichtlich springt… Greetz!

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  1. Ich habe meine Pace zwar noch nie gemessen (hätte nie gedacht, dass du bis gestern noch „der Pace“ gesagt hättest), zumindest kann ich sagen, dass ich im allgemeinen alle anderen Spaziergänger im Bürgerpark überhole und dass es mich nervt, wenn auf der Straße jemand vor mir herschleicht, an dem ich nicht vorbei komme (Gruppenschleichungen in Fußgängerzonen).
    Was ich aber noch weniger gedacht hätte als deinen maskulinen Pace, das ist die Gang-Pace von Inorbit. Ich kann mir NIEMANDEN beim Gehen mit einer Pace von 6 bis 7 vorstellen – außer vielleicht Bernd Kannenberg (Olympiasieger von 1972 im 50 km Gehen). Aber ausgerechnet Inorbit, da hätte ich eher auf 20 getippt. Das revidiert nun mein Weltbild…

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    • Vermutlich machte ich den Artikelfehler bei „Pace“ deshalb, weil ich vor November 2018 dieses Wort noch nie benutzte, bzw. es, da es zuvor keine persönliche Bedeutung für mich hatte, ohne tiefere Reflektion darüber überlesen haben dürfte, falls es mir überhaupt mal irgendwo untergekommen sein sollte…
      „Gruppenschleichungen“ – welch schöner Begriff! 😂 Gerne Händchen haltend als zusätzliche Sperrkette, und dabei auch noch Eis essend, damit man sich ordentlich vollschmiert, falls man es dennoch wagen sollte, sich irgendwie daran vorbei zu quetschen, nicht wahr?

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  2. Als ich noch regelmäßig „walkte“, lag meine Pace bei 9. Wobei bei meiner Gehgeschwindigkeit noch Luft nach oben war. Heutzutage komme ich nur noch am Wochenende zu längeren Spaziergängen oder Wanderungen. Laut meiner App habe ich im Januar insgesamt 96,4 km in 39 Stunden zurückgelegt. Wenn man bedenkt, dass ich an fünf Tagen mindestens 8 Stunden im Büro sitze, finde ich das ein ganz akzeptables Ergebnis 🙂

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