BLACK FRIDAY – die schwarze Sonne des Kapitalismus wirft ihr Licht auf den Wicht

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Trotz scharf-kalibriertem Spamfilter schafften es heute gleich 26 E-Mails mit Sonderangeboten in meinen Aufmerksamkeitsradius zu gelangen… Es ist mal wieder „Black Friday“. Black FrYday – Tag des schwarz gebratenen Kapitalismus! Höchster Feiertag der geistlosen Konsumdeppen – eine rabenschwarze Messe für Sankt Mammon!

Heute stürzen sie sich gleich nach Feierabend aus ihren Rigips-vertäfelten Büroverschlägen kommend mit nackter Gier im Blick auf die Wühltische. Sabbernd wird mit ausgeschaltetem Verstand gerafft, bis unter dem Gewicht der Tüten und Kartons die Schuhabsätze abknicken. Mehr! Mehr! Her! Oh yeah!

Ich kaufe – also bin ich. To buy or not to be. Man tut’s auch für die Kollegen, denn die werden am Montagmorgen in den Büroetagen und Personalumkleideräumen erbarmungslos fragen, was man alles am Black Friday zusammengeshoppt hat! Wehe, es sind keine Hammerschnäppchen gewesen! Wehe, man hat nur drei Produkte ergattert!

In Zeiten der progredienten Massenverblödung ist Konsum womöglich noch die letzte verbliebene Daseins(selbst)versicherung für die ansonsten emotional abgestumpfte Existenz. Wenn sich der Geist verflüchtigt hat, oder „verflüssigt“ durch stundenlange Netflix-Dauerberieselung, passive Alexa-Bespaßung und ähnlich bildungsferne oder bewegungsscheue Feierabendvergnügen, dann bleibt als kleinster gesellschaftlich gemeinsamer Nenner nur noch der kollektive Kaufwahn… Black Friday! Celebrate it! Be it! Buy!

Dabei merken die Kunden in ihrer Gier gar nicht, dass man ihnen zu dieser Gelegenheit gerne ansonsten einstaubende Ladenhüter aufgehübscht vor die Flossen schiebt. Hauptsache Kaufen in der kollektiven BF-Massenhysterie! Was genau gekauft wird ist eigentlich zweitrangig. Hauptsache Konsum. Man hat ja sonst nichts. Sitzt verblödet in seinem Großraumbüro und lässt sich ausbeuten. Eure Chefs legen abends die Beine hoch und lachen lauthals und ausgiebig über Euch kleine Funzeln, die sich von 7 bis 20 Uhr krumm legen, damit sich der Boss einen neuen Seitenflügel an seine Villa anbauen kann… Euch lässt man gerade genug im/ins Portemonnaie, dass Ihr Euch an solchen Konsumfesttagen wie Black Friday, Weihnachten, Valentins- oder Muttertag ein paar unter menschenverachtenden Bedingungen in Drittwelt-Kindersklavenfabriken zusammengeschusterte Billigklamotten „schnappen“ könnt. Für Euer verkrüppeltes Ego und als Glitter-Fontänchen in Eurer ansonsten völlig freud- und sinnlosen Existenz… Dumm, fett und hässlich flatscht der Breitarsch ganztags vor dem Büromonitor – stupide, unter humanitären Gesichtspunkten auch oftmals „hässliche“ Arbeit will verrichtet werden. Die Affen drücken ein paar Knöpfchen, damit die globale Geldumverteilung von unten nach oben schön brummt. Dann lässt man Euch mit ein wenig Spielgeld ins Outlet: Aus „dumm, fett und hässlich“ wird „dumm, fett als Presswurst im Pseudo-Designerfummel steckend und hässlich, aber dieses ganz passabel überschminkt.“ Mit krebserregenden Kosmetikprodukten, die an Labortieren keinen Schaden verursachten. Dummerweise leben Menschen länger als Mäuse – aber Eure Frühverkrebsung entlastet unser Pflegesystem. Gut so.

Wenn man sonst nichts mehr auf die Kette bekommt, bleibt das Kaufen. Kaufen dürfen auch noch die ganz, ganz Dummen. Genauso, wie wählen. Ich wäre ja dafür, dass man solchem Menschenmüll das Wahlrecht entzöge… Studenten (heute lassen sie Leute an die Unis, die vor dreißig Jahren noch in der Sonderschule verrottet wären) wissen in einer Befragung nicht, was die DDR war. Eine junge Instagram-Beauty freut sich im Straßeninterview über das allgemeine Insektensterben, weil sie eh keine Fliegen im Zimmer mag… Herr, wirf Hirn vom Himmel!

Das kommt halt davon, wenn man sich am Smartphone app-verblödet seine Instinkte abtrainiert, sich wie ein sabbernder Tattergreis von seinem Smart-Home betüddeln lässt, und statt Dostojewski oder Stendhal zu lesen von irgendwelchem Endlos-Serien-Schmodder berieseln lässt… Leichte Kost für den schmalen Verstand.

Wenn ich in den Supermarkt gehe, blicke ich in lauter hohle Gesichter – leere Augen unter einer von brütender Dummheit dauergerunzelten Stirn. Eine mit Tiefkühlburgern, Toastbrot und billigem Gammelfleisch gemästete Muttersau, der die abgrundtiefe Dummheit tief in die Fettvisage gestanzt ist, steht sinnlos zwischen den Regalen im Weg herum. Unfähig sich zu entscheiden, was sie und ihre minderwertige Brut fressen sollen, zuckt sie umher: Mühevolle Denkprozesse bilden sich in Echtzeit ab. Während das eigene Hirn dieses Bild auf der Metaebene reflektiert und mit hunderten Erinnerungen und Bewertungen abgleicht, passiert beim muffeligen Gen-Defekt lediglich: „rotes Schild = Sonderangebot = billiges Happa-Happa… In den Wagen legen“… Und dann pflanzt sich dieses subalterne Hirngemüse auch noch fort! Fotzt einen Gen-Unfall nach dem anderen aus: fotz-fump „Kevin“ – fump-flutsch „Gina-Lou“ – flutsch-fotz weiterer sinnloser Biomüll, dessen freudlos-stumpfsinnige Hartz-IV-Existenz aus meinen Steuerabgaben bezahlt werden muss…

Solchen menschlichen Schmierschiss-Existenzen kann man aber eigentlich keinen Vorwurf machen – sie sind bereits dermaßen degeneriert, dass sie sich keiner Schuld bewusst sind. Schlimmer ist die vermeintliche Mittelschicht (eigentlich gemessen an der Spanne möglicher Einkommen längst ein neues Prekariat) in den Büroetagen: Kanonenfutter für die Großkonzerne. SIE konsumieren den Planeten zu Tode. Suhlen sich in Billigangeboten und definieren sich nur noch durch Oberflächlichkeiten, durch Event und Verbrauch. Immer mehr. Her! Buy it! Schnapp Dir das Schäppchen! Hechel, hechel – fein!

Grunz. Schnapp. Friday, Mayday… Insekten sollen ruhig aussterben – braucht kein Mensch! Meine Erdbeeren kommen eh aus dem Gewächshaus. My Strom aus der Steckdose. Mir doch alles Latte (macchiato)! Hauptsache die Frisur sitzt. Wenn nicht, Krönchen richten und schnell ein paar Tütchen vollshoppen! Das Klima erwärmt sich, die Gesellschaft kühlt aus. Dummheit siegt. Kollektives Sägen am Sitzast. Egal – weiter so! Motivationstrainer und Drill-Instructors peitschen Euch voran – und wer kurz taumelt, darf zum Psychologen… Schnell wieder zurück an den Schreibtisch! Weiter den Planeten auslutschen und dem Chef fiskalisch einen blasen. Alles muss raus! Räumung. Die Elite braucht Deine Schaffenskraft! Scheiß auf den Planeten, der ist eh schon unrettbar über den Jordan…

Und wenn sich dann das schlechte Gewissen rührt, kann man immer noch die Grünen wählen, um sich zwischen Diesel-SUV und Maledivenflug die Selbst-Absolution zu erteilen: Grünes Ruhekissen für das Gewissen. Die Grünen sind die ganz Lieben, die Guten. Die passen schon auf die Scheiß-Bienen auf und die ganze klebrige Erdbeermarmelade… Muss man sich nicht mehr selber darum kümmern. Die Grünen retten auch seltene Tierarten aus Afrika vor der Klimakatastrophe, etwa den „Gemeinen Fickneger“ (nigrus ficki-ficki), den „Arabischen Klingenstichling“ (arabus ferox), oder den „Rechtgläubigen Sozialsystemzünsler“ (vampyrus islamicus)… Echt gute Gutmenschen, diese Grün*Innen.

Jedenfalls ist heute Black Friday. Ein schwarzer Tag für den Planeten… Es scheint die schwarze Sonne des Kapitalismus und bringt ein kleines bisschen Wärme in die Herzen der sinnlosen Arbeitsameisen. Freut Euch Eurer Existenz, Ihr Dummen, Vollgefressenen und Sozialverkrüppelten! Heute dürft Ihr ein bisschen Mensch sein und ein paar plastik-billige Kuchenkrümel vom Leichnam „Erde“ abknuspern… Auf! Die Schuhe geschnürt und ab zu Primark, Zalando, Amazon und Saturn! Es steht noch keine Alexa im Scheißhaus und unter der Treppe hängt auch noch kein Flatscreen! Der Fettsteiß will auch wieder in die aktuelle Kollektion gezwängt werden und die klatschenden Kollegen brauchen neues Augenfutter! Die globale Temperatur muss schneller steigen! Hopp, Fieber! Mehr vergiftete Drittwelt-Kinderfinger in den schwindenden Ressourcen! Einstöpseln! Upgraden! Hochfahren! Morgen seid ihr tot und das letzte Hemd hat keine Taschen! Also schnell hier und heute, jetzt und gleich raffen, raffen, raffen! Gier ist Glück! Konsum Selbstzweck! Auf! Notfalls Grüne ankreuzen, wenn mal das Gewissen zwickt – die holen dann auch die ganzen Billig-Neger ins Land, die Eure Milliarden von Paketen herankarren! Ganze Wälder sterben in den Paket-KZs von Amazon und Co.. Werden sauber wegzalandiert! Die Papiermülltonnen werden irgendwann großer dimensioniert sein, als Eure Karnickelstall-Drecksbuden!

Auf! Lauf! Kauf!

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P.S.: Mea culpa – ich bekenne mich schuldig. Wir haben hier erst kürzlich auch konsumiert und uns für unser Haus „Zweieichen“ einen neuen Wasserkocher gekauft… In einem alten Kaufhaus. Das letzte „inhabergeführte“ in unserer Gegend. Hört 2019 auf. Dann gibt’s sowas nur noch bei Amazon und Ebay. Kommt im Pappkarton. Glück auf!

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10 Gedanken zu “BLACK FRIDAY – die schwarze Sonne des Kapitalismus wirft ihr Licht auf den Wicht

  1. Der Wasserkocher ist wunderschön.

    Mich lassen solche Anlässe und auch Werbung im Allgemeinen fast völlig kalt – mich kann man nicht gut verführen. Meine beiden Lieben sind Schuhe und Bücher – da kann ich mich auch mal vergessen, muss jedoch bei den Schuhen auch wirklich Qualität sein, Ramsch zum 3x Anziehen braucht weder aus Leder noch teuer zu sein.

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    • Meine Eltern haben in ihrem Haus immer noch die alte Siematic-Küche von 1968 (ein paar Komponenten wurden nach einem Umzug noch in den 70er Jahren hinzugefügt), die ist nicht nur absolut unverwüstlich, sondern hat exakt die gleiche hellblaue Farbe, wie der neue Wasserkocher, den ich für unser Haus hier gekauft habe – insofern schwang da bei der Kaufentscheidung sicherlich auch ein bisschen Kindheitsnostalgie mit… 😉

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      • Traumhaft – ich stehe auf alte Wertarbeit und das mit der Nostalgie verstehe ich nur zu gut. Schwesterchen und ich kaufen dauernd Bücher zusammen, die unsere Eltern und Grosseltern hatten (Bildbände) und die wir als Kinder unzählige Male angeschaut haben. Leider wurden alle entsorgt, ohne uns zu fragen, ob wir die haben möchten. Zum Glück gibts Flohmärkte. Aktuell habe ich hier einen Stapel, der über einen Meter hoch ist, zum Anschauen.

        Dieselbe hat von mir vor einiger Zeit eine KitchenAid bekommen – allerdings eine knallrote. Die Farbe hat sie bestimmt. Da ich nicht koche, brauche ich nichts solches. Wenn der Pressechef allerdings eine wollen würde, bekäme er auch eine.

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  2. bei mir schlugen keine werbemails ein. habe da wohl einen besseren spamfilter – und wusste bis dato gar nicht, dass es einen solchen monsterkauf-tag für die blöden und degenerierten gibt. du hast recht: kaufen und wählen kann jeder schwanz. obwohl, man sich da schon ein wenig auskennen muss. ich wundere mich immer, wie diese deppen der welt es schaffen, ein smartphone zu bedienen… ich tue mich damit jedesmal von neuem schwer. die evoltution überholte mich. ich gehöre noch zu einem menschentyp, der grundsätzlich anders denkt. aber egal. schön, dass du die ausartungen des kapitalismus ähnlich scheußlich findest wie ich. wobei das scheußlichste uns noch bevorsteht – weihnachten! urg.
    ach, und ich wollte noch etwas hinzufügen. es gibt außer kaufen und wählen noch was, das jeder depp offenbar hinkriegt – ficken!

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    • Täusche Dich mal nicht hinsichtlich des Fickens – ich habe in meinem Bekanntenkreis gleich zwei männliche Jungfrauen von Ende Vierzig (bei einem der beiden weiß ich’s, beim anderen prinzipiell auch, wobei ich mir allerdings nicht 100% sicher bin, ob er nicht irgendwann einmal im Puff war…). Allgemein haben aber eher sehr verkopfte Leute damit Probleme. Den Dummen fällt tatsächlich vieles in den Schoß – selig sind die geistig Armen! 😉
      Jo, Weihnachten wird noch grob – manche Einkaufszentren kann man bald wieder nicht mehr betreten…

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      • klar gibt`s mehr männliche jungfrauen, als man denkt, was aber nicht daran liegt, dass sie doof sind. im gegenteil. viele frauen fahren voll auf die doofen dieser welt ab – entweder, weil sie ebenso doof sind, oder weil eine beziehung zu einem doofen einfach unanstrengender ist. hinzu kommt, dass viele männer ihre körperpflege und ihr outfit vernachlässigen. ja, sogar noch im dritten jahrtausend. klar, es gibt auch frauen, die auf stinkende, furzende und schlampig angezogene typen stehen, aber nur dann, wenn sie mit einem anderen pfund wuchern können, z.B. kohle ohne ende haben, prominent oder künstler sind.

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      • Ich weiß nicht, inwieweit „dumm“ und „arm“ korrelieren. Aber zumindest das Ficken hat man selbst den Allerärmsten noch nie vorenthalten bzw. verboten. Ganz im Gegenteil. Das ist ja oft das einzige „Vergnügen“ für alldiejenigen, die ansonsten überhaupt nichts haben. Die können es auch untereinander machen; dazu braucht es nicht mal einen Puff.
        Das Problem der steigenden Weltbevölkerung würde man ansonsten doch leicht in Griff kriegen, wenn jeder Fick Geld kosten würde.

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  3. Mensch, ein Schaub Lorenz. Hat sogar Word nix gegen einzuwenden.
    Ich hab mir einen runtergesetzten Melitta-Porzellan-Filter in der Ausverkaufsphase unseres Haushaltswarengeschäftes im Nachbarstadtteil besorgt. War noch teuer genug. Hinterher meinte meine Mutter, sie hätte bestimmt auch noch wo so einen … Ò_ó
    Aber wieder wunderbar wortgewaltiger Griesgram-Beitrag vom dafür legendären Kollegen Hypermental. 😉

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