Q&A-Eintrag 📣❓ Eure Fragen, meine Antworten

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Nach einer eigentlich viel zu langen Zeit komme ich heute endlich dazu, sehr umfassend und detailliert auf Eure zahlreichen Fragen zu meinem Q&A-Eintrag vom letzten Monatsende zu antworten. Da ich allerlei andere Angelegenheiten zu erledigen hatte, habe ich das fast drei Wochen lang vor mir hergeschoben, obwohl Ihr wirklich einige recht interessante, diffizil zu beantwortende und teils auch fĂŒr mich ĂŒberraschende Fragen formuliert habt – das muss man Euch wirklich lassen! 👍 Hut ab


Nun also der zweite Teil des Spielchens „questions & answers“ – heute wird alles beantwortet; zumindest soweit, wie das mir möglich ist, ohne mich allzu weit aus der Deckung meiner geschĂ€tzten AnonymitĂ€t zu wagen. Deshalb weiche ich an mancher Stelle vielleicht ein bisschen ins Vage aus. 😌 Außerdem hat die Beantwortung der Fragen wahrhaftig mehrere Stunden gedauert – ich schwafele in meinen BlogeintrĂ€gen doch so gerne
 😉 Meine eher gradlinig denkende, von unnötigen Hirnwichsereien eher weniger angetane Mitbewohnerin Philomena hat mich heute deshalb schon ein paar Mal mit Zornesblitzen in den Augen angesehen, als ob ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hĂ€tte – es gibt doch allerlei durchaus wichtigere BetĂ€tigungen, als das Verfassen einer rund zehn DIN A4-Seiten langen Selbstbespiegelungs-Schwafelei fĂŒr ein weitgehend anonymes internet-Publikum! Zum Beispiel arbeiten, einkaufen, oder in den Garten gehen
 Sitzt der stubenhockende Depp den halben Tag lang auf seinem Arsch vor dem Bildschirm und hackt geistigen DĂŒnnschiss in die Tasten
 Wozu eigentlich? Bei genauerer Betrachtung


Egal – hier kommen Eure Fragen und meine Antworten darauf:

0ïžâƒŁ1ïžâƒŁ Frage von „bonanzamargot“: Rasierst du dich unter den Achseln?

➡ Meine Antwort: Ah, gleich zum Auftakt eine Frage aus dem Themengebiet „Körperrasur – Fluch oder Segen“! Nun, ich mache diesbezĂŒglich momentan rein gar nichts. Ich bin ja als semi-eremitischer Exilant inzwischen weitgehend „raus“ aus allem
 FrĂŒher war das natĂŒrlich anders, da legte ich gesteigerten Wert auf meinen Ă€ußeren Eindruck. 🧐 Heute ist mir meine Ă€ußere Erscheinung zunehmend egal – allerdings bin und bleibe ich ein sehr reinlicher Mensch, der sehr viel Wert auf die persönliche Hygiene legt. Nur mit der Rasur habe ich es nicht mehr so – auch im Gesicht stutze ich den Vollbart nur noch alle paar Wochen mit einem elektrischen Haarscherer. So spart man morgens eine Menge Zeit und auch Ärger – denn ich habe leider eine Neigung zu nach der Rasur unter die Haut einwachsenden Haarstoppeln. Bis zum Sommer 2011 war ich zwar stets akkurat und glatt wie ein Babypopo rasiert (ich bevorzugte damals die klassische Nassrasur), aber ich hatte immer auch einige unschön entzĂŒndete Rasierpickel in der Visage, die ich vor Terminen in der Öffentlichkeit sorgsam mit Camouflage abdecken musste. Auf einem abenteuerlichen Road Trip ließ ich mir ab jenem Sommer zunehmend einen Bart stehen. Wider Erwarten kam dieser erheblich entschnöselte Look damals bei einigen Damen ganz gut an, so dass ich ihn seitdem beibehielt (er kaschiert vorzĂŒglich meine beginnende Neigung zum Doppelkinn – ein Trick, den auch Leonardo DiCaprio deshalb so praktiziert). Zu den Achseln und weiter sĂŒdwĂ€rts: Ich richtete mich da meistens ganz nach den WĂŒnschen meiner jeweiligen Partnerinnen oder Liebschaften – mal so, mal so. Da ich inzwischen jahrelang aus dem ganzen Romantik-Scheiß raus bin, lasse ich einfach alles so wachsen, wie es will
 😉

0ïžâƒŁ2ïžâƒŁÂ Frage von „Glaeserne Cassandra“: Warum vermisst du dein altes (Snob) Leben nicht?

➡ Meine Antwort: Das Leben ist ein Entwicklungsroman. FrĂŒher ließ ich mich teilweise in einem zu hohem Maß von materiellen Dingen blenden – was auch phasenweise an meinem persönlichen Umfeld lag. Nachdem ich jahrelang (als Kind und SchĂŒler) eher schĂŒchtern war und von anderen, ob meiner geistigen Überlegenheit bei diesen unbeliebt, gemobbt wurde, entstand spĂ€ter ein gewisser sozialer „Nachholbedarf“, der dazu fĂŒhrte, dass ich bewusst an mir arbeitete, um deutlich extrovertierter zu werden, und dann nach erfolgreichem Abschluss dieses Unterfangens auch entsprechend exzessiver lebte. Allerdings partiell gegen mein eigentliches Naturell. Anfangs war ich aber ganz froh, Teil einer „in-crowd“ zu sein – zumal es sich ja nicht um neureiche Hohlköpfe, oder Berufs-Kind-Vons handelte, sondern um die eher intellektuelle Version von Schnöseln, eher so etwas wie hirnwichsend-genusswandelnde und dabei („Zigarrenabend mit Weinprobe“) bisweilen ziemlich aus der Zeit gefallen wirkende „Studenten auf den Spuren Oscar Wildes“ – zwar hedonistische Snobs, aber solche mit gebildetem und verfeinertem Geist. Schon damals – einige wenige Leser erinnern sich vielleicht noch an meine myTagebuch-BlogeintrĂ€ge aus den ersten Jahren des neuen Millenniums – betrachtete ich das bunte Treiben aber bereits partiell von einer distanzierteren Metaebene aus und entwickelte eine leichte Abneigung gegenĂŒber allzu unreflektierter OberflĂ€chlichkeit, auch wenn ich mich zunĂ€chst noch den Gepflogenheiten in meinem damaligen Umfeld anpasste: „Die Tiefe muss man verstecken. Wo? An der OberflĂ€che.“ (Hugo von Hofmannsthal)

Die Studenten wurden Ă€lter und Karrieristen. Oder FamiliengrĂŒnder. Beides nicht gerade my cup of tea. Im Schlepptau meiner damaligen Verlobten Giulia geriet ich abermals in „höhere“ Kreise und sah auch hier zunehmend die Schattenseiten, quasi mit Scheiße gefĂŒllte Schokoladenhasen. Unter der verfeinerten Fassade des Dandys – der inzwischen zum klischeehaften „Kultur-Schnösel“ gereift war (manchmal komme ich mir in der Retrospektive jener Jahre fast wie eine Art junger Roger Willemsen vor) – begann eines Tages zunĂ€chst schleichend meine Mutation zum Fast-schon-Sozialisten. Der blanke Materialismus, der immer haifischiger stinkende Karrierismus – es kotzte mich irgendwann nur noch an. Mich umgab materieller Wohlstand Dritter – eigener folgte nur begrenzt, denn ich wollte nicht unbedingt nach oben! Ich bin eigentlich ein fauler Hund. Habe nicht diesen verbissenen Aufsteigerehrgeiz von Kindern aus der Arbeiterklasse und auch nicht das mit dem goldenen Löffel angefressene dynastisch-selbstgerechte Klassenbewusstsein samt weitreichender inter- und intra-familiĂ€rer Netzwerke, das vielen zu eigen ist, die quasi die Tradition ihrer „guten“ ElternhĂ€user fortschreiben wollen. Also weder „Biss“ noch den „goldenen Treppenlift“


Inzwischen ist mir geistiger Wohlstand erheblich wichtiger als jede Form von materiellem Wohlstand. Außerdem war ich niemals wirklich ein echter Snob – ich probierte mich vielmehr in der Rolle des Snobs aus (in der ich damals u.a. an Selbstsicherheit gewann), indem ich mich temporĂ€r in ein Umfeld von intellektuellen Halbsnobs einbettete. Philomena meinte, ich hĂ€tte nie eine „wahre Snob-Natur“ gehabt (so etwa, wie nur jemand wahrlich zum Messi werden kann, der eine „wahre Messi-Natur“ hat) – sondern wĂ€re damals nur in diese damals durchaus sinnvoll erscheinende Rolle geschlĂŒpft, wie in einen bequemen Handschuh. Ich könne problemlos in nahezu jede gesellschaftliche Rolle hineinschlĂŒpfen, meinte sie, und diese bei Bedarf so schnell wechseln wie ein KleidungsstĂŒck.

Kurze Antwort auf die Frage ist also: Nein – ich vermisse es ĂŒberhaupt nicht, weil ich auch damals schon kein in der Wolle gefĂ€rbter Snob war. Eher ein „Snobismus-Testpilot“. 😉

0ïžâƒŁ3ïžâƒŁÂ Frage von „Glooa“: Was ist eigentlich dein Beruf?

➡ Meine Antwort: Sag ich nicht! 😝 Bekanntlich ist mir meine AnonymitĂ€t heilig, da ich gerade hinsichtlich meines beruflichen Wirkens eine gewisse (wenn auch allmĂ€hlich im Abklingen begriffene) Semiprominenz besitze. Das heißt, wenn ich ins Detail gehen wĂŒrde – wĂ€re ich schnell geoutet.

Was ich aber sagen kann ist, dass man mir aufgrund eines sehr wechselvollen und breit aufgestellten Bildungs- und Berufsausbildungswerdegangs gar nicht so leicht nur „einen“ Beruf zuordnen kann. Ich studierte innerhalb der ersten neun Jahre nach meinem Auszug aus dem Elternhaus insgesamt drei Haupt- und drei NebenfĂ€cher, darunter waren gleichermaßen Rechts-, Natur- und Geisteswissenschaften. In einem Haupt- und zwei NebenfĂ€chern diplomierte ich abschließend und schloss parallel dazu noch eine therapeutische Fachausbildung ab, weil mich auch die menschliche Psyche schon immer interessierte. Irgendwann war ich ein verbildeter, ĂŒberqualifizierter Universal-Dilettant, der dazu auch noch komplettemang an jedem aktuellen Arbeitsmarktbedarf vorbei studiert hatte. Deshalb arbeitete ich seitdem (mal abgesehen von einem sehr kurzem Intermezzo 2004, als ich fĂŒr ein paar Monate sogar kurzfristig verbeamtet war) auch in einem vollstĂ€ndig von meinem studentischen Werdegang abweichenden BranchenbĂŒndel. ZunĂ€chst als Freelancer in einer Unternehmensgruppe und einem Verlagshaus (dort saß ich sogar eine Weile als Mitglied im Aufsichtsrat), dann selbstĂ€ndig – aber jeweils als Autodidakt. Ich arbeite prinzipiell nur noch das, was mir Spaß macht, und auch nur noch dann, wenn es mir gerade Spaß macht. 🙂

0ïžâƒŁ4ïžâƒŁÂ Frage von „Nell“: Ist Philomena auch hier angemeldet und wie ist ihr Nickname?

➡ Meine Antwort: Philomena liest prinzipiell etliche WordPress-Blogs – allerdings bereits schon seit Zeiten, die deutlich vor dem Umzug unserer Ex-myTagebuch-Autoren-Diaspora hierhin liegen. Zu diesem Zweck hat sie sich auch einen WP-Account eingerichtet, den sie aber nur zum Lesen und Kommentieren, nicht aber selber zum aktiven Bloggen benutzt. Die Überlappungen ihrer WP-BlogosphĂ€re mit unserer hiesigen Community sind marginal, außer ab und an mal bei mir schaut sie nur noch bei drei oder vier weiteren Ex-myTagebuch-Autoren vorbei. Ich weiß aber gerade nicht, ob es Philomena recht wĂ€re, wenn ich Euch ihren Nickname verraten wĂŒrde – vielleicht tut sie das bei Gelegenheit selber einmal
 😉

0ïžâƒŁ5ïžâƒŁÂ Fragen von „The One“: Ich möchte wissen, was dein Beruf war als du noch so richtig im Rat Race warst und ob du nun noch das Gleiche machst und ob du weißt, woher der Name Pennyloafer kommt. Außerdem nimmt mich Wunder, was deine Eltern von Beruf sind und ob du Geschwister hast.

➡ Meine Antworten: Oh, ein ganzes FragenbĂŒndel – aus dem ich allerdings entnehme, dass Du mich noch nicht lange, oder eher unregelmĂ€ĂŸig liest, denn zu meinen Eltern und meinem Bruder Ă€ußerte ich mich bereits in etlichen EintrĂ€gen… 😉

◟ Die Frage nach dem Beruf stellte bereits „Glooa“. So richtig im „Rat Race“ war ich eigentlich nur recht kurz, wenn man es denn jeweils so nennen will… Mein beruflicher Werdegang enthĂ€lt etliche BrĂŒche, die teils auch durch persönliche RĂŒckschlĂ€ge bedingt waren. Oftmals ĂŒberforderte mich auf Dauer auch das Verharren in klassischen Berufsstrukturen – vor allem als „Partikel“ innerhalb irgendwelcher starren Hierarchien fĂŒhlte ich mich sehr schnell unwohl und fehl am Platz. Auch „entwĂŒrdigt“. Lieber selber Chef sein (obwohl ich dazu eigentlich viel zu sensibel und empathisch bin), als sklavisch irgendwelcher Leute Scheiß bearbeiten zu mĂŒssen
 Außerdem bin ich maximal kreativ bei der Arbeit und daher minimal team- und konsensfĂ€hig. Ein „Team“ erscheint mir mitunter ob meiner (vermutlich tatsĂ€chlich vorhandenen und nicht nur gefĂŒhlten) geistigen Überlegenheit sehr schnell wie „eine Bande von Idioten“. Außerdem stelle ich die Sinnhaftigkeit von mindestens 90% aller Jobs infrage – bzw. fĂŒhle mich schnell von solcherlei Tun entfremdet. Das meiste ist doch nur irgendeine gleichermaßen langweilige, wie hirnlose Umverteilung von Unten nach Oben, bei der auch noch mittelfristig unser Planet vor die Hunde geht! Deshalb kann ich nur selbstĂ€ndig arbeiten oder gar nicht. 😉

◟ Klar weiß ich woher der Name „Penny Loafer“ fĂŒr eine bestimmte Art von Halbschuh stammt: 👞 „Loafer“ waren die leichtere amerikanische Alternative zu den ehemals vorherrschenden, oft recht klobigen und schweren Herrenschuhen europĂ€ischer Machart. In den U.S.A. hatte sich in der ersten HĂ€lfte des 20sten Jahrhunderts dieser Schuh, den man bequemerweise nicht zuzubinden braucht, schnell unter den College-Studenten verbreitet. Oft verlĂ€uft ein Lederriemen (oder eine Ă€hnliche stabilisierende, aber lose aufliegende Applikation) vorne ĂŒber den Schuh, unter diesen steckten sich die Studenten vor PrĂŒfungen oder Klausuren einen GlĂŒckspenny. So entstand der Name „Penny Loafer“ fĂŒr diese Art von Schuh


◟ Meine Eltern waren (ebenso wie der Großvater vĂ€terlicherseits) Ärzte. 💉 Auch mein jĂŒngerer Bruder (außer ihm habe ich keine weiteren Geschwister) und meine SchwĂ€gerin sind Mediziner. Ich bin also deutlich aus der Art geschlagen
 😉

0ïžâƒŁ6ïžâƒŁÂ Frage von „Milou“: Welche Parfums stehen in eurem ParfumkĂŒhlschrank?

➡ Meine Antwort: Aktuell gar keine – das liegt allerdings daran, dass wir unseren ExtrakĂŒhlschrank in der KĂŒche gerade wieder als Winterstarre-Quartier fĂŒr unsere 🐱 Griechische Landschildkröte herrichten; das gestaltet sich nĂ€mlich gemeinhin langwieriger, als man annehmen möchte, weil die Temperaturschwankungen möglichst minimiert werden mĂŒssen. Dazu haben wir zusĂ€tzlich zur Schildkrötenbox dort eine große Anzahl von Mineralwasserflaschen als „Speichermasse“ eingelagert, damit die Temperatur – so sie denn nach einer tagelangen Testreihe endlich richtig eingestellt ist – möglichst konstant gehalten wird. Vom SpĂ€therbst bis in den FrĂŒhling ist der „ParfumkĂŒhlschrank“ ein „SchildkrötenkĂŒhlschrank“ und die empfindlichen Parfums lagern dann an anderen kĂŒhlen Orten, die sich in dieser Jahreszeit besser in unserem Haus finden lassen, als im Sommer


Ansonsten freut mich Deine Frage, Milou – ich weiß ja, dass Du Dich auch ein bisschen fĂŒr die Welt der DĂŒfte interessierst. Eine wirklich erschöpfende Antwort auf die Frage nach den Parfums wĂŒrde leider den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen, denn es mĂŒssen – wenn man auch grĂ¶ĂŸere Proben und all die „AbfĂŒllungen“ in 10ml-Röhrchen mitrechnet, die Philomena mit Gleichgesinnten auf einer entsprechenden Website getauscht hat (so bleibt dieses Hobby halbwegs bezahlbar) – locker 400 bis 500 Sorten sein. Aber bereits die Original-Flakons bedecken etwa zwei oder drei KĂŒhlschrankzwischenböden.

Allgemein favorisiert meine Hausgenossin eher leichte, oftmals zitrische, blumige und auch seifige DĂŒfte, sowie alles, was in Richtung traditionellem Eau de Cologne geht. Besonders liebt sie die Duftfamilie „Chypre“, d.h. Parfums, die aus einer hesperidischen Kopfnote von Zitrusölen wie Bergamotte, Orange, Zitrone oder Neroli, einer blumigen Herznote aus Rosen- und Jasminöl, und einer warmen, holzig-moosigen Basisnote aus Eichenmoos und Moschus bestehen. DarĂŒber hinaus interessiert Philomena sich fĂŒr aparte NischendĂŒfte, die sie aber nur selten auftrĂ€gt, weil diese partiell schon zu exzentrisch bis sperrig fĂŒr den Alltagsgebrauch sind. Die meisten ParfĂŒms, die sie besitzt kann man nicht an Orten wo der Pöbel kauft 😜, Mainstream-Ketten wie Douglas etwa, erhalten. Manche erlesenen RaritĂ€ten muss man direkt vom Hersteller aus Frankreich oder U.S.A. beziehen, andere werden nur in einer Hand voll ausgewĂ€hlter ParfĂŒmerien angeboten. Hier hilft deshalb oftmals die spezielle Tauschbörse aus dem Internet weiter, wo der Duft-Connaisseur an AbfĂŒllungen seltener und auch ansonsten (bei Kauf des ganzen Flakons) unerschwinglicher Kostbarkeiten gelangt, welche andere Parfum-Enthusiasten ergattern konnten und dann miteinander teilen.

Ich habe – um wie bereits gesagt nicht den Rahmen dieses Eintrages zu sprengen – Philomena deshalb einfach einmal darum gebeten, mir die DuftwĂ€sserchen, die sie tatsĂ€chlich am hĂ€ufigsten benutzt, herauszusuchen, damit ich sie fĂŒr Milou und Euch einmal auflisten kann: „Cuir FĂ©tiche“, ein lederig-blumiger Duft vom ParfĂŒm- und Handschuhhersteller MaĂźtre Parfumeur et Gantier aus Paris, der Unisex-Duft „Charmes & Feuilles“ von The Different Company, das pudrig-wĂŒrzige „D600“ von Carner aus Barcelona, das im schlichten FlĂ€schchen torfig-tiefbraun schimmernde, nach Wald und KrĂ€utern riechende „Fille en aiguilles“ von Serge Lutens, der zitrisch-frische „Energizer“ aus der „Vigour Collection“ von Boadicea the Victorious in einem wunderschön mit keltischen Metallapplikationen verzierten Flakon, „Acqua di Genova“ von Stefano Frecceri, „For Her“ von Narciso Rodriguez, das in seinem altrosafarbenen Flakon zur Abwechslung auch mal im „Mainstream-Sortiment“ von Douglas zu finden ist, „Aqua Universalis“ aus der Maison Francis Kurkdjian, „Series 3: Incense – Jaisalmer“ aus dem von der Japanerin Rei Kawakubo gegrĂŒndeten jungen Label Comme des Garçons, das blumig-orientalische „Les 4 Saisons – Hiver“ im mit Swarovski-Kristallen besetzten Flakon von Martine Micallef, die an der CĂŽte d’Azur nicht nur ParfĂŒmeurin ist, sondern auch Kunstmalerin, dann der wie schon viele der vorangegangen aufgezĂ€hlten Odeurs ebenfalls fĂŒr Damen und Herren gleichermaßen geeignete, sehr rauchige Nischenduft „Encens Flamboyant“ von Annick Goutal, dann das blumig-frische „Blanche“ vom schwedischen Label Byredo in einem dicken, runden Flakon mit bemerkenswert starkem Magnetverschluss, „Mihimù“, blumig-pudrig von Keiko Mecheri, das ebenfalls in dieser Duftrichtung gestaltete „Iris Poudre“ von Editions de Parfums FrĂ©dĂ©ric Malle, nochmals Iris in der Herznote, diesmal „Infusion d’Iris L’Eau d’Iris“ ein limitiertes Parfum von Prada, das zitrische „Acqua Viva“ von Profumum Roma, die blumige „La Belle HĂ©lĂšne“ von Parfums MDCI, klassisch-zitrisch „Mare Nostrum – Aura Maris“ von Lorenzo Villoresi, der Herrenduft „Bois du Portugal“ des bereits 1760 in London gegrĂŒndeten, englischen Traditionshauses Creed, und zu guter Letzt „N°5 Eau PremiĂšre“ von Chanel aus Paris.

Nun noch ganz schnell – denn das wird hier sonst wirklich erheblich zu umfangreich und verprellt womöglich einige Leser – zu meinen hypermentalen LieblingsdĂŒften: Am besten gefĂ€llt mir zurzeit eindeutig der rauchig-seifige „Burning Barbershop“ von den Nischenduft-KĂŒnstlern D.S. & Durga aus Brooklyn, ein Duft, der mir leider Anfang des Jahres ausgegangen ist, dicht gefolgt von meinem heißgeliebten „Epic Man“ von Amouage (ein luxuriöses Dufthaus im Sultanat Oman, das einige der teuersten Parfums der Welt kreiert hat) und den ebenfalls aus diesem Hause stammenden DĂŒften „Jubilation XXV Man“ und „Gold Man“ (dieses Parfum benutzt angeblich Wladimir Putin), das sehr klassische „New York“ von Parfums de NicolaĂŻ, das leider nach dem Verbot der ParfĂŒmzutat „Eichenmoos“ durch die EU reformuliert wurde und seitdem nicht mehr annĂ€hernd so gut ist, das pfefferige „Bois d’Encens“ von Armani/PrivĂ©, der wĂŒrzig-grĂŒne Luxusduft „Casamorati – Fiero“ vom Nischenlabel XerJoff, weiterhin das aufgrund seiner gewissen Penetranz mit Sorgsamkeit zu dosierende „Duro“ von Nasomatto aus den Niederlanden, und das „Royal Oud“ des englischen Traditionshauses Creed. Ach ja, dann gibt’s da auch noch mein langjĂ€hrig als StandardparfĂŒm benutztes „Knize Ten“, das bereits seit 1931 nahezu unverĂ€ndert vom berĂŒhmten Herrenausstatter KniĆŸe & Comp. aus Wien angeboten wird


Milou, ich denke, Deine Frage dĂŒrfte nun â€žĂŒber-grĂŒndlich“ beantwortet sein
 😉

0ïžâƒŁ7ïžâƒŁÂ Fragen von „chaosfee“: An was oder wen glaubst du? Was wĂ€re dein Traumberuf? Gibt es etwas vor was oder wem du echte Angst hast?

➡ Meine Antworten: Eigentlich bin ich fast schon Nihilist, d.h. ich glaube an nahezu gar nichts. Außer an die Naturgesetze – eigentlich an Alles, was man beobachten, messen und beweisen kann. An solche Dinge braucht man dann allerdings auch nicht zu „glauben“, da man sie „wissen“ kann. Jegliche Art von religiösem Glauben ist fĂŒr mich rĂŒckstĂ€ndiger Hokuspokus – bestenfalls noch trostspendender Selbstbetrug, der einem eine Art von PseudostabilitĂ€t und GruppenzugehörigkeitsgefĂŒhl geben kann. GlĂ€ubige sind mir suspekt – ich bin eher Skeptiker. Ich zweifele und hinterfrage. Schon als Kind habe ich alle mit meinen endlosen Fragen genervt. Auch wenn ich eigentlich niemals in jenem Bereich gearbeitet habe, in dem ich einen UniversitĂ€tsdiplomabschluss machte, fĂŒhle ich mich diesbezĂŒglich als Naturwissenschaftler. Meine Denkweise ist naturwissenschaftlich geprĂ€gt. An mich selbst glaube ich ĂŒbrigens auch nicht wirklich, ich halte mich fĂŒr fehlbar, fĂŒr einen partiell „gescheiterten“ und mitunter ein bisschen verpeilt bis kauzigen Freigeist und Querdenker. Man kann mich in keinerlei Schublade stecken. Wenn ich bezĂŒglich meiner selbst ĂŒberhaupt an etwas glaube, dann an meine Bildung und mein erworbenes Wissen – hier schwimme ich vermutlich im obersten Perzentil der Gesellschaft. Daran glaube ich zumindest
 😉

◟ Meinen Traumberuf gibt’s nicht. Als Kindergartenbub wollte ich mal Pfarrer werden, weil mir dann alle zuhören mĂŒssten, wenn ich rede. SpĂ€ter interessierte mich die PalĂ€ontologie – dummerweise wurde dieses Studium an meinem favorisierten UniversitĂ€tsstandort nicht angeboten, bzw. es erschien mir schon initial als zu brotlos. Damals konnte ich meinen tatsĂ€chlichen studentischen Schlingerkurs, der spĂ€ter folgen wĂŒrde, allerdings noch gar nicht vorausahnen. Überhaupt fiel und fĂ€llt es mir ernstlich schwer, mich auf nur eine berufliche TĂ€tigkeit festzulegen. Was ist bei den Menschen im Hirn los, die schon in jungen Jahren ganz bestimmt wissen „ich werde spĂ€ter einmal Brandschutzexperte“? Oder FleischereifachverkĂ€uferin, Betonbauer, ChefsekretĂ€rin, Kaltwalzverfahrenstechniker? Da krĂ€useln sich einem freien Geist doch die ZehennĂ€gel!Â đŸ˜±Â Ich langweile mich schnell in Routinen und stelle sehr schnell die Frage nach der Sinnhaftigkeit irgendwelchen Wirkens. 90% aller Jobs sind Bullshit-Berufe – rein dem verdorbenen Zeitgeist geschuldet und nur dazu geschaffen, sich irgendwie bereichern zu können, bzw. als subalterne Arbeitsameise die Bereicherung an der Spitze der Pyramide zu maximieren! Vielleicht wĂ€re „komplett autarker Selbstversorger“ noch eine Art Traumberuf – mir allerdings als halbwegs faulem Hund, der lieber denkt, als handelt, auf Dauer vermutlich zu anstrengend
 Außer man lebte vielleicht in einer Art SĂŒdseeinsel-Schlaraffenland – obwohl es mir dann dort vielleicht auch wieder zu tropisch schwĂŒlwarm wĂ€re
 😉

◟ Wovor sollte ich Angst haben? Ich kann mich in der Theorie vor vielen Dingen fĂŒrchten (Flugzeugabsturz, Asteroideneinschlag, Terroranschlag) – allerdings hĂ€lt sich diese Furcht deutlich in Grenzen, wenn man sich einmal die tatsĂ€chliche statistische Wahrscheinlichkeit des Eintretens dieser Szenarien vorstellt. Im Alltag spielen solche Ängste somit keine Rolle. FĂŒrchte ich mich vor Krankheit, oder Tod? Eher nicht. Kismet – sein Schicksal kann man sich oft nicht aussuchen. Zumal es sich letztendlich immer um ZufĂ€lle handelt. Am ehesten habe ich noch Angst vor ZahlungsunfĂ€higkeit und Altersarmut. Weil ich beides durch meine mangelnde Anpassungsbereitschaft an gesellschaftliche SachzwĂ€nge aktiv herausfordere. Theoretisch erbe ich zwar irgendwann mal etwas – aber wer weiß, ob das dann noch etwas wert bzw. ĂŒberhaupt noch vorhanden ist, bzw. ob mich mindestens ein Elternteil nicht sogar ĂŒberleben wird
 Insofern fĂŒrchte ich mich am ehesten noch vor einer erheblichen Verschlechterung meiner LebensverhĂ€ltnisse, vor Freiheitsverlusten. Ich habe mich an ein selbstbestimmtes Leben in einem Haus mit Garten gewöhnt. Was, wenn ich dort wieder raus muss? In irgendeiner Besenkammer existieren? Oder schlimmer noch: In einem Alten- oder Pflegeheim? Unbedingt vorher zur Schrotflinte greifen!

0ïžâƒŁ8ïžâƒŁÂ Fragen von „rabi54“: Mir war noch nicht so ganz klar, womit/wodurch du seinerzeit „berĂŒhmt“ geworden bist, also welche deiner FĂ€higkeiten dich in „höhere Kreise“ gefĂŒhrt hatten. Wie groß war seinerzeit dein „Dunstkreis“ (regional, national oder international)? Da man ja GrundfĂ€higkeiten nicht verliert: Könntest du – sofern du es wolltest – wieder in diese Kreise kommen? HĂ€ttest du dich auch ohne die Rufmordkampagne ohnehin aus deinem „alten Leben“ zurĂŒckgezogen?

➡ Meine Antworten: Was heißt schon berĂŒhmt? Ein wirklicher „Promi“, oder eine Art bekannte „KoryphĂ€e“ auf irgendeinem Spezialgebiet war ich noch nie. Durch eine gewisse Umtriebigkeit war ich in jĂŒngeren Jahren eine Art „Lokalprominenz“ in „Shangri-La“, vor allem in einigen der dortigen Szenebars und Zigarrenlounges
 😉 Allerdings habe ich durch einige Aspekte meiner beruflichen AktivitĂ€ten der letzten anderthalb Jahrzehnte eine gewisse Bekanntheit innerhalb diverser Bereiche erreicht. Man kann sich das in etwa so Ă€hnlich vorstellen, wie sich die Community der Klimaforscher untereinander kennt, oder alle Leutchen, die in Deutschland mit einer gewissen Ambition Craft Beer brauen
 In die „höheren Kreise“ kam ich auch nicht unbedingt durch meine beruflichen FĂ€higkeiten, sondern eher durch einige Freunde und Bekannte, die in solchen Gefilden unterwegs waren, etwa Giulia, mit der ich mich dann spĂ€ter verlobte – durch diese „FĂ€higkeit“ wurde ich daraufhin schlagartig in eine internationale Upper-Class katapultiert, weil Giulias Elternhaus in diesen SphĂ€ren angesiedelt war. 😉 Hierdurch erweiterte sich dann auch mein „Dunstkreis“ – was mir temporĂ€r auch beruflich zugutekam
 Wie will man solch einen Dunstkreis „regional, national oder international“ definieren? Giulias Eltern waren klassische „Expats“, d.h. sie wurden beruflich ziemlich um die Welt gescheucht und bildeten ĂŒberall AnkerplĂ€tze in Form von Bekanntenkreisen. Durch Giulia hatte ich damals Einblick in diese Strukturen. Andererseits reiste ich schon immer gerne und hatte phasenweise auch innerhalb Deutschlands recht viele Bekannte aus anderen Kulturkreisen. Inzwischen lebe ich bekanntlich wieder deutlich zurĂŒckgezogener und habe mich von vielen Freunden und Bekannten distanziert, da unsere Lebensweisen inzwischen zunehmend kontrĂ€r verliefen. Beruflich bin ich in den letzten anderthalb Jahrzehnten viel in den alten BundeslĂ€ndern unterwegs gewesen (Schwerpunkt NRW und Hessen), außerdem manchmal auch in den Niederlanden. Einzelne Kunden waren aber auch schon in solch entfernten LĂ€ndern wie Japan oder Paraguay ansĂ€ssig. Mit diesen hatte ich aber oft nur in Deutschland persönlichen Kontakt – beruflich bin ich selber gerade einmal bis in die Schweiz gekommen. Privat habe ich allerdings fast 30 LĂ€nder bereist. Am weitesten entfernt von heimatlichen Gefilden war ich auf meinen Reisen nach Australien und nach Asien.

◟ Momentan zieht mich nichts zurĂŒck in die sogenannte „High Society“ – eigentlich war ich dort nur ein temporĂ€rer Gast durch Giulias Kontakte. Ich hatte mich damals auch nicht absichtlich an Giulia herangemacht, um in solch eine Welt zu geraten. Giulia wirkte fĂŒr ein Kind aus solchen SphĂ€ren ziemlich unprĂ€tentiös, pragmatisch und bodenstĂ€ndig. Daher war es eher eine Art „Kollateralschaden“, dass ich damals in solch eine Art von Soziotop geriet
 Da ich inzwischen nicht mehr in der „Snob-Rolle“ bin (siehe „Glaeserne Cassandra“s Frage) und mich zunehmend von den Werten solcher oberflĂ€chlichen Menschen distanziert habe, zieht es mich auch nicht wirklich dorthin zurĂŒck. Ich lehne jenen Lebensstil inzwischen sogar weitgehend ab. Gerade, weil das obere Prozent der Gesellschaft oftmals, bei genauerer Betrachtung der feinen ZusammenhĂ€nge, auf Kosten der unteren 99% lebt und dabei auch noch deren Zukunft ruiniert.

◟ Mit der „Rufmordkampagne“ meinst Du zweifelsohne das Wirken von Mandy und Konsorten wĂ€hrend meiner Berliner Jahre. HauptsĂ€chlich rufschĂ€digendes Cyberstalking, das mich damals nicht nur haufenweise Geld, sondern vor allem reichlich Nerven kostete und somit auch mental bis an den Rand der Verzweiflung brachte
 😞 Da jene unschönen Erlebnisse zeitlich nach meiner Studentenzeit (Snob-Leben) und der Beziehung mit Giulia (High-Society-Schnupperkurs) angesiedelt sind, machte ich in Berlin im Wesentlichen beruflich schon etwas sehr Ähnliches, wie auch heute noch. Im Prinzip hatte ich mich daher bereits vor etwa zehn Jahren schon deutlich aus meinem „alten Leben“ zurĂŒckgezogen. Zu meinem Wertewandel kam nun lediglich auch noch Geldmangel hinzu. Auch weil ich mich nach einem ganzen BĂŒndel von RĂŒckschlĂ€gen, UmzĂŒgen, Beziehungschaos und sonstigem unnötigen Hin und Her nicht mehr wieder so richtig erholt habe. Ich bin seit rund einem Jahrzehnt zunehmend weniger stressresistent und verĂ€nderungswillig. Ich empfinde mitunter eine gewisse „Lebenssattheit“, d.h. ich genieße jeden Tag, an dem man mich weitgehend in Ruhe lĂ€sst und ich friedlich und autark vor mich hin pĂŒtschern kann
 🙂 Die wilden Jahre sind vorbei und das ist auch ganz gut so. Ich könnte auch gesundheitlich nicht mehr mehrere NĂ€chte „durchmachen“, oder so rastlos durch die Gegend jetten, wie frĂŒher. Alles viel zu anstrengend! Bin doch im tiefsten Herzen ein ziemlich fauler Hund… 😉

0ïžâƒŁ9ïžâƒŁÂ Fragen von „KĂ€tzerin“: War die Philomena mal sauer auf mich? Ging um ihr ehemaliges Refugium, Du erinnerst Dich bestimmt. Und weiß sie, dass Du hier schreibst bzw. bloggst? Was tun wir hier eigentlich: Bloggen oder schreiben?

➡Meine Antworten: Nun, ich kann gerade nicht ganz nachvollziehen, weshalb Philomena auf Dich sauer sein oder gewesen sein sollte. Woher solltet Ihr Euch ĂŒberhaupt nĂ€her kennen?

◟ Philomena weiß, dass ich hier blogge – auch wenn sie diese Art der BeschĂ€ftigung oft nicht so wirklich nachvollziehen kann. FĂŒr sie ist das weitestgehend „Zeitverschwendung“, weil weitestgehend unproduktiv: Es kommt dadurch weder Geld herein, noch schaffe ich dadurch irgendwelche bleibenden Dinge oder Werte. Philomena hat allerdings auch keinerlei Sendungsbewusstsein oder gesteigerten Drang ins Rampenlicht und kann deshalb nur begrenzt nachvollziehen, warum man aktiv ein Weblog betreibt. Zumal es sich bei meinen „Daily News from Absurdistan“ nicht um ein spezifisches Themenblog handelt (Garten- oder Reisetipps, Strickanleitungen, Kochrezepte, medizinische Ratgeber, etc.). Es resultiert somit aus der LektĂŒre meiner textlichen Elaborate kein prinzipieller Informations-Mehrwert fĂŒr Dritte – allenfalls literarische Zerstreuung. Ob man das nun eher als „Bloggen“ oder als „Schreiben“ bezeichnen sollte, weiß ich daher auch nicht so ganz genau
 😉

1ïžâƒŁ0ïžâƒŁÂ Frage von „bonanzamargot“: Bist du nachtragend?

➡ Meine Antwort: Nö. Auch wenn ich mich hier im Blog scheinbar sehr schnell ĂŒber Manches aufzuregen scheine, habe ich im echten Leben eine doch eher lange Lunte. Außerdem bin ich relativ harmoniebedĂŒrftig. Deshalb gehe ich im Konfliktfall entweder auf die Leute zu, um diese Harmonie durch einen Konsensvorschlag (natĂŒrlich nach meinen Regeln, die ich meinem GegenĂŒber durch feinsinnige Diplomatie subtil unterjubele oder besser noch ĂŒberstĂŒlpe) wieder herzustellen – oder ich gehe den Menschen dann weitrĂ€umig und nachhaltig komplett aus dem Weg. Fast immer bekommen Leute, die mich einmal enttĂ€uscht oder beschissen haben noch eine zweite Chance. Ich bin diesbezĂŒglich eher recht großzĂŒgig. Wenn es mein GegenĂŒber aber wirklich â€žĂŒberreizen“ sollte, wenn man meine Gutwilligkeit bewusst und gezielt ausnutzt und mir dadurch erst einmal ein deutlicher Schaden entstanden ist – dann reicht es mir: Dann bin ich sehr konsequent. Nicht unbedingt „nachtragend“ – eher radikal „raus“. Kontaktabbruch, auch wenn man mich dann beknien sollte.

Die einzigen Menschen, denen ich auch heute noch auf „nachtragende“ Art anhaltend böse bin, sind die drei Arschlöcher, die mir meine Kindheit und Jugend zur Hölle gemacht haben. Vom Kindergarten bis ins Gymnasium waren es immer wieder diese drei Gleichaltrigen, die mich sicherlich an die 1000-mal verprĂŒgelten, ohne dass ich mich dagegen wirklich zur Wehr setzen konnte, oder dieses zumindest wagte. Durch diese drei Arschlöcher wurde ich auf Jahre hinaus ein schĂŒchterner, sensibler Eigenbrötler – jemand der auch heute nicht effektiv an sich glaubt und am „Guten“ der Welt, der Gesellschaft und der Menschheit (ver)zweifelt. Ich habe nur begrenztes Vertrauen in mich, andere und die umgebenden Strukturen. Diese drei Arschlöcher hinderten mich an meiner hundertprozentigen Entfaltung, ließen mich bis heute weitgehend hinter meinen theoretischen Möglichkeiten zurĂŒckbleiben. Deshalb bin ich diesen Dreien gegenĂŒber noch bis heute dermaßen nachtragend, dass ich ihnen bei Gelegenheit ohne mit der Wimper zu zucken in den Bauch schießen wĂŒrde, wenn das straffrei bliebe (Kopfschuss wĂ€re noch viel zu human)
 😡

1ïžâƒŁ1ïžâƒŁÂ Fragen von „Fundsachen“: Kennst du Zettmok nĂ€her, z.B. vom Telefonieren oder von einem Treffen? (Du, Orbi und Zettmok haben gemeinsam, ĂŒber den schlechten Zustand der Welt zu schreiben, daher bringe ich euch gedanklich miteinander mehr in Verbindung als z.B. dich und Rebell.) Über Orbi weiß ich, dass ihr euch gelegentlich seht oder miteinander telefoniert. Hast du noch jemand anders von den frĂŒheren myTB-Autoren getroffen? Und gibt es jemanden, den du kennenlernen möchtest?

➡ Meine Antworten: „Zettmok Kamalatta“ alias „Wolfgang Zettka“, wie er sich hier auf WordPress nennt, ist mir ebenso ein RĂ€tsel, wie Dir, werte Fundsachen
 😉 Ich habe mit ihm bis dato weder telefoniert, gemailt, noch sonst wie oder gar von Angesicht zu Angesicht kommuniziert.

◟ Persönlich kennengelernt habe ich seit dem Beginn meiner Autorenschaft auf myTagebuch anno 2002 folgende Leser und Autoren: „wendy“, die leider inzwischen verstorbene „Barfly“, „Schubie“, „Philippa“, „poison-ivy“, „Inorbit“, „ewigkeitssuppe“, „Milou“ und „Chimaira“. DarĂŒber hinaus habe ich mich damals zu myTB-Zeiten mit „Nicki“ und „Anell“ zwar nicht persönlich getroffen, aber ein paar Mal sehr nett mit ihnen telefoniert.

◟ Heute möchte ich eigentlich keine weiteren Blogger mehr persönlich nĂ€her kennen lernen – zum einen liegt das vielleicht auch daran, dass ich seit YouTube-„Mandy“ mit Menschen, die ich im Internet kennengelernt habe, erheblich vorsichtiger geworden bin, wenn es darum geht ihnen auch real zu begegnen, zum anderen aber wohl hauptsĂ€chlich daran, dass ich nach meiner fröhlichen, extrovertierten und kommunikativen Dekade inzwischen wieder deutlich zurĂŒckhaltender geworden bin. LĂ€ndliches Exil, statt Großstadt. Natur statt Menschen. Ich bin wieder ein eher scheuer Kauz geworden – wer sollte sich auch schon mit mir treffen wollen? Sicherlich gibt es hier ein paar sympathisch wirkende Protagonisten innerhalb unserer aktuellen WP-Community. Vielleicht wĂŒrde ich auch mal den einen oder die andere davon unverbindlich irgendwo auf neutralem Boden treffen wollen, wenn sich dazu die Gelegenheit ergĂ€be, bzw. man zufĂ€llig in der NĂ€he wohnen wĂŒrde. Aber aktiv forcieren wĂŒrde ich das heutzutage vermutlich nicht mehr.

1ïžâƒŁ2ïžâƒŁÂ Frage von „Nell“: Deine Einschlafrituale wĂŒrden mich interessieren.

➡ Meine Antwort: Ganz simple Antwort: Es gibt keine. 😉 
begrenzt erwĂ€hnenswert wĂ€re allenfalls die dazu erforderlich gleichbleibende Anordnung der Kissen in der Bettstatt und dass ich unmittelbar vor dem Einschlafen meistens noch einmal kurz mittels meines Tablets durch das Internet streife, oder darauf in einem eBook lese, bis ich dazu zu mĂŒde werde. Außerdem schlafe ich seit Jahrzehnten in der Seitenlage ein, nachdem ich als Kind und Jugendlicher ein BauchlageneinschlĂ€fer war.

1ïžâƒŁ3ïžâƒŁÂ Fragen von „Gioia“: Erinnerst dich noch an den Turm (unsere GesprĂ€che von damals)? Bereust du Dinge in deinem Leben?

➡ Meine Antworten: Du meinst ganz offensichtlich damit unsere Kommunikation mittels privater Messages vor etlichen Jahren auf myTagebuch: Ich kann mich tatsĂ€chlich noch recht gut an unsere damaligen geflĂŒgelten „Phantasiereisen“ auf eine imaginĂ€re Wolke erinnern. Ich hatte damals so kurz nach Berlin keine leichte Zeit. Tat damals ganz gut, ein paar Dinge schriftlich zu teilen und der RealitĂ€t ein wenig zu entfliehen
 Ich grĂŒĂŸe Dich daher mal ganz ausdrĂŒcklich an dieser Stelle! 🙂

◟ Ob ich Dinge in meinem Leben bereue? Schwierige Frage. Zumal der Mensch nur durch Erfahrungen lernt. Deshalb gibt es im Grunde genommen auch keine wirklichen „Fehler“ – Fehler sind negative Erfahrungen, aus denen sich ebenso wie aus den positiven Erfahrungen neue Erkenntnisse abschöpfen lassen. Reife und Erkenntnis resultieren in der Summe aus jeglichen im Leben gemachten positiven wie negativen Erlebnissen, Erfahrungen und Entdeckungen. Deshalb bereue ich im Nachhinein auch nichts. Fehler gehören dazu und die meisten begeht man sowieso unabsichtlich bzw. allenfalls fahrlĂ€ssig. Fast alle wirklich Ă€ußerst ĂŒblen Erfahrungen kamen durch Dritte von außen ĂŒber mich – lagen somit außerhalb meiner direkten Eigenverantwortlichkeit. Nein – prinzipiell bereue ich nichts. Ich hadere allenfalls mit ein paar unklugen Weichenstellungen, Entscheidungen, die man mit dem heutigen Wissen anders treffen wĂŒrde, und damit, dass man manchmal ein paar Mitmenschen vor den Kopf gestoßen hat. Damit hadere ich mitunter – aber ich bereue es nicht, denn auch dadurch konnte ich oftmals etwas lernen, wenn auch mitunter schmerzlich.

âč So – nun habe ich mich durch Eure Fragen geackert und fĂŒhle mich wie nach einer mehrstĂŒndigen Uni-Klausur. 😉 War aber durchaus interessant und auch erbaulich. Auch wenn ich gegen Ende ein bisschen mit meiner Konzentration abkackte. Aber ich wollte das heute unbedingt alles in einem Rutsch abfrĂŒhstĂŒcken
 Auch, weil demnĂ€chst wieder allerlei andere Dinge anstehen und ich phasenweise wieder viel unterwegs sein werde. Vielleicht wird es in einigen Monaten sogar eine zweite Q&A-Runde innerhalb meines Blogs geben, falls Euch der heutige Eintrag gefallen haben sollte.

Hypermentale GrĂŒĂŸe an alle Leser & Abonnenten – ich wĂŒnsche Euch auch ein schönes Wochenende!

 

29 Gedanken zu “Q&A-Eintrag 📣❓ Eure Fragen, meine Antworten

  1. Hui, echt episch, das muß ich anders wann alles verinnerlichen, will ich mir nicht entgehen lassen. Hab nur schnell zu mir runter gescrollt.
    Du, vielleicht erklĂ€re ich Dir das mal privat, wenn ich Zeit hab. Hab mich mit Dir darĂŒber allerdings damals bei myTB schon ausgetauscht. Aber wer weiß, wer weiß? 😉 Jedenfalls danke fĂŒr Deine bemĂŒhte Antwort. 🙂

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  2. Deine Antworten sind wirklich hochinteressant. An manchen Stellen habe ich mich selber in dir gesehen bzw. gedacht, dass es – zumindest als Kind – mein WUNSCH gewesen war, spĂ€ter einmal so zu leben.
    Aber ich selber war zu faul, um das konsequent in die Tat umzusetzen: Meine Sehnsucht nach Freiheit (nach finanzieller UnabhĂ€ngigkeit) zog „exzessives Lottospielen“ anstatt „hartes Arbeiten“ nach sich.
    Zwei Dinge finde ich an deinem Empfinden bemerkenswert und hÀtte ich so nicht erwartet: 1.) deine Angst vor Geldmangel und 2.) deine Wut auf die drei Jugend-Arschlochmobber.
    Hinsichtlich 1.) hatte ich immer Sternenfeuer bewundert (du hattest sie mal als „Nazi“ tituliert): Die hatte wenig Geld, war alleinerziehend mit drei Kindern, hat aber materiell nicht schlechter gelebt als ich. Und zu 2.) fand ich freche Kinder seinerzeit schon fast „normal“; dafĂŒr fand ich aber das Verhalten der Erwachsenen „daneben“, die nicht einschritten. Zumindest im Kindergarten und Grundschule hĂ€tten sie so etwas unterbinden können.

    GefÀllt 1 Person

    • Zu 1.) Geldmangel ist eines der wenigen schicksalhaft von außen auf mich einwirkenden Dinge, Ă€hnlich wie das Wetter. ErfahrungsgemĂ€ĂŸ gibt es fĂŒr mich in den letzten Jahren keine offensichtliche Prognosemethode fĂŒr meine reale Einkommensentwicklung.
      „Sternenfeuer“ hatte ich damals als Nazi bezeichnet, weil sie in ihrem Blog offensiv unter Einbettung von Propagandamaterial Reklame fĂŒr die NPD machte und unreflektiert alle AuslĂ€nder aus Deutschland rausschmeißen wollte. Das kann man schon mal „Nazi“ nennen. HĂ€tte sie AfD-Reklame gemacht und sich beispielsweise nur explizit kritisch gegenĂŒber AnhĂ€ngern eines politischen Islam in Deutschland geĂ€ußert, wĂ€re das lediglich eine deutliche politische Meinung gewesen – zwar „stramm rechts“, aber eben nicht Neonazi-mĂ€ĂŸig. Daher mein damaliger Anfall von gelebter Zivilcourage, der sie dazu brachte beleidigt das braune Handtuch zu werfen…
      Zu 2.) im Kindergarten schauten die Erwachsenen bewusst weg, weil die wohlhabenden Eltern der Drei den Kindergarten reichlich mit Spielzeug-Sachspenden bedachten. Meiner Meinung nach waren zwei der drei auch schon damals als Kinder echte Sadisten. Unsere ehemalige myTB-„Barfly“ kannte den schlimmsten der Drei ĂŒbrigens auch als Erwachsenen aus der Schickimicki-Gesellschaft von MĂŒnchen: Er war als sadistisch veranlagt bekannt und verging sich damals vor allem an Frauen, mit denen er zahllose AffĂ€ren hatte – oftmals wurde er deshalb von diesen angezeigt. In der Regel wurden diese Verfahren aber laut „Barfly“ gegen Abschluss eines Vergleichs eingestellt – der Vater des Tunichtguts (ein ZeitungsmilliardĂ€r) paukte seinen Sohn wohl immer mal wieder mit hohen Geldzahlungen aus der Bredouille heraus…

      GefÀllt mir

  3. das gĂ€be ein ziemliches gemetzel, die ganzen arschlöcher platt zu machen – mir wĂŒrden auch einige aus der kinderzeit einfallen, die nichts besseres zu tun hatten auf den aussenseitern und schwĂ€cheren herumzuhacken, sie zu hĂ€nseln und auszulachen. eine echte arschlochkultur wuchs da heran.

    GefÀllt 3 Personen

    • Ich wurde vor allem in der Oberstufe gemobbt und bin dadurch fĂŒr einige Jahre leider selber in eine Mobber- und Arschlochrolle gefallen, etwas der ganz wenigen Dinge in meinem Leben, die ich bereue.

      GefÀllt 1 Person

        • Eigentlich jeden – ich habe dann angefangen verbal um mich zu schlagen, ob nötig oder nicht. Und ungebildete Leute habe ich gerne spĂŒren lassen, was ich von ihnen halte. Eine Schulkollegin aus der Oberstufe hat es spĂ€ter gut erklĂ€rt als sich eine andere bei ihr fĂŒr ihr damaliges blödes Verhalten entschuldigt hat: Jeder Schwache findet noch einen SchwĂ€cheren auf dem er rumtrampeln kann.

          In meiner ersten ernsthaften Partnerschaft wars dann auch so, dass ich recht hatte (ob ich recht hatte oder nicht) – ich liess keine anderen Meinungen gelten. Alle anderen waren Banausen und kreuzblöd, auch wenn ich wusste, dass meine Meinung nicht stimmt.

          Heute finde ich zwar immer noch, dass viele Menschen Tröten sind, doch meistens sind sie trotzdem nett und man muss ja nicht gleich mit ihnen eine WG grĂŒnden 🙂

          GefÀllt 1 Person

        • mobbing bedeutet in meinen augen das gezielte abkanzeln und herabwĂŒrdigen einer person – oft ganz bewusst und mit anderen verabredet.
          blöde verhalten tut sich jeder mal. und rechthaberei sowie arroganz ist auch noch kein mobbing.

          GefÀllt 1 Person

        • Gezieltes HerabwĂŒrdigen und Abkanzeln habe ich wĂ€hrend gut 10 Jahren tĂ€glich an allen möglichen Menschen im vollen Bewusstsein, dass es diese verletzt, praktiziert.

          Ich selber wurde an einer Arbeitsstelle gemobbt ohne dass je jemand ein Wort zu mir gesagt hat – ausser die Chefin, bei der die ungerechtfertigten Anschuldigungen eingingen. Denn ich war dort mit dem Wissen, dass ich zuvor ein Burnout gehabt hatte, eingestellt worden und mir wurde eine gewisse RĂŒcksichtnahme zugesprochen. Dies war vorher im Team abgesprochen worden. Als ich dann da war, waren sie jedoch neidisch und konnten es nicht akzeptieren.

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  4. und nun zu der anderen sache: dass frauen auf mĂ€nner mit haaren im gesicht oder auf brust/schulter/rĂŒcken anziehend finden, kann ich nicht nachvollziehen. ich hatte mal ne freundin mit einem Ă€tzend langen haar auf der rechten brust, dass sie aber partout nicht abschneiden oder zupfen wollte… okay, ich nahm sie trotzdem.
    ich persönlich fĂŒhle mich einfach wohler, wenn nicht ĂŒberall die haare sprießen. das hat also nur bedingt mit meiner eitelkeit zu tun, vielmehr geht`s ums körpergefĂŒhl. man schneidet sich ja auch regelmĂ€ĂŸig die nĂ€gel. aber gut, bei mĂ€nnern bin ich da ziemlich tolerant, wenn sie sonst in ordnung sind.

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    • Vielleicht therapiere ich mich mit dieser optischen Verwandlung in einen Waldschrat ja auch selbst – zelebriere ursprĂŒngliche MĂ€nnlichkeit, oder so‘n Blödsinn in der Art, vielleicht „Flucht aus dem geleckten Schnöseltum vergangener Zeiten“… 😉

      GefÀllt 2 Personen

  5. ich hoffe, ich sehe nicht wie ein geleckter schnösel aussehe. ich will, was meinen körper angeht, einfach so sein, wie ich mich am wohlsten fĂŒhle. ebenso kleide ich mich. da Ă€nderte sich in den letzten 30 jahren nicht viel. viellecht wĂ€re es mal interessant, die haare wachsen zu lassen und ĂŒberhaupt mal mein image zu verĂ€nderen – dachte ich zwischendurch – aber ich verwarf diese idee dann immer schnell. klar, das ist langweilig, wenn man immer gleich aussieht und mit dem selben outfit rumlĂ€uft. aber scheiß drauf! fĂŒr wen soll ich mich denn verbiegen, wenn ich mich so, wie ich bin, am wohlsten fĂŒhle? ich hatte auch immer jobs, wo diesbezĂŒglich nie anforderungen bestanden…
    du bist in dieser hinsicht offenbar gespaltener. kommt interessant rĂŒber. aber warst du damals wirklich so anderes als heute? ich kann mir das nicht vorstellen.

    GefÀllt 2 Personen

    • Ich habe und hatte immer einen gewissen unverĂ€nderlichen „Persönlichkeits-Kern“, um den herum gab‘s aber immer eine dynamisch verformbare Schicht, die durch Interaktion mit wechselnden Umfeldern geprĂ€gt werden konnte. Wenn sie ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum wenig Input von Außen erhĂ€lt, passt sie sich zunehmend dem Kernbereich an. Sicherlich bin ich aber auch deshalb einigermaßen flexibel, weil es mir recht leicht fĂ€llt temporĂ€r in die unterschiedlichsten Rollen zu schlĂŒpfen – das kann ich schadlos tun, ohne mich dazu verbiegen zu mĂŒssen, weil mein innerer Kern davon unberĂŒhrt immer gleich bleibt, hinreichend gefestigt ist.

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  6. „Wolfgang Zettka“. Nenne ich mich auch bei fb so. fb wollte im Grunde, daß ich meinen bĂŒrgerlichen Namen angebe, was nicht in Frage kam und kommt. Die haben allen Ernstes dann meine Seite, zettmok kamalatta, blockiert. Das dann, seltsamerweise, wieder aufgegeben. Davor – hatte ich aber mit einer neuen Seite schon begonnen, „zettmok kamalatta“ zu „Zettka“ verkĂŒrzt, meinen Vornamen hinzugefĂŒgt.

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  7. Herzlichen Dank fĂŒr die ausfĂŒhrlichen Antworten – sehr interessant fĂŒr mich als – wie du richtig erkannt hast – Neuleserin deiner ErgĂŒsse.

    Pfarrer wĂ€re somit auch fĂŒr mich ein guter Beruf gewesen. Ich neige sowohl schriftlich als auch mĂŒndlich zum endlosen Leiern, weil mir immer so viel durch den Kopf geht und ich gedanklich von Thema zu Thema springe und x Mal den Faden verliere und am Schluss trotzdem die HĂ€lfte vergessen habe – Asperger halt 😀

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      • Yap – ist zu wenig ausgeprĂ€gt um offensichtlich zu sein, jedoch so ausgeprĂ€gt, dass es in allerlei Bereichen hinderlich wirkt resp. nach vielen Jahren von krampfhaftem Versuchen „unauffĂ€llig korrekt“ zu funktioneren hinderlich geworden, weil nach mehreren ZusammenbrĂŒchen nie mehr die Alte geworden (was auch vorher gesunde Menschen nach Burnout etc. bestĂ€tigen).

        Ich nenne es oft Mutation *grins*

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  8. Beim Lesen deiner Antworten kam mir der Gedanke, dass du womöglich zu frĂŒh auf die Welt gekommen bist. Was ich damit meine: der „zukĂŒnftige Mensch“ muss schon gewisse Alleskönner-FĂ€higkeiten (FlexibilitĂ€t, MobilitĂ€t, in verschiedenen Jobs einsetzbar etc.) vorweisen, um ein halbwegs selbstbestimmtes und menschenwĂŒrdiges Leben fĂŒhren zu können.
    Genau diese Voraussetzungen hast du doch. Im letzten Jahrhundert reichte es dagegen, wenn man eine (Routine-)TĂ€tigkeit so einigermaßen ausfĂŒhren konnte.
    In einer sich immer weiter spaltenden Gesellschaft wirst du bei deinen umfassenden Kenntnissen auf diversen Gebieten auch zukĂŒnftig zum oberen Quartil gehören. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass deine umfassenden FĂ€higkeiten kĂŒnftig mehr denn je mehr gefragt sein werden.

    GefÀllt 1 Person

    • Ach, da bin ich mir nicht so sicher – der Trend geht doch fĂŒr die Zukunft zu immer höher qualifizierten Fachidioten… Ich fĂŒhle mich eher wie ein Mensch der Vergangenheit, als wie ein Mensch der Zukunft. Zu Goethes Zeiten wĂ€re ich doch wohl bestimmt ein Universalgenie gewesen, hĂ€tte fast alle damaligen Fachgebiete beherrschen können… Oder im alten Griechenland – da sehe ich mich geradezu dauerphilosophierend ĂŒber eine Agora wandeln… 😉

      GefÀllt mir

      • Zum Wahren hin… doch wohl eher geneigt und vielleicht sogar dann in BĂ€lde ? oder doch allmĂ€hlich nahe erst irgendwann, nach schwerem Wege, wenn denn, wenn denn ĂŒberhaupt…, scheint mir statt „Universalgenie“ – der wackere „Generalist“ ein angemessenerer Geselle zu sein, der dich passender charakterisierte, auch in Griechenland. Auf jenem germanischen Gebiete freilich, das heutzutage von „NRW“ besetzt ist , mag das aber ganz anders gewesen sein, ehedem, keine Frage.

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