Kastenkuchenkrümel: Heute nur hypo- statt hypermentales Gefasel

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Der Sommer liegt mir nichtunter Bloggingaspekten zumindest. Ich habe Mühe mich zu irgendetwas aufzuraffen, was über das Nötige hinausgeht. Von der Hitze (die auch nach der Hitzewelle noch in der oberen Etage von Haus „Zweieichen“ herrscht – irgendwie geht sie hier nicht aus den Mauern – nächstes Jahr wird höchstwahrscheinlich eine Klimaanlage eingebaut) gelähmt und ausgelaugt, fällt mit das Formulieren schwer. Gerade in den Abendstunden – während der anderen drei Jahreszeiten meine bevorzugte Eintragsschreibzeit – kann ich mich nur schwer zum Erledigen geistiger Arbeit sammeln, die über schieres Konsumieren, etwa in Form des Bücherlesens, hinausgeht.

Deshalb hinke ich hier auf WordPress mit dem Berichten hinterher. Dabei referiere ich viele Dinge eh nur nach dem Eisbergprinzip – das Meiste bleibt unter der Oberfläche verborgen und dringt nicht sichtbar in die Blogosphäre vor. Berufliches schon mal gar nicht und auch viele private Erlebnisse nur sehr rudimentär – schließlich möchte ich meine Anonymität pflegen, deshalb sind mir bei manchen Themen die Hände gebunden soweit auszuholen, wie es eigentlich nötig wäre um ein Thema vernünftig zu erzählen. Oft handelt es sich auch um „developing stories“ (wie das immer so schön in amerikanischen Nachrichtensendungen heißt), zunächst gibt es gar nichts Berichtenswertes und hinterher sprengt es den Rahmen, dieses in aller notwendigen Ausführlichkeit nachzuholen. Deshalb gibt es in meinem Blog ein buntes Potpourri – mal die Schildkröte, mal irgendein anderes Alltagspuzzleteil – lauter Mosaiksteinchen, bei denen allerdings der ganze umgebende Kitt fehlt, der um mein Leben wirklich zu erzählen eigentlich notwendig wäre… Aber sei’s drum, kriegt ihr halt nur ein paar Krumen vom hypermentalen Kuchen ab und keine vernünftigen Scheiben! (…hm, der „hypermentale Kuchen“ scheint keine runde Torte und auch kein flacher Blechkuchen zu sein, sondern eine Kastenform zu haben, ansonsten gäbe es statt Scheiben Stücke oder Teile… Ob die Kastenform wohl tiefenpsychologisch interessant ist?)

Als Rudi hier war, machten ich mit ihm  jeden Tag eine längere Wanderung, anschließend dann gleich noch zwei weitere mit Philomena. Vermutlich habe ich mich dadurch überanstrengt, denn es kann nicht nur an der Resthitze im Gebälk liegen, dass ich mich augenblicklich dermaßen platt fühle! Im Winter lag ich noch nächtelang mit Einschlafproblemen wach – momentan schlafe ich nach wenigen Sekunden wie ein Stein. Oft vergesse ich sogar noch das Licht vorher auszuschalten, oder mich zuzudecken. Immerhin tut die Hitze Philomena gut, sie kommt allmählich auf Betriebstemperaturen. Jeden Tag läuft sie draußen stundenlang durch die Natur – etwas, was sie noch vor kurzem nicht für möglich gehalten hätte. Dabei war ich mir bereits 2012 sicher, dass man einige Aspekte ihres enormen Krankheitsagglomerats durchaus heilen kann. Seitdem sie vor anderthalb Jahren damit anfing, ihre Hashimoto-Thyreoiditis hormonell zu behandeln, ist sie phasenweise sehr viel mobiler und belastbarer, als zuvor. Sie hat zwar noch einen ganzen Wald an Problemen und Gesundheitsbaustellen um sich, aber ein Trampelpfad mit eindeutiger Richtung ist durch diesen Dschungel bereits gebahnt. Was sportliche Aktivitäten angeht ist sie inzwischen sogar erheblich fitter, als ich. Braucht der Neuerstarkung geschuldet inzwischen auch eine Kleidergröße mehr, um die Muskeln zu verpacken…

[Kurze Unterbrechung – jetzt geht’s mit dem Eintrag weiter: Musste gerade den Nachbarn beim Einfangen einer Ente (inzwischen haben sie nicht nur Hühner, der Zoo wächst allmählich weiter) helfen, die in unserem Vorgarten gelandet war.]

Ich musste hier geschlagene sechs Jahre lang wohnen, um herauszufinden, dass es in noch fußläufiger Entfernung einen vernünftigen Wald mit interessanten Landschaftsdetails gibt, u.a. zahlreiche stille Tümpel, vielfältige Baumsorten und etliche große Lichtungen! Ich hatte bisher irrtümlich angenommen, der weiter östlich anschließende Wald, an dessen Rand auch unser Biohofladen liegt, sei durch und durch ein langweiliger Kommerzforst mit nichts als Fichten, Buchen und schnurgeraden Wegen. Philomena entdeckte die pittoreskeren Teilgebiete des Waldes erst bei ihrem diessommerlichen Lauftraining – und zeigte sie mir am Wochenanfang bei einer der oben erwähnten Wanderungen, die in der Summe für mich zu viel waren…

Auch jetzt bin ich schon wieder völlig unkonzentriert und schwitze wie eine Sau! Kein Blogwetter innerhalb der Hitzespeichermauern hier oben im Arbeitszimmer! Jedenfalls kann ich der Sommerglut nix abgewinnen. Für Philomena mag sie gut sein – im Winter geht sie freiwillig nicht mal bis auf die Fußmatte aus der Tür. Aber die Gute scheint auch von irgendwelchen Mittelmeervölkern abzustammen. Meine Vorfahren hingegen müssen irgendwo aus dem hohen Norden stammen. Ab zweistelligen Außentemperaturen brauche ich keine Jacke mehr!

Mensch, Kacke! Eigentlich wollte ich hier nicht herumlabern, sondern ein paar interessante, völlig aberwitzige Schoten berichten, die mir in den letzten Tagen beim Einkaufen passiert sind… Denn die Hitze scheint manch anderem Zeitgenossen auch nicht zu bekommen, gab sogar Handgreiflichkeiten deswegen! Aber ich kann mich nicht mehr so richtig sammeln. Schreibe sprunghaft und ohne roten Faden… Also Pause. Vielleicht lüfte ich hier gleich noch ordentlich durch und schreibe die Shopping-Schoten mit Arabern und Russen nach einer Rauchpause im Garten auf, wo es deutlich kühler als hier oben ist. Vielleicht bin ich aber auch zu müde und hole das später nach… Oder gar nicht. Siehe Eisberg in der Blogosphäre, gibt dann weiterhin nur Krümel statt Scheiben! Oder solchen Rotz, wie dieses elendige Elaborat von Blogeintrag hier. Watt en räudiges Dingen, ey! Nich ma Fottos hatta heute drinne…

23 Gedanken zu “Kastenkuchenkrümel: Heute nur hypo- statt hypermentales Gefasel

  1. Gelähmt und ausgelaugt wie du bist, schraub doch deine Ansprüche einfach mal guten Gewissens etwas runter. Es erwartet doch hier keiner nobelpreisverdächtige Einträge von dir.
    Zumindest nicht bei Hitze. Wenn die vorbei ist, natürlich schon. Dann gibts keine Ausrede mehr. 😉😜

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  2. Früher hast Du bisweilen berichtet, wenn und wo Du beruflich unterwegs warst.
    Habt Ihr gegensätzliche Blutdrücke 😉 , weil Du bei Hitze kapitulierst und Philomena nach und nach zu powern beginnt? Allerdings ist meiner auch eher niedrig, aber bei der tropischen Hitze bin ich dann doch nicht rauf aufs Trampolin. Da ging es mir ja auch noch anderweitig nicht gut.
    Ich wünschte Philomena, daß ihr momentanes gesundheitliches Hoch ein beständiges bliebe. 👍
    Übrigens sehe ich unterhalb von Deinem Beitrag grad wieder das Infinity-Pool-Bild von Wikipedia. Du warst vor mir, weil, ich hab ja das gleiche benutzt, hab dabei jedoch schon ganz vergessen, daß mir das eigentlich bekannt sein müßte. 😎

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  3. Ich finde auch, dass deine Einträge selbst dann gut zu lesen sind, wenn sie bei Sommerhitze geschrieben wurden.
    Nur warum der hypermentale Kuchen iene Kastenform hat, habe ich nicht so ganz verstanden. Kasten heißt für mich: nach linke, rechts, vorne, hinten, oben und unten abgegrenzt. Ich glaube aber nicht, dass du das so meintest.

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    • Solche Formulierungen und Erwägungen sind u.a. den konzentrationsmangel bedingten Ausfällen geschuldet. Schrieb „Scheiben“, wollte dann zu „Stücken“ korrigieren, ließ das dann aber, weil ich dachte „nun, hat er wohl eine Kastenform“… Heißt bei der Kuchenbäckerei so, weil die Backform in der der Kuchen gebacken wird ebenfalls Kastenform heißt. Du würdest solch einen Kuchen als Mathematikaffiner wohl eher als „Quader“ bezeichnen… Obwohl das nicht so stimmt – meistens hat so eine Kastenform einen trapezförmigen Querschnitt…

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  4. Wenn ich so einen tollen Garten hätte, würde ich mein zweites Wohnzimmer daraus machen und nur noch dort schreiben, solange diese Saunatemperaturen anhalten (hier im Westen bleiben wir momentan allerdings unter 30 Grad, gestern Abend hätte ich fast eine Strickjacke gebraucht 😳). Waldspaziergänge sind wunderbar erholsam (aber übertreiben sollte man natürlich nicht 😉).

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    • Schreiben im tollen Garten, im zweiten Wohnzimmer. Das erinnert mich an Jena, wo ich in den Sommerferien im Garten meiner Großeltern unterm blühenden Apfelbaum auf einer klapprigen Schreibmaschine aus den 1920er Jahren geschrieben habe. Genauso stelle ich mkir das bei hypermental auch vor – nur dass er statt auf einer klapprigen Schreibmaschine auf einem etwas moderneren PC schreibt

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  5. Angenehmer Eintrag, finde ich, entspannter als so manche, die zwar gut formuliert sind, sich aber quasi dein Bauch so blähend-wichtigtuerisch vor- und aufdrückt, fast als verbale Wichsshow… Mehr Gelassenheit, die halt stimmen müßte, ist vielleicht wirklich geiler meistens…, wobei…

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