Perseiden 2018 – persönlicher Sternschnuppenrekord: 65 Stück gesehen, darunter meine bisher hellste

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Persönlicher Sternschnuppensichtrekord: 65 Stück in knapp über 2 Stunden!

War eben mit einer guten Zigarre bewaffnet von 23:30 Uhr an im Garten, wo ich mir von einem Liegestuhl aus das Himmelsspektakel der Perseiden anschaute. Die Sicht war nahezu ideal, eine klare Nacht, in der ich sogar das fahle Band der Milchstraße erkennen konnte – was nur sehr selten vorkommt. Meistens ist es hier dazu zu hell, oder zu diesig. Heute war das Maximum der „Laurentiustränen“ (wie die Perseiden auch genannt werden) zu beobachten, eines jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstroms, der aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle besteht. Der Radiant, der scheinbare Ursprung dieses Stroms, liegt im Sternbild Perseus. Deshalb die Bezeichnung „Perseiden“.

Seitdem ich hier in der ländlichen Abgeschiedenheit wohne, konnte ich bereits etliche Sternschnuppenschauer beobachten. Meistens sah ich dabei aber nur ein bis vielleicht zwei Dutzend Meteore. Diese Nacht dann gleich 65 – kann man sich überhaupt so viel wünschen? Man hat ja angeblich bei jeder beobachteten Sternschnuppe einen Wunsch frei…

Die erste halbe Stunde über war die Sicht noch durch eine helle Terrassenbeleuchtung der Nachbarn beeinträchtigt – nachdem diese endlich schlafen gingen, wurde die Sichtbarkeit erheblich besser. Während ich im Kapuzenpullover auf dem Liegestuhl fläzte, zirpten zunächst noch die Grillen, später hörte ich dann nur noch die Mäuse und Igel unter den Büschen rascheln. Außer den Meteoren konnte ich am Himmel im Laufe der gut zwei Stunden auch rund zehn Satelliten oder ausgebrannte Raketenstufen ihre Bahnen ziehen sehen. Perfekte Sicht!

Unter den 65 von mir heute beobachteten Schnuppen waren auch fünf oder sechs besonders helle. Aber die „Nummer 56“ riss mich im wahrsten Sinne des Wortes vom Liegestuhl: Der leuchtstärkste Bolide, den ich bisher in meinem Himmelsguckerleben beobachten konnte! ☄️ Die Leuchtkugel zerfiel am Himmel in mehrere aufglimmende Bruchstücke und zog einen einige Sekunden nachleuchtenden Schweif über den Nachthimmel – „Boahhh! Wahnsinn!“ rufend sprang ich spontan vom Liegestuhl auf…

Gegen halb zwei Uhr bezog sich dann leider der Himmel – einige Wolken behinderten nun die Sicht. Da mir nun vom reglosen Liegen ziemlich kalt geworden war und vom permanenten Starren die trocken gewordenen Augen brannten, ging ich wieder ins Haus und schrieb noch diesen Eintrag. Gute Nacht!

16 Gedanken zu “Perseiden 2018 – persönlicher Sternschnuppenrekord: 65 Stück gesehen, darunter meine bisher hellste

  1. Ich überlege gerade, wie man diesen Eintrag in maximal dreieinhalb Minuten verfilmen könnte unter dem Motto „Wirklich wahr: Alles Show!?“ – Dass du im Besitz einer Sternschnuppensichtzählmaschine bist, glaube ich nämlich nicht so ganz, ebenso wenig, dass man – selbst bei perfekter Sicht – die ausgebrannten Raketenstufen oder sonstigen Weltraumschrott sieht.

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    • Es gibt „Zählmaschinen“, die man z. B. an Einlasskontrollen benutzt, damit man weiß, wieviele Leute man noch reinlassen darf. Ich glaube allerdings nicht, dass Hyper sich eines solchen Hilfsmittels bedient hat, sondern dass er einfach mitgezählt hat. Seiner Gedächtnisleistung traue ich das ohne weiteres zu 😉

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        • Ich weiß ja, „wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…“ (Frisur-Verarsche), aber in diesem Fall verstehe ich Deine Ungläubigkeit nicht. Denkst Du, ich könnte nicht bis 65 zählen? 😠 In den letzten Jahren habe ich hier auf dem Land öfters eine erheblich bessere Sicht auf die bekannten Meteorströme gehabt, als in sämtlichen Jahrzehnten zuvor, die ich in der Stadt lebte, wo man soetwas kaum oder meistens sogar ga nicht sehen kann. Deshalb habe ich begonnen mitzuzählen, wenn ich zum Beobachten mal eine Stunde draußen war. Einmal sah ich insgesamt 14, ich glaube das war bei den vorletzten Quadrantiden. Natürlich weiß ich nicht mehr ganz genau, wieviele Sternschnuppen ich bei einer meiner vielleicht zehn oder zwölf gezielten Beobachtungen innerhalb der sechs Jahre, die ich nun schon auf dem Lande wohne, tatsächlich maximal gezählt habe – ich schreibe das in der Regel nicht auf. Aber mehr als zwanzig waren es sicherlich noch nicht. Deshalb erklärt sich auch meine hocheuphorische Begeisterung, mit der ich gleich noch in der Nacht meinen Eintrag schrieb! 65 Stück hätte ich nie zu sehen erwartet. Die Sicht war nahezu ideal.
          In einer Großstadt wie Bremen ist natürlich die „Lichtverschmutzung“ ein Thema, Du müsstest nachts schon mindestens 20 oder 30 Kilometer weit aus der Lichtglocke der Stadt herausfahren, um solche Sichtverhältnisse zu haben. Wenn es so sternenklar ist, dass man sogar das Band der Milchstraße erkennen kann, sind als schnell ziehende Lichtpunkte in der Regel alle paar Minuten Satelliten zu erkennen. Oftmals handelt es sich auch um „Weltraummüll“ in Form von ausgebrannten Atlas- oder Delta-Raketenstufen… Es gibt sogar Astronomie-Apps, die einem einen aktuellen „Fahrplan“ solcher Objekte anzeigen. Damit finde ich ab und an heraus, wann man die ISS beobachen kann oder einen Iridium-Flare… Frag mal Inorbit, wenn Du nicht glaubst, dass man solche Objekte beobachten kann! Aber Hauptsache erstmal gemeckert und mir mein schönes Himmelserlebnis madig gemacht… Einfach einmal gepflegt die Fr**** halten, wenn man keine Ahnung hat! Oder nimm Dir mal bei wolkenfreiem und dunstfreiem Himmel um Mitternacht ein Taxi und lass Dich in die friesische Pampa kutschieren, dann kannst Du soetwas auch mal sehen. 🙂
          Schöne Grüße!

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        • Sehr cool… 👍
          Google mal, was „Iridium-Flares“ sind, bzw. nach einer App oder Website, die einem anzeigt, wann man am aktuellen Standort besonders helle sehen kann (manche sind im Vergleich zur ISS regelrecht „gleißend“) – ich denke, dass könnte für Dich auch interessant und spannend sein… 🙂 LG!

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        • Ich hatte ja nicht bezweifelt, dass so viele Sternschnuppen am Himmel waren. Ich habe lediglich bezweifelt, dass du währenddessen nichts Besseres zu tun hast als sie zu ZÄHLEN. Ich glaube, nicht einmal mir – als zahlenbessener Mensch – wäre das in den Sinn gekommen. Und genau deshalb habe ich dir das nicht geglaubt.

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        • Ach so… Sorry, falls ich bisschen „dünnhäutig“ rüber gekommen sein sollte mit meinem Antwortkommentar, aber mir stecken gerade noch drei Tage Besuch von einem Hardcoreverschwörungstheoretiker in den Knochen… 😉

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        • Ich bin dir deswegen ja auch nicht böse. Es ist heutzutage eben nicht einfach zu erkennen, was „Verschwörung“ ist, was wahr und was nur gut erfunden. (Ich habe in deinem Eintrag ja im ersten Moment auch ALLES geglaubt. Aber als dann das mit den ausgebrannten Raketenstufen kam, die du gesehen haben wolltest, da habe ich dann überhaupt nichts mehr geglaubt.)

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    • Ja, viel zu hell. Als ich in Großstädten lebte, habe ich dort niemals Sternschnuppen gesehen. Meine erste Sternschnuppe sah ich im Garten meiner Eltern, als ich Teenager war. Das war zwar auch Großstadt, aber am Stadtrand. Mein Vater zeigte mir damals den Leonidenstrom, aber ich konnte mit Mühe überhaupt irgendwelche Meteore erkennen, vielleicht zwei oder drei nahe der Wahrnehmungsgrenze innerhalb einer halben Stunde, oder so… 🙁
      Eigentlich sah ich Sternschnuppen erst, als ich auf meinen Auslandsreisen dann später oftmals in menschenleeren Gegenden übernachtete, etwa im norwegischen Jotunheimengebirge campte. …und dann häufiger und regelmäßiger erst, nachdem ich vor sechs Jahren hierhin raus aufs Land zog. Hier kann man ab und zu auch Satelliten erkennen und bei besonders guter Sicht auch die Milchstraße! Meistens ist die Sicht aber selbst hier durch Lichverschmutzung beeinträchtigt, etwa weil bei einer 50 Meter entfernten Lagerhalle nachts eine helle Lampe die Einfahrt beleuchtet, die erst in der zweiten Nachthälfte ausgeht… LG!

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  2. Ich glaube, diese besonders helle Sternschnuppe, deren Schweif noch sekundenlang nachleuchtete, habe ich auch gesehen, war „meine“ bisher spektakulärste, das war wirklich grandios! Und, Rabi, ja, Satelliten unterschiedlichster Art sind am Nachthimmel auch unschwer zu sichten. Die Milchstraße ist hier bei klarem Himmel stets sehr gut zu sehen. Schön finde ich auch, wenn ich spätnachts dann noch einmal schaue und die Milchstraße dann genau über meinem Haus verläuft … Sternderlschauen ist halt einfach — faszinierend, immer wieder …

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    • Vielleicht haben wir wirklich die gleiche Sternschnuppe gesehen… 🙂 Ich glaube, man muss schon einige hundert Kilometer voneinander entfernt sein, um komplett unterschiedliche Meteore zu sehen. (Mein Vater hat die Extrahelle übrigens unabhängig von mir auch beobachet – aber der wohnt nur zehn Autominuten entfernt) LG!

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