Bullenhitze: Glatzen-Hyper fast so schlimm wie Ungarn?

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WordPress-Blogeintrag Nummer 110 vom Hypermentalen. Die 110 möchte man auch anrufen, damit die was gegen die abartige, nun schon seit mehreren Wochen herrschende Hitze tun. Können sie aber nicht – nur etwas gegen „Erhitzte“, die hitzebedingt durchdrehen… Kürzlich war es hier mal wieder soweit; im Geflüchtetenheim von „Niedergüllestunk“, das hier in unserer Dorf-Metastase quasi zur Nachbarschaft gehört, war vor einigen Tagen spätabends die Hölle los: Wildes Hundegebell (erst seit kurzem wird die dortige Security durch Wachhunde unterstützt), Flüche, lautes Gebrüll, Türenschlagen. Kurze Zeit später fuhr ein Polizeiwagen vor, direkt danach der Krankenwagen und ein Notarzt. Ruhe gab‘s erst, nachdem abschließend noch ein Polizeimannschaftsbus erschien. Ganz so ländlich beschaulich ist es hier nämlich nicht – manchmal fühle ich mich eher an meine Zeit im „dicken B an der Spree“ erinnert. Zu meinen Berlin-Zeiten war immer etwas los, einmal stürmte ein vermummtes Sondereinsatzkommando in schwarzen Schutzanzügen die Nachbarwohnung im Hausflur gegenüber…

Was da vor ein paar Tagen bei den hiesig kasernierten Geflüchteten los war, werde ich natürlich niemals erfahren: Die Zeitungen und die Polizei sind dazu angehalten nicht über solche Ereignisse zu berichten, solange es sich nicht um Kapitalverbrechen wie Mord & Todschlag handelt (ein Ex-Polizeikommissar bestätigte das einem Bekannten von mir gegenüber neulich in einem Gespräch). Den Politikern geht zurzeit dermaßen der Arsch auf Grundeis – bloß alles unter den Teppich kehren, was womöglich dazu geeignet ist, der AfD Wähler zuzutreiben… 😲

Mich wundert es hingegen eher, dass es in jenem Kasten überhaupt noch so friedlich zugeht angesichts der Hitze , die da in den nichtklimatisierten Mehrbettzimmern stehen muss wie nichts Gutes!

110, Bullerei – bleiben wir beim Thema „Bullenhitze“: Heute war es hier wieder bis zum Sonnenuntergang um die 37°C heiß! Deshalb blogge ich momentan auch nicht mehr so häufig. Man kann sich kaum noch konzentrieren. Die Suppe läuft einem in Strömen herab und selbst jetzt gegen 3 Uhr nachts bekomme ich unter dem völlig aufgeheizten Dach von Haus „Zweieichen“ kaum noch Luft vor dem PC hier. Im Arbeitszimmer sind es immer noch deutlich über 30 Grad und die Raumluft steht wie ein Block aus fester sauerstoffarmer Grütze… Erwartet also auch eher eine solche Grütze, als einen feingeistigen, literarisch ausformulierten Blogeintrag!

Dabei gäbe es durchaus recht viel zu schreiben, ereignisarm waren die letzten Wochen jedenfalls nicht. Aber ich bin zu platt, das hier alles ausführlich zu protokollieren…

Unkonzentriertheit durch Hitze – mitunter sehr gefährlich: Andere hatten diesbezüglich erheblich mehr zu verschmerzen, als ich hier in meinem Brutkasten: Kürzlich traf ich mich mit meinen Uralt-Freunden Mitch und Oliver. Oliver, der Klimaforscher wollte eigentlich bis zum vergangenen Wochenende mit den Kindern bei seinen Eltern in „Graustadt“ zu Besuch bleiben, reiste dann aber ungeplant und notfallbedingt bereits zur Wochenmitte wieder nach Norddeutschland ab. Oliver hatte die Kinder bei Oma und Opa geparkt und wollte mit Mitch und mir griechisch essen gehen. Doch unser „Rhodos-Teller“-Mampf wurde von einem Drama überschattet: Olivers Frau war – weil mit den hardcorekatholisch-spießigen Schwiegereltern seit einigen Jahren tödlich zerstritten – zuhause im hohen Norden geblieben und hatte sich dort gerade während unseres Treffens den eigenen Finger püriert! Ich weiß natürlich nicht, ob ihre Unachtsamkeit an der Hitze lag, aber offenbar war sie mit dem linken Zeigefinger in den Pürierstab geraten. Vielleicht wollte sie mit der linken Hand etwas von den Messern abwischen, hatte den Mixer dabei aber noch in der rechten Hand und drückte versehentlich auf den Anschaltknopf. Erst rief die dortige Nachbarin an, die auch einen Notarzt gerufen hatte, später hatte Oliver auch kurz seine Frau am Apparat. Der Finger war dermaßen verhackstückt, dass sie aus dem lokalen Stadtkrankenhaus umgehend in eine Klinik nach Bremen verlegt wurde, die für ihre hervorragende Handchirurgie-Abteilung bekannt ist (womöglich ist unser Blogger-Kollege „Ginger dort im gleichen Krankenhaus tätig, wer weiß) – dort wurde der Finger keine zweieinhalb Stunden nach dem Unglück aufwendig zusammengeflickt. Am Tag nach der OP sagte der Oberarzt, dass sie in drei Wochen sogar wieder Klavier spielen können werde – ihr die Ärzte im lokalen Kreiskrankenhaus aber vermutlich einfach den Finger amputiert hätten, wenn sie dort geblieben wäre… Glück im Unglück also, dass in Bremen so eine hervorragende Spezialklinik existiert!

Hitzebedingte Unachtsamkeit. Wenn das Thermometer auf 36 oder 37 Grad steigt, flitzt auch hier auf der Landstraße alle paar Stunden eine Ambulanz vorbei. Vermutlich füllen sich demnächst wieder die Friedhöfe, weil die Alten in ihren Mansarden verbrutzeln. Wer noch nicht auf dem Fernsehsessel verkocht ist, schleppt sich zu meiner Freude zum Einkaufen in diverse Supermärkte, um mir mit seiner Schweißfahne die Riechnerven zu veröden: Jesus, was für ein Gestank! 🤢 Wie schaffen es manche Zeitgenossen nur, dermaßen abartig die Nase zu beleidigen? Ich stänke selbst dann nicht so verdorben nach Scheiße, Schweiß und Tod, wenn ich mich ein ganzes Jahr lang weder waschen noch umziehen würde! Mehr als einmal musste ich in den letzten Tagen sogar die Kassenschlange wechseln, um nicht umgehend im breiten Strahl kotzen zu müssen… Gibt da tatsächlich etliche Leute, die riechen wie ein in Schweinegülle & Fischfond mariniertes Schnitzel, das man für etliche Tage auf ein heißes Blechdach gelegt hat!

Supermarkteinkäufe bestanden bei mir während der vergangenen Hitzetage meistens aus Speiseeis und Kaltgetränken. Eigentlich vertrage ich kein Milcheis und bekomme davon schnell Durchfälle – aber mir ist das momentan scheißegal! Die kühle Erfrischung ist die Scheißerei wert! Habe da auch kürzlich etwas für mich neues entdeckt – Plombir! Sahneeis nach Moskauer Art. Offenbar hatte Eis aus der russischen Hauptstadt hinter dem Eisernen Vorhang einen ähnlich legendären Ruf, wie bei uns im Westen „Gelati“ aus Italien… Da Philomena und ich in der letzten Zeit ganz gerne mal ein paar Supermarktprodukte aus dem für uns weitgehend unbekannten „Russensortiment“ ausprobieren (u.a. haben wir da Buchweizenwaffeln – ähnlich wie die bekannten Reis-, Dinkel- oder Maiswaffeln, nur eben aus Buchweizen, und einen leckeren Dorschkaviar-Brotaufstrich für uns entdeckt), griff ich auch beim vom Osteuropaimporteur „Dovgan“ angebotenen Plombir-Eis zu. Gehaltvoll, aber köstlich bei der Hitze… Als Steigerung vom normalen Plombir gibt’s da noch eine spezielle „Schwarzmeer Edition“ mit Salzlakritzsoße. Die wird momentan von mir „gesuchtet“… 😉

0133 Plombir

Sommerhitze. Eis essen. Sonne. Alles schön, aber 37 Grad im Schatten sind mir persönlich zu heftig… Das einzige wirklich „Anstrengende“, das ich während der Bullenhitze draußen noch gemacht habe, war es, einen Zaun zwischen Garten und Vorgarten zu ziehen. Der ist leider hier nötig geworden…

Wir haben nämlich in den letzten Wochen gleich zweimal verdammtes Glück gehabt, gerade noch rechtzeitig hinzugekommen zu sein: Das eine Mal war, wie bereits hier im Blog berichtet, als ich gerade noch rechtzeitig mitbekommen hatte, dass unsere Landschildkröte in der prallen Sonne auf den Rücken gefallen war und unmittelbar vorm Hitze-Tod stand (inzwischen geht es „Kröt“ zum Glück wieder gut), das andere Mal konnte ich gerade noch in letzter Sekunde verhindern, dass wir hier neue Türschlösser gebraucht hätten: Als ich nach irgendwelchen Erledigungen mit dem Wagen den Privatweg zum Haus hochfuhr, kam mir ein dunkelhäutiger kleiner Junge in kurzen roten Hosen entgegen, der mich anschaute, als ob ich der Leibhaftige sei und dann Fersengeld gab. Ich dachte mir nichts dabei, denn es kommt schon mal vor, dass Kinder aus der Asylantenunterkunft einen Ball in den Weg schießen und ihn dann holen müssen… Nachdem ich das Rolltor an der Garage runtergefahren hatte, brachte ich noch die Mülltonnen durch die merkwürdigerweise offen stehende Gartenpforte (die bei uns noch nie abgeschlossen wurde, weil ich dafür bei der Hausübergabe gar keinen passenden Schlüssel bekommen hatte), fand ich dort im Gras liegend Philomenas Schlüsselbund. Ich dachte, sie hätte den dort womöglich verloren. Aber es war wohl anders: Meine Mitbewohnerin hatte ihren Schlüsselbund im Garten hinterm Haus am Garagenhintereingang stecken lassen, um nur kurz etwas aus dem Haus zu holen, als der kleine Junge offenbar durchs unabgeschlossene Tor in den Garten schlich und dort spontan den Schlüssel gemopst hat! Als er mich unerwartet mit dem Auto auf ihn zufahren sah, hat er den Schlüssel vermutlich am Gartentor fallen lassen, damit ich ihn damit nicht sehe und erwische… Da der Bub noch ziemlich klein war, denke ich nicht, dass er aus irgendwelcher kriminellen Absicht heraus gehandelt hat – vermutlich fand er Philomenas im Türschloss steckenden Schlüsselbund einfach nur interessant und „niedlich“, denn als Schlüsselanhänger fungiert dort ein kleiner Plüsch-Waschbär.0134 Waschbär Dennoch wurde uns nun bewusst, wie leicht man bei uns einfach hinten in den Garten gelangen konnte. Wer weiß, vielleicht hat der kleine Junge im Heim ja ältere Brüder, denen er davon berichtet. Deshalb betonierte ich bei abartiger Hitze ein paar Zaunpfosten ein (zu diesem Zwecke musste ich zuvor mit dem Elektromeißel stundenlang alte Betonfundamente im Boden zerlöchern, die dabei im Weg waren) und zog ein paar Tage später einen hohen Drahtzaun als Grenzbefestigung – bisher hatte es dort nur ein kniehohes Mäuerchen und eine schüttere Hecke gegeben, die kein wirkliches Hindernis darstellten. Das Tor ohne Schlüssel bekam noch eine Eisenkette mit Vorhängeschloss verpasst – fertig!

Ich bin Österreich, ich bin Ungarn! Ich bin das hässliche Europa! Ich baue Grenzbefestigungen gegen Flüchtlinge! Soweit ist es also schon mit mir gekommen… Demnächst nenne ich die Garage in „Ankerzentrum“ um. Seehofer lässt grüßen. Die Mauer steht also wieder. Jetzt auch in „Zweieichen“. In zwei Tagen bekomme ich Besuch von Rudi, meinem durchgebratenen Kumpel aus Berlin – der kann als gelernter DDR-Bürger ja mal das Werk begutachten – fehlen nur noch Hundelaufgassen und Selbstschussanlagen…

Ich könnte jetzt noch ellenlang über diverse Ausflüge und Aktivitäten berichten, u.a. war ich mit Philomena neulich am größten See unseres Bundeslandes unterwegs. Aber all diese Themen sprengen jetzt wirklich den Rahmen dieses Eintrages und die Hitze lähmt meinen Schreibelan. Vielleicht greife ich gleich noch zu einem Nacht-Plombir – auf das0131 Haare schön mein nächster Morgenschiss beflügelt werde! Gibt überhaupt allerlei sommerliche, hitzewellenbedingte Phänomene, über die man noch berichten könnte, etwa darüber, dass die intensive Sonnenbestrahlung Philomenas Haarfarbe verändert – sie bekommt jetzt ein paar interessante andersfarbige, hellere Strähnen, die fast ein bisschen wie vom Frisör gemacht aussehen… Aber wie gesagt, mir ist einfach momentan zu heiß zum bloggen…

Hypermental frisst Russen-Eis. Etwa ein heimlicher Putin-Fanboy? Rudi kommt schließlich bald zu Besuch und der ist ja fast schon so ein halber Putin-Buttplug, wie viele dieser esoterisch angehauchten Verschwörungsdeppen. Wird sicherlich ein konspiratives Treffen! Womöglich schon ein halber „Reichsbürger“, der verschroben-selbstexilierte Hypermentale – befestigt Haus und Hof mit Grenzsperranlagen gegen Migranten… Allerhand! Zur hitzebedingten Spontanradikalisierung passt dann wohl auch aufs Trefflichste meine neue Sommerfrisur:

0132 Sommerfrisur

Haare werden überbewertet!  😉

10 Gedanken zu “Bullenhitze: Glatzen-Hyper fast so schlimm wie Ungarn?

  1. Oh – bloß kurz zu den Fotos: Philomena wie die Kinder von unserer Federfarbenfee vornehm rückwärts festgehalten. Supi Haarpracht! Und Du – kanns gar nicht glauben, ist bestimmt nicht wahr. 😉 Wen ich in Deinem Gesicht alles wiedererkenne, spar ich aus, geht so zuweit, aber alles voll klasse. 😎

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  2. was sind eigentlich kaltgetränke? getränke, die einen kaltmachen? oder getränke, die man nicht kühlen muss, damit sie kalt sind? wir bekamen nun während der hitzewelle von unserer geschäftsleitung ebensolche kaltgetränke versprochen – ich war gespannt, was sich dahinter verbarg… und o wunder: stinknormales mineralwasser bekamen wir, dass man erst noch in den kühlschrank legen musste, damit es kalt wurde. scheiße, dachte ich, das sollen kaltgetränke sein? warum nennt man die so?

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    • Hatte neulich auch eine fürchterlich schmeckende Lakritzschokolade gekauft – gibt aber auch leckere Ausführungen in dieser Geschmacksrichtung: Ich hole mir öfters die schwedische Salzlakritzschokolade von Marabou… Die finde ich genial gemacht.

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