Fräulein Rakete

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0129 Logo Rakete

In einem Blogeintrag von rabi und speziell in den Kommentaren dazu ging es kürzlich um Tanten, die keine sind, aber in unseren Kindheitstagen so genannt wurden. Kindergartentanten sowieso, aber eben auch Bekannte der Familie, die sprachlich „vertantet“ wurden: So war beispielsweise die alte Nachbarin meiner Oma für mich als kleiner Stöpsel die „Tante Erna“ und eine Freundin meiner Oma war die „Tante Trudchen“

Was mich, als ich zusammen mit meiner Großmutter jenes Trudchen besuchten, das meine Oma noch aus gemeinsamen Vorkriegszeiten in Ostpreußen kannte, aber mit meinen damals gerade einmal drei oder vier Jahren am meisten beeindruckt hatte war, dass Tante Trudchen ihrerseits noch eine Bekannte bei sich zu Besuch hatte, die „Fräulein Rakete“ hieß! Im ernst jetzt – das war wohl ihr richtiger Nachname: Rakete!*

Ältere, unverheiratete Damen nannten sich damals ja durchaus noch „Fräulein“… Heute finde ich, dass sich „Fräulein Rakete“ schwer nach einer Burleske-Theater-Künstlerin aus Berlin anhört… 😉 „Verehrtes Publikum, sehen sie nun das unglaubliche, atemberaubende und einzigartige Fräulein Rakete! Applaus, Applaus, Applaus!“

0130 Header Rakete

*Habe mal eben den berühmten Fotografen Jim Rakete gegoogelt: „Jim“ ist ein Künstlername, aber „Rakete“ eben nicht! Offenbar ist Rakete eine eingedeutschte Version des französischen Namens „Raquette“, der mit zugewanderten Hugenotten im 17. Jahrhundert ins Land kam.

8 Gedanken zu “Fräulein Rakete

  1. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich war gestern zu genervt, weil die Nachbarn im Garten Müll verbrannt haben, was immer verboten ist – zusätzlich haben wir zur Zeit absolutes Feuerverbot.

    Spannende wieder einmal.

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  2. Als wir mal mit Tante Ursel mit dem Auto unterwegs waren, sass sie mit zweien meiner Kinder auf der Rückbank. Sie war eingeschlafen und ihre Handtasche auf den Boden runtergerutscht. Eins der Mädchen hob sie auf und gab sie ihr mit den Worten: „Tont Ürssül, ton sac.“ Darauf sie barsch: „Das ist kein Sack, das ist eine Handtasche!“

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  3. Ich habe auch eine Tante Erna. Eigentlich die Stiefscousine meiner Mutter, Erna heißt sie nicht wirklich. Es gab wohl mal anno dazumal Erna-Witze und irgendwie ist dieser Vorname an ihr kleben geblieben, selbst ihr Ehemann nennt sie so.

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