Unten am Fluss – Grüße aus dem Sommerloch!

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Hat der Depp schon wieder Grippe, oder haben sie ihn nun endlich weggesperrt, oder was? Vierzehn Tage kein hypermentales Geblöke Geblogge mehr – Fluch, oder Segen?

SOMMERLOCH

Es gäbe eigentlich so viel zu schreiben, zumal der politische Wahnsinn zu WM-Zeiten (in denen das gemeine Dummvolk von Brot und Spielen weitestgehend ruhig gestellt ist) bekanntlich gehörig zunimmt. Wenn der Wähler abgelenkt ist, ist die Gelegenheit günstig, ein paar menschenverachtende, ekelhafte, unpopuläre Gesetzte durchzuwinken. Dumm nur, dass Jogis Gurkentruppe dieses Mal so schnell das Handtuch geschmissen hat – so blieb nur ein bisschen Zeit für halbherziges Sommertheater à la Drehhofer.

Obwohl es eigentlich keine WM-Nebelwand zur Ablenkung mehr braucht: Die bornierten Stumpfsinnigen lenken sich schon freiwillig selber ab mit Selfies, Foodporn und Nebenkriegsschauplätzen für sinnlose Debatten. Es wird eben lieber über „flores y mujeres“ gefochten, als über die menschliche Zukunft auf dem verrottenden Planeten. Horrorclowns betreiben Weltpolitik – die globale Temperatur steigt nicht nur physisch, sondern auch psychisch: Menschheit im Fieberwahn! Angesichts hitziger Überdrehtheit, die auf einen unheilvollen Ereignishorizont zustrebt, denken Menschen meines Kalibers gerne gleich den 2. Hauptsatz der Thermodynamik im Hinterkopf mit… Die Entropie nimmt unweigerlich zu.

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Soll ich also abermals den Pharisäer geben und moralisierende Tiraden auf die Leserschaft abfeuern, die dieser gar nicht allzu sehr bedarf, weil sie, als oftmals zumindest semiintellektueller Verbund quasi teilerhoben über die Durchschnittsbevölkerung, meine traurige Kolumne hier verfolgt? Der unreflektierte Blödwähler, der dümmlich grinsend dem schwarzen Loch entgegensegelt, bloggt nämlich nicht und er liest auch keine Blogs. Er liest eher gar nichts. Vielleicht noch die Bild-Zeitung, wenn es hoch kommt. Bringt also nichts, wenn ich hier allzu oft einen auf Augiasstallausmister mache und die Scheiße ins Publikum zurückschippe. Dort trifft es zu wenig Richtige… (Leser, das war ein Kompliment an Euch! Habta getz gemerkt, wa?)

Sommerloch. Wolfgang J. Reis bemerkte dazu einmal: „Die Steigerung von Sommerloch: Sommerloch, Sommerlöcher, sommerlächerlich…“ Also doch Banales für einen bananenrepublikanischen Birneweichheits-Smoothie? Auf Selfies habe ich gerade keinen Bock (man schwitzt im Sommer immer so übel und bekommt Hitzepickel, Sonnenbrand, allergische Triefaugen, etc.), also Foodporn: Feststellung: Momentan mag ich zum Frühstück gerne Vollkorntoastbrötchen, die ich – halbiert und frisch geröstet aus dem Toaster gefischt – mit einem Champignon-Zwiebel-Bio-Brotaufstrich bestreiche und mit luftgetrocknetem Wildschweinschinken belege… Njam – lecker! Punkt. Geile Sache, was?

Wen interessiert eigentlich Foodporn? Fotos und Beschreibungen vom Essen anderer Leute? Auf Facebook! Auf Instagram! Die Entropie nimmt zu… Demnächst hammwa dann Shitporn. Auf „Fecesbook“. Eine Art Instagram für Arschgesichter. Geilomat.

Ach, Sommerloch. Deshalb wollte ich eigentlich schreiben, warum ich länger nicht schrieb. Sommerloch hatte. „Boah, ich hab Sommerloch! Ganz schwerer Fall davon sogar!“ Sommerkrank. Zu heiß im Schlafzimmer. Kopfschmerzen, Mückenstiche, Schlafmangel. Auch zu heiß im Arbeitszimmer. Man schreibt nur noch das Nötigste. Und bloggt nicht. Zu heiß. Zu sommerlich. Zu sommerloch

Urlaub kann man auch nicht mehr machen, zu voll überall. Leute. Bald 8 Milliarden. Einige ersaufen gerade. Europa macht die Grenzen ein bisschen dichter. AfD-Hofer fast schon, dieser Drehhofer, wenn er seine muttiabgewandte Seite aufblitzen lässt… Im Mittelmeer sichten sie jetzt vor Mallorca auch schon mal einen weißen Hai. Gibt nun mehr Happa-happa. Kann man keinen Urlaub mehr machen dort – wer badet schon gerne im Leichenwasser? Ich vertrage diese entropische Hitze nicht. Früher war ich auch mal am Mittelmeer urlauben, oder im Orient. In Indien. Inzwischen mag ich mehr die Kühle. Zumal selbst hierzulande städtisches Pflaster langsam zu heiß wird: Zunehmende Entropie.

In meinem selbstgewählten, ländlichen Exil ist es hingegen noch ein bisschen ektropisch. Nur lauwarm. Heiß genug. Nicht allzu entropisch. Noch ektropisch. Eher gechillt. Nonchalant hinterm Gartenzaun. Oder unten am Fluss.

Sommerloch heißt hier: Unten am Fluss sein. Unser leichenloses Mittelmeer. Sommerloch heißt Blogloch. Es wird nicht geschrieben, sondern in die Sonne gegangen: Unten am Fluss liegt unser Mallorca. Die schreibtischabgewandte Seite des Erdballs. Dort wo nicht gebloggt wird. Ich bin dann mal weg:

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Unten am Fluss – Grüße aus dem Sommerloch!  

6 Gedanken zu “Unten am Fluss – Grüße aus dem Sommerloch!

  1. Ich weiß nicht, ob Jedem der Begriff „Entropie“ bekannt ist. Eine mögliche (nicht-physikalische) Definition wäre: „Entropie ist Informationsmangel, dessen Größe an dem Aufwand gemessen wird, der zur Behebung dieses Informationsmangels erforderlich wäre“. Nun alles klar?
    Wird es den Mittelmeerfischen bald so ergehen wie einst dem Victoriabarsch, der nicht mehr verkauft wurde, weil er aus Leichenwasser gefischt worden war?

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