Liste von „Autos, die ich mir fast einmal gekauft hätte“ (es gibt „sinnvolleres“, als diesen Beitrag zu lesen, etwa Staubsaugen, etc.)

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Heute bekam ich auf WordPress irgendwie einen leichten „Auto-Trigger“; gleich mehrfach kam mir im WP-Reader Automobiles vor die Nase – zum einen schrieb Bloggerkollege „bonanzamargot“ über einen grünen Ferrari in seinem Kiez, der in Wirklichkeit ein Lamborghini war, und zum anderen las ich beim mir schon seit Jahrzehnten von myTagebuch bekanntem Kollegen Schreibman von dessen Überlegungen, sich eventuell einen Wagen mit Automatikgetriebe zu kaufen. In jenem Eintrag zeigte er auch ein Foto des aktuellen Gefährts samt „fröhlichem“ Kennzeichen… 😉

Ich könnte das ja nicht – so offen schreiben. Rabi hat in unserer hiesigen, überschaubaren myTagebuch-Autoren-Diaspora-Community aktuell eine kleine Debatte über „Privates“ und dessen „Veröffentlichung“ angestoßen. Für mich gehört zur öffentlichen Privatheit zwingend Anonymisierung hinzu. Deshalb bin ich fast ein bisschen neidisch auf Schreibman, der ja sogar ganz entspannt unter dem Namen „dieterkayser“ bloggt… Aber zum einen ist er als Pensionär prinzipiell aus allem raus, und zum anderen schreibt er ja gleichermaßen nett-charmant und über jede Kritik erhaben. Ich polarisiere hingegen durchaus häufiger, pisse manchem ans Bein und lehne mich als zynischer Zwischenrufer mitunter bis zum Rande der Demagogie reichlich weit aus dem Fenster des guten Geschmacks. Der Wunsch nach Anonymität ist also durchaus verständlich – zumal es meinen Vor- und Nachnamen in dieser Kombination weltweit offenbar nur einmal gibt…

Deshalb möchte ich – trotz Automobil-Trigger – nicht über unser aktuelles Auto fotobloggen. Oder über meine vorhergehenden Vehikel aus der Vergangenheit. Am längsten fuhr ich bekanntlich (u.a. aus diesem Blogeintrag) von 2003 bis 2017 mein Sportcoupé – insgesamt eine Viertelmillion Kilometer weit und einmal sogar bis ans Ufer der Barentssee. Um meine Anonymität zu wahren, veröffentlichte ich aber niemals Fotos dieses Vehikels und verriet auch auf myTagebuch nur ganz selten mal die konkrete Marke und Baureihe…

Wenn ich also nicht über die Autos, die ich tatsächlich besaß berichten kann – weil ich mich nicht aus dem Schutz meiner Anonymität wage – kann ich zumindest von jenen Fahrzeugen erzählen, die ich „fast“ besessen hätte… 😉 Vielleicht ist das ja auch halbwegs interessant für meine Leser. Obwohl ich oft gar nicht weiß, wer so etwas überhaupt interessant finden sollte – zumindest unter normalen Leuten, die nicht massiv einen an der Waffel haben! 😜 Ich gebe hier prinzipiell doch meistens nur irgendein Geschwafel von mir, wenn ich mal einen Eintrag schreibe, bzw. wenn mich Philomena mal einen Eintrag schreiben lässt und nicht wieder nörgelt, dass es „besseres“ (etwa Staubsaugen, etc.) gäbe, als solch einen Schwachsinn aufschreiben und damit stundenlang seine Zeit zu verschwenden. In der irrigen Annahme, es gäbe dafür ein Publikum. Nun, „echte“ Blogger haben ja auch tausende von Followern, monetarisieren ihr Weblog, werden zum Influencer, bekommen allerlei Gratiszeug von der Industrie, das sie dann im Blog/auf Instagram/auf YouTube vorstellen – können davon leben. Von meinem Geschreibsel kann ich nicht leben – ich verschwende lediglich Lebenszeit damit. Zeit, in der man auch Geld verdienen könnte. Oder „sinnvollere“ Dinge (etwa Staubsaugen, etc.) erledigen. Nachdem ich dann meine Zeit mit dem Schreiben verschwendet habe, verschwende ich noch Eure Zeit, die Ihr dann zum Lesen braucht – statt „wichtigeres“ zu tun (etwa Staubsaugen, etc.).

Nun gut, ich werde also einen gehörigen Teil Eurer wichtigen Freizeit verschwenden und in meinem freaky-uninteressanten Blog über Autos berichten, die ich mir fast einmal gekauft hätte… 😉 Damit meine ich nun nicht unbedingt irgendwelche unerschwinglichen Traumwagen, wie einen Wiesmann GT MF4, oder gar MF5:

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Ich gebe es ja offen zu: Als kaum dem Autoquartettspielalter entwachsener Jungspund, der noch an den Weihnachtsmann glaubte, bzw. daran, dass man später fast zwangsläufig mindestens den Lebensstandard des eigenen Elternhauses erreichen würde, ging ich durchaus noch davon aus, mir irgendwann solche Karren zulegen werden zu können. Selbst ein paar Jahre später, als ich mit Giulia verlobt war, dachte ich – wenn so ein Wiesmann auf der Autobahn an uns vorbeiröhrte – noch: „Mal gucken, vielleicht hole ich mir irgendwann auch so einen.“ Immerhin wiesen meine Wege damals in Richtung eines gewissen Jet-Set-Lebens. Man knüpfte ein paar interessante Kontakte und ging davon aus, dass man langfristig auch wirtschaftlich auf immer grünere Zweige käme.

Dennoch meine ich nicht irgendwelche fahrfähigen Tagträume, also Fahrzeuge, die man sich vielleicht gerne einmal kaufen würde, sondern mit den „Autos, die ich mir fast einmal gekauft hätte“ solche, bei denen ich mir bereits Prospekte geholt hatte, Ausstattungslisten zusammengestellt, oder bereits eine Probefahrt gemacht. Also Karren, bei denen ich irgendwann ziemlich kurz vorm konkreten Kauf stand. Das waren bisher:

🚦 2003 ein BMW-Geländewagen. Damals war der X3 brandneu auf den Markt gekommen. Ich hatte meinen ersten Wagen (aus Anonymitätsgründen, verrate ich nicht, welcher das genau war, sondern nur, dass es sich um einen sportlich abgestimmten Kompaktklasse-Zweitürer mit Schrägheck handelte, den ich mir, sowohl gegen Ende meines Erststudiums, als auch gegen Ende der 90er Jahre, teils von meinen Ersparnissen und teils dank einer wohlwollenden Unterstützung seitens der Oma als Neuwagen gekauft hatte) binnen eines halben Jahrzehnts bis an die 100.000-km-Marke gefahren, und brauchte dringend erheblich stärker motorisierten Ersatz: Das 4-Meter-20-Wägelchen war inzwischen eindeutig nicht mehr „hyperesk“ genug für den aufstrebenden hypermental und musste deshalb dringend ersetzt werden. 2003 war ich auf der Höhe meiner „wilden Jahre“ (wenn ich überhaupt jemals so etwas hatte, dann zu jener Zeit), ich berichtete damals schon auf myTagebuch von meiner Autokaufabsicht. Zwei Wagen standen letztendlich zur Auswahl: Das Sportcoupé einerseits und der BMW X3 andererseits. Ich machte damals ziemlich häufig Roadtrips durch Nordskandinavien und liebäugelte deshalb mit einem Allradauto. Damit würde ich nochmals abenteuerlichere Pisten befahren können, als ich sie meinem Kompaktklasse-Coupé bereits zumutete. Außerdem konnte man sicherlich reichlich Camping-Ausrüstung in solch einem SUV unterbringen.

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Fast hätte ich also anno 2003 im Sommer einen BMW X3 bestellt. Doch dieser war gerade erst auf den Markt gekommen – ich befürchtete, dass der Wagen deshalb diverse Kinderkrankheiten der Nullserie haben könnte, und nahm wieder Abstand von einer Bestellung. Außerdem war ich noch keine SUV-50, sondern gerade erst jungschnöselige Sportwagen-30. Deshalb entschied ich mich für das Sportcoupé, welches ich mir dann zu meinem 30sten Geburtstag selber schenkte bzw. am Nachmittag jenes Geburtstages in einem Autohaus bestellte. Das Coupé erschien mir damals mit seiner flach-geduckten Silhouette und den Breitreifen auf riesigen Felgen deutlich „hyperesker“, als solch ein dickleibiges, ein wenig plump ausschauendes SUV („das“ SUV oder „der“ SUV? Geht im Deutschen wohl beides)…

🚦 2006/2007 ein riesiger Chrysler-Kombi. Das Sportcoupé hatte nun an die 100.000 km auf der Uhr und ich war mit Giulia verlobt. Wir waren dauernd quer durch die Republik unterwegs und manchmal gab es nun mehr zu transportieren, als in das Coupé passte. Ein Kombi musste her. Aber 5er-BMWs, E-Klasse-Benze, oder gar die entsprechenden Produkte von Audi oder VW waren eindeutig langweilige Familienkutschen… Hey, wir waren jung und exzentrisch! Hey, wir betrieben damals nebenbei eine Kunstgalerie! Hey, wir fanden handelsübliche Mainstream-Kombis damals fad… Es sollte also ein Chrysler 300C Touring angeschafft werden.

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Was für ein Hobel! Damit konnte man schon ein bisschen provozieren… 😉 Also die perfekte „Familienkutsche“ für ein nonkonformistisches Pärchen wie uns damals. Für den September 2007 war die Hochzeit konkret angedacht – vielleicht irgendwann später auch einmal Kinder…

Aber es kam bekanntlich anders und deshalb auch kein Dickschiff von Chrysler in die Garage (obwohl das ein ziemlich guter Wagen gewesen wäre – war auch kein echter „Ami“, sondern ein Wagen, der damals von Daimler-Chrysler im österreichischen Graz gefertigt wurde, und unter dem barocken Blech im Prinzip technisch eine Mercedes-E-Klasse war). Zum einen wollte Giulia kurz vor Kaufabschluss plötzlich einen eignen Zweitwagen, ihr schwebte ein Volvo C30-Coupé vor – jenes Lifestyle-Wägelchen mit der Glas-Heckklappe. Weil wir damals mitten in der Innenstadt von „Shangri-La“ lebten, stand uns nur recht begrenzter Parkraum zur Verfügung – lediglich einen einzelnen Tiefgaragenplatz hatten wir damals sicher, den natürlich Giulia gleich für ihren Zweitwagen reklamierte. Mit meinem 5-Meter-4-Brocken hätte ich mir also draußen in den engen Gassen irgendwo einen entsprechenden XXL-Parkplatz suchen dürfen – in einer Gegend, in der freie Parkplätze vermutlich an die eigenen Kinder vererbt wurden… 😠 Zum anderen verzichtete Giulia dann zwar doch auf ein zweites Auto – dafür rauschte sie jetzt aber beruflich ab in den Orient, wo sie dann auch gleich blieb. Und Anfang 2007 in Dubai mit mir Schluss machte. Und von einem Ägypter schwanger wurde. Und diesen dann gleich ein paar Monate später heiratete. Angesichts dieser Häufung von lebensplanungsmäßigen Turbulenzen war mir dann auch nicht mehr so wirklich nach Autokauf. Deshalb wurde der Chrysler 300C Touring auch nur „fast“ gekauft.

🚦 2008 ein Mini Clubman. Giulia war weg und ich brauchte nun einen Tapetenwechsel – deshalb lebte ich jetzt in Berlin-Friedrichshain, wo der riesige Chrysler ein echter Klotz am Bein gewesen wäre, weil es hier noch weniger freie Parkplätze gab, als in den Innenstadt-Gassen von „Shangri-La“. Nicht einmal einen eigenen Tiefgaragenparkplatz hatte ich nun zur Verfügung – deshalb war ich auf die raren Straßenrandparkplätze angewiesen, die nach stundenlangen Suchfahrten durchs Viertel überhaupt irgendwann einmal frei wurden. Der Chrysler wäre XXL gewesen, aber auch mein Sportcoupé, das ich stattdessen behalten hatte, war immer noch Größe L – die freien Parklücken hatten hingegen eher XS. Oftmals quälte sich irgendwo in Spreenähe ein kleiner Twingo aus seiner Lücke und ich hatte dann trotz freiem Parkplatz das Nachsehen, bzw. hätte allenfalls unter Produktion eines größeren Blechschadens dort noch halbwegs irgendwie einparken können. Es musste also ein neues Vehikel her – bitte deutlich kürzer! Aber bitte auch noch geräumig genug für beruflich bedingte Transportfahrten! Und dann bitteschön auch noch trotzdem „hyperesk“ genug! Also „Spannung, Spiel und Schokolade“ – das „Überraschungs-Ei“, das dabei herauskam hieß Mini Clubman:

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Auf dem Papier war der Wagen bis ins kleinste british-racing-greene Ausstattungsdetail bereits geplant. In Berlin-Hellersdorf war ich auch schon beim Mini-Händler gewesen. Doch „icke“, der Neuberliner, setzte meinen Friedrich-Wilhelm dann doch nicht unter einen entsprechenden Kaufvertrag. Es kam bekanntlich wieder einmal anders, als geplant. Die Berliner Luft bekam mir nicht besonders gut. Meine Kurz-Affäre Mandy, der hypermentale Klogriff ins Unterschichtenmilieu, entwickelte sich zur fanatischen Stalkerin, die mittels eines Heeres von aufgewiegelten Dritten alles zu Fall brachte, was ich mir in Berlin beruflich aufbauen wollte. Und mich dann auch gleich noch mit. Es begann mein monatelanger, völlig zermürbender Prozess vor dem Berliner Landgericht gegen Mandy, der mich fast den letzten Nerv und das letzte Hemd kostete. Die Stalkerin hatte mir meinen Kundenstamm kaputt gemobbt und meinen Ruf aufs Schwerste beschädigt. Zum Glück bestellte ich angesichts dieser Lage dann doch keinen Neuwagen. Weise Entscheidung, denn sonst hätte mir die Kohle für Anwälte und Gutachten gefehlt. Außerdem lebte ich in Berlin von der Substanz. Beruflich lag ich mit gebrochenem Kreuz in einem Trümmerfeld. Karriereende. Ich wurde ziemlich depressiv und ging nicht mehr vor die Tür. Hätte ich den Mini Clubman bestellt, wäre ich schon Ende 2008 pleite gewesen – so hielt ich dann von meinen Ersparnissen noch bis zum Herbst 2009 durch, bevor ich an der Spree meine Zelte abbrach und zurück in vertrautere Gefilde floh. Hier gab es Sozialkontakte, Familie – und auch ein paar verbliebene Stammkunden, die noch zu mir hielten. „Shangri-La“ reloaded, aber auch Mini Clubman adé!

🚦 2010/2011 ein Thunderbird-Cabrio. Dieser Wagen sollte das letzte Auto werden, das ich mir fast gekauft hätte… In einem heruntergekommenen Mietshaus in einem abgelegenen Vorort von „Shangri-La“ leckte ich meine Wunden und sortierte mich nach meiner Berlin-Experience wieder neu. Zunächst begrub ich alle Autokaufpläne und fuhr weiterhin mein treues Sportcoupé – nun schon erheblich länger als jemals geplant. Aber irgendwann kam auch etwas Geld rein und damit wieder ein Hauch spleenigen Selbstbewusstseins. Vielleicht schlug nun auch die Midlife-Crisis zu, denn ich setzte mir ein paar automobile Flausen in den Kopf: Warum musste es denn unbedingt immer gleich ein Neuwagen sein? Ein Gebrauchtwagen würde es doch auch tun! Und was für einer: Ein amerikanischer Ford Thunderbird von 2002:

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Das 2002er Modell des Thunderbirds wird in den Staaten auch „Retro-Bird“ genannt, weil er im Design ein paar Merkmale seiner Vorgängermodelle aus den 50er und 60er Jahren wieder aufnahm. Eindeutig ein sehr „hyperesker“ (und midlife-crisis-verdächtiger) Zweisitzer! Mit offenem Verdeck könnte man darin sogar ein paar sperrigere Dinge transportieren… Außerdem hatte ich als noch weihnachtsmanngläubiger (s.o.) Jungspund anlässlich meines ersten Autokaufes einstmals herumgesponnen, es begänne nun womöglich ein Gesetz der Serie: 4 Zylinder, 6 Zylinder, 8 Zylinder, 12 Zylinder… Ich lag also noch im Plan, denn nach Kompakt-Zweitürer (4) und Sportcoupé (6) hätte das US-Cabrio im showcarmäßigen Retrolook einen V8-Motor gehabt…

Aber es kam bekanntlich anders… Mir war schnell klar, dass ich bei einem nicht offiziell nach Europa importiert-werdenden Amerikaner diverse Probleme zu erwarten hätte. Bei Reparaturen womöglich wochenlang auf Ersatzteile warten zum Beispiel… Die Versicherung war auch entsprechend hoch. Angesichts vom Kontostand zwar nicht völlig unmöglich – aber midlife-crisis-würdig unverantwortlich. In jener Wohnung über dem stinkenden Imbiss hatte ich zwar finanziell wieder ein wenig Wind unter die Flügel bekommen. Aber nicht in einer Weise, die man mit den Zeiten vor Berlin vergleichen konnte. Im Prinzip hätte ich für einen gebrauchten Retro-Bird fast sämtliche Ersparnisse hinblättern müssen, die ich nach der 2009er Pleite wieder mühsam zusammengeklaubt hatte. Kompletter Blödsinn also!

Bei den anderen automobilen „Fast“-Käufen war ich bereits näher dran gewesen: Beim X3 war es eine spontane Bauchentscheidung gegen jenes SUV und stattdessen fürs Sportcoupé gewesen, den Chrysler hatte ich schon ausgiebig Probe gefahren und dann doch den Händler enttäuscht, der Winz-Kombi von Mini wäre auch haarknapp schon bestellt gewesen, bevor Mandy und ihre Mannen dazwischen kamen. Den Ford Thunderbird schlug ich mir dann schon nach wenigen Tagen und ein bisschen Herumgesurfe auf den einschlägigen Gebrauchtwagen-Portalen wieder aus dem Kopf. Der Unterhalt wäre wohl recht kostenintensiv (auch durch den Benzinverbrauch!) geworden. Gut, dass ich damals meine Kohle nicht für solch einen teuer zu unterhaltenden Exoten ausgegeben habe, sondern sie noch ein wenig zusammen hielt. Denn ein knappes Jahr später hatte ich Philomena, meine heutige Mitbewohnerin, kennen gelernt und wollte deshalb unbedingt aus dieser unsäglichen Frittenbude raus: Philomena bräuchte aus gesundheitlichen Gründen auf jeden Fall ein ruhiges, schönes Haus auf dem Lande! Sie war damals gerade einmal ein paar Monate nachdem ich sie erstmals getroffen hatte, aus jenem schönen, alten Haus mit Garten geflogen, in dem sie bis dahin zwar extrem zurückgezogen, aber dennoch recht ruhig und friedlich lebte, und musste notgedrungen wieder bei ihren Eltern einziehen. Ich wollte und musste sie aus dieser Lage retten, denn ich sah sie dort langsam vor die Hunde gehen… Deshalb kam Haus „Zweieichen“ aufs Tapet und ich war danach wieder einmal pleite. …und ohne Protzkarre. Von meinem inzwischen etwas betagten und ziemlich abgenudelten Sportcoupé einmal abgesehen, das inzwischen recht reparaturanfällig geworden war und die 200.000-km-Marke deutlich überschritten hatte. Dafür lebte ich nun in meinem ländlichen Exil, konnte auf eine ziemliche Trümmerstrecke zerbrochener Lebensträume und „fast“ gekaufter Autos zurückblicken…

Aber nun hatte ich hier auch endlich meine Ruhe und einen wunderschönen Garten, bzw. legte diesen im Laufe der Zeit eigenhändig an. Und ich war trotz der ländlichen Abgeschiedenheit in einer dörflichen Siedlung am Arsch der Welt nicht mehr so einsam, wie in vielen vorherigen großstädtischen Lebensphasen – von der kurzen irren Zeit mit meiner exaltierten Ex-Verlobten Giulia und ähnlich kurzen Zeitabschnitten, die ich in mehr oder weniger dysfunktionalen Beziehungen verbrachte, einmal abgesehen – denn ich habe nun ja Philomena als Hausgenossin. Philomena, die mich daran erinnert, dass es außer elend langer Gefasel-Bloggerei (wie dieser hier, die Ihr Es-bis-hierhin-tatsächlich-wieder-ausgehalten-Habenden jetzt gerade lest), auch durchaus „sinnvollere“ Dinge (etwa Staubsaugen, etc.) im Leben gibt.

Normalerweise würde ich auch immer noch das marode Sportcoupé fahren – es wäre mittlerweile anderthalb Jahrzehnte alt und würde sich allmählich der 300.000-km-Marke annähernd vermutlich ein Dauergast in der Autowerkstatt sein – aber dank Philomena fahren wir nun eine schöne 3-Liter-Hubraum-Limousine mit Allradantrieb. Wenn auch eine aus sehr traurigem Anlass vor inzwischen über einem Jahr geerbte… 😔 Ich muss meine Liste „fast“ gekaufter Autos also vorerst nicht fortführen. Puh! 😅 

19 Gedanken zu “Liste von „Autos, die ich mir fast einmal gekauft hätte“ (es gibt „sinnvolleres“, als diesen Beitrag zu lesen, etwa Staubsaugen, etc.)

  1. Was das Staubsaugen betrifft, das hält mich weder vom Schreiben noch vom Lesen ab, das habe ich meistens in 10 Minuten schnell erledigt. Das Staubsaugen. Länger macht es mein Dyson nämlich nicht, dann muss er erst wieder stundenlang an die Steckdose. Ich betrachte das Saugen daher auch eher als kurze Pausenbeschäftigung.

    Was ich zum Thema Auto sagen wollte, war eigentlich etwas ganz anderes. Mir stiessen nämlich Deine Bemerkungen zu kleinen und grossen Parkplätzen auf, die man suchen, sich erkämpfen oder gar erben muss. Das ist schon traurig, finde ich, dass man sich ein Auto mehr zum Parken kauft als zum Fahren.

    Mit mobilen Grüssen,

    Schreibman (nicht anonym, privat und öffentlich)

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  2. dann doch lieber staubsaugen. entschuldige. ich las den beitrag nicht zuende.
    mein verhältnis zu autos wurde nach meiner krabbelphase eher ablehnend. richtig begeistern konnte ich mich nicht mehr für die dinger, obwohl sie technich wie ästhetisch faszinieren können. im großen und ganzen sehe ich sie nur noch als das, was sie überwiegend sind: dreckschleudern, die unsere atemluft verpesten, die lärm machen, wegen denen die umwelt zugebaut wird, die jedes jahr viele verletzte und tote im straßenverkehr mit sich bringen, die zu einem kult für deppen wurden…
    auch ich fuhr mal auto, einen stinknormalen fiesta damals in den achtzigern/neunzigern. ich mochte die unabhängigkeit dadurch, aber insgeheim hasste ich dieses fortbewegungsmittel damals schon, weil es den menschen beherrscht wie eine sucht…
    scheiß autos! – in denen sich jeder idiot wie ein könig fühlen kann. aber was soll`s – wir leben längst in einer autowelt… und nun steinigt mich.

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    • Gesteinigt wird hier nicht so schnell… Es gibt ja mehr als eine Meinung auf der Welt und prinzipiell hast Du ja Recht: Ohne Autos wäre der Planet sauberer und der Alltag ruhiger, das sehe ich durchaus ähnlich. Da ich aber bereits frühkindlich von seitens eines Großelternteils mit einer regelrechten Autobesessenheit infiziert worden war (Opa fuhr in seiner Jugend sogar Rennen), blieb diese auch nach der Erkenntnis der schädlichen Aspekte des Autofahrens zum Teil erhalten. Heute mache ich mir aus Autos allerdings weniger, als noch mit Anfang dreißig. Damals kannte ich mich viel besser mit der Technik aus und erkannte beinahe jeden Autotyp. Die heutigen Autos werden sich eh immer ähnlicher… Hier auf dem Lande ist das Auto im Gegensatz zu Berlin auch unentbehrlich. Zudem bin ich beruflich extrem aufs eigene Auto angewiesen , da ich durch die ganze Republik zu Kunden fahren und dabei auch viel transportieren muss… Gesteinigt wird ein anderes Mal, LG! 😉

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      • Ich rechnete auch nicht ernsthaft mit einer Steinigung. Ich vermute hier keine Auto-Extremisten. Ich bin auch kein Anti-Auto-Fanatiker. Aber Scheiße bleibt Scheiße.
        Mein Vater war übrigens Kfz Meister. Für ihn war ein Mensch ohne Auto nichts wert.

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        • Heute ist’s zum Glück wieder anders – viele der Jüngeren, natürlich vorwiegend Großstädter, machen ja bewusst gar keinen Führerschein mehr… Ich bin da noch anders geprägt, als Formalästhet und Augenmensch kann ich zudem auch so manchem Blechhaufen emotional etwas abgewinnen (bzw. etlichen auch eben nichts). Das wichtigste am Auto ist allerdings für mich, das es soetwas wie mein zweites Wohnzimmer ist, quasi eine mitreisende Metastase von Haus „Zweieichen“… 😉 „my car is my castle“ schrieb Schreibman mal dazu sehr treffend.

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  3. Mein Interesse für Autos geht gegen NULL (da war uns die DDR überlegen: ein Auto, eine Farbe, kostensparend).

    Beim Staubsaugen frage ich mich jedes Mal, welchen Sinn eigentlich Staub hat (falls es NULL Sinn hätte, wäre er doch während der Evolution längst verschunden)

    Zu Blogs (Privat/Anonnym etc.): Wenn man es „ganz richtig professionel“ aufziehen will, müsste man für jede Zielgruppe (persönliches Umfeld, Blog-Freunde, die weite Welt etc.) einen separaten Blog führen, und dann alle Blogs mit unterschiedlichen Passwörtern sichern. Das wäre extrem aufwändig. Also macht man einen „faulen Kompromiss“ mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner, also das was für einen selbst gerade noch akzeptabel ist.

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  4. In der Liste sind einige schöne Beinahe-gekauft-Autos. Wirklich schade, dass man bei der Auswahl auch auf solche Dinge wie Parkplatzmangel und Zubehörkosten achten muss. (Vor ein paar Tagen erzählte mir jemand, dass für den Hummer H1 manche Parkhausdecken zu niedrig seien. Und der H2 ist ja wahrscheinlich noch höher.)

    Und ich könnte auch nicht so öffentlich schreiben wie Schreibman.

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  5. Obwohl mich Autos nur insoweit interessieren, dass sie zuverlässig ihren Zweck als fahrbarer Untersatz erfüllen, hat es mir zweifellos mehr Vergnügen bereitet, diesen Post zu lesen als Staub zu saugen. Ich sehe das genau andersrum: Für mich gibt es kaum etwas Sinnbefreiteres als Putzen.

    In Sachen Anonymität im Internet befinde ich auch auf einer permanenten Gratwanderung. Zwar bin ich hier mit einem halbscharigen Pseudonym unterwegs, aber da mein Blog auch von einem Teil meines RL-Umfelds gelesen wird, ist meine Geheimnistuerei beinahe so sinnlos wie Staubsaugen.

    Grüße!

    PS: Dieser Wiesmann GT MF5 sieht echt recht schick aus …

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