Wenn ich alt bin, erschieße ich mich eh…

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Hypermental der halbherzige Blogger gönnte sich einmal mehr eine längere Schreibpause… Wehe, wenn das einreißen sollte! Andere Profi-Blogautoren hauen täglich und regelmäßig „Content“ raus, um ihre Community zufrieden zu stellen – da kann sich dieser selbsternannte Amateur-Blogger namens „hypermental“ noch eine saftige Scheibe von abschneiden!

Überhaupt lebt der Betreiber dieses Blogs ziemlich hinter dem Mond, was Moden, aktuellen Zeitgeschmack, etc. angeht. Dadurch, dass ich bereits 2012 meinen Fernseher abgeschafft habe, kenne ich mich kaum noch bei neueren Filmen und TV-Serien aus. Für Netflix, maxdome & Co. habe ich auch keine Zeit und folglich auch nichts Entsprechendes abonniert. Einzige neuere Serie, die ich regelmäßig konsumiere, ist – sobald eine neue Staffel erscheint – „Game of Thrones“. Im Kino war ich seit etwa sechs Jahren nicht mehr. Ganz selten sehe ich mal einen Spielfilm in Philomenas Glotze… Sicherlich gibt es tolle neue Serien und Filme – aber ich komme irgendwie nicht zum Gucken, bzw. habe einfach andere Prioritäten gesetzt.

Fast schon bedauernswert ist mein hinter dem Mond-Leben hinsichtlich Musik. Früher lief dauernd irgendetwas. Klassik beim Arbeiten, Jazz, Lounge-Music und House, bzw. sämtliche Cross-Overs dieser Genres zum Entspannen, Rock oder Metal meistens beim Autofahren. Ich war sehr vielseitig an unterschiedlichen Musikkategorien interessiert, tüftelte sogar selber ein wenig an Sounds & Songs herum. 🎶 Aber irgendwie wurde das weniger. Heute höre ich fast keine Musik mehr. Bin auch seit einigen Jahren schon „raus“, was Neuveröffentlichungen angeht. Selbst bei meinen früheren Lieblingsbands bin ich nicht mehr up to date… Keine Ahnung, warum das so ist – vielleicht im Älterwerden ein Wunsch nach Stille? Oder ist Musik zu gesellschaftlich-gesellig für jemanden, der sich weitgehendst aus der Gesellschaft zurückgezogen hat? Vermutlich bin ich hier im selbstgewählten Exil einfach nur im Zustand völliger Durchgeistigung angekommen. Alles nur noch im Kopf – kein Konsum von Konserven…

Dafür wird hier noch ganz klassisch gelesen – Bücher und E-Books, sowie Websites. 📚  Ich bin ein Bücherwurm und Wissensjunkie. Wenn ich mich nicht mindestens zwei oder drei Stunden pro Tag bilde, ist der Tag ein verlorener Tag. „Wissen ist Macht“, heißt es – wenn dem wirklich so wäre, hätte ich inzwischen Halbgottstatus. Zum Glück hebe ich aber nicht in irgendeiner Art und Weise ab, bzw. ich überhebe mich nur ganz leicht über meine Mitmenschen (der Grad meiner Überheblichkeit hat noch ein erträgliches Maß) – noch sind nicht alle Mitmenschen Vor- & Frühmenschen für mich, sondern lediglich 90%. Den Rest lasse ich großzügiger Weise als Homo Sapiens gelten und damit als potentielle Gesprächspartner, denen man nicht statt Worte zu wechseln gleich eins überbraten möchte… 😉

Also Lesen (durchaus nicht nur Fach- & Sachliteratur, sondern gerne ab und zu auch ein bisschen geistige Berieselung mit Novellen und Romanen), statt Hören und Schauen. Tut auch der Phantasie gut, wenn man nicht nur Vorgefertigtes konsumiert und ein bisschen eigenes Kopf-Kino betreiben muss. Das Niveau ist abstrakter – herausfordernder für mich. Vermutlich konsumiere ich jeden Tag ein Äquivalent von über hundert Buchseiten an Websites, Blogs, Nachrichtenseiten, Online-Magazinen, Zeitschriften, Fachliteratur, Sachbüchern, Biografien und Romanen – an manchen Tagen können es auch mehrere hundert Seiten werden. Früher war ich schneller und konnte auch mal die Tausend knacken. Aber inzwischen bin ich im Kopf etwas langsamer geworden, als etwa während meiner Studentenzeit…

…außerdem bin ich inzwischen weniger virtuell unterwegs und viel öfters auch handfester, anpackender und pragmatisch-praktischer. Ich erde meinen höhenfliegenden Geist ganz gerne mit körperlicher Arbeit: Gartenarbeiten, Heimwerken. Wie Ihr wisst, bastele ich momentan an einem Häuschen für unsere Landschildkröte. Ein kleiner Glaspalast wird das, mit Heizung und Beleuchtung – zumindest langfristig. Immerhin ist jetzt die „Unterkonstruktion“ des Ganzen fertig. Die letzten Tage habe ich an einigen Nachmittagen und/oder Abenden weiter daran gebaut – hier ein paar neue Fotos von der „Baustelle“:

0095 Gehegebau

Unten ins Schildkrötenhaus kam ein Drahtgitter gegen unterirdische Invasoren – nun kann klein Kröti auf keinen Fall mehr unerwünschte subterrane Stippvisiten von Mäusen, Wühlmäusen, Maulwürfen, oder gefährlicherem Getier wie Ratten und Mauswieseln, bekommen! Außerdem baute ich die Innendämmung ein und die zweite Wandschale aus dem Recyclingplastik-Kunstholz. Philomena verfugte wieder die Ritzen dieser Innenwände. Heute habe ich innen noch den unteren Teil der Innenwände festbetoniert (damit die sich bei Temperaturschwankungen nicht selbstständig machen können) – muss demnächst noch die Pappabdeckung vom Bodengitter entfernen, die ich dort temporär installiert hatte, damit ich dieses und die darunter liegende Splitt-Drainagezone nicht versehentlich zubetonierte. Neben dem Gehege habe ich heute auch eine Stufe in die Landschaft betoniert, damit man leichter runter ins fertige Schildkrötenhaus greifen kann, wenn man mal den Bewohner herausholen muss. Jetzt muss alles erst einmal ein paar Tage trocknen, dann geht der Bau weiter: Das „Kellergeschoss“ wird mit etwas Erdreich sowie einer Auflage aus besonderer „Schildkröten-Erde“ aufgefüllt und obendrauf kommt das Beckmann-Frühbeet. Elektro rüste ich dann im Herbst nach. Dachdeckerarbeiten und Elektroinstallation traue ich mir (noch?) nicht selber zu – deshalb muss dann ein Elektriker kommen, wenn ich die Schaltzentrale für Licht und Heizung einbauen möchte, bzw. das dem Freigehege nebenstehende Holzgartenhaus ebenfalls elektrifizieren. Außerdem habe ich bis dahin hoffentlich wieder mehr Kohle – momentan wird hier einfach nebenbei zu viel Geld verbastelt! 😉

Schließlich ist das hier ein Leben in „Armut de Luxe“ – ein Luxusleben in permanenter Unterfinanzierung, bzw. Hartz IV-Standard mit (angesichts der abgelegenen Lage und eher bescheidenen Ausstattung ziemlich günstigem) Einfamilienhaus und (von Philomenas kürzlich verstorbenem Vater geerbtem) 272-PS-Auto… Parfümkühlschrank und gut gefüllter Zigarrenhumidor einerseits – aber manchmal fast nix mehr zu beißen andererseits. Nun gut, man gönnt sich auch viel „bio“ – dann ist man eben auch noch schneller pleite!

Philomena hat fast gar kein Einkommen und ich ein furchtbar schwankendes voller Unsicherheiten bei sehr hohen Fixkosten. Allein meine private Krankenversicherung – aus der ich als selbständiger Freiberuflicher nicht mehr raus komme – ruiniert mich hier schleichend. Wenn ich über 65 bin, kostet der Spaß vermutlich einen knappen Tausender pro Monat. Wenn man alle Fix- und laufenden Kosten abzieht, bleibt oft weniger übrig, als bei Hartzern… Da wird nix gespart oder für die Rente eingezahlt… Dafür ist das Leben hier weitgehend frei und selbstbestimmt! Und zumindest semi-luxuriös… Und wenn man im Alter vor dem Nichts stehen sollte, kann man sich immer noch aufknüpfen oder erschießen 🔫 (vielleicht ist das angesichts der bis dahin zu erwartenden, dann global herrschenden klimatischen, gesellschaftlichen und politischen Zustände auch gar nicht mal die schlechteste Lösung)… 😉

12 Gedanken zu “Wenn ich alt bin, erschieße ich mich eh…

  1. Hinsichtlich KV habe ich neulich auch mal einen „Horrofilm“ gesehen: Wer den Tausender nicht mehr bezahlen kann, der ist dann nur noch Patient 3. Klasse (schlechter gestellt als Kassenpatienten), ist quasi nirgends mehr versichert. Höchstens, wenn es um Leben und Tod geht, fragt der Notarzt nicht als Erstes nach der Versicherungskarte.

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    • Stimmt.Das hat man, wenn man bei der Privaten auf den Sozialtarif gehen muß.
      Dann zahlt man alles außer den wirklich notwendigen OPs selbst.
      Am besten kümmert man sich in jungen Jahren um Aufnahme in eine gesetzliche KV, wenn irgend möglich. es sei denn, man ist beamtet oder Superverdiener.(Selbst für die ist es dann später in Rente, wenn weniger Einkommen da ist,viel Geld für die Private KV…….)

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      • Der Sozialtarif der PKV ist tatsächlich das letzte – fast so gut wie unversichert. Es gibt Praxen, wo man wieder weg geschickt wird, wenn man diesen Versicherungszustand angibt… Momentan zahle ich fast 400 Euro im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung bei einer Selbstbeteiligung von weit über 1000 Euro. Das heißt, de facto muss ich sämtliche Standardmedikamente und ein oder zwei Arztbesuche komplett selbst bezahlen, bevor auch nur ein Euro zurück kommt. Überhaupt ist dieses in Vorleistung gehen scheiße: Wenn ich etwa ne kleine OP für 4000 Euro hätte, müsste ich zunächst die Rechnung aus eigener Tasche bezahlen und danach bei der PKV einreichen, teils dauert es dann Wochen, bis ich den Betrag (teilweise) von der Versicherung erstattet bekäme. 4000 Euro könnte ich nicht mehr auftreiben. Würde also auf die OP verzichten. Bis 65 steigen die monatlichen Beiträge auf 1000 Euro an. Ohne die hohe Selbstbeteiligung sogar auf 1600 Euro monatlich. Sobald meine Zipperlein losgehen, bringe ich mich lieber um… 😉

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        • Was ich dabei nicht verstehe ist: Warum WOLLEN denn immer so viele Leute privat krankenversichert sein, sobald sie die Wahl haben?
          Am Anfang wird man wohl geködert (mit relativ geringen Beiträgen, und der sogenannten Chefarztbehandlung, als ob ein Chefarzt den Blinddarm besser behandeln würde als ein Assistenzarzt), aber was dann später auf einen zukommt, darüber wird wohl nichts gesagt.
          Hat man als Selbstständiger eigentlich die Möglichkeit, auch in die gesetzliche Krankenversicherung zu gehen?

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        • Ich darf leider nicht mehr wechseln – als selbständiger Freiberufler bin ich in die Falle geraten, in der viele PKV-Versicherte landen. Ich bin damals während meiner kurzen Beamtenzeit in die PKV geraten. Das ist dann dank Beihilfe nicht so teuer. Als ich das Beamtenverhältnis beendete, war ich durch die nur kurze Zeit als Beamter (halbes Jahr) nicht mehr beihilfeberechtigt. Als Selbständiger konnte ich dann nicht mehr wechseln. Ich hätte damals für eine Weile ins lohnsteuerpflichtige Angesteltenarbeitsverhältnis gehen müssen, um zurück in die öffentliche KV wechseln zu können… Wie gesagt, das ist eine Falle, in die oftmals Freiberufler geraten, deren Einkommen weniger gut ausfällt, als zunächst geplant. Echter Horror. 😦

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        • Da gibts doch eigentlich nur die Möglichkeit für Dich, mal nen Ferienjob in ner Firma zu machen. Dann kannste wieder in die gesetzliche, oder? Und dann halt auf Hartz IV gehen.

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        • Soweit ich weiß, muss man mindestens ein halbes Jahr lang in den sozialversicherungspflichtigen Job gehen und dort dann auch mehr verdienen, als in etwaigen Nebenjobs dazu. Würde aber ohne meinen eigentlichen Beruf (nur vom „Ferienjob“) die hohen Fixkosten nicht mehr stemmen können und darüberhinaus kann ich auch kein halbes Jahr lang den eigentlichen Beruf ruhen lassen – dann bräche alles zusammen, was ich mir 14 Jahre lang aufgebaut habe: Kundenstamm, Promotion, etc.. Hartz IV wäre auch keine Lösung, denn soweit ich weiß holt sich der Staat das auch bei Erwachsenen von deren Eltern, falls diese genügend verdienen/Rente bekommen, bevor er tatsächlich auszahlt. Aus ähnlichen Gründen hätte ich auch niemals Bafög bekommen, als ich studiert hatte, denn das Elterneinkommem lag ein Vielfaches über der förderwürdigen Höhe. LG! 🙂

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  2. Ob Filme, Musik oder Bücher: Es wird heutzutage doch dermaßen viel produziert, dass man sich fragen muss, wer das alles konsumieren soll.
    Also: wenn man die Anzahl der Konsumenten mal durch die Anzahl der produzierten Medien-Güter dividiert, da wird der Quotient immer kleiner.
    Da ist es doch keine Wunder, dass dem Einzelnen immer weniger Aufmerksamkeit zuteil wird. Das war „früher“ noch anders. Wenn jemand wie Goethe heute leben würde, würde ihn auch keiner mehr kennen.

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