Mi­s­an­th­ro­pischer Gartenbuddler grüßt seine 40 Follower!

#088[998]

0002 Logo

Allererste Sommerloch-Effekte meine ich hier in unserer kleinen WordPress-Community zu beobachten – es wird weniger geschrieben und gelesen, als noch vor wenigen Wochen. Das schöne Wetter treibt die Leute weg vom Bildschirm, bzw. rein in Natur, Biergärten und Straßencafés. Was ihnen nicht zu verdenken ist – im Gegenteil: Ist doch schön, wenn man noch ein Offline-Leben hat!

Ich schreibe ja selber augenblicklich etwas weniger häufig – bin lieber draußen. Am Freitag baute ich an unserem Schildkröten-Außengehege weiter. Das Häuschen ist zwar noch nicht bezugsfertig, aber immerhin kann „Kröt“ nun wieder sein vertrautes (und um ca. 15% Fläche gewachsenes Freihege nutzen. Ins Provisorium auf dem Rasen scheint nämlich weniger Sonne, was ihm als wechselwarmes Tier gar nicht behagt…

Am Freitagnachmittag baute und bastelte ich bis zum Einbruch der Dunkelheit. Unter anderem entfernte ich teilweise des Rand des Palisadenfundaments, um zwischen der Gehegeumrandung und der kleinen Buchsbaumhecke, um Platz für einen unterirdisch verlegten Kabelschlauch zu schaffen. Langfristig wollen wir das Schildkrötenhaus auch beleuchten und beheizen können, deshalb musste schon mal die spätere Stromversorgung vorbereitet werden. Vermutlich im Herbst werde ich einen Elektriker unser rotes Holz-Gartenhaus elektrifizieren lassen. Von diesem aus soll dann auch die Stromversorgung des Schildkrötenhäuschens erfolgen. Momentan müssen wir aber sparen – schließlich müssen wir auch mal an uns denken und nicht nur an die Schildkröte. Geld für Nahrungsmittel und Benzin sollte eigentlich auch noch übrig bleiben… 😉

Philomena half mir am Freitagnachmittag übrigens beim Bauen, indem sie die Unterkonstruktion des Schildkrötenhauses akribisch verfugte, damit sich später keine Insekten in der Styropordämmung (die ich nächste Woche einbauen will) einnisten können und diese damit langfristig unbrauchbar machen – es folgen ein paar Fotos von unserer Bauaktion:

0090 Gehege Garten.jpg

Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen. Am Wochenende ging es mir irgendwie nicht so gut, vielleicht zu viel zu tun (ich muss mich ja u.a. auch regelmäßig um meine alten und zunehmend hilfsbedürftigen Eltern kümmern), massive Existenzangst angesichts der immer mieseren Auftragslage und damit verbundenen Geldnot, diverse Befindlichkeitsstörungen, zu schwüles Wetter, etc.. Gestern war ich auf penetrante Art unleidlich, streitlustig und unausgeglichen. Ich bin ein schwieriger, komplizierter und teils nicht gesellschaftsfähiger Mensch. Unnachgiebig, stur, kauzig und eigenbrötlerisch… Kein Wunder, dass es (bis auf wenige Ausnahmen) die meisten Frauen nur wenige Wochen oder allenfalls Monate mit mir ausgehalten haben, bevor sie wieder flüchteten! Seitdem ich mich aus der Gesellschaft weitgehend zurückgezogen habe – auch weil ich diese mir eigentlich nicht wirklich wesenstypisch liegende, exaltierte, dandyhafte Extrovertiertheit satt hatte, mit der ich in den gehobenen Kreisen jener Tage gegen meine Unsicherheiten und Antipathien anschauspielerte – werde ich übrigens immer kauziger. Inzwischen bin ich ein halbdepressiver, frustrierter Eremit. Kaum Sozialkontakte. Kaum Kundenkontakte. Vernachlässigte Freundschaftspflege. Maximalrückzug. Menschenhass. Ein arbeitsfauler Schrat, der allen zunehmend auf den Senkel geht. Meine Mitbewohnerin Philomena hat es hier momentan auch nicht leicht. Aber keine Ahnung, was inzwischen ohne sie wäre… Vielleicht hätte ich dann angefangen zu trinken. Oder ich wäre in völliger Isolation so depressiv geworden, dass ich mich erhängt hätte. Das ist ja das Abstruse dabei: Irgendwo bin ich auch gesellig, brauche Sozialkontakte, Freunde, Partnerinnen, Zuneigung. Aber andererseits, geht mir das ganze menschliche Klein-Klein, diese Alltagsbanalitäten, das ewige Geseier und irgendwelcher Mainstream-Murks dermaßen auf den Piss, dass ich froh bin, da maximal raus zu sein! Halte das nur in homöopathischen Dosen aus…

Selbst früher, als ich dutzende Freunde, hunderte Bekannte und temporär halbwegs funktionierende Beziehungen hatte, brauchte ich weitgehend meine Aus-Zeiten. War wie so eine alte, miesgelaunte Muräne, die im Korallenriff den ganzen Tag lang zurückgezogen in ihrer Höhle lauert und nur herausschnellt, wenn es draußen Beute zu machen gibt. Wenn irgendwo (niveauvoll!) Party war, betörende Single-Frauen auftauchten, oder finanzstarke Geschäftskunden – dann raus aus dem Gehäuse und voller Einsatz! Danach wieder ab in die düstere Höhle… Gammeln, faul sein. herumdeprimieren.

Heute bin ich irgendwie nur noch in der Höhle und schwimme kaum noch mal raus. Lohnt sich alles nicht mehr. Dafür habe ich jetzt auch ein bisschen vom Korallenriff in der Höhle: Solange ich im Garten herumbetonieren kann und manchmal mit Philomena reden – reicht mir das. Gartenzaunhorizont quasi. Bin zwar nicht ausgelastet, glücklich, oder zufrieden. Aber froh, meine Ruhe zu haben. Das muss für mein Restleben reichen… 🙂 Ich erwarte da nix Großes mehr.

Hypermentale Grüße an alle Leser und speziell an die neuesten Abonnenten! 40 Follower sind’s inzwischen und längst nicht nur alte Gesichter aus der myTagebuch-Diaspora, die sich hier bei WordPress angesiedelt hat… Sehr schön! Hoffe Ihr „Neuen“ könnt mit meinen Daily News from Absurdistan hier etwas anfangen – bzw. ich kann Euch damit adäquat unterhalten!

8 Gedanken zu “Mi­s­an­th­ro­pischer Gartenbuddler grüßt seine 40 Follower!

  1. Unnachgiebig, stur, kauzig und eigenbrötlerisch….? Kann ich nicht betätigen, im Gegenteil 😉. Aber der Mensch ändert sich ja auch fortwährend. Spontan fiel mir statt Muräne der Einsiedlerkrebs ein. Fände ich irgendwie passender 😉

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich gehe nur nach draussen, wenn ich muss – was soll ich da? Es ist hell, da sind Menschen – neinnein, ich bleibe lieber in meiner Höhle. Wenn ich Single bin, kann ich aber auch gerne exzessiv ausgehen (nur am Wochenende). Ich habe auch vor allem gerne meine Ruhe und mache mein Ding.

    Gefällt 2 Personen

  3. „… nicht gesellschaftsfähiger Mensch. Unnachgiebig, stur, kauzig und eigenbrötlerisch…“ Du schreibst von mir – das bin ich, nicht Du. 😉 Und das mit dem Totsaufen klappt bei mir genauso wenig wie höchstwahrscheinlich bei Dir. Jedenfalls würd ich alles verfrüht wieder auskotzen. 😝 Na ja, okay, ich bin ausgelastet, ja sogar vielmehr überlastet. Und ich kann nix, während Du tolle Gehege baust – westfälische Wertarbeit, sowas gibt’s heut nirgends mehr. 🙂

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.