Wer viel gereist ist, der kann aus reichen Erinnerungen schöpfen

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Ja, ich muss eindeutig zugeben, dass ich mich für Inorbit gefreut habe, als ich in seinem Blog las, dass er nun tatsächlich nach Mexiko reisen möchte! Er wird es sicherlich nicht bereuen. Prinzipiell würde es mich da auch noch mal hinziehen. Ich schätze die zugegebenermaßen nicht sehr gesunde, aber leckere mexikanische Küche, mag die Kultur, interessiere mich für die Geschichte der indianischen Ureinwohner, wie etwa der Maya, Olmeken, Tolteken und Azteken, und auch die Landschaft mit ihren Gebirgen, Kakteen-Wüsten und spektakulären Küsten finde ich sehr inspirierend. Vielleicht würde ich nicht unbedingt im Hochsommer hinfliegen – mir ist es inzwischen in solchen subtropischen Gegenden zu heiß. Kühl-gemäßigtes Sommerklima wie in Schottland oder Skandinavien ist mir deutlich lieber und auch bekömmlicher… Meine letzte Sommerreise in deutlich wärmere Gefilde war 2009 jene an die portugiesische Algarve-Küste. Damals gemeinsam mit Marcos und Carlos, deren damaligen Partnerinnen und der halben Familie von Fritz dem Witz! Eine ziemliche Chaostruppe war das damals – aber ich möchte die Reise nicht missen, denn sie war einer der Hauptfaktoren, die mir neue Energie gaben, als ich in Berlin immer tiefer in Depressionen versackte und nur noch von Problemen umgeben war. Nach der Portugal-Reise beschloss ich, meine Zelte an der Spree abzubrechen und siedelte bereits Ende des selben Jahres wieder nach „Shangri-La“ zurück um.

Überhaupt waren mir alle meine Auslandsreisen wichtig – auch wenn ich heute aus Kosten- und organisatorischen Gründen kaum noch verreise. Ich glaube diese Fernreisen machen mindestens die Hälfte von Allem aus, auf das ich in meinem Leben gerne zurückblicke. Ich würde sagen im Rückblick waren 40% meines Lebens scheiße, weitere 40% völlig neutrale Nulllinienzustände und vielleicht 20% richtig gut. Die Hälfte von diesen 20 Prozent kam durch meine ausgedehnte Reisetätigkeit zusammen. Hauptsächlich in den 90er- und in den Nullerjahren. Knapp dreißig Länder bereiste ich bisher. Skandinavien und Großbritannien bilden dabei einen deutlichen Schwerpunkt. Besonders herausragende Reisen waren jene nach Australien und nach Indien. Meine ausgedehnte, anderthalbmonatige Indienreise mit Giulia ist inzwischen auch schon 13 Jahre her und die dreiwöchige Australien-Rundreisereise mit meinem Vater, auf der wir an zwei Orten auch unsere dort lebenden Verwandten besuchten, sogar schon 31 Jahre…

Ich möchte meine vielen Reisen nicht missen – gerade wenn es mir eher dreckig geht, denke ich an die vielen Eindrücke und Erlebnisse zurück und kann daraus immer noch etwas Positives schöpfen. Oft klicke ich abends am PC durch die Digitalfoto-Galerien vergangener Reisetage – oder ich hole eines der schweren Alben aus dem Wohnzimmerregal, in denen sich die Fotos der noch etwas länger zurückliegenden Urlaubsreisen befinden. Früher, als Oberstufenschüler und dann als Student, legte ich nach jeder bedeutsamen Fernreise akribisch ein dickes Album an, in der ich dann neben den Fotos auch Flugtickets, Eintritts- und Ansichtskarten, Theater-Programmhefte und Flyer von Sehenswürdigkeiten einklebte – teils sogar Scheine der lokalen Währung, wenn deren Kaufkraft nicht zu hoch war… Richtige Sammelsurien wurden das. Ergänzt mit teils fotokopierten und ausgeschnittenen, bzw. in einigen Fällen sogar selbst gezeichneten Land-, Touren-, und Wanderkarten. Später speicherte ich die Fotos dann nur noch auf dem PC und selbstverständlich zur Sicherheit auch auf einer weiteren Wechselfestplatte und diversen USB-Sticks. Von meiner letzten größeren Tour, der Skandinavien-Rundfahrt mit Oliver und Mitch im vergangenen Sommer, habe ich dann mit meinen Digitalfotos erstmals ein Fotobuch erstellt und drucken lassen. Im Prinzip kam dabei etwas Ähnliches heraus, wie bei den Fotoalben vergangener Zeiten – nur besser designt und etwas handlicher…

Ich kann jedem, der dazu die Zeit, Muße, Kohle und Gesundheit hat, nur dringlich raten: Reist! Wenn man dann später älter wird, oder sesshafter – vielleicht auch ärmer (an Geld, Zeit und/oder Nerven) – dann hat man etwas, von dem man zehren kann! Insofern möchte ich abschließend Inorbit nochmals ein ermutigendes „¡Viva México!“ zurufen – mach es!

 

5 Gedanken zu “Wer viel gereist ist, der kann aus reichen Erinnerungen schöpfen

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