Berufs-Optimisten, bei denen der Name quasi Programm ist

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Bekanntlich gehe ich zum Lachen in den Keller. Da es hier in Haus „Zweieichen“ keinen Keller gibt (damit er nicht volllaufen kann, wenn der Fluss mal ein ungewöhnliches Hochwasser haben sollte), wird auch nicht mehr gelacht

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Dafür manchmal geschmunzelt. Zum Beispiel eben, als ich über ein neues posthum erscheinendes Buch des Schweden Hans Rosling las: „Factfulness. Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist“. Hans Gösta Rosling war ein Medizinprofessor, der sich zeitlebens in Afrika und Asien für die Armen einsetzte, dort medizinisch forschte und half und sich auch bei der Untersuchung von Virusepidemien einen Namen gemacht hat. In seinem Buch geht es vor allem um „faktenbasierten Optimismus“. Die Welt ist nicht so schlecht, wie sie angeblich ist. Faktisch sterben immer weniger Leute in Kriegen und an Hunger, die Kindersterblichkeit geht seit Jahrzehnten zurück, global gesehen steigen auch der Wohlstand und die Lebenserwartung. Also alles bestens bzw. auf einem guten Weg in eine schillernde Menschheitszukunft! !?!? ??? Schwer zu schlucken für einen ausgewiesenen Zyniker und Pessimisten wie mich, der an den rasenden Verfall von Werten und Kultur glaubt und die Welt schon recht zeitnah endgültig über den Jordan gehen sieht…

Ein anderer Fach-Optimist, der in der letzten Zeit international öffentlichkeitswirksam wurde ist – wie vermutlich etlichen meiner Leser bekannt sein dürfte, denn er ist noch etwas bekannter als Hans Rosling – der US-amerikanisch-kanadische Experimentalpsychologe, Kognitionswissenschaftler, Linguist und populärwissenschaftliche Autor Professor Steven Pinker, dessen jüngstes, sich momentan im englischen Sprachraum schon wie geschnitten Brot verkaufendes Buch im September auch auf Deutsch erscheinen wird: „Aufklärung jetzt“. Auch hier geht es darum, wie wir den erhobenen wissenschaftlichen Daten und Fakten nach auf dem Weg zum Guten sind, da die Menschheit zunehmend Zugang zu Bildung und damit Aufklärung hat und sich global gesehen dadurch der Wohlstand verbreitet und die Kriege und Konflikte abnehmen. Der Eindruck, dass es weltweit immer schlimmer zugehen würde, täuscht angeblich – es wird offenbar lediglich über die aktuellen und akuten Krisen erheblich mehr geschrieben und diskutiert, als zu früheren Zeiten. Pinker ist der zweite große wissenschaftlich argumentierende Berufs-Optimist der Jetztzeit von Weltrang.

Nummer 3 im Bunde der daten- und faktenbasierten Positiv-Seher ist der Ökonom Max Roser, ein an der University of Oxford forschender gebürtiger Deutscher, Herausgeber von „Our World in Data (OWID), einer Online-Publikation, die über die historische Entwicklung der Lebensverhältnisse der Menschheit informiert. Sie betrachtet dazu unter anderem demographische, entwicklungsökonomische, geographische und kulturelle Aspekte. Finanziert wird diese Arbeit u.a. von der bekanntlich ziemlich gutmenschlichen „Bill & Melinda Gates Foundation“

Warum musste ich nun also schmunzeln, als ich gerade eben etwas über diese drei Herren las, die man eventuell zu so etwas, wie einem „Kreis datengestützt operierender Positivismus-Lobbyisten“ zählen kann? Wegen der Namendie Nachnamen schienen mir nämlich irgendwie Programm zu sein: Ros(a)ling, Pink(!)er, Roser (Rosa) – da steckt die „Rosarote Brille“ quasi schon im Personennamen!

Ich musste ein wenig schmunzeln… Ähnlich wie bei dem Advokaten namens „Winkel“ und dem Chirurgen namens „Metzler“… 😉

11 Gedanken zu “Berufs-Optimisten, bei denen der Name quasi Programm ist

  1. Über Hans Rosling und seine Thesen hatte ich neulich mal was gelesen. Hört sich doch an als würden sie auf Zahlen und Fakten basieren. Rückläufige Zahlen, die man nicht leugnen kann. Ich habe mich seinem Optimismus spontan angeschlossen. Manche Entwicklungen hätte einfach niemand erwartet. Schon meine Mutter pflegte gerne zu sagen: „Das Geld soll ja demnächst ganz abgeschafft werden. Wir haben jetzt schon keins mehr.“ Und was lese ich heute? Die Zahl der Geldautomaten wird immer geringer. Und warum wohl? Weil sie einfach zu teuer sind. So einfach ist das.

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  2. Wie sage ich doch immer: „Die Welt ist nicht so wie sie ist, sondern so wie man sie sieht“. Und es gibt eben sehr viele unterschiedliche Betrachtungsweisen. Mit Zahlen und Vergleichen und Vergleichszahlen kann man alles Mögliche beweisen.

    Aus den Tatsachen, dass es vor 1990 noch keine Smartphones gegeben hat und dass heute die meisten Menschen ohne ihr Smartphone nicht mehr zurechtkommen würden, könnte man schließen, dass vor 1990 die meisten Menschen mit ihrem Leben nicht zurechtgekommen sind.

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  3. dummerweise steigen die ansprüche der menschen schneller, als die lebensbedingungen besser werden. so bleibt unter dem strich doch ein defizit. faktisch geht es seit aufklärung und industrieller revolution in vieler hinsicht bergauf, was man an der geradezu explodierenden weltbevölkerung ablesen kann – dazu muss man nur 1 + 1 zusammenzählen. mit fakten konnte man aber noch nie einen menschen überzeugen, eher fliegt eine herde kamele auf den mond. es geht immer um gefühlte wahrheiten. man fühlt sich heute z.b. bereits arm, obwohl man weit über dem lebensstandard früherer zeiten liegt. die ganze industrie ist darauf aufgebaut, dass wir dinge kaufen, die wir gar nicht wirklich brauchen. man stelle sich heute einen menschen ohne smartphone/handy vor… ein unding!
    und umso besser es den menschen geht, desto größer ist die angst vor dem verlust dieses wohlstands durch krieg, krankheit und katastrophen, selbst wenn diese rückläufig sind. sowieso kann sich alles ganz schnell ändern…, wenn man an den ein oder anderen idioten an der spitze mächtiger staaten denkt.

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    • Meines Erachtens ist die „explodierenede Weltbevölkerung“ das Hauptproblem. Wie viele Menschen haben vor 100 / 200 Jahren auf der Erde gelebt? 1 Milliarde?
      Wenn diese Zahl konstant bleiben würde, könnte es aufgrund des technischen Fortschritts ALLEN Menschen gut bzw. immer besser gehen.
      Auf die Frage, wie die Weltbevölkerung konstant gehalten bzw. reduziert werden kann, ist den „Idioten an der Spitze mächtiger Staaten“ bisher aber nur die „Endlösung“ eingefallen: KRIEG, VERGASUNG etc.
      Vielleicht liegt es aber auch nicht nur an den Idioten ganz oben, sondern auch an den Idioten ganz unten: einfach mal weniger Kinder machen (auch wenn der Schwarze gern schnackselt – wie Gloria von Thurn und Taxis es ausdrückte). Das ist zwar langwieriger als die Atomkrieg-Lösung, aber dafür auch nachhaltiger und umweltfreundlicher…

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