Barbarenküche – merkt man bis heute noch, wo einst die Außengrenze Roms durch Deutschland verlief?

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Ich finde, man merkt noch ganz genau, bis in welche Regionen des heutigen Deutschlands die Römer einstmals verstießen – und bis wohin sie eben nicht kamen…

Ich bemerke das stets, wenn wir bei Philomenas Mutter südwestlich des „Weißwurstäquators“ in gewisser Nähe zur französischen Grenze auflaufen: Kulinarisch liegen Welten zwischen jener Region und der hiesigen. Dort gibt es beim Metzger „Merguez“ (eine scharf gewürzte Hackfleisch-Bratwurst aus der maghrebinischen Küche, die durch den Zuzug von Pieds-noirs in der Nachkriegszeit auch in Frankreich sehr populär wurde) – hier beim Fleischer „Töttchen“ (mit Zwiebeln und Essig zu einem süß-sauren Ragout verkochter Schafskopf kombiniert mit Rinderinnereien). Dort feinste Konditorwaren – hier grobe Brötchen und Schwarzbrot. Die reinste Barbaren-Küche! Wir hausen hier mitten im Steckrübengebiet. Gebratenes „Möpkenbrot“ (eine grobe Kochwurst aus Speck, Schweinemaske, Schweineschwarte, Schweineblut und Roggenschrot) wird mit literweise Pils aus der Flasche heruntergespült, während man in ehemals zum Imperium Romanum gehörenden Landstrichen zum „Ragout fin“ kultiviert einen dazu passenden Wein aus dem entsprechenden Glaskelch trinkt… Fressegelage anne Pommesbude hier – und eine signifikant erhöhte Dichte von Sternerestaurants dort.

Die Exil-Süddeutsche Philomena tischt bei uns in der norddeutschen Einöde mittlerweile Artischocken auf – der gemeine Döskopp aus „Obergüllestunk“ weiß vermutlich gar nicht, was das ist. Er kennt nur Grünkohl. Der Limes verlief einst weit südlich – bei den nicht unterm Pax Romana mit verfeinerten kulturellen und technischen Errungenschaften gesegnet lebenden Cheruskern, Chatten, Chauken und Friesen (alles wilde Germanenstämme), wurde vermutlich direkt neben Abort und Schlafstatt geschlachtet und aus Hörnern und Humpen allabendlich bis zum Umfallen Met gesoffen. Ähnliches meint man auf den lokalen Dorffestivitäten auch heutzutage noch zu erkennen. Eindeutig ein Gebiet, wo sich die römische Kultur einstmals nicht ausbreiten konnte.

Gerade an den kulinarischen Unterschieden – aber auch am Temperament und der Lebensart der Leute – merkt man vielleicht wirklich bis in unsere heutige Zeit, wo genau durch Deutschland die Außengrenze des Römischen Reiches verlief: Cis der Süden (fesche, lebenslustige Bayern) und der Westen (rheinische Frohnaturen) – trans der Norden (sture Westfalen und griesgrämige Fischköpfe) und der Osten (muffelige Mecker-Ossis – gerne fremdenfeindlich auf den eigenen Stamm fixiert, weil das Zusammenleben in einem Vielvölker-Großreich nicht gewohnt). 😉

3 Gedanken zu “Barbarenküche – merkt man bis heute noch, wo einst die Außengrenze Roms durch Deutschland verlief?

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