Gestern eröffnete ich die Gartensaison – heute wieder Menschenhass auf sinnlose Fresser

#029[939]

0002 Logo

Gestern Nachmittag schien hier zum ersten Mal seit einer Ewigkeit für eine Weile die Sonne. Zuvor war es wochenlang äußerst trübe gewesen und der Dauerregen war schon zur Normalität geworden. Da es auch unüblich warm für Januar war, startete ich in die Gartensaison und räumte etliches an Trümmerholz ab, das durch den Sturm „Friederike“ von den alten Eichen heruntergefallen war. Außerdem begann ich damit, einige der momentan absolut gehäuft vorkommenden Maulwurfshäufen abzutragen. Ich entfernte allerdings zunächst nur einige an den Beeträndern, dort waren teils Blumenzwiebeln unter- oder ausgewühlt worden. Im Rasen gab es mindestens 40 oder 50 Maulwurfshügel – deren Beseitigung war mir gestern dann aber zu viel des Guten… Eigentlich müsste ich den Maulwurf dringend vom Gelände vergrämen (zumal ich ihn nur bis zum Nachbarn scheuchen müsste, dort kann er sich auf einem unangelegten, waldlichtungsartigen Grundstücksteil frei entfalten, ohne irgendetwas durcheinander zu bringen); ich hatte diesbezüglich vor zwei Jahren schon einmal deutlichen Erfolg durch den gezielten Einsatz von mit Buttersäure getränkten Stofflappen in den Gängen – aber Philomena mag den „Mauli“ und möchte nicht, dass ich ihn vertreibe… Ich hoffe, dass die Schäden sich in Grenzen halten werden, aber vermutlich wird der Rasen bis weit in den Hochsommer hinein eine ziemliche Wüstenei bleiben und in den Beeträndern muss ich wohl auch für an die hundert Euro demolierte Kleinpflanzen und ausgegrabene Blumenzwiebeln nachpflanzen…

Statt die ganzen Maulwurfshaufen vom Rasen zu entfernen, nutzte ich dann gestern bis zum Einbruch der Dunkelheit das unerwartet gute Wetter zum ausgiebigen Rückschnitt und Auslichten einiger Gehölze. Im Garten blüht übrigens schon so Etliches – durch die hier regional viel zu hohen Wintertemperaturen ist die Natur dem üblichen Ablauf schätzungsweise anderthalb Monate voraus – falls jetzt nicht noch ein überraschender Wintereinbruch kommen sollte, blühen in zwei oder drei Wochen vermutlich die ersten Osterglocken und Tulpen… Der Klimawandel scheint im vollen Gange zu sein. Es folgen ein paar Fotos von gestern:

0025 Garten

Heute herrschte dann aber wieder das altvertraute, fast schon apokalyptisch anmutende Regenwetter mit ganztägigem Dämmerlicht. Ich verließ das Haus nur kurz, um im nahegelegenen Bio-Hofladen für Philomena Eier zu kaufen. Nachdem ich in jenem mitten im Wald gelegenen, immer behaglich aus der Zeit gefallen wirkendem Fachwerkhauslädchen auch noch ein paar andere Dinge gekauft und eine Bio-Lebensmittel-Zeitschrift gratis erhalten hatte, entschied ich mich auf dem Rückweg nicht die Hauptstraße zu benutzen. Die Hinfahrt hatte dank Tempo 100 nur zwei oder drei Minuten gedauert, der gemütliche Rückweg über die Feldwege dauerte dann ein Mehrfaches. Von oben schüttete es wie aus Eimern, die ganz leicht hügelig gewellte Landschaft wirkte mit dem leuchtenden Grün unterm dunkelgrauen Himmel optisch leicht „irisch“ auf mich. Angesichts der von den Wassermassen der letzten Wochen völlig vermatschten Wegränder, war ich froh ob des Allradantriebes, der sich als sehr hilfreich erwies, nachdem man rechts rangefahren war, um Gegenverkehr passieren zu lassen.

Eben las mir Philomena aus der heute abgestaubten Öko-Food-Postille vor, dass die Durchschnittsdeutschen pro Jahr über 60 Kilo Fleisch fräßen und 83 Kilo Lebensmittel in den Müll werfen würden! Wer sind diese „Durchschnittsdeutschen“ bloß? Irgendwelche komplett verblödeten, sinnlosen Fresser offenbar – ignorante Konsumterroristen dazu auch noch. Ich rechnete schnell mal aus, dass ich pro Jahr auf lediglich 17 Kilo Fleischverzehr komme, Philomena sogar auf nur drei bis fünf. Pro Jahr werfe ich höchstens ein Kilo Nahrungsmittel fort (vermutlich sogar inklusive der aus Gläsern nicht vollständig herausgeschabten Reste) – ich bräuchte also 83 Jahre, um ähnlich viel Essen wegzuwerfen wie der Durchschnitt! Sind die Leute zu blöde, um die richtigen Mengen einzukaufen? Vermutlich ja. Und dazu noch zügellose Verschwender. Überall um einen herum nur maßlose Fressmaden und dazu auch noch ignorante Dummbeutel, die man am liebsten mit der Schaufel erschlagen möchte, um dem Planeten etwas Gutes zu tun! Philomena hat das bereits in jungen Jahren erkannt, als sie an ihrem von Priestern geleiteten Gymnasium im Erdkundeunterricht auf die Lehrerfrage, wie man die Probleme der Dritten Welt lösen könnte, zum allgemeinen Entsetzen antwortete: „Ein paar Atombomben drauf werfen!“

Es gibt einfach zu viele Menschen – 90% müssten dringend weg. Ich glaube ich würde mich sogar liebend gerne selber an den Drücker setzen, wenn es darum ginge, diese zu entsorgen… 😉 Konsequenterweise würde ich mir am Ende auch selbst die Kugel geben, wenn ich zu den ausgelosten 90% gehören würde.

7 Gedanken zu “Gestern eröffnete ich die Gartensaison – heute wieder Menschenhass auf sinnlose Fresser

  1. Ähm, jedenfalls, anschließend beim Orbi hast ja dann doch noch erläutert, daß es mit einem aktiv umgesetzten Gesinnungswandel doch nicht zu viele Menschen gebe. U.a. hierfür sowie für Deinen heiligen Zorn trotzdem wie immer mein Like für Deinen eindrucksstarken Beitrag. 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Ich könnte nur schwer schätzen, wieviel Fleisch ich esse. Da müsste ich wohl erstmal 1-2 Wochen Buch führen und das Ergebnis hochrechnen. Beim Selbstkochen verzichten wir seit einer Weile fast komplett auf Fleisch, nur im Restaurant oder der Kantine bestellen wir manchmal welches. Ich bin schon halbwegs wieder auf dem Weg zum Vegetarier.

    Gefällt 1 Person

  3. Ich hätte auch ein Problem, den Maulwurf zu vertreiben 😉 Dennoch nerven die Hügel und dass er alles anfrisst und untergräbt, ist nicht schön 😕. So „super“ war der Mond wohl gar nicht? Konnte ihn erst heute Morgen sehen, habe aber keinen großen Unterschied entdeckt.

    Gefällt 1 Person

  4. Mein Fleischkonsum hält sich auch in engen Grenzen. Meist ein-, maximal zwei Mal die Woche. Leider passiert es mir häufiger, dass ich Reste von Selbstgekochtem, die ich eigentlich am nächsten oder übernächsten Tag essen möchte, wegwerfen muss, weil ich dann eben doch keinen Hunger mehr darauf habe oder es sich zeitlich nicht mehr ergibt 😏

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.