Früher war mehr Lametta…

#020[930]

0002 Logo

Ich habe zwar einen Facebook-Account, aber ich nutze diesen so gut wie gar nicht – im Prinzip ist das nur eine Platzhalterpräsenz. Ich möchte dort so zu sagen „ein Bein in der Tür haben“, damit sich dort nicht irgendein Bösewicht unter meinem Namen anmeldet und für mich ausgibt. Speziell seit meinen erschütternden Erfahrungen mit meiner Stalkerin „Mandy“ vor nunmehr knapp einem Jahrzehnt bin ich diesbezüglich ein bisschen paranoid geworden. Aber dies ist sicherlich nachvollziehbar, wenn man einmal erlebt hat, wie im Internet aufgehetzte Mandy-Jünger nachts mit Knüppeln vor meiner Berliner Haustür warten und mich lauthals grölend vor den Nachbarn als „Kinder-“ bzw. „Arschficker“ denunzieren und sich dann an meinen Erdgeschossfensterrollläden zu schaffen machen. Oder anderntags ein Auto auf dem Bürgersteig vor meinem Schlafzimmerfenster anzünden, das sie für das meinige hielten (gleiche Marke, gleiche Farbe – Pech für den Nachbarn). Mandy und einige ihrer ihr nahezu hörig ergebenen Internetfreunde schrieben damals auch meine Kunden an, um mich bei diesen mit teils hanebüchenen Behauptungen unmöglich zu machen. Angeblich sei ich mit einer Axt auf Kinder losgegangen, um mich an der Mutter zu rächen. Meine Kunden und Geschäftspartner  wurden auch über meine jahrelangen Psychiatrieaufenthalte informiert – die es natürlich ebenso wenig gegeben hatte, wie die anderen unverschämten Dinge, die sie mir unterstellte! Selbst meinem Kumpel Rudi wurden damals angebliche Aussagen von mir am Telefon vorgespielt, die eine Freundin von Mandy mir in Telefonaten geschickt fragend entlockt und teils sogar in unglaublicher Kleinarbeit mit einem Computerprogramm neu zusammengeschnitten hatte…

Erst nach einem Prozess vor dem Berliner Landgericht, hohen vierstelligen Anwaltskosten, fünfstelligen Einkommenseinbußen und monatelang mehrere Stunden täglich betriebener Materialsichtung & -sammlung für den Prozess, den Umfang einer geisteswissenschaftlichen Doktorarbeit annehmend, war endlich halbwegs Schluss mit dem Ärger. Dafür war ich damals dann pleite, fertig mit den Nerven und stolzer Besitzer einer stets durchgeladenen Walther P99, die aus Sicherheitsgründen unter dem Kissen im verwaisten Katzenkörbchen (hatte das Katerchen an eine Familie mit Gartengrundstück abgegeben, wo es ihm damals besser ging, als bei mir im sich ausbreitenden Berliner Chaos) griffbereit lag, falls sich Vandalen Zutritt verschaffen sollten…

Seit dieser Zeit bin ich sehr vorsichtig damit geworden, mich mit suspekten Leuten aus dem Internet zu treffen, meine Identität zu outen, oder auch nur mit Adresse in irgendeinem Telefonbuch aufzutauchen. Gebranntes Kind aus Schaden klug geworden!

Jedenfalls nutze ich Facebook kaum und schaue nur selten in meinen Account. Heute trieb ich mich jedoch vormittags nach längerer Pause wieder ein wenig auf FB herum und hatte dort eine neue Freundschaftsanfrage – stutzig machte es mich, dass ich die markant lächelnde Dame anhand ihres Phantasienamens und auf ihrem Profilbild nicht gleich identifizieren konnte. Aber dann erkannte ich sie bei genauerer Betrachtung doch recht schnell wieder: Es handelte sich um „Carlos“ Exfreundin „Xanthippe“, die in den Jahren, die ich sie nicht mehr gesehen hatte, augenfällig an die 20 Kilo abgenommen haben muss. Ich erkannte Xanthippe hauptsächlich an ihren Hauern wieder, denn sie verfügt über eine extrem markante Kauleiste, die jedem Ackergaul bestens zu Gesicht stünde – ich hatte mich damals immer gefragt, ob Carlos wohl Angst vor diesen dentalen Amputationswerkzeugen hätte, wenn sie ihm einen blies. Der ölig-schmierige Möchtegern-Tausendsassa Carlos (ein kurzbeinig-schmerbäuchiger, selbsternannter „Latin Lover“, der vorwiegend großkarierte Sakkos trug), verriet mir einst nämlich mehrfach und sehr sendungsbewusst, dass er darauf steht, wenn Xanthippe ihm zuliebe „ass to mouth“ macht, d.h. er fickte sie erst ausgiebig in den Arsch und ließ sich dann den Stängel sauber schlecken… Carlos steht auf solche Praktiken, er ist ein exorbitantes Schwein. Verarschte die Frauen reihenweise, ging mehrgleisig wie ein Rangierbahnhof fremd, und nahm die meist etwas naiv-leichtgläubigen und/oder ihm unterwürfig ergebenen Frauen wie die Weihnachtsgänse aus! Höhepunkt war es bezüglich des letzten Punktes einmal, dass er Xanthippes Nachfolgerin „Ophelia“, mit der er inzwischen ein Kind hat, damals zwang ihm „aus therapeutischen Gründen“ Geld für die Spielbank zu geben – anderenfalls würde er sich im Kanal ertränken… Sie tat ihm dann diesen Gefallen.

Zurück zu Ophelias Vorgängerin in der Rolle der „Hauptfrau“ von Carlos, Xanthippe: Ich war durchaus froh auf Facebook zu sehen, dass Xanthippe trotz allem inzwischen glücklich verheiratet und auch karrieremäßig vorangekommen zu sein scheint – die Gute ist damals also doch nicht nachhaltig traumatisiert worden. In jenen Zeiten sah sie gewissermaßen immer ein wenig „durch den Wind“ aus, obwohl sie eine dieser Frauen war, die jede Art von Derangement – psychisch, wie physisch – bestens unter einer couchtischdicken Make-up-Schicht zu verstecken wissen. Das war damals immer eine wirklich erstaunliche Metamorphose – unter anderem auf einer gemeinsamen Urlaubsreise in größerer Runde sah ich etliche Male, wie sich binnen ein bis zwei Stunden eine tumbe Bauernmagd mit einem Gesicht wie ein rohes, frisch geklopftes Schnitzel, in eine perfekt geschminkte Hollywood-Göttin verwandelte! Na ja, angesichts ihres damaligen Äquatoralumfanges; vielleicht nicht Hollywood-Göttin, aber zumindest adrette Talkshow-Queen… Das hatte sie damals wirklich richtig gut drauf! Manche Frauen haben es diesbezüglich wahrlich zur Perfektion gebracht – ein anderes Beispiel war eine ehemalige „Miss Mazedonien“, in deren Privathaushalt ich vor etlichen Jahren übernachtete, als ich mit ihr und ihrem damaligen Lebensgefährten beruflich zu tun hatte. Das Ex-Model (sie muss damals etwa so alt gewesen sein, wie ich heute) hatte immer noch die absolut-makellos langbeinig-schlanke Top-Figur und eine Hammer-Präsenz durch ihre rassige, glutäugige Ausstrahlung… Bis ich sie morgens vor dem gemeinschaftlichen Frühstück sah: Ohne Massen von perfekt abgestimmtem Make-up, Puder, Lippenstift, Kajal, sowie vor allem ihrer künstlichen Wimpern beraubt und mit untoupiertem Haar, sah sie wie eine schmaläugige, hässliche alte Krähe aus. Eine fahl-blasse, gelblich wächserne Haut. Wie die einer Leiche im Krankenhauskühlfach…

Aber auch das ist nun schon länger her. Ob Ophelia, Xanthippe, oder Carlos – zu all diesen Gestalten habe ich mittlerweile überhaupt keinen Kontakt mehr, was teils auch eher gut, als schade ist! Vor allem hinsichtlich Carlos, mit dem ich letztendlich eher im Schlechten auseinandergegangen bin. Nachdem er sich über Jahre schon allerhand Unmöglichkeiten geleistet hatte – gleich anfangs unserer Bekanntschaft, die er damals sehr schnell „Freundschaft“ nannte, prellte mich der skrupellose Schmierlapp um 1500 Euro – war irgendwann das Maß voll: Es kam bei unserem letzten Aufeinandertreffen, vor mittlerweile auch bereits vier oder fünf Jahren, zu einem unverzeihlichen Eklat. Glücklicherweise konnte ich den wirklich unterirdischen, finalen Angriff aber durch eine geschickte Verbal-Volte komplett ins Leere laufen lassen und habe den Kontakt dadurch doch noch halbwegs für mich im Guten beenden können. Ein Glück, das „Fritz, dem Witz“ (all diese Aliasnamen der jeweiligen Leute in meinem Eintrag benutzte ich für diese übrigens auch schon, als ich noch Autor auf „myTagebuch“ war – ältere Stammleser werden sich erinnern) leider nicht beschieden war: Als wir nach jahrelanger Pause kürzlich telefonierten, sagte der alte Baulöwe aus „Shangri-La“ mir, ich solle froh sein, mit Carlos keinen Kontakt mehr zu haben, der Mann sei „gefährlich“! Fritz der Witz – den ich hier so nenne, weil er immer gut gelaunt ist und teils über einen leicht strapaziös unlustigen Witzeerzähler-Humor verfügt – meinte, er hätte Carlos bereits mehrmals vor Gericht schleifen müssen, wegen dieser und jener unerquicklichen Angelegenheit… Allerhand!

Lange ist es her mit all diesen Kontakten im je nach Beleuchtungseinfall „Spinnennetz“, „Wunderland“, oder „Sumpf“ Shangri-La. Güldenes Eldorado meiner lebendigsten Jahre! Im Prinzip war es kein Wunder, dass ich damals sehr viele Abonnenten hatte, als ich zum ersten Mal auf der Online-Tagebuch-Plattform „myTagebuch“ schrieb, denn ich konnte sie sehr reichhaltig und bunt schillernd unterhalten. Ich führte damals ein vollkommen anderes Leben, als ich am 26. Oktober 2002 mit den Zeilen „Hallo Ihr Leser – seid herzlich Willkommen!“ erstmalig zu bloggen anfing: Ende Zwanzig, hatte ich gerade mein nach dem ersten Diplom begonnenes Zweitstudium abgebrochen, und werkelte einerseits als Freelancer in Claudes weitverzweigter Firmengruppe herum, absolvierte zusätzlich in Abendkursen eine weitere Fachausbildung, war Aufsichtsratsmitglied eines Verlagshauses und stürzte mich andererseits in meiner Freizeit ins brodelnde Nachtleben von „Shangri-La“ und erhielt Einzug in einen epikureisch geprägten Kreis junger Genussmenschen: Ein etwas abgedrehter Haufen von jung-schnöseligen Möchtegern-Lebemännern, (gefallenen) höheren Töchtern, Gourmets & Aficionados, Opern- & Vernissagegängern und hirnwichsenden Loungesesselfurzern war das damals. Ich wurde in Windeseile zum Salonlöwen, zum allseits geschätzten Unterhaltungs-Kaspar, der aus einem reichen Wissensfundus schöpfend so manche Partynacht in schummerigen Zigarrenbars durch-smalltalken konnte. Bis mir solch ein überdrehtes Umfeld allmählich zu „hohl“ wurde, sich der bei Tageslicht betrachtet doch arg oberflächliche Kreis wieder in alle Himmelsrichtungen verflüchtigte und ich damit begann, eher längere Bindungen zu suchen. Aber mit all den dekadenten Fick- & Feiergeschichten – den eigenen und jenen bei anderen Co-Protagonisten beobachtet aufgeschriebenen – konnte man das mitlesende Internet-Publikum in jener Zeit trefflichst bei Laune halten!

Inzwischen habe ich etliche Umbrüche hinter mir – ich war sogar mal für kurze Zeit verbeamtet! – nach abwechslungsreichen Jahren und einigen Beziehungen folgte auf den Sturm eine langjährige Flaute. Aus „ganz oben“ wurde phasenweise „ganz unten“ und zwischendurch lag man auch mal wochenlang depressiv im Halbdunkeln und glotzte die Raufasertapete an. In den Folgejahren schliffen sich meine Lebensberge und Lebenstäler immer weiter ab, bis ich nun wacker auf der Nulllinie entlangflutsche – weitgehend ereignislos zwischen morgens Aronal und abends Elmex dümpelnd, der bereits am Horizont drohenden Früh-Vergreisung entgegen.

Seitdem ich 40 bin, gibt es auch nichts wirklich Prickelndes mehr aus meinem Liebesleben zu berichten. Ihr werdet Euch deshalb wohl oder übel damit abfinden müssen, werte Leser, dass ich in meinem aktuellen Blog statt über lässige Liebeleien, wahnwitzige Weltreisen, fulminante Feten und die merkwürdigsten Freaks diverser Szenen, Soziotope und Subkulturen einer brodelnden Großstadt, nunmehr wohl eher weitgehend über Einkaufsfahrten, meine diversen Zipperlein und Gebrechen, diverse Erdarbeiten im heimeligen Ziergärtchen, und andere beschauliche Aspekte eines eremitisch geführten Landlebens berichten werde!

Deshalb am Ende dieses ganzen Geschwafels – über die Freuden des Einkaufens und Erdarbeitens werde ich dann lieber demnächst in weiteren, gesonderten Einträgen berichten – ganz im Sinne des Landlebens und der neuen Naturverbundenheit des nunmehr langweilig verschrateten Autors „hypermental“ noch ein abrupter Themenwechsel und ein gänzlich anderer, aber mir sehr wichtiger Appell an die Leser:

— — —

Sicherlich habt Ihr schon davon gehört, dass auch durch die Verwendung bestimmter Pestizide bedingt, seit einigen Jahren ein großes, dramatisches „Bienensterben“ im Gange ist! Es gibt in den Agrarwüsten dort draußen (und auch hier bei uns in „Niedergüllestunk“) kaum noch Insekten und die für eine intaktes ökologisches Gleichgewicht eklatant wichtigen Wild- und Nutzbienen erwischt es dabei besonders heftig! Schuld daran sind die erst seit einigen Jahren in großen Massen verwendeten sogenannte „Neonikotinoide“. Nun, wenn sich jemand ungestraft mit Nikotin vergiften darf, dann bin selbstverständlich lediglich ich das! Aber die Fluginsekten brauchen dringend eine Lobby – deshalb war ich auch sehr erfreut, dass die EU das Bienensterben beenden und die gefährlichen Neonikotinoid-Ackergifte verbieten möchte. Die Gefahr ist nun aber: Der deutsche CSU-Agrarminister Schmidt sabotiert das – wie schon bei Glyphosat! Deshalb muss die SPD in den aktuellen Koalitionsverhandlungen dieses Verbot durchsetzen. Um dieses Anliegen zu befeuern gibt gerade jetzt auf der Mitmach-Demokratie-Seite „campact!“ eine Unterschriftenaktion, bei der ich heute auch unterschrieben habe. Bitte seid so gut und macht dort mit – hier der Link: https://www.campact.de/bienenkiller/appell/teilnehmen

Hypermentale Grüße an alle Leser und Abonnenten!

 

6 Gedanken zu “Früher war mehr Lametta…

    • Ich glaube, Du hast überhaupt nicht verstanden, worum es mir da geht. Ich sehe da auch nicht „dutzende Honks“ am Werk, sondern zwei oder drei bestimmte Personen, die mir in der Vergangenheit bereits mehrfach diesbezüglich erheblichen Schaden zugefügt haben – also keine Hirngespinste, sondern realen Schaden! Diese Personen haben auch ein erhebliches Maß an krimineller Energie aufgewendet, um mir gezielt zu schaden und meine beruflichen Kontakte zu recherchieren… Im Gegensatz zu Dir, habe ich auch einiges zu verlieren – einen Ruf, einen Kundenstamm, beruflich wertvolle Kontakte, den Ruf meiner Familie, usw.. Und ich kann mich nicht wie Du hinter einem Allerweltsnamen verstecken und behaupten, es gehe eben um einen beliebigen anderen XYZ, denn meinen Namen, der auch beruflich meine in langen Jahren mühevoll eingeführte Marke ist, gibt es so genau nur einmal auf der Welt. Pech also… Ich glaube Du hättest Dich da in Neukölln krachend eingeschissen, wenn dort irgendwelche Deppen an Deine Tür gebollert hätten, oder versucht Dein Motorrad abzufackeln! Ich habe bereits tatsächlich einmal 8000 Ocken für Anwälte und Gerichtskosten in den Wind geschossen und einen wirtschaftlichen Schaden von geschätzt an die 48.000 Euro Einkommenseinbuße erlitten – wegen solcher Sachen! Glaubst Du, ich bin scharf darauf, dass sich das wiederholt? Du hast eben nichts zu verlieren, bei einem Hartzer oder EU-Rentner ist halt auch nichts zu holen! Schön, wenn der Staat für einen aufkommt – dann braucht man sich um seine Einkünfte auch gar keine Sorgen zu machen… Außerdem sei hier noch daran erinnert, dass Du auf diversen Plattformen, YouTube gehörte gleich zigfach dazu, immer mal wieder sofort Deinen Schwanz eingezogen und Dich abgemeldet hast, wenn dort irgendwelche komischen Nazis oder Islamisten auftauchten, die meinten zu wissen, in welchem Viertel Du wohnst, oder zumindest Leute, die Dich dem Amt melden wollten! Wer war dann superschnell in der Versenkung verschwunden? Also. Grüße.

      Gefällt mir

  1. An deine früheren Schilderungen bezüglich Carlos und Xanthippe kann ich mich noch gut erinnern, das war immer äußerst vergnüglich zu lesen. Mir geht’s darüber hinaus aber so wie meiner Vorrednerin: Ich lese dich auch gerne in ruhigeren Gefilden (zumal die alte, wilde Zeit ja doch immer wieder hinein leuchtet).

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.