Bundeskanzler Lindner in Koalition mit der AfD und ein neobarockes Zeitalter bombastischer Über-Ornamentalik

#018[928]

0002 Logo

Manchmal wurde ich zum Trendsetter, ohne das zu wissen; oder zum Propheten – bzw. weniger spirituell ausgedrückt vielleicht Futurologen? Meine konsequente, sich dem Mainstream verweigernde Exzentrik führte schon oftmals dazu, dass ich beispielsweise irgendeine zunächst eher uncoole Style-Marotte hatte, die dann später vom Zeitgeist aufgeschaufelt Massenmode wurde: Gutes Beispiel dafür waren meine über Jahrzehnte präferierten eckigen, dunklen Hornbrillen, die irgendwann als sogenannte „Hipsterbrillen“, „Nerdbrillen“, etc. zum globalen Volkstrend wurden. Seitdem trage ich runde Gläser, randlos.

Soviel zum Aspekt des unfreiwilligen Trendsettertums – vielleicht ist es auch lediglich eine Binse, denn wenn man nur lange genug wartet, wird irgendwann jeder theoretisch formal-ästhetisch, kultur-modisch oder sozial-ideologisch mögliche Scheiß zum trendigen hottest shit! Selbst solche eigentlich absurd erscheinenden Kombinationen, wie totale Intimenthaarung zu einem 30-cm-Rübelzahlbart, lediglich mit Luft gefüllte Tüten, die als „Einhornfürze“ verkauft werden, und linksalternative Emanzen, die ein Faible für Kulturen entwickeln, in denen die Unterdrückung von Frauen großgeschrieben wird… Man muss nur lange genug warten.

Aber in einigen Fällen wartete ich nicht passiv ab, sondern wagte aktiv Prognosen, Vorhersagen und Prophezeiungen, die auf meinem geballten Wissen fußen. Jeden Tag lese ich mindestens drei bis fünf Stunden quer durch alle Fachgebiete über Sachthemen, die mich interessieren – von Astronomie über die Geschichte der Ureinwohner Australiens bis hin zu Quantenphysik, Molekularbiologie und den wirtschaftspolitischen Machenschaften von Lobbyistenverbänden und Thinktanks. Ich erkenne inzwischen fast jedes Säugetier an seiner Ohrenform und anhand des Schattenrisses einer Heckflosse jeden Cadillac-Jahrgang der Nachkriegszeit. Aus diesem ganzen Fachwissen bilden sich im Rahmen meiner interdisziplinären Grübeleien oftmals Erkenntniscluster, die ein Vorhersagen der Zukunft zumindest im kleinen Rahmen ermöglichen. Wenn ich nochmals bei null anfangen könnte, würde ich vermutlich Futurologe werden. Gerade im technologischen und auch im sozio-ökonomisch-politischem Bereich habe ich vieles vorhergesagt, dass dann auch so kam, etwa den Brexit, die Wahl Trumps und auch den Einzug der AfD in den Bundestag. Oder auch die Smartphone-Sucht der aktuellen Jugend, bis hin zur Ausprägung von körperlichen Entzugssymptomen nach akutem Geräteentzug. Manchmal reicht es zur korrekten Vorhersage aus, wenn man lediglich eine Art Worst-case-Szenario aufstellt – meistens tritt dieses dann auch ein. Ich bin für solche zynisch-dystopischen Vorhersagen durch meine Schwarzmalerei und meinen Menschenhass prädestiniert… Deshalb gehe ich auch davon aus, dass Stephen Hawking absolut recht damit hat, seine einstige Prognose, nach der die Menschheit bis zur unweigerlichen Selbstausrottung höchstens noch 1000 Jahre existieren wird, kürzlich auf lediglich 100 Jahre bis zu diesem Ereignis zu reduzieren!

Aktuell wage ich hier nun zwei Prognosen, von denen ich selber gespannt bin, ob sie eintreffen – ich kann dann in ein paar Jahren in meinem alten Blogtext selber nachschauen:

  1. Christian Lindner regiert Deutschland in einer Koalition mit der AfD. Lindner hat die Jamaikaverhandlungen platzen lassen. Er ist noch jung und hat sehr viel Zeit, bis er Kanzler werden kann. Er trat im Wahlkampf in unzähligen Provinzhallen auf, in denen er dem einfachen Volk aufs Maul schauen konnte und bemerken, dass es bei vielen eher Schlichtgestrickten, die aber die Masse der Wählerschaft ausmachen, hinsichtlich der Flüchtlinge und Migranten derzeitig immer mehr zu gären und zu brodeln beginnt. Als überzeugter Wirtschaftsfreund kann er auch persönlich augenfällig gut mit einer ehemaligen Bankster-Tante wie der AfD-Alice Weidel. Er schielt schon länger nach Österreich und Ungarn, wo der Rechtsruck bereits vollzogen ist. Spätestens wenn es die CDU/CSU zerbröselt und die Bayern dann womöglich bundesweit antreten, wird er sich an die Spitze einer neuen Bewegung setzen und eine neue FDP-CSU-AfD-Koalition nach österreichischem Vorbild mit tschechisch-ungarischem Unterton schmieden wollen. Diese Prophezeiung fußt auf einer Befürchtung, die ich schon länger hege, wenn ich mir diesen arrogant selbstverliebten Feinrippunterhemd-Egomanen so anschaue: Kaum jemand weiß nämlich, dass Lindners Ehefrau, die Journalistin Dagmar Rosenfeld-Lindner, die stellvertretende Chefredakteurin von „WeltN24“ ist. Diese Verbindung hängt er wohlweislich nicht an die große Glocke. Bereits vor der Bundestagswahl fiel mir bei der Tageszeitung „Die Welt“ die ungewöhnliche FDP-Freundlichkeit auf. Und dann auch noch, dass dieses Blatt aus dem übrigen Pressekanon ausscherte und sehr kritisch über die Flüchtlingskrise und Fälle von Migrantenkriminalität berichtete, obwohl dieses so kurz vor der Bundestagswahl ausdrücklich nicht erwünscht war und sich andere Chefredaktionen parteibuchgerecht auch weitgehend an diese Vorgabe hielten. Nach der Wahl zogen einige weitere Springer-Blätter (WeltN24 gehört zur Axel Springer SE) und der „Focus“ nach. Christian Lindner möchte sich meiner Einschätzung nach ähnlich Emmanuel Macron und Sebastian Kurz an die Spitze einer „Bewegung“ setzen, einer Quasi-Einmannpartei, und spekuliert auf einen kommenden Rechtsruck in der Bevölkerung, den seine Olle notfalls ein bisschen rechtspopulistisch zündelnd herbeischreiben soll. Außerdem hofft er auf CDUler wie den neokonservativen Jens Spahn, die bereits als mögliche „Merkelmörder“ gehandelt werden. Jens Spahn ist Mitglied der „Deutsch-Atlantischen Gesellschaft“ sowie Vorsitzender der „Europabrücke“ und steht ebenso wie Lindner für eine neokonservative, wirtschaftsfreundliche Politik rechts der Mitte.
  2. Es wird recht bald ein neobarockes Zeitalter geben. Der nächste Hype im Bereich technologische Entwicklung wird die 3D-Ausdruckerei von beinahe Allem und Jedem sein. Fast nichts mehr muss in großen Fabriken fabriziert und um den halben Erdball verschifft werden – alles wird dezentral und lokal einfach an 3D-Druck-Stationen ausgedruckt. Zunächst eher Ersatzteile und Plastik-Ramsch, dann aber zunehmend auch immer komplexere Dinge aus Multi-Material-Mixturen: Schuhe und Bekleidung, Prothesen, Kunstobjekte, Autokarosserien, kostengünstige Fertigbehausungen und vermutlich etwas später sogar Nahrungsmittel. Der Trend wird zum über-individualisierbaren Einzelstück gehen, denn zuhause kann jeder sein Zeugs digital am Computer entwerfen – und wenn er zu blöde dazu ist, mithilfe künstlicher Intelligenz kreieren oder zumindest aus einem riesigen Formenkatalog auswählen. Jede noch so abstruse Form wird herstellbar sein. Wenn ich keine glatte Standard-Butterbrotdose nehmen muss, dann möchte ich eine mit ausufernden Ornamenten und der krassesten Form, die man sich nur irgendwie vorstellen kann! Ich prophezeie, dass es in einigen Jahren – ich sage mal so acht bis fünfzehn – wenn es üblich ist, alles einfach aus dem 3D-Fertiger zu ziehen, zu einer Art Neo-Barock kommen wird: Einem Zeitalter überbordender Verzierungen und Verschnörkelungen! Autos mit feinziselierten, wallenden Karosserien werden die heutigen rollenden Kisten, Keile und Rundstücke ersetzen. Die Bekleidung wird selbst in der Herrenmode eher an farbenfroh reichbestickte Maharadscha-Gewänder, die bunten Protzkostüme der Landsknechte des 15./16. Jahrhunderts, oder an die schwülstig verzierten Piratenkapitänsfummel der Karibik erinnern. Glatte Flächen werden out sein und schlicht schlecht. Kitsch und Prunk an jeder Ecke – besonders krass natürlich auch dadurch, dass dann wirklich jeder noch so stilunsichere Depp seinen persönlichen schlechten Geschmack in Form pressen können wird…

Mal sehen, welches dieser zugegebenermaßen reichlich dystopisch beischmeckenden Ereignisse tatsächlich eintreffen wird: Lindner als Regierungschef mit der AfD koalierend, oder eine neue Lust am prunkvollen Ornament in einem neobarocken 3D-Druck-Zeitalter. Vielleicht werde ich in späteren Blogeinträgen noch allerlei weitere Vorhersagen wagen – ich hätte diesbezüglich noch haufenweise Material in petto…

9 Gedanken zu “Bundeskanzler Lindner in Koalition mit der AfD und ein neobarockes Zeitalter bombastischer Über-Ornamentalik

  1. irgendwann muss und kann man nicht mehr rausgehen. wird sind dann in 5qm zellen und an das system angeschlossen, das uns vorgaukelt, ein leben zu führen. und irgendwann werden uns die roboter entsorgen, weil wir nutzlos geworden sind. die positroniken werden uns ablösen. das ist evolution.

    Gefällt 1 Person

  2. Nahrung aus dem 3-D-Drucker, das ist ja dann so ein „Star-Trek“-Ding (Replikator), da glaube ich aber persönlich nicht dran, dass es so weit kommen wird. Ansonsten denke ich auch, dass es einen ultrakonservativen Backlash in finstere Zeiten geben wird. Wir dürfen „gespannt“ sein.

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.